Zurück zur Übersicht
    U6/U7Grundlagenbereich

    Bambini (U6/U7)

    Die ersten Schritte im Fußball – Spielerisches Lernen im Vordergrund

    Format
    2 gegen 2 / 3 gegen 3
    Spielzeit
    Keine feste Zeit, Festivalturniere
    Feld
    ca. 20x15m
    Ballgröße
    Größe 3 (Leichtball)

    Entwicklung

    So tickt ein Kind in der Bambini (U7)

    Wer Kinder altersgerecht trainieren will, muss verstehen, wie ihr Körper und Gehirn in dieser Phase funktionieren. Jedes Merkmal kommt mit der trainingsrelevanten Begründung.

    Körperliche Voraussetzungen

    • Körperschwerpunkt liegt hoch, Kopf ist im Verhältnis groß

      Balance und Standfestigkeit sind noch instabil – ruckartige Richtungswechsel und Stürze gehören dazu.

    • Herz-Kreislauf-System reagiert sehr schnell auf Belastung

      Kinder powern sich aus und regulieren Pausen intuitiv selbst – keine erzwungenen Ausdauerläufe nötig.

    • Grob- vor Feinmotorik

      Laufen, Springen, Werfen funktionieren vor präziser Ballführung. Vielseitige Bewegung kommt vor Technikdetails.

    • Knochen, Sehnen und Gelenke sind weich und empfindlich

      Schwere Bälle (Größe 5) oder lange Standzeiten überlasten das passive Bewegungsapparat-System.

    Kognitive Fähigkeiten

    • Aufmerksamkeitsspanne von wenigen Minuten pro Thema

      Lange Erklärungen und Wartezeiten in Schlangen führen sofort zu Chaos – Übungen müssen kurz und actionreich sein.

    • Egozentrisches Denken: „Ich und mein Ball“

      Jedes Kind will den Ball haben. Die Knäuelbildung um den Ball ist biologisch korrekt und darf nicht aufgelöst werden.

    • Magische Phase – Fantasie und Realität verschwimmen

      Aufgaben funktionieren über Bilder und Geschichten („Piraten“, „Schatz“), nicht über Geometrie oder Taktikbegriffe.

    • Abstrakte Regeln nicht verarbeitbar

      Abseits, Passspielmuster oder Positionsdenken sind neurologisch noch nicht erfassbar – Regelreduktion ist Pflicht.

    Sozial-emotional

    • Starke Bindung an Bezugspersonen

      Trennung von den Eltern kann Tränen auslösen. Der Trainer ist Tröster, bevor er Coach ist.

    • Stimmung schlägt schnell um

      Ein einzelnes negatives Erlebnis kann den ganzen Trainingsspaß zerstören – positives Verstärken ist entscheidend.

    Schwerpunkte

    Trainingsschwerpunkte

    Worauf sollte im Training dieser Altersgruppe geachtet werden?

    Trainingsschwerpunkte

    • Vielseitige Bewegungsaufgaben (Laufen, Springen, Rollen)
    • Spielerische Ballgewöhnung ohne Druck
    • Kleine Spielformen mit vielen Ballkontakten
    • Kurze Übungen mit häufigem Wechsel

    Trainerrolle

    Deine Rolle als Bambini (U7)-Trainer

    In der G-Jugend ist der Trainer kein klassischer Coach, sondern Entwicklungsbegleiter. Seine Haltung entscheidet, ob das Kind in zehn Jahren noch Fußball spielt.

    Selbstverständnis

    • Entwicklungsbegleiter: Tröster, Pflasterkleber, Geschichtenerzähler, Motivator.
    • Vorbild für Bewegungsfreude – wer Spaß ausstrahlt, bekommt strahlende Kinder zurück.
    • Organisator eines sicheren, einladenden Rahmens – nicht Taktik-Trainer.

    Kommunikations-Prinzipien

    • Keine Fachbegriffe. Anweisungen werden in Bilder und Geschichten verpackt.
    • Augenhöhe statt von oben sprechen – in die Hocke gehen.
    • Maximal ein Coaching-Punkt pro Übung, dann wieder spielen lassen.
    • Loben, was gewollt ist – nicht korrigieren, was schiefging.

    Fehlerkultur

    • Es gibt keine Fehler. Jeder Versuch wird positiv verstärkt.
    • Schimpfen oder lautes Korrigieren zerstört den fragilen Spaß am Sport sofort.
    • Fehler sind die einzige Art, wie das Gehirn von 4- bis 6-Jährigen Bewegungsmuster lernt.

    Typische Fallen

    • Erwachsenenfußball im Mini-Format spielen lassen (Positionen, Taktik, Standards).
    • Knäuel um den Ball auflösen und „Räume bilden“ wollen.
    • Mit Trillerpfeife und Kommando-Ton arbeiten.
    • Auf Ergebnis und Tabelle schielen – in der G-Jugend wird nicht gezählt.

    Ausbildungsziele

    Ausbildungsziele der Bambini (U7)

    Was muss ein Kind am Ende dieser Altersstufe können? Diese Lernziele sind die Grundlage für jedes Training – sortiert nach Entwicklungsbereich.

    Motorisch

    • Sicher vorwärts, rückwärts und seitwärts laufen

      Inklusive Richtungswechsel ohne Sturz.

    • Hüpfen, Springen, Rollen und Klettern als Grundformen beherrschen

      Vielseitige Bewegung vor spezifischem Fußballtraining.

    • Ball mit dem Fuß über kurze Strecken kontrollieren

      Das Kind hat keine Angst mehr vor dem rollenden oder leicht fliegenden Ball.

    Technisch

    • Ball mit Innen- und Spannfläche bewegen können

      Erste bewusste Kontakte – nicht jede Berührung muss sauber sein.

    • Aus kurzer Distanz aufs Minitor schießen

      Treffer entstehen aus Action, nicht aus präziser Technik.

    Taktisch

    • Die Grundrichtung des Spiels kennen

      In welches Tor müssen wir schießen, welches verteidigen wir?

    • Im 2-gegen-2 / 3-gegen-3 Ball erobern und abschließen

      Ohne feste Positionen – jeder greift an, jeder verteidigt.

    Sozial-emotional

    • Mit Lächeln zum Training kommen und mit Lächeln gehen

      Das wichtigste Ziel der gesamten Altersstufe.

    • Trainingsrituale akzeptieren (Begrüßung, Abschluss-High-Five)

      Schafft Zugehörigkeit und sorgt für Wiederkommen.

    • Niederlagen im Spiel emotional verkraften

      Verlieren ist okay – Hauptsache, es wurde gespielt.

    Bereit für die nächste Altersstufe?

    Diese Übergangs-Kriterien zeigen, dass ein Kind die Bambini (U7) entwicklungsgerecht abgeschlossen hat:

    Kind bewegt sich vielseitig und sicher mit und ohne Ball.
    Es traut sich, im Spiel zum Ball zu gehen und sich durchzusetzen.
    Es kommt freiwillig und gerne ins Training.
    Es versteht und akzeptiert einfache Spielregeln (Anstoß, Einwurf-Ersatz, Richtung).

    Wissenschaftlicher Hintergrund

    DFB-Kinderfußball-Reform: warum 2-gegen-2 auf Minitore besser ist als 7-gegen-7

    Matthäus-Effekt, Ballkontakt-Statistik und die neurologische Begründung der neuen Spielformen – als zentrale Pillar Page.

    Hintergrund-Artikel lesen

    Trainingsaufbau

    Die Trainingsstunde – das Phasenmodell

    Eine Trainingsstunde in der Bambini (U7) folgt einer emotionalen Spannungskurve, die den biologischen Akku der Kinder berücksichtigt – nicht dem Schema F einer Erwachsenen-Einheit.

    Gesamt: 60 Minuten
    1. 1

      Freies Ankommen

      10 Min.

      Bälle auf dem Platz, freies Schießen und Tunneln der Eltern.

      Warum: Stressabbau aus Kita/Alltag und Raumgewöhnung – ohne Struktur.

    2. 2

      Einstiegsgeschichte

      5 Min.

      Kreis bilden, Thema des Tages als Geschichte einführen („Wir fliegen zum Mond“).

      Warum: Fokusbündelung über Fantasie – das Thema wird emotional verankert.

    3. 3

      Haupt-Bewegungsphase

      20 Min.

      Fangspiele, Koordinationsgeschichten, kurze Ball-Stationen ohne lange Schlangen.

      Warum: Hohe Dynamik bei kurzer Aufmerksamkeitsspanne – max. 3 Kinder pro Station.

    4. 4

      Freies Festival

      20 Min.

      Reines 2-gegen-2 oder 3-gegen-3 auf Minitore – Trainer feuert nur an.

      Warum: Maximale Ballaktionen pro Kind, kein Eingreifen, kein Coachen.

    5. 5

      Emotionales Cleanup

      5 Min.

      Festes Abschlussritual (Schlachtruf, gemeinsamer High-Five).

      Warum: Das Gehirn speichert die letzte Emotion am stärksten – positives Ende sichert das Wiederkommen.

    Wochenplan

    Trainingsempfehlung

    Optimaler Trainingsaufbau für diese Altersgruppe.

    Wochenübersicht

    Trainingsfrequenz1-2x pro Woche
    Trainingseinheit45-60 Minuten

    Beispiel-Wochenplan

    1Training 1: Bewegungsvielfalt & Ballgewöhnung
    2Training 2: Kleine Spiele & Freies Spiel
    3Spieltag: Festivalturniere (ca. monatlich)

    Trainingsaufbau

    Aufwärmen10-15 Minuten (spielerisch)
    Hauptteil25-30 Minuten
    Abschlussspiel15-20 Minuten

    Tipp: Die Zeiten sind Richtwerte. Wichtiger als exakte Zeiten ist ein guter Rhythmus mit klaren Übergängen zwischen den Trainingsphasen.

    Kommunikation

    Kommunikation mit Kindern in der Bambini (U7)

    Trainer scheitern in der G-Jugend fast immer an der Sprache. Wer wie ein Erwachsener spricht, verliert die Kinder innerhalb einer Minute. Diese Übersetzungen funktionieren in der Praxis:

    Erwachsenensprache

    Bildet eine Reihe hinter dem Hütchen!

    Kindgerecht

    Wir bauen einen ICE-Zug – das Hütchen ist der Bahnhof.

    Abstrakte Geometrie wie „Reihe“ verstehen Kinder noch nicht. Den Zug schon.

    Erwachsenensprache

    Spiel den Ball ab!

    Kindgerecht

    Such deinen Freund und schenk ihm den Ball.

    Abspielen fühlt sich nach Verlust an. Schenken ist positiv besetzt.

    Erwachsenensprache

    Mach Druck auf den Ball!

    Kindgerecht

    Schnapp dir die Banane!

    „Druck machen“ ist ein taktischer Begriff ohne visuelles Bild im Kopf eines 5-Jährigen.

    Erwachsenensprache

    Dribble durch die Hütchen!

    Kindgerecht

    Du bist ein Pirat und schmuggelst den Schatz um die Klippen.

    Geschichte und Rolle aktivieren – Kinder dribbeln dadurch sauberer als unter „Übungsdruck“.

    Erwachsenensprache

    Verteidige!

    Kindgerecht

    Lass den Ball nicht durch deine Tür!

    Bilder vor Begriffe – „Tür“ und „durchlassen“ ist räumlich verstehbar.

    Erwachsenensprache

    Stell dich frei!

    Kindgerecht

    Lauf dahin, wo dich keiner sieht.

    Verstecken statt Freilaufen aktiviert die Fantasie.

    Eltern

    Eltern an Bord holen – Seitenlinien-Theorie

    In der G-Jugend trainiert man immer auch die Eltern mit. Wer das ignoriert, verliert Kinder schneller, als er sie integrieren kann.

    Das Zwei-Trainer-Syndrom

    Wenn Papa „Schieß!“ und der Trainer „Dribble!“ ruft, gerät das Kind in einen Loyalitätskonflikt. Das Gehirn blockiert (Freeze-Zustand) – das Kind handelt gar nicht mehr.

    Die Fairplay-Zone

    Eltern stehen mindestens 15 Meter vom Spielfeldrand entfernt – auf der Tribüne, hinter einer Absperrung oder einer markierten Linie. Sie sind Zuschauer, keine Co-Trainer.

    Agenda für den Elternabend (Bambini (U7))

    1. 1Warum es in der G-Jugend kein Ergebnis und keine Tabelle gibt.
    2. 2Warum 2-gegen-2 / 3-gegen-3 auf Minitore besser ist als 7-gegen-7.
    3. 3Wie Eltern an der Seitenlinie sprechen sollen – und vor allem: wann nicht.
    4. 4Warum Fehler die einzige Lernquelle des kindlichen Gehirns sind.
    5. 5Welche Ausrüstung wirklich gebraucht wird (und welche nicht).

    Tipp: Diesen Elternabend einmal vor der Saison verpflichtend machen – wer nicht da war, bekommt das Skript per Mail.

    Eltern

    Tipps für Eltern

    So können Sie Ihr Kind in dieser Entwicklungsphase optimal unterstützen

    Erwartungen anpassen – Spaß ist das Ziel

    Positiv unterstützen, nicht coachen

    Regelmäßigkeit ist wichtiger als Häufigkeit

    Auch Misserfolge gehören dazu – trösten statt kritisieren

    Regeln

    Spielregeln & Format

    Offizielle Regelungen für diese Altersgruppe

    Spielformat

    2 gegen 2 / 3 gegen 3

    2-3 Spieler

    Spielzeit

    Keine feste Zeit, Festivalturniere

    Feldgröße

    ca. 20x15m

    Torgröße

    1,20m x 0,80m (Minitore)

    Besondere Regelungen

    • 1Keine Schiedsrichter
    • 2Keine Tabellen oder Ergebnisse
    • 3Freies Ein- und Auswechseln
    • 4Kein Kopfball
    • 5Beliebig viele Einwechslungen

    Quelle: DFB Rahmentrainingskonzeption

    Offizielle DFB-Richtlinien
    Ausrüstung

    Ausrüstung & Equipment

    Die richtige Ausrüstung für diese Altersgruppe

    Ballgröße

    Größe 3 (Leichtball)

    Schuhe

    Multinockenschuhe oder Hallenschuhe

    Schienbeinschoner

    XS (Kindergröße)

    Feldgröße

    ca. 20x15m pro Spielfeld

    Empfohlenes Zubehör

    Leibchen in 2-3 FarbenHütchen und MarkierungskegelKoordinationsleiter (optional)Weiche Bälle für Hallensport

    Torgröße: Minitore (1,20m x 0,80m)

    Themen

    Themenübersicht

    Verfügbare Inhalte nach Kategorie für diese Altersgruppe

    Technik

    51

    51 Artikel ansehen →

    Athletik & Koordination

    21

    21 Artikel ansehen →

    Regelwerk & Wissen

    21

    21 Artikel ansehen →

    Funino & 3v3

    16

    16 Artikel ansehen →

    Ausrüstung & Tipps

    13

    13 Artikel ansehen →

    Training & Übungen

    10

    10 Artikel ansehen →

    Torwarttraining

    10

    10 Artikel ansehen →

    Trainingsinhalte & Methodik

    8

    8 Artikel ansehen →

    Taktik

    7

    7 Artikel ansehen →

    Coaching & Kommunikation

    6

    6 Artikel ansehen →

    Spielfeldrand & Verhalten

    6

    6 Artikel ansehen →

    Hallentraining & Winterpause

    6

    6 Artikel ansehen →

    Für Trainer

    5

    5 Artikel ansehen →

    Spielformen

    5

    5 Artikel ansehen →

    Elternarbeit & Kommunikation

    4

    4 Artikel ansehen →

    Angreifen

    4

    4 Artikel ansehen →

    Kommunikation & Verein

    3

    3 Artikel ansehen →

    Einstieg & Orientierung

    3

    3 Artikel ansehen →

    Verteidigen

    3

    3 Artikel ansehen →

    Aus- & Fortbildung

    2

    2 Artikel ansehen →

    Gesundheit & Ernährung

    2

    2 Artikel ansehen →

    Organisation & Struktur

    2

    2 Artikel ansehen →

    Umschalten

    2

    2 Artikel ansehen →

    Altersgerechtes Training

    2

    2 Artikel ansehen →

    Trainingsplanung

    2

    2 Artikel ansehen →

    Finanzen & Recht

    2

    2 Artikel ansehen →

    Events & Turniere

    1

    1 Artikel ansehen →

    Spielbetrieb & Formalitäten

    1

    1 Artikel ansehen →

    Organisation & Alltag

    1

    1 Artikel ansehen →

    Für Eltern

    1

    1 Artikel ansehen →

    Ehrenamt & Mitarbeiter

    1

    1 Artikel ansehen →

    Kleinfeldspiele

    1

    1 Artikel ansehen →

    Für Vereine

    1

    1 Artikel ansehen →

    FAQ

    Häufige Fragen zur Bambini (U7)

    Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um diese Altersgruppe

    Kinder können ab etwa 4 Jahren mit Bambini-Training beginnen. In diesem Alter steht das spielerische Kennenlernen des Balls im Vordergrund – nicht das eigentliche Fußballspielen.

    Bambini-Spiele werden typischerweise im 2 gegen 2 oder 3 gegen 3 ausgetragen. Kleine Teams bedeuten mehr Ballkontakte und Erfolgserlebnisse für jedes Kind.

    Feste Sportschuhe oder Fußballschuhe mit Noppen, Schienbeinschoner und bequeme Sportkleidung. Ein eigener Ball zum Üben zu Hause ist sinnvoll.
    Ressourcen

    Ressourcen & Links

    Weiterführende Materialien und offizielle Quellen

    Extern

    DFB-Rahmentrainingskonzeption

    Offizielle Trainingsrichtlinien des DFB

    Öffnen
    Extern

    Fußball.de Spielformen

    Übersicht der neuen Spielformen im Kinderfußball

    Öffnen

    Alle externen Links führen zu offiziellen Quellen wie dem DFB oder anerkannten Trainingsportalen. Wir übernehmen keine Haftung für externe Inhalte.