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    Schienbeinschoner richtig wählen (DFB/ÖFB/SFV)

    Schienbeinschoner sind im Kinderfußball Pflicht und sollten perfekt sitzen. Hier bekommst du einfache Tipps zu Größe, Passform, Arten und den Regeln von DFB, ÖFB und SFV.

    Tobias Brenner
    19. Jan. 2026
    Aktualisiert: 19. Jan. 2026
    8 Min.

    Schienbeinschoner sind im Kinderfußball mehr als nur ein Stück Plastik: Sie sind ein zentraler Teil der Sicherheitsausrüstung – und oft der Unterschied zwischen „kurz wehgetan“ und einer schmerzhaften Prellung. Trotzdem kaufen viele Eltern und Trainer Schoner „nach Gefühl“: zu groß, zu klein, rutschig oder unbequem. Kommt dir das bekannt vor? Dann lohnt sich ein klarer Blick darauf, wie du Schienbeinschoner für Kinder richtig auswählst – passend zu Alter, Spielniveau und den Vorgaben von DFB, ÖFB und SFV.

    Schienbeinschoner Pflicht: Was sagen DFB, ÖFB und SFV?

    Egal ob Deutschland (DFB), Österreich (ÖFB) oder Schweiz (SFV): Im organisierten Spielbetrieb gilt grundsätzlich Schienbeinschoner-Pflicht. Das bedeutet für dich in der Praxis:

    • Im Training entscheidet oft der Verein bzw. Trainer – sinnvoll ist aber auch hier: Schoner an, sobald Zweikämpfe, Spielformen oder Torschuss unter Gegnerdruck stattfinden.
    • Im Spiel sind Schienbeinschoner verpflichtend und müssen unter den Stutzen getragen werden.
    • Schoner müssen aus geeignetem Material bestehen und einen angemessenen Schutz bieten.

    Wichtig: Die Schiedsrichterkontrolle vor dem Spiel ist häufig kurz. Wenn Schoner aber sichtbar zu klein sind, nicht richtig sitzen oder gar fehlen, kann dein Kind im Extremfall nicht am Spiel teilnehmen, bis das behoben ist. Plane das wie bei Schuhen und Trikot fest ein – eine gute Orientierung bietet auch die Packliste für den Spieltag.

    Welche Arten von Schienbeinschonern gibt es?

    Schienbeinschoner unterscheiden sich vor allem in Bauform, Schutzfläche und Tragekomfort. Für Anfänger im Kinderfußball sind einfache, gut sitzende Modelle oft die beste Wahl.

    Klassische Einsteck-Schoner (unter dem Stutzen)

    Diese Variante ist am häufigsten.

    • Vorteile: leicht, günstig, flexibel kombinierbar
    • Nachteile: können rutschen, wenn die Stutzen locker sind

    Tipp: Einsteck-Schoner funktionieren besonders gut, wenn der Stutzen straff sitzt oder zusätzlich Stutzenhalter/Tape verwendet wird.

    Schienbeinschoner mit Knöchelschutz

    Hier sind Schoner und eine Art „Socke“ kombiniert; oft mit gepolsterten Knöchelelementen.

    • Vorteile: sehr stabiler Sitz, zusätzlicher Schutz am Knöchel
    • Nachteile: wärmer, manchmal weniger Bewegungsfreiheit, dauert länger beim Anziehen

    Für viele U7–U10-Kinder ist das eine sehr praktische Lösung, weil weniger verrutscht. Gerade in unteren Spielklassen, wo Tacklings noch unkontrollierter wirken, kann der Knöchelschutz sinnvoll sein.

    Hartschale vs. flexible Schoner

    • Hartschale: außen stabil, innen gepolstert → guter Basisschutz bei Zweikämpfen
    • Flexible/Soft-Schoner: leichter, bequemer → aber oft weniger Schutz bei harten Treffern

    Für Anfänger gilt: Lieber einen soliden Hartschalen-Schoner wählen, der bequem sitzt, als auf ultraleichte Modelle zu setzen, die kaum dämpfen.

    Schienbeinschoner Größe: So findest du die richtige Passform

    Die häufigste Fehlerquelle ist die falsche Größe. Zu große Schoner drücken am Knie oder ragen in den Schuh. Zu kleine Schoner lassen wichtige Bereiche ungeschützt.

    Faustregel zur Schutzfläche

    Ein Schienbeinschoner sollte:

    • das Schienbein zentral abdecken,
    • unterhalb des Knies enden (ein paar Zentimeter Abstand),
    • oberhalb des Sprunggelenks enden (ohne in den Schuh zu rutschen).

    Frage, die du dir stellen kannst: Deckt der Schoner die Zone ab, die dein Kind im Zweikampf typischerweise „abkriegt“? Bei Kindern sind das oft mittleres bis unteres Schienbein.

    Größenangaben richtig nutzen

    Viele Hersteller arbeiten mit Körpergrößenbereichen (z. B. 120–140 cm). Das hilft, ist aber nicht perfekt, weil Beinlängen variieren. Besser:

    • Schoner anprobieren
    • Stutzen drüberziehen
    • ein paar Kniebeugen, kurze Sprints und Richtungswechsel machen

    Wenn dein Kind nach 2 Minuten sagt „drückt“ oder „kratzt“, wird das im Spiel nicht besser.

    Praxis-Check in 30 Sekunden

    • Sitzt der Schoner mittig auf dem Schienbein?
    • Rutscht er beim Laufen nicht nach unten?
    • Drückt er nicht am Schuhrand?
    • Bleibt der Stutzen glatt darüber (keine Falten, die scheuern)?

    Schienbeinschoner Kinder: Worauf Anfänger besonders achten sollten

    Kinder im Anfängerbereich brauchen vor allem: Komfort, Stabilität, einfache Handhabung.

    1) Sitz schlägt „High-Tech“

    Ein teurer Profi-Schoner bringt wenig, wenn er rutscht. Achte auf:

    • geformte Schale (passt sich dem Schienbein an)
    • angenehme Polsterung (kein harter Rand)
    • optional Klettband oder Sleeve (hilft gegen Verrutschen)

    2) Hautfreundlichkeit und Scheuerstellen vermeiden

    Gerade bei empfindlicher Haut können Kanten scheuern. Hilfreich sind:

    • glatte Innenpolster
    • atmungsaktive Materialien
    • passende Stutzen (nicht zu dünn)

    Tipp: Neue Schoner am besten einmal im Training testen, nicht zum ersten Mal im Spiel. Für die gesamte Grundausstattung ist die Checkliste: Die erste Fußballausrüstung für Kinder eine gute Ergänzung.

    3) Bewegungsfreiheit erhalten

    Zu lange oder zu steife Schoner stören beim Dribbling, beim Schuss oder beim schnellen Abstoppen. Anfänger sollen sich bewegen lernen – die Ausrüstung darf das nicht blockieren.

    Schienbeinschoner und Fußballschuhe: So passt alles zusammen

    Schienbeinschoner wirken immer im Zusammenspiel mit Stutzen und Schuhen. Wenn der Schoner in den Schuh rutscht, liegt das oft nicht am Schoner allein.

    • Sind die Fußballschuhe zu klein, drückt der Schoner unten rein.
    • Sind die Stutzen zu locker, wandert der Schoner.
    • Sind die Socken zu glatt, fehlt Reibung.

    Wenn du gerade Schuhe kaufst oder wechselst, plane die Schoner direkt mit ein. Eine praktische Orientierung bietet die Checkliste: Fußballschuhe für Kinder kaufen.

    Typische Fehler beim Kauf (und wie du sie vermeidest)

    Gerade im Beginner-Bereich tauchen immer wieder dieselben Probleme auf:

    • „Auf Wachstum“ gekauft → Schoner rutschen, Schutzfläche sitzt falsch
    • Zu kleine Schoner → wenig Schutz, Eltern merken es oft erst nach einem Treffer
    • Nur nach Marke entschieden → Passform und Komfort sind wichtiger
    • Keine Anprobe mit Stutzen → im Laden okay, im Spiel scheuert es
    • Falsche Fixierung (Klett zu fest/zu locker) → Druckstellen oder Verrutschen

    Besser: Lieber ein Modell wählen, das jetzt perfekt sitzt, und bei Wachstumsschüben rechtzeitig anpassen.

    Pflege & Haltbarkeit: Wann solltest du Schoner ersetzen?

    Schienbeinschoner werden oft jahrelang benutzt – manchmal zu lange. Achte auf:

    • Risse in der Schale
    • plattgedrückte Polsterung (dämpft weniger)
    • unangenehmen Geruch (Hygieneproblem)
    • dauerhaftes Verrutschen trotz passender Größe

    Pflege-Tipps:

    • nach Training/Spiel auslüften (nicht im geschlossenen Beutel lassen)
    • bei Bedarf mit feuchtem Tuch reinigen
    • Textil-Sleeves gemäß Herstellerangabe waschen

    Praktische Empfehlungen nach Altersstufe (Orientierung)

    Kinder entwickeln sich unterschiedlich, aber als grobe Hilfe:

    • U6–U8: leichter Hartschalen-Schoner, oft mit Knöchelschutz sinnvoll (Sitz!)
    • U9–U11: Einsteck-Schoner + gute Fixierung (Stutzenhalter) oder Sleeve
    • U12–U14: je nach Intensität stabilere Modelle, Passform bleibt entscheidend

    Entscheidend ist weniger das Alter als die Frage: Wie körperbetont sind Training und Spiele? Und wie sicher bewegt sich dein Kind im Zweikampf?

    Fazit: So triffst du eine sichere Wahl

    Wenn du Schienbeinschoner richtig wählen willst, denk an drei Kernpunkte: Pflicht im Spielbetrieb, richtige Größe und stabiler Sitz. Ein Schoner, der nicht verrutscht, nicht drückt und das Schienbein sauber abdeckt, ist für Anfänger meist die beste Lösung – egal ob unter DFB-, ÖFB- oder SFV-Regeln. Teste neue Schoner im Training, kombiniere sie mit passenden Stutzen und achte darauf, dass Schuhe und Ausrüstung zusammen funktionieren. So startest du stressfrei in Training und Spieltag – und dein Kind kann sich auf das konzentrieren, worum es geht: Fußball spielen.

    FAQ

    Sind Schienbeinschoner im Kinderfußball Pflicht (DFB/ÖFB/SFV)?

    Ja. Im organisierten Spielbetrieb sind Schienbeinschoner grundsätzlich verpflichtend und müssen unter den Stutzen getragen werden. Im Training kann es je nach Verein variieren, sinnvoll sind sie aber immer bei Spielformen mit Körperkontakt.

    Welche Schienbeinschoner Größe ist für Kinder richtig?

    Die richtige Größe deckt das Schienbein gut ab, endet ein paar Zentimeter unter dem Knie und rutscht nicht in den Schuh. Verlass dich nicht nur auf Herstellerangaben – probiere Schoner mit Stutzen an und teste Bewegungen wie Sprint, Kniebeuge und Richtungswechsel.

    Sind Schienbeinschoner mit Knöchelschutz besser?

    Für viele Kinder im Anfängerbereich ja, weil sie oft weniger verrutschen und zusätzlich den Knöchel schützen. Wenn dein Kind sich dadurch aber eingeengt fühlt oder es zu warm wird, kann ein gut fixierter Einsteck-Schoner die bessere Wahl sein.

    Was tun, wenn Schienbeinschoner ständig rutschen?

    Prüfe zuerst die Größe und die Stutzenpassform. Häufig helfen Stutzenhalter oder Tape, alternativ ein Sleeve-System. Rutschen Schoner trotz allem, ist das Modell oft zu groß oder zu flach geformt.

    Häufig gestellte Fragen

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