Kinderschutz & Vielfalt

    Fußball für Kinder mit Behinderung: Angebote finden und den passenden Verein erkennen

    Kinder mit Behinderung können im Regelverein, in inklusiven Teams oder in spezialisierten Fußballangeboten spielen. Eine praktische Fragenliste, Hinweise zu Begleitung und Versicherung sowie verifizierte Anlaufstellen in Deutschland, Österreich und der Schweiz erleichtern die Suche.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 26. Okt. 2026 · 16 Min.
    KI-generiertes Symbolbild

    Samstagmorgen, kurz vor dem Probetraining. Dein Kind möchte sofort zum Ball, während du noch überlegst: Kann der Trainer passend unterstützen? Ist das Gelände zugänglich? Und was passiert, wenn während der Einheit Hilfe nötig wird? Solche Fragen sind völlig berechtigt. Fußball für Kinder mit Behinderung kann im klassischen Regelverein, in einer inklusiven Mannschaft oder in einem spezialisierten Angebot stattfinden. Entscheidend ist, dass das Umfeld zu den Bedürfnissen und Wünschen deines Kindes passt.

    Viele Kinder mit körperlicher, geistiger oder mehrfacher Beeinträchtigung können an einem regulären Fußballtraining teilnehmen. Häufig reichen klare Absprachen und kleine Anpassungen. Andere Kinder fühlen sich in einem spezialisierten Team wohler. Es gibt keinen Weg, der für alle passt. Dein Kind soll Freude am Ball haben, dazugehören und sich sicher fühlen.

    Welche Wege in den Fußball es gibt

    Mitspielen im Regelverein

    Ein Regelverein ist ein klassischer Fußballverein mit Jugendmannschaften. Viele Kinder mit Beeinträchtigung können dort mittrainieren, wenn das Vorgespräch offen geführt wird und der Trainer Übungen anpasst.

    Solche Anpassungen können sehr einfach aussehen:

    • ein kleineres Spielfeld
    • mehr Zeit bei Technikübungen
    • kurze und eindeutige Erklärungen
    • zusätzliche Trink- oder Erholungspausen
    • gut sichtbare Markierungen
    • angepasste Regeln im Trainingsspiel
    • ein festes Partnerkind bei neuen Übungen

    Ein Beispiel: Beim 4-gegen-4 darf ein Kind den Ball zunächst stoppen, bevor es weiterspielt. Ein anderes Kind erhält nach zehn Minuten eine feste Pause. Das verändert den Charakter der Einheit kaum, nimmt aber unnötigen Druck heraus.

    Ein häufiger Fehler ist, das Kind dauerhaft aus anspruchsvollen Übungen herauszunehmen. Anpassung bedeutet nicht, weniger zuzutrauen. Besser funktioniert eine Aufgabe mit mehreren Schwierigkeitsstufen, aus denen jedes Kind passend wählen kann. Weitere praktische Ansätze findest du im Beitrag Inklusion im Jugendfußball: Kinder mit Beeinträchtigung integrieren.

    Inklusives Team

    In einem inklusiven Team spielen Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam. Je nach Verein kann das ein festes Team, eine Trainingsgruppe oder ein ergänzendes Angebot sein. Frage genau nach, wie der Verein den Begriff „inklusiv“ verwendet. Steht er nur auf der Internetseite oder zeigt er sich auch auf dem Platz?

    Gute inklusive Spielformen passen Regeln, Feldgröße und Aufgaben so an, dass alle Kinder aktiv beteiligt sind. Dabei zählt nicht, dass jedes Kind dieselbe Aufgabe erhält. Es geht um faire Beteiligung unter unterschiedlichen Voraussetzungen.

    Spezialisiertes Fußballangebot

    Manche Kinder benötigen ein Angebot, das auf eine bestimmte Behinderung oder Unterstützungsform ausgerichtet ist. In Deutschland fördern der DFB und die DFB-Stiftung Sepp Herberger unter anderem Blindenfußball, Amputiertenfußball, CP-Fußball, Gehörlosenfußball, Rollstuhlfußball und integrative Spielformen. CP steht dabei für Cerebralparese.

    Special Olympics Deutschland bietet Fußball für Menschen mit geistiger Behinderung an. Dazu gehören auch Unified-Teams, in denen Menschen mit und ohne geistige Behinderung gemeinsam spielen. Startberechtigt für offizielle Wettbewerbe auf Landes- und nationaler Ebene sind Kinder ab 8 Jahren; für Jüngere von 2 bis 7 Jahren gibt es vorbereitende Angebote wie das Young Athletes Programm.

    Einige Landesverbände haben zudem eigene inklusive Spielbetriebe, etwa die „FVM-Liga inklusiv“ am Mittelrhein (seit 2018, Altersklassen U17 und Ü17) oder den Inklusionsspielbetrieb des Fußballverbands Niederrhein. In Hessen organisiert nicht der Fußballverband, sondern der Hessische Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband (HBRS) Ligen und Turniere im Inklusionsfußball. Einen bundesweit einheitlichen Inklusions-Spielbetrieb gibt es nicht.

    Bei der Suche nach Behinderten-Fußball im Verein begegnen dir unterschiedliche Begriffe: Behindertenfußball, Handicap-Fußball, Inklusionsmannschaft oder der Name einer konkreten Spielform. Die Begriffe überschneiden sich. Der DFB zählt zum Handicap-Fußball zum Beispiel auch Sitzfußball für beinamputierte Spieler. Im Rollstuhlfußball, auch E-Rolli-Fußball genannt, spielen Menschen mit unterschiedlichen Körperbehinderungen im Rollstuhl miteinander. Im Blindenfußball orientieren sich die Spielerinnen und Spieler am Gehör. Nicht jede dieser Formen gibt es in jeder Region auch für Kinder – frag deshalb gezielt nach der Altersgruppe.

    Was passt besser: Regelverein oder Spezialangebot? Das lässt sich selten am Telefon entscheiden. Ein Probetraining und die Reaktion deines Kindes liefern meist die aussagekräftigeren Hinweise.

    Die drei Wege im Überblick

    WegSo sieht es ausPasst oft, wenn …Darauf achten
    RegelvereinDein Kind trainiert in einer normalen Jugendmannschaft mit.kleine Anpassungen reichen und dein Kind sich in größeren Gruppen wohlfühlt.offenes Vorgespräch, Bereitschaft des Trainers, Übungen anzupassen
    Inklusives TeamKinder mit und ohne Behinderung spielen gemeinsam.dein Kind mit anderen Kindern spielen möchte, die Gruppe aber mehr Rücksicht auf unterschiedliche Voraussetzungen nehmen soll.ob „inklusiv“ auf dem Platz gelebt wird, nicht nur auf der Internetseite
    Spezialisiertes AngebotTeam für eine bestimmte Behinderungsform, etwa Blinden- oder Rollstuhlfußball.Regeln, Ball oder Spielfeld an die Behinderung angepasst sein müssen.Fahrzeit, Trainingsrhythmus, Angebot für die Altersgruppe deines Kindes

    So findest du ein passendes Angebot

    Beginne im direkten Umfeld. Suche nach Fußballvereinen, inklusiven Sportgruppen und Angeboten des Behindertensports in erreichbarer Entfernung. Viele Landesverbände und Sportjugenden haben Ansprechpersonen für Inklusion beziehungsweise Handicap-Fußball – frag dort nach.

    Weitere mögliche Wege sind:

    • der zuständige Fußballverband
    • die regionale Sportjugend
    • Dachverbände des Behindertensports
    • Special-Olympics-Organisationen
    • Stiftungen mit Schwerpunkt Sport und Teilhabe
    • Empfehlungen aus Schule, Therapie oder Elternnetzwerken

    Behinderten-Fußball-Vereine gezielt suchen

    In Deutschland finanziert die DFB-Stiftung Sepp Herberger seit 2012 in allen 21 DFB-Landesverbänden Beauftragte für Handicap-Fußball mit. Diese Stellen kennen regionale Vereine und Angebote oft besser als jede Suchmaschine und sind für Eltern die erste Anlaufstelle. Die aktuellen Kontakte findest du auf der Handicap-Fußball-Seite des DFB bzw. deines Landesverbands.

    Seit dem 17. September 2026 gibt es außerdem die Handicap-Börse der DFB-Stiftung Sepp Herberger: eine digitale Landkarte, die Vereinsangebote im Handicap-Fußball aus ganz Deutschland bündelt, zum Beispiel Inklusionsteams sowie Blinden-, Gehörlosen- und Amputierten-Fußball. Die Vereine tragen ihr Angebot selbst über das DFBnet ein; fehlt ein Verein aus deiner Nähe, lohnt trotzdem ein Anruf.

    Für die eigene Online-Suche helfen Kombinationen aus Spielform und Wohnort:

    • „Inklusionsmannschaft“ plus Ort
    • „Handicap-Fußball“ oder „Behindertenfußball“ plus Ort
    • die konkrete Spielform, etwa „Blindenfußball“ oder „Rollstuhlfußball“, plus Bundesland
    • „Special Olympics Fußball“ oder „Unified Fußball“ plus Region

    Merke: Ein Verein ohne eigene Inklusionsmannschaft kann trotzdem der richtige sein. Frag direkt nach, statt nur nach dem Etikett „inklusiv“ zu suchen.

    Verlasse dich nicht allein auf eine Online-Beschreibung. Rufe beim Verein an und schildere knapp, wobei dein Kind Unterstützung braucht. Medizinische Einzelheiten musst du nicht ungefragt ausbreiten. Für das Training sind vor allem konkrete Informationen hilfreich: Versteht dein Kind mehrteilige Erklärungen? Braucht es Hilfe beim Umziehen? Gibt es Situationen, in denen eine Pause nötig wird?

    Das Probetraining sinnvoll vorbereiten

    Vereinbare möglichst ein klares Probetraining statt eines unverbindlichen Besuchs am Spielfeldrand. So erlebt dein Kind die Gruppe tatsächlich. Teile dem Trainer vorher mit, welche Anpassungen helfen könnten.

    Für den ersten Termin kannst du Folgendes vorbereiten:

    • kurze Beschreibung der benötigten Unterstützung
    • Hinweise zu Kommunikation und Orientierung
    • relevante Informationen für sichere Belastung und Pausen
    • erforderliche Hilfsmittel
    • Telefonnummer für Rückfragen
    • zwei oder drei konkrete Ziele deines Kindes

    Ein Ziel kann schlicht lauten: „Mein Kind möchte 30 Minuten mit anderen Kindern kicken.“ Es muss nicht sofort um einen festen Pflichtspieleinsatz gehen.

    Beobachte nach dem Training nicht nur technische Abläufe. Wirkt dein Kind entspannt? Wurde es angesprochen und einbezogen? Konnte der Trainer auf eine unerwartete Situation ruhig reagieren? Genau diese Eindrücke sagen oft mehr aus als ein perfekter Trainingsplan.

    Eine allgemeine Orientierung für die Vereinssuche bietet auch die Checkliste: Den richtigen Fußballverein finden. Wie Trainer ein Kind mit ADHS oder Autismus konkret begleiten können, steht in ADHS und Autismus im Fußballtraining. Wie die Anmeldung danach abläuft, erklärt der Beitrag Vereinsanmeldung im Jugendfußball: Ablauf in DACH.

    Woran du einen inklusionsfreundlichen Verein erkennst

    Ein inklusionsfreundlicher Verein verspricht nicht vorschnell, dass alles problemlos funktioniert. Stattdessen fragt er nach, probiert passende Lösungen aus und benennt offen seine Grenzen.

    Fragenliste fürs Erstgespräch

    Diese Fragen helfen dir beim ersten Telefonat oder Treffen:

    • Wer ist vor, während und nach dem Training ansprechbar?
    • Wie groß ist die Trainingsgruppe?
    • Wie werden Übungen erklärt und angepasst?
    • Kann mein Kind zunächst mehrfach zur Probe teilnehmen?
    • Sind Umkleiden, Toiletten und Spielfeld erreichbar?
    • Wie geht der Trainer mit Pausen oder Reizüberflutung um?
    • Darf eine vertraute Begleitperson anfangs dabeibleiben?
    • Welche Aufgaben kann der Verein leisten und welche nicht?
    • Wie werden Mitspieler und Eltern über vereinbarte Anpassungen informiert?
    • Welche Regelung gilt bei Spielen, Turnieren und Auswärtsfahrten?
    • Wie ist der Versicherungsschutz geregelt?

    Achte ebenso auf die Haltung im Gespräch. Wird dein Kind zuerst als Fußballkind gesehen oder fast ausschließlich über seine Diagnose beschrieben? Fragt der Trainer nach Interessen und Stärken? Ein guter Einstieg beginnt oft mit einer einfachen Frage: „Was macht deinem Kind am Fußball Spaß?“

    Warnsignale sind pauschale Ablehnungen ohne Rückfragen, unklare Zuständigkeiten oder das Versprechen, jede Unterstützung ohne Vorbereitung übernehmen zu können. Ehrliche Grenzen sind besser als falsche Sicherheit.

    Organisatorisches: Begleitung, Assistenz, Versicherung

    Schulbegleitung ist nicht automatisch Vereinsbegleitung

    Eine Begleitung im Schulalltag bedeutet nicht automatisch, dass dieselbe Unterstützung auch beim Vereinstraining verfügbar ist. Schulbegleitung und Vereinsbegleitung sind unterschiedliche Einsatzbereiche. Gehe deshalb nicht davon aus, dass bestehende Absprachen einfach auf Training, Spiele oder Turniere übertragen werden.

    Kläre vor dem Start konkret:

    • Benötigt dein Kind während der gesamten Einheit Unterstützung?
    • Kann es Teile des Trainings selbstständig bewältigen?
    • Darf eine vertraute Person am Platz bleiben?
    • Wer hilft beim Umziehen oder bei Toilettengängen?
    • Wer übernimmt in einer schwierigen Situation welche Aufgabe?
    • Gilt die vereinbarte Begleitung auch bei Auswärtsterminen?

    Für Spiele gilt: Eine ausdrückliche Verbandsregel, ob eine Assistenzperson ein Kind im regulären Jugendspielbetrieb auf dem Feld oder an der Seitenlinie begleiten darf, ist uns nicht bekannt. Sprecht das deshalb vorher mit Staffelleitung und Schiedsrichter ab. Im inklusiven Spielbetrieb ist das teils geregelt: Beim Fußballverband Niederrhein darf in der Niveaustufe 3 eine Begleitperson mit auf dem Feld spielen, aber nicht spielentscheidend eingreifen.

    Halte die wichtigsten Absprachen kurz schriftlich fest. Eine Seite mit Telefonnummern, Unterstützungsbedarf und klaren Zuständigkeiten reicht häufig als Arbeitsgrundlage. Persönliche Informationen sollten dabei auf das beschränkt bleiben, was für ein sicheres Training gebraucht wird.

    Versicherung vor der Anmeldung prüfen

    Als Vereinsmitglied ist dein Kind in der Regel über die Sportversicherung des jeweiligen Landessportbunds versichert, und zwar genauso wie Kinder ohne Behinderung. Für Nordrhein-Westfalen ist das ausdrücklich belegt: Der Vertrag des LSB NRW kennt keine besonderen Inklusionsregeln, eine Zusatzversicherung ist nicht nötig. Die Verträge unterscheiden sich jedoch. Frage deshalb beim Verein nach den konkreten Bedingungen, bevor du dich auf eine pauschale Aussage verlässt.

    Merke: Im Probetraining ist dein Kind als Nichtmitglied in den meisten Bundesländern nicht über die Sportversicherung erfasst. Frag nach, ob der Verein eine Nichtmitgliederversicherung hat, oder melde dein Kind vor dem regelmäßigen Mittrainieren an.

    Ein Beispiel ist der Sportbund Rheinland: Im Rahmen des dortigen ARAG-Sportversicherungsvertrags sind Vereine und aktive Mitglieder auch bei inklusiven Sportangeboten versichert. Das lässt sich nicht automatisch auf jeden Landessportbund oder jedes Angebot übertragen. Dieser Überblick ist kein Ersatz für Rechtsberatung – verbindlich sind die Versicherungsbedingungen, die für deinen Verein gelten.

    Frage den Verein daher:

    • Ab welchem Zeitpunkt greift der Schutz?
    • Ist ein Probetraining erfasst?
    • Wie werden Unfälle gemeldet?
    • Was gilt bei Turnieren und Auswärtsfahrten?
    • Sind eingesetzte Hilfsmittel erfasst?
    • An wen werden Rückfragen zum Vertrag gerichtet?

    Eine verständliche Einordnung findest du unter Versicherungsschutz im Jugendfußball erklärt.

    Spielrecht: Darf mein Kind in einer jüngeren Mannschaft spielen?

    Manchmal passt die Altersklasse nicht zum Entwicklungsstand. Die DFB-Jugendordnung erlaubt den Landesverbänden deshalb, Spielerinnen und Spielern mit Behinderung zum Zweck der Inklusion eine Spielberechtigung unabhängig vom Alter zu erteilen. Das ist eine Kann-Regel mit Einzelfallprüfung: Die Behinderung muss die Teilhabe am Fußball hindern können, und die Integrität des Wettbewerbs darf nicht entgegenstehen. Wie es konkret läuft, regelt jeder Landesverband selbst:

    LandesverbandWas möglich istNachweis und Grenzen
    Westfalen, Niederrhein, Mittelrhein (WDFV)nächstniedrigere AltersklasseAntrag des Vereins mit Zustimmung der Eltern; Schwerbehindertenausweis (GdB mindestens 50) oder Attest; nur Kreisebene, ein Spieljahr
    Bayern (BFV)Sonderspielrecht in niedrigerer Altersklassebei schwerer Erkrankung oder Behinderung; schriftlicher Antrag mit Nachweis beim Verbands-Jugendausschuss
    Niedersachsen (NFV)Einsatz in jüngerer Altersklasse im Ausnahmefallfachärztliches Gutachten oder Schwerbehindertenausweis; Antrag an den Kreisausschuss, höchstens ein Spieljahr
    Berlin (BFV)nächstniedrigere AltersklasseA- bis D-Jugend unterhalb der Landesliga, E- bis G-Jugend; ärztliches Attest; gilt für das laufende Spieljahr
    Hamburg (HFV)niedrigere Altersklasse oder Jahrgangärztliches Attest; nicht für Bezirksliga bis Oberliga
    Südwest (SWFV)nächstniedrigere, ausnahmsweise zwei Altersklassen tieferAttest oder Gutachten; nur unterste Spielklasse, eine Spielzeit

    Wichtig: „Ängstlich“ oder „Anfänger“ reicht als Begründung nicht, das stellen Bremen und Berlin ausdrücklich klar. Den Antrag stellt immer der Verein. Frag deshalb im Erstgespräch, ob der Verein das Verfahren kennt, und lass dich im Zweifel von der bzw. dem Beauftragten für Handicap-Fußball im Landesverband beraten. Die Regeln der übrigen Verbände findest du über die Seite deines Landesverbands.

    Deutschland, Österreich, Schweiz: Anlaufstellen

    Nutze nur Stellen, deren Zuständigkeit nachvollziehbar ist. Private Verzeichnisse können erste Hinweise geben, sollten aber nicht deine einzige Grundlage sein.

    Deutschland

    Der DFB und die DFB-Stiftung Sepp Herberger fördern verschiedene Formen des Handicap-Fußballs und integrative Spielformen. Für Kinder mit geistiger Behinderung ist Special Olympics Deutschland eine weitere Anlaufstelle; dort gehört Fußball einschließlich Unified-Angeboten zum Sportprogramm.

    Alle 21 Landesverbände haben Beauftragte für Handicap-Fußball, viele Sportjugenden zusätzlich Ansprechpersonen für Inklusion. Frage dort nach regionalen Vereinen und passenden Formaten, ohne dich auf eine einzelne namentlich genannte Person zu verlassen. Für die eigene Suche hilft die Handicap-Börse der DFB-Stiftung Sepp Herberger.

    Österreich

    In Österreich ist der Österreichische Behindertensportverband (ÖBSV) mit seinen Landesverbänden ein Ausgangspunkt. In Oberösterreich etwa schrieben ÖBSV und OÖBSV für Juni 2026 Schulsportwettkämpfe für Schülerinnen und Schüler mit Behinderung der 5. bis 9. Schulstufe aus, Fußball war eine der Sportarten. Ein eigenes Sonderspielrecht für Kinder mit Behinderung im ÖFB-Spielbetrieb ist uns nicht bekannt; frag deshalb beim Landesverband deiner Region und bei Special Olympics Österreich nach regionalen Angeboten.

    Schweiz

    In der Schweiz ist PluSport der Dachverband für Behindertensport. Gemeinsam mit dem Schweizerischen Fussballverband fördert PluSport Integration und Inklusion im Fussball. PluSport führt jährlich zehn Fussballturniere in der Deutsch- und Westschweiz durch, mit einer eigenen Kategorie für Kinder- und Jugendmannschaften. Special Olympics Switzerland ist eine weitere Anlaufstelle für Kinder mit geistiger Behinderung.

    Nenne bei der Anfrage den Wohnort, die gewünschte Fahrzeit und den Unterstützungsbedarf. Bitte um aktuelle Kontaktdaten eines Vereins, statt dich auf alte Ergebnislisten oder nicht gepflegte Profile zu verlassen.

    Fazit: Der passende Rahmen zählt

    Fußball für Kinder mit Behinderung muss nicht automatisch in einer Spezialmannschaft stattfinden. Viele Kinder können im Regeltraining mitspielen, wenn Trainer Übungen anpassen und Eltern sowie Verein vorher klar miteinander sprechen. Für andere ist ein inklusives Team oder ein spezialisiertes Angebot die bessere Wahl.

    Schau weniger auf das Etikett des Angebots und stärker auf den tatsächlichen Umgang. Ein guter Verein hört zu, testet Lösungen, klärt Zuständigkeiten und nimmt die Freude deines Kindes ernst. Vereinbare ein Probetraining, stelle konkrete Fragen und werte danach gemeinsam mit deinem Kind aus. So entsteht aus der Vereinssuche ein realistischer Weg auf den Fußballplatz.

    Häufig gestellte Fragen

    Viele Kinder mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung können am Regeltraining teilnehmen. Voraussetzung ist ein offenes Vorgespräch, in dem du den konkreten Unterstützungsbedarf beschreibst. Trainer können beispielsweise Feldgröße, Erklärungen, Pausen oder Spielregeln anpassen. Ein Probetraining zeigt besser als eine pauschale Einschätzung, ob Gruppe, Trainer und Rahmenbedingungen passen.

    Frage beim zuständigen Fußballverband, bei der regionalen Sportjugend und bei Dachverbänden des Behindertensports nach. In Deutschland sind die Beauftragten für Handicap-Fußball in allen 21 Landesverbänden, die Handicap-Börse der DFB-Stiftung Sepp Herberger und Special Olympics Deutschland gute Ausgangspunkte. In Österreich kannst du dich an den Österreichischen Behindertensportverband (ÖBSV) und seine Landesverbände wenden. In der Schweiz sind PluSport und Special Olympics Switzerland die Anlaufstellen.

    Frag beim Fußball-Landesverband nach: In Deutschland finanziert die DFB-Stiftung Sepp Herberger dort Beauftragte für Handicap-Fußball, die regionale Vereine kennen. Seit September 2026 bündelt außerdem die Handicap-Börse der Stiftung Vereinsangebote auf einer Landkarte. Ergänzend helfen Suchbegriffe wie „Inklusionsmannschaft“, „Handicap-Fußball“ oder die konkrete Spielform zusammen mit deinem Wohnort. In Österreich ist der ÖBSV, in der Schweiz PluSport ein guter Ausgangspunkt.

    Als Vereinsmitglied ist dein Kind in der Regel über die Sportversicherung des jeweiligen Landessportbunds versichert, genauso wie Kinder ohne Behinderung; für NRW ist ausdrücklich belegt, dass keine Zusatzversicherung nötig ist. Im Probetraining sind Nichtmitglieder in den meisten Bundesländern dagegen nicht erfasst, außer der Verein hat eine Nichtmitgliederversicherung. Frage den Verein deshalb nach dem Schutz beim Probetraining, im regulären Training, bei Turnieren und auf Auswärtsfahrten und lass dir erklären, wie ein Unfall gemeldet wird.

    Eine Schulbegleitung ist nicht automatisch für das Vereinstraining zuständig. Schule und Verein sind unterschiedliche Einsatzbereiche. Kläre deshalb vorab, ob und in welchem Rahmen eine Begleitung außerhalb der Schule möglich ist. Besprich mit dem Verein zugleich, ob eine vertraute Person am Platz bleiben darf und wer während des Trainings welche Unterstützung übernimmt.

    Das ist möglich, aber nicht automatisch. Die DFB-Jugendordnung erlaubt den Landesverbänden, Kindern mit Behinderung zum Zweck der Inklusion eine Spielberechtigung unabhängig vom Alter zu erteilen. Die Details regelt jeder Verband selbst: In Westfalen, am Niederrhein und am Mittelrhein gibt es zum Beispiel die nächstniedrigere Altersklasse auf Kreisebene für ein Spieljahr, mit Schwerbehindertenausweis oder Attest. Den Antrag stellt der Verein mit Zustimmung der Eltern; „ängstlich“ oder „Anfänger“ reicht als Begründung nicht.

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