Altersgerechtes Training

    Altersgerechtes Training planen

    Ein altersgerechtes Fußballtraining ist entscheidend für die Entwicklung junger Kicker. Dieser Ratgeber zeigt Trainern und Eltern, worauf es in den verschiedenen Altersstufen ankommt und wie man Einheiten mit viel Spaß und Ballkontakten gestaltet.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 26. Okt. 2026 · 16 Min.
    KI-generiertes Symbolbild

    Warum altersgerechtes Training im Fußball über Erfolg und Spaß entscheidet

    Viele hochmotivierte Trainer stehen zu Beginn ihrer Laufbahn vor der gleichen Herausforderung: Du siehst eine Übung im Fernsehen oder bei den Profis und versuchst, diese eins zu eins auf deine Jugendmannschaft zu übertragen. Das Ergebnis? Frustrierte Kinder, Unruhe in der Gruppe und kaum Lernfortschritte.

    Ein altersgerechtes Training im Fußball ist das Fundament für eine langfristige sportliche Entwicklung. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen; ihre körperlichen, kognitiven und emotionalen Voraussetzungen ändern sich von Jahr zu Jahr massiv. Wer diese Unterschiede versteht, schafft ein Umfeld, in dem Kinder technisch besser werden und gleichzeitig die Liebe zum Sport behalten.


    Die Entwicklungsstufen im Überblick

    Um ein Training effektiv zu planen, musst du die Kinder dort abholen, wo sie stehen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gibt dir mit seiner Spielordnung und den Ausbildungszielen eine klare Orientierung vor – eine kompakte Übersicht findest du in den Trainingszielen je Altersklasse (U7–U19).

    G-Junioren (Bambini) & F-Junioren: Der Entdeckergeist

    In diesem Alter (ca. 5 bis 8 Jahre) steht das spielerische Erleben im Vordergrund. Die Kinder sind oft noch stark auf sich selbst und den Ball fixiert.

    • Schwerpunkte: Vielseitige Bewegungserfahrungen (Laufen, Springen, Klettern), einfache Ballkontrolle und ganz viele Tore.
    • Praxis-Tipp: Verzichte auf lange Erklärungen. Nutze Fangspiele und kleine Spielformen (2 gegen 2 oder 3 gegen 3) auf viele kleine Tore. Wie du eine erste Einheit für diese Altersstufe sauber aufbaust, zeigt dir der komplette Leitfaden fürs Bambini-Training.

    E-Junioren & D-Junioren: Auf dem Weg ins „goldene Lernalter“

    Die E-Jugend (ca. 9 bis 10 Jahre) beschreibt der DFB als Übergang vom Spiel- zum Lernalter: Zum ersten Mal lassen sich Trainingsphasen gezielt zum Üben nutzen, das Spielen steht aber weiter an erster Stelle. Mit der D-Jugend (11 bis 13 Jahre) beginnt laut DFB das „1. goldene Lernalter“ – Konzentration und Lernbereitschaft schaffen dann sehr gute Bedingungen für Technik und Koordination.

    • Schwerpunkte: Basistechniken wie Dribbling, Passspiel und erste Finten. Parallel beginnt die Vermittlung von einfachem Zusammenspiel.
    • Praxis-Tipp: Baue Übungen mit hoher Wiederholungszahl ein, aber verpacke diese in Wettbewerbe. Kinder in diesem Alter lieben es, sich zu messen. Konkrete Bausteine für den Übergang vom reinen Techniktraining zum ersten echten Teamspiel findest du im E-Jugend-Training.

    C- bis A-Junioren: Pubertät, Wachstumsschub und erste Spezialisierung

    Etwa ab der C-Jugend (U14/U15) verändert die Pubertät bei vielen Jugendlichen die Voraussetzungen in deiner Gruppe spürbar, bei manchen schon früher, bei anderen erst später. Laut DFB kann das biologische Alter in dieser Phase um bis zu fünf Jahre vom kalendarischen Alter abweichen – im selben Jahrgang stehen dann Kinder, die körperlich sehr unterschiedlich weit entwickelt sind. In einer Studie mit 33 flämischen Nachwuchsfußballern (Jungen) lag der stärkste Wachstumsschub im Mittel bei 13,8 Jahren; der Zeitpunkt schwankt aber individuell stark, und Mädchen erreichen ihn im Schnitt früher. Um den Wachstumsschub herum entwickelten sich bei diesen Spielern auch die meisten motorischen Fähigkeiten am stärksten, deshalb empfehlen die Autoren, die Belastung in dieser Phase zu individualisieren.

    • Schwerpunkte: Laut Trainingsphilosophie Deutschland darf ab der C-Jugend positionsspezifisches Training hinzukommen, in gesunder Mischung mit der ganzheitlichen Ausbildung. Für die C-Jugend empfiehlt der DFB spielnahes Konditionstraining, bei dem Beweglichkeit und Koordination Vorrang vor Schnelligkeit und Ausdauer haben. In der B- und A-Jugend trainierst du alle Konditionsfaktoren variantenreich und mit Ball.
    • Praxis-Tipp: Teile Felder und Teams nach Entwicklungsstand ein, nicht nur nach Jahrgang. Der DFB schlägt dafür die Niveaus „Gold“, „Silber“ und „Bronze“ vor – so forderst du Frühentwickler, ohne Spätentwickler zu überfordern. Für das Krafttraining raten BISp, DGSP und weitere Fachgesellschaften in einer gemeinsamen Standortbestimmung, die Körpergröße alle zwei bis drei Monate zu messen und bei großen Wachstumssprüngen Umfang und Intensität zu reduzieren.

    Alle Entwicklungsstufen auf einen Blick

    AltersklasseEntwicklungsstufeWas das für deine Planung heißt
    G-Jugend (U6/U7)„Fußball erleben – erste Erfahrungen sammeln“Spielstunde statt Training: Spielformen höchstens 2 gegen 2, viele kleine Felder, Rituale zu Beginn und am Ende
    F-Jugend (U8/U9)Spielalter: „Fußball erlernen – spielerisch eigene Lösungen finden“Kleine Spiele im Mittelpunkt, Lernen durch Vormachen und Nachmachen, Beidfüßigkeit fördern, kein Leistungsdruck
    E-Jugend (U10/U11)Übergang vom Spiel- zum Lernalter: „Fußball verstehen – unterschiedliche Situationen meistern“Erste gezielte Übungsphasen, Schwerpunkt 1 gegen 1, Spielformen bis 4 plus Torwart gegen 4 plus Torwart
    D-Jugend (U12/U13)„1. goldenes Lernalter“Basistechniken systematisch trainieren und in verschiedenen Situationen anwenden, gruppentaktische Grundlagen, Torwartausbildung stärker betonen
    C-Jugend (U14/U15)Pubertät bei vielen Jugendlichen; der Wachstumsschub setzt individuell sehr unterschiedlich ein, bei Mädchen im Schnitt früherNach Entwicklungsstand statt nur nach Jahrgang einteilen, positionsspezifisches Training darf dazukommen, Beweglichkeit und Koordination vor Ausdauer
    B- und A-Jugend (U16–U19)Jugendalter, Weg in den ErwachsenenfußballKondition variantenreich mit Ball, positionsspezifisch und ganzheitlich trainieren, weiter kleine Spielformen auf mehreren Feldern

    Die Leitideen für G- bis E-Jugend stehen so in der DFB-Jugendordnung (Anhang IV), die Einordnung als Spiel- und Lernalter stammt aus dem DFB-Trainerportal.

    Merke: Die Stufen sind eine Orientierung, kein Stundenplan. Das „goldene Lernalter“ ist ein Praxisbegriff und kein wissenschaftlich belegtes Zeitfenster – eine kritische Übersichtsarbeit fand für allgemeine „sensible Phasen“ keine Belege (Van Hooren und De Ste Croix, 2020). Plane deshalb nach dem Entwicklungsstand deiner Kinder, nicht allein nach dem Geburtsjahr.


    3 Säulen für deine Trainingsplanung

    Damit dein altersgerechtes Training im Fußball gelingt, solltest du dich an diesen drei Grundpfeilern orientieren:

    1. Kleine Gruppen, viele Ballkontakte: Je kleiner die Spielform, desto öfter hat jedes Kind den Ball am Fuß. Ein 3 gegen 3 ist für einen 7-Jährigen um Welten effektiver als ein 7 gegen 7 auf dem großen Feld. Aus genau diesem Grund setzt der DFB im Kinderbereich verbindlich auf Kleinfeld-Formate. Passende Aufbauten findest du bei den Kleinfeldspielen 4 gegen 4 bis 5 gegen 5.
    2. Vielseitigkeit vor Spezialisierung: Im jungen Alter sollten Kinder alle Positionen ausprobieren – auch den Torwart. Eine zu frühe Festlegung schränkt die motorische Entwicklung ein.
    3. Lob statt Kritik: In der Kindheit wird die emotionale Bindung zum Sport aufgebaut. Du solltest eher ein „Mutmacher“ und Spielbegleiter sein als ein strenger Taktikfuchs.

    Konkretes Beispiel: Eine Trainingseinheit aufbauen

    Wie sieht eine Stunde altersgerechtes Fußballtraining in der Praxis aus (Beispiel E-Jugend)?

    • Aufwärmen (10 Min): Ein Fangspiel mit Ball am Fuß: Jedes Kind dribbelt, zwei Fänger ohne Ball versuchen, die Bälle aus dem Feld zu spitzeln. Puls und Ballgefühl sind sofort da. Mehr kindgerechte Ideen dafür findest du unter richtig Aufwärmen im Kinderfußball.
    • Spielform 1 (15 Min): 3 gegen 3 auf zwei Feldern, in der das Thema von selbst vorkommt, zum Beispiel beim Innenseitenpass: Ein Tor zählt nur, wenn vorher ein Pass angekommen ist.
    • Technikblock (15 Min): Innenseitenpass in Paaren oder Dreiergruppen auf mehreren kleinen Stationen. Kurze Erklärung, viele Wiederholungen, jeder Pass mit anschließender Mitnahme.
    • Abschlussspiel (20 Min): 4 gegen 4 oder 5 gegen 5 auf Tore. Hier greifst du kaum noch ein, die Kinder sollen das Gelernte intuitiv anwenden.

    Das sind 60 Minuten, von denen 35 den Spielformen gehören. Genau dieses Verhältnis ist der Kern: Die Technik wird zwischen zwei Spielformen geübt, nicht statt ihnen.

    Wenn du nicht bei jeder Einheit von null planen willst, hilft dir ein fertiges Stundenbild als Baukasten für 45, 60 oder 75 Minuten.

    Der häufigste Planungsfehler ist ein zu langer, zu theoretischer Hauptteil. Wenn acht Kinder nacheinander an einer einzigen Station warten, steht jedes Kind mehr, als es spielt. Die Lösung: Baue parallele Stationen oder mehrere kleine Felder auf, sodass niemand länger als ein paar Sekunden in der Schlange steht. Kürze im Zweifel die Erklärung, nicht die Spielzeit.


    Fußballtraining planen: in 6 Schritten zur fertigen Einheit

    Das Beispiel oben ist das Ergebnis. Der Weg dorthin läuft immer gleich ab – egal ob Bambini oder D-Jugend:

    1. Ein Schwerpunkt, nicht drei: Lege ein einziges Thema fest (z. B. Innenseitenpass, 1 gegen 1, Torabschluss). Zwei Themen in einer Einheit bedeuten für Kinder zwei halbe Lernprozesse.
    2. Altersstufe gegenprüfen: Passt der Schwerpunkt zur Entwicklungsstufe? Positionsspiel in der F-Jugend ist kein zu schweres Thema – es ist das falsche.
    3. Vom Spiel her denken: Wähle zuerst die Spielform, in der dein Schwerpunkt vorkommt, und erst danach die Übungsform, die ihn isoliert schult. So landet das Thema automatisch im Spiel und nicht nur in der Warteschlange.
    4. Zeitgerüst festlegen: Die DFB-Akademie beschreibt mit der „besten Trainingseinheit“ ein 90-Minuten-Raster: 15 Minuten Aktivierung mit viel Dribbling, 30 Minuten kleine Spiele auf mehreren Feldern, 15 Minuten Technikblock, dann noch einmal 30 Minuten Spielformen. Für eine 60-Minuten-Einheit im Kinderbereich überträgst du nicht die Minuten, sondern das Verhältnis: Der größere Teil der Zeit gehört den Spielformen.
    5. Aufbau und Material planen: Notiere pro Block, wie viele Felder, Tore, Hütchen und Bälle du brauchst – und baue so auf, dass du zwischen den Blöcken nur wenige Hütchen versetzt, statt alles neu zu stellen.
    6. Plan B mitnehmen: Es kommen sechs statt zwölf Kinder, der Platz ist halb gesperrt oder es schüttet. Überlege dir vorab je eine kleinere und eine größere Variante deiner Spielform – das rettet mehr Einheiten als jede perfekte Planung.

    Mehr braucht die Planung nicht: Schwerpunkt, Blöcke mit Zeiten, Materialliste – notiert auf einer Karte oder im Handy, damit du am Platz nicht überlegen musst.

    Eine verbindliche Trainingsdauer je Altersklasse schreibt der DFB übrigens nicht vor. Richtwerte von den Bambini bis zur A-Jugend und die Frage, wie oft pro Woche trainiert werden sollte, findest du im Beitrag Wie lange dauert ein Fußballtraining?.


    Über die Saison denken: Themenblöcke statt Einzeleinheiten

    Wer jede Woche neu überlegt, was diesmal drankommt, wiederholt zu selten – und Kinder lernen über Wiederholung. Plane deshalb in Blöcken von vier bis sechs Wochen mit einem gemeinsamen Schwerpunkt, statt jede Einheit isoliert zu betrachten.

    • Saisonstart im Sommer: Ballgefühl und Dribbling nach der Pause, viele kleine Spiele, die Gruppe wieder zusammenführen.
    • Herbst: Der erste Technikblock der Saison – zum Beispiel Passspiel und Ballannahme, weil die Kinder jetzt im Rhythmus sind.
    • Winter und Halle: Enge Räume nutzen: Dribbling, Finten, schnelle Entscheidungen. Die Halle ist ein Vorteil, kein Notbehelf.
    • Frühjahr: Anwendung – Spielformen mit mehr Wettbewerbscharakter, Torabschluss und je nach Altersstufe erstes Zusammenspiel.

    Zwei Anker helfen zusätzlich: Die DFB-Akademie legt ihr Modell der besten Trainingseinheit auf zwei Einheiten pro Woche aus – wer nur einmal pro Woche trainiert, kürzt lieber den Technikteil als die Spielzeit. Und plane pro Block bewusst eine Einheit ein, in der ihr fast nur spielt: Das ist keine verlorene Woche, sondern deine Prüfung, ob das Thema angekommen ist.


    Übergang in die nächste Altersklasse: So planst du den Wechsel

    Jeden Sommer verändert sich deine Mannschaft: Mit dem neuen Spieljahr, das in der Regel am 1. Juli beginnt, rückt der ältere Jahrgang auf, weil jede Altersklasse von der F- bis zur A-Jugend zwei Jahrgänge umfasst (eingeteilt wird in Deutschland nach dem Stichtag 1. Januar). Der jüngere wird zum „großen“ Jahrgang – und mit dem Aufstieg ändern sich oft Spielform, Feld und Ball. Plane den Übergang deshalb nicht erst im Juli, sondern schon im Frühjahrsblock davor.

    ÜbergangWas sich im Spielbetrieb ändert (DFB-Rahmen)Was du im Frühjahr davor einbaust
    G → FStatt 2 gegen 2 oder 3 gegen 3 wird 3 gegen 3 bis 5 gegen 5 gespielt. Laut DFB können Torhüter schon in der F-Jugend eingesetzt werden, spätestens ab der E-Jugend regelmäßig.Torschussspiele, in denen jedes Kind mal ins Tor geht (fangen, werfen, rollen); Spielformen im Training weiter höchstens 2 gegen 2
    F → EBis zu 7 gegen 7 auf Kleinfeldtore, im 7 gegen 7 gibt es erstmals den Einwurf, neben Festivals ist Ligaspielbetrieb möglich. Der Ball wechselt von Größe 3 auf Größe 4.Spielformen mit Torwart auf größere Tore, den Einwurf spielerisch einführen, ab und zu mit dem größeren Ball trainieren
    E → DDer verbindliche Kinderfußball-Rahmen endet. Für die D-Jugend gibt der DFB nur Empfehlungen (7 gegen 7 bis 9 gegen 9), verbindlich sind ein verkleinertes Spielfeld, höchstens neun Spieler und Tore bis 5 × 2 m.Pässe und Ballannahme über größere Distanzen, Torwarttraining gezielter angehen – der DFB will die Torhüterausbildung ab der D-Jugend stärker betonen
    D → CVom verkleinerten Spielfeld aufs Großfeld: In vielen Verbänden spielt die C-Jugend grundsätzlich 11 gegen 11, in Sachsen ist in der Sachsenklasse und auf Kreisebene dagegen 9 gegen 9 auf verkürztem Großfeld die Soll-Spielform.Technik mit größeren Abständen üben, Umschalten als eines der ersten mannschaftstaktischen Themen spielerisch einführen

    Welche Spielform, welcher Ball und welche Regeln – etwa das Abseits im 7 gegen 7 der E-Jugend – genau gelten, legt dein Landesverband in seinen Durchführungsbestimmungen fest. Im Badischen Fußballverband spielt die F-Jugend im Freien zum Beispiel schon mit einem Super-Light-Ball der Größe 4. In Österreich und der Schweiz gelten ohnehin eigene Bestimmungen von ÖFB und SFV.

    Wichtig: Die größere Spielform am Wochenende ist kein Grund, auch im Training größer zu spielen. Auch von der D- bis zur A-Jugend empfiehlt der DFB mindestens zwei Einheiten pro Woche mit Spielformen vom 1 gegen 1 bis zum 4 gegen 4 auf mehreren Feldern. Wie du den Sprung aufs Großfeld Schritt für Schritt vorbereitest, liest du im Beitrag Ab wann spielen Kinder auf dem Großfeld?.

    Nicht jedes Kind ist zum Stichtag bereit

    Der Stichtag sortiert nach Geburtsjahr, nicht nach Entwicklung. Ob ein Kind in einer höheren Altersklasse mitspielen darf, regelt die DFB-Jugendordnung nicht allgemein – das legen die Landesverbände fest. Umgekehrt können Landesverbände Spielern der Altersklassen U14 und U16 mit starker Entwicklungsverzögerung auf Antrag eine befristete Spielberechtigung für die nächsttiefere Altersklasse erteilen. Kläre solche Fälle mit deiner Jugendleitung, bevor du einem Kind oder seinen Eltern etwas zusagst.

    Checkliste für die letzten Wochen vor dem Wechsel:

    • Spielform, Feldgröße und Ballgröße der neuen Altersklasse in den Durchführungsbestimmungen deines Landesverbands nachlesen
    • Die neue Spielform einige Male im Abschlussspiel ausprobieren
    • Beim Wechsel in die F- oder E-Jugend jedes Kind in Torschussspielen mindestens einmal ins Tor stellen
    • Mit dem künftigen Trainerteam über Stärken und Entwicklungsstand der aufrückenden Kinder sprechen
    • Eltern früh informieren: neue Spielform, neue Trainingszeiten, gegebenenfalls neues Trainerteam

    Organisation: Platz, Material und Gruppengröße

    Die beste Planung trifft am Dienstagabend auf die Realität – drei Mannschaften auf einem Platz, ein Trainer, 16 Kinder. Diese vier Punkte entscheiden dann über die tatsächliche Spielzeit:

    • Platz teilen statt reihum warten: Zwei kleine Felder nebeneinander schlagen ein großes Feld mit Auswechselbank fast immer.
    • Material vorher rauslegen: Hütchen, Leibchen und Minitore vor dem Training an den Feldrand – nicht erst dann, wenn 16 Kinder danebenstehen.
    • Gruppen fest einteilen: Feste Teams für die ganze Einheit sparen bei jedem Blockwechsel zwei Minuten Organisation und beugen Diskussionen vor.
    • Zweiter Erwachsener: Schon ein Elternteil, das ein zweites Feld beaufsichtigt, verdoppelt in der Praxis die Spielzeit pro Kind.

    Fazit: Weniger ist oft mehr

    Ein erfolgreiches altersgerechtes Training im Fußball zeichnet sich nicht durch komplizierte Taktiktafeln aus, sondern durch leuchtende Kinderaugen und maximale Bewegungszeit.

    Unsere Handlungsempfehlung für dich: Schau dir vor der nächsten Einheit die Altersstufe genau an. Stell dir die Frage: „Haben heute alle Kinder mindestens 100-mal den Ball berührt?“ Wenn ja, hast du alles richtig gemacht. Nutze moderne Spielformen wie Funino, um Spielintelligenz und Spaß ganz natürlich zu fördern.

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    Häufig gestellte Fragen

    In sechs Schritten: einen einzigen Schwerpunkt festlegen, ihn gegen die Altersstufe prüfen, passende Spielformen auswählen (und erst danach die Übungsform), ein Zeitgerüst aus Blöcken bauen, Material und Feldaufbau notieren und für jede Spielform eine kleinere und größere Variante als Plan B mitnehmen. Aufgeschrieben passt eine fertige Einheit auf eine Karteikarte: Schwerpunkt, Blöcke mit Zeiten, Materialliste.

    Stell dir zwei Fragen: Versteht ein Kind die Aufgabe nach einem Satz Erklärung? Und ist es die meiste Zeit in Bewegung statt in der Warteschlange? Wenn beides „ja“ ist, passt die Übung. Lange Standzeiten und komplizierte Regeln sind das klarste Zeichen für Überforderung.

    Die DFB-Akademie legt ihr Modell der besten Trainingseinheit auf zwei Einheiten pro Woche aus – das ist im Kinderfußball ein realistischer Zielwert, weil sich die Spielzeit pro Kind damit deutlich erhöht. Trainiert ihr nur einmal wöchentlich, kürze eher den isolierten Technikteil als die Spielformen. Wichtiger als die Anzahl ist, dass jede Einheit hohe Bewegungszeit hat statt langer Warteschlangen.

    Taktik im engeren Sinn (Verschieben, Pressing, Positionsspiel) gehört frühestens in die D-Jugend (U12/U13). Bei Bambini und F-Jugend geht es ausschließlich um Ballkontakte, Dribbeln und Tore. Selbst in der E-Jugend bleibst du bei einfachen Prinzipien wie 'Anbieten' und 'Freilaufen', nicht bei festen Systemen. Wenn du Kinder zu früh in Positionen zwängst, bremst du ihre motorische Entwicklung.

    Je jünger, desto kleiner: Für U7 bis U9 sind 2-gegen-2 und 3-gegen-3 ideal, weil jedes Kind dann sehr oft den Ball am Fuß hat. Der DFB setzt im Kinderbereich genau deshalb auf Funino und kleine Felder statt auf 7-gegen-7 oder das große Feld. Faustregel: Halte die Gruppen so klein, dass jedes Kind pro Einheit mindestens 100-mal den Ball berührt.

    Für Bambini und F-Jugend reichen 45 bis 60 Minuten, ab der E-Jugend sind 60 bis 75 Minuten sinnvoll. Wichtiger als die Gesamtdauer ist die Aufteilung: kurze Erklärungen, viel Bewegungszeit und ein freies Abschlussspiel. Lange Stehphasen und Warteschlangen an Stationen sind der häufigste Planungsfehler.

    Denke in Blöcken von vier bis sechs Wochen mit einem gemeinsamen Schwerpunkt – Kinder lernen über Wiederholung, und wöchentlich wechselnde Themen verhindern genau das. Ein bewährter Jahresbogen: Saisonstart mit Ballgefühl und Dribbling, im Herbst ein Technikblock, im Winter Dribbling und Finten auf engem Raum, im Frühjahr die Anwendung in Spielformen mit Wettbewerbscharakter.

    Nein. Im Kinderfußball lässt du alle Kinder alle Positionen ausprobieren, auch das Tor. Eine frühe Festlegung schränkt die vielseitige Bewegungserfahrung ein und nimmt Kindern die Chance, ihre Stärken selbst zu finden. Erst mit zunehmendem Alter und Reife ergibt sich eine Spezialisierung ganz natürlich.

    Der DFB beschreibt die G-Jugend mit „Fußball erleben“, die F-Jugend als Spielalter („Fußball erlernen“) und die E-Jugend als Übergang vom Spiel- zum Lernalter („Fußball verstehen“). Mit der D-Jugend beginnt laut DFB-Trainerportal das „1. goldene Lernalter“. Etwa ab der C-Jugend, je nach Kind früher oder später, prägen Pubertät und Wachstumsschub das Training: Der Zeitpunkt ist individuell sehr unterschiedlich, bei Mädchen im Schnitt früher, und das biologische Alter kann laut DFB um bis zu fünf Jahre vom kalendarischen Alter abweichen. Ab der C-Jugend darf außerdem positionsspezifisches Training hinzukommen.

    Fang im Frühjahrsblock davor an, nicht erst im Juli, wenn mit dem neuen Spieljahr der ältere Jahrgang aufrückt. Lies Spielform, Feld- und Ballgröße der neuen Altersklasse in den Durchführungsbestimmungen deines Landesverbands nach und probiere die neue Spielform einige Male im Abschlussspiel aus. Beim Wechsel in die F- oder E-Jugend geht in Torschussspielen jedes Kind mal ins Tor. Sprich mit dem künftigen Trainerteam über die aufrückenden Kinder und informiere die Eltern früh. Die größere Spielform am Wochenende ist dabei kein Grund, auch im Training größer zu spielen.

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