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    Bambini Training: Der komplette Leitfaden (U7)

    Bambini Training (U7) braucht vor allem Spiel, Bewegung und viele Ballkontakte. Dieser Leitfaden zeigt dir Ziele, Prinzipien, Übungen und einen kompletten Trainingsplan für Anfänger.

    Tobias Brenner
    12. Jan. 2026
    Aktualisiert: 12. Jan. 2026
    6 Min.

    Bambini Training (U7) ist der Einstieg in den organisierten Kinderfußball – und damit oft der Moment, in dem sich entscheidet: Bleibt dein Kind begeistert am Ball oder wird Fußball „zu ernst“? In diesem Alter geht es nicht um Tabellen, Taktik oder perfekte Technik, sondern um Freude, Bewegung und viele Ballkontakte. Genau das macht ein gutes U7 Training aus: kurze, spielerische Aufgaben, viel Ausprobieren und ein Rahmen, in dem jedes Kind Erfolgserlebnisse sammelt.

    Damit du als Trainer oder Elternteil weißt, worauf es wirklich ankommt, findest du hier einen kompletten Leitfaden: Ziele, Trainingsprinzipien, konkrete Bambini Übungen, eine Beispiel-Trainingseinheit und typische Fehler – alles auf Beginner-Niveau und praxisnah.

    Was ist Bambini Training (U7) – und was brauchen Kinder in diesem Alter?

    Kinder in der U7 sind meist 5–6 Jahre alt. Die Konzentrationsspanne ist kurz, die motorische Entwicklung sehr unterschiedlich. Manche dribbeln schon sicher, andere müssen erst lernen, wie sich ein Ball überhaupt „anfühlt“. Das ist normal.

    Die wichtigsten Merkmale der U7

    • Kurze Aufmerksamkeitsspanne: Aufgaben sollten nach 2–5 Minuten wechseln.
    • Hoher Bewegungsdrang: Lange Erklärungen bremsen die Motivation.
    • Lernen über Spiel: Kinder verstehen über Ausprobieren, nicht über Theorie.
    • Emotionen steuern das Lernen: Lob, Spaß und Erfolgserlebnisse wirken stärker als Korrekturen.

    Wer sich fragt, wann der richtige Startpunkt ist, findet Orientierung im Beitrag: Ab welchem Alter sollte mein Kind Fußball spielen?

    Ziele im U7 Training: Was „Erfolg“ wirklich bedeutet

    Im Bambini Training sind die Trainingsziele bewusst anders als im Erwachsenenfußball. Statt „Gewinnen“ steht die Entwicklung im Vordergrund.

    Realistische Ziele für Bambini (U7)

    • Ballgewöhnung: Dribbeln, Stoppen, Rollen, Schießen – ohne Druck.
    • Koordination & Grundmotorik: Laufen, Springen, Drehen, Gleichgewicht.
    • Mut und Kreativität: Kinder dürfen tricksen, umwege gehen, Fehler machen.
    • Soziales Lernen: Regeln akzeptieren, warten, teilen, fair bleiben.
    • Mini-Spielverständnis: „Ich greife an, ich verteidige“ – ohne Positionszwang.

    Wichtig: In diesem Alter ist es völlig okay, wenn alle gleichzeitig zum Ball laufen. Das ist kein „Fehler“, sondern ein Entwicklungsschritt.

    Trainingsprinzipien: So wird Kinderfußball Training wirklich kindgerecht

    Ein starker Leitfaden für Minifußball U7 basiert auf wenigen, aber konsequenten Prinzipien.

    1) Maximale Ballkontakte statt Warteschlangen

    Vermeide Übungen, bei denen Kinder lange anstehen. Besser:

    • 1 Ball pro Kind (wenn möglich)
    • viele kleine Felder statt ein großes
    • mehrere Tore/Minitoren

    2) Erklären in 20 Sekunden – dann losspielen

    Kinder lernen durch Bewegung. Gib eine Mini-Regel, zeig kurz vor, starte direkt. Nachjustieren geht später.

    3) Spiele statt Technikdrill

    Technik entsteht in der U7 vor allem über Spielformen. Ein Dribbling-Parcours ist gut – aber ein Fangspiel mit Ball ist oft besser, weil es mehr Entscheidungen fordert.

    4) Positive Coaching-Sprache

    Nutze einfache, positive Hinweise:

    • „Super, weiter dribbeln!“ statt „Nicht stehen bleiben!“
    • „Schau mal nach vorne“ statt „Du guckst nie hoch!“

    Wenn Motivation ein Thema ist, hilft dir dieser Artikel mit konkreten Ideen: Wie motiviere ich mein Kind beim Fußball?

    5) Eltern als Teil des Umfelds

    Gerade bei Bambini ist das Drumherum entscheidend. Eltern können unterstützen – oder unbewusst Druck erzeugen. Klare Absprachen helfen enorm, siehe: Die Rolle der Eltern am Spielfeldrand

    Bambini Übungen (U7): 10 praxiserprobte Spielideen

    Alle Übungen sind so gestaltet, dass du sie schnell aufbauen und flexibel anpassen kannst.

    1) Ball-Feuerwehr (Ballgewöhnung)

    • Jedes Kind hat einen Ball im Feld.
    • Auf Kommando: „Feuer!“ → alle dribbeln schnell; „Wasser!“ → Ball stoppen und draufstehen.
    • Variation: „Rauch!“ → Ball mit der Sohle zurückziehen.

    Coaching-Punkt: Stoppen lernen, ohne zu „frieren“.

    2) Dribbel-Zoo (Koordination)

    • Kinder dribbeln frei.
    • Du rufst Tiere: „Känguru“ (hüpfen), „Krabbe“ (rückwärts), „Schlange“ (Slalom um Hütchen).

    3) Hütchen-Klau (Orientierung & Mut)

    • Viele Hütchen in der Mitte.
    • Kinder dribbeln hin, stoppen, nehmen ein Hütchen und dribbeln zurück.
    • Wer hat nach 90 Sekunden die meisten?

    4) Farben-Fangen (Reaktion)

    • Lege farbige Markierungen aus.
    • Kinder dribbeln. Ruf eine Farbe: alle müssen schnell mit Ball zur passenden Markierung.

    5) Schatzinsel (Ballkontrolle)

    • In der Mitte liegt ein „Schatz“ (Bälle oder Leibchen).
    • Kinder dribbeln zur Insel, holen einen Schatz und bringen ihn zurück.

    6) 1-gegen-1 auf zwei Minitoren (Mut & Abschluss)

    • Zwei Minitoren nebeneinander, kleines Feld.
    • Angreifer startet mit Ball, Verteidiger versucht zu stören.

    Tipp: Kurze Runden (20–30 Sekunden), dann wechseln.

    7) Torjäger-Wettlauf (Schießen)

    • Mehrere Tore, mehrere Startpunkte.
    • Kinder dribbeln an, schießen, holen Ball und wechseln Station.

    Wenn du den Übergang zum Schuss aus dem Dribbling vertiefen willst: Torschuss aus der Bewegung

    8) Kegel-Bowling (Zielgenauigkeit)

    • Kegel oder Hütchen als „Pins“ aufstellen.
    • Kinder schießen aus kurzer Distanz und zählen Treffer.

    9) Inseln dribbeln (Raumgefühl)

    • Viele kleine Quadrate („Inseln“) im Feld.
    • Aufgabe: Dribble von Insel zu Insel, ohne ins „Wasser“ zu fahren.

    10) 3-gegen-3 Minifußball (Kern des Trainings)

    • Kleine Teams, kleine Tore, wenig Regeln.
    • Lass die Kinder spielen – du steuerst über Einwürfe/Anstöße schnell neu.

    Merksatz: Im U7 Training ist das Spiel die wichtigste Übung.

    Beispiel für eine komplette U7 Trainingseinheit (45–60 Minuten)

    So kann ein typisches Bambini Training aussehen – flexibel je nach Gruppengröße.

    1) Ankommen & Freies Dribbling (5–8 Minuten)

    • Jeder Ball, freies Dribbling im Feld
    • Mini-Aufgaben: „Sohle“, „Stopp“, „Richtungswechsel“

    2) Fangspiel mit Ball (10 Minuten)

    • 1–2 Fänger ohne Ball, alle anderen dribbeln
    • Wer gefangen wird, macht 3 Ballkontakte (z. B. Tippen) und ist wieder frei

    3) Dribbel- und Torschuss-Spiel (10–15 Minuten)

    • „Torjäger-Wettlauf“ oder „1-gegen-1 auf zwei Minitoren“
    • Fokus: mutig aufs Tor, schnell wieder ins Spiel

    4) Minifußball 3v3 / 4v4 (15–20 Minuten)

    • Mehrere Felder parallel, damit alle viel spielen
    • Rotation nach 2–3 Minuten (neue Teams, neue Gegner)

    5) Cooldown & Abschlussritual (3–5 Minuten)

    • Kurzes Auslaufen mit Ball
    • Gemeinsamer Abschluss (z. B. Teamruf)

    Häufige Fehler im Bambini Training – und wie du sie vermeidest

    Gerade Einsteiger machen ähnliche Dinge – oft aus dem Wunsch heraus, „es richtig zu machen“.

    • Zu lange erklären → Kinder verlieren Fokus. Besser: vormachen, starten, später korrigieren.
    • Zu große Gruppen in einer Übung → zu wenig Ballkontakte. Besser: parallel aufbauen.
    • Zu viel Korrektur → hemmt Kreativität. Besser: 1 Coaching-Punkt pro Spiel.
    • Ergebnisdruck im Spiel → nimmt Freude. Besser: Entwicklung loben („Du warst mutig!“).

    Fazit: Bambini Training (U7) lebt von Spiel, Spaß und Struktur

    Ein gutes Bambini Training ist klar strukturiert, aber niemals starr. Du gibst einen Rahmen, in dem Kinder viel dribbeln, schießen, laufen und vor allem: spielen. Wenn du Ballkontakte maximierst, Wartezeiten minimierst und Erfolgserlebnisse planst, entwickelst du automatisch das, was im Kinderfußball Training zählt – Begeisterung und Grundlagen.

    Die beste Kontrollfrage nach jeder Einheit lautet: Hatten die Kinder heute viele Aktionen mit Ball – und sind sie mit einem Lächeln vom Platz gegangen?

    Häufig gestellte Fragen

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