Freistoß-Routinen in der Halle: 6 Setups (U12–U19)
Diese Übung liefert dir 6 praxiserprobte Freistoß-Routinen für die Halle – von einfachen Tip-in-Varianten bis zu Entscheidungs-Setups für U17–U19. Mit klaren Abläufen, Variationen und Coaching-Punkten für schnelle Umsetzung im Training.
Übungsname & Ziel
Übungsname: Freistoß-Routinen in der Halle: 6 Setups (U12–U19)
Ziel der Übung: Du trainierst mit deinem Team einfache, aber effektive Freistoß-Routinen in der Halle – mit klaren Laufwegen, Timing und Abschluss. Der Fokus liegt auf Standards im Kinderfußball bzw. Jugendfußball: saubere Ausführung, schnelle Entscheidungen und ein Plan gegen die Mauer. Nebenbei schulst du Kommunikation („Wer startet? Wer blockt? Wer schießt?“) und Abschlussqualität unter Zeitdruck.
Gerade in der Halle entscheiden Standards oft Spiele. Warum also nicht 15–25 Minuten pro Einheit investieren, um 2–3 sichere Varianten im Repertoire zu haben?
Material, Spieleranzahl, Dauer
Material:
- 1 Hallentor (oder 2 Tore, wenn du parallel arbeitest)
- 6–10 Markierungsteller (für Startpunkte/Laufwege)
- 1–3 Bälle
Spieleranzahl: min. 6, ideal 8–14 (plus optional 1 Torwart)
Dauer: 20–25 Minuten (nach kurzem Schuss-/Pass-Warm-up)
Tipp: Kombiniere das Thema mit Abschlussformen wie Torschuss aus der Bewegung, damit die Schützen direkt „im Rhythmus“ sind.
Aufbau (Halle)
- Freistoßpositionen markieren: zentral (ca. 8–10 m), halbrechts, halblinks.
- Eine Mauer mit 2–4 Verteidigern stellen (je nach Alter/Leistungsstand).
- 1 Spieler als Schütze, 1–2 als Anspieler/Blocker, 1–2 als Läufer für Tiefen-/Querbewegung.
Wichtig: Kläre vorab Regeln zum Mauerabstand bei Kindern (Turnierregeln variieren). In der Halle sind Abstände oft reduziert – trainiere daher besonders schnelle Ausführung und präzise flache Pässe.
Schritt-für-Schritt Anleitung (6 Setups)
1) „Tip-in“ (kurzer Pass, direkter Abschluss)
- Schütze steht am Ball, Mitspieler A seitlich in 2–3 m.
- Schütze tippt den Ball flach zu A.
- A schließt direkt (Innenrist/Spann) aufs kurze Eck ab.
- Nach jedem Versuch Rollen tauschen.
Coaching: Ball so passen, dass A nicht „nachjustieren“ muss.
2) „Durchlass“ (Pass – Lauf – Abschluss)
- A steht am Ball, B startet 2–3 m dahinter.
- A passt flach auf B.
- B lässt klatschen (One-Touch) in den Lauf von A.
- A schließt aus dem Lauf ab.
Coaching: Timing: B wartet, bis A wirklich startet – sonst steht A im Passweg.
3) „Mauer-Split“ (flach durch/um die Mauer)
- Zwei Läufer positionieren sich rechts/links der Mauer.
- Schütze spielt flach an der Mauer vorbei auf den startenden Läufer.
- Läufer nimmt maximal 1 Kontakt und schließt ab.
Coaching: In der Halle ist ein flacher, harter Pass oft gefährlicher als ein hoher Ball.
4) „Blindside-Block“ (Blocken erlaubt? Dann sauber!)
- A ist Schütze, B steht nahe Mauer (ohne zu schubsen).
- A passt flach an B vorbei.
- B stellt sich so, dass ein Verteidiger kurz „gebunden“ wird (legal: Raum besetzen, kein Stoßen).
- C kommt aus dem Rücken und schließt ab.
Coaching: Fairness und Regeln betonen. Kein Rempeln – nur Positionierung.
5) „Torwart-Sicht nehmen“ (Schussfenster öffnen)
- Zwei Angreifer stehen seitlich der Mauer.
- Einer kreuzt kurz vor dem Schuss quer (ohne Kontakt zum Torwart).
- Schütze zielt bewusst ins lange Eck oder flach neben die Mauer.
Coaching: Nicht „irgendwo“ schießen: Vor dem Anlauf Ziel ansagen lassen.
6) „2-Ball-Option“ (Entscheidung erzwingen)
- A am Ball, B 2 m daneben als zweite Option.
- Auf Kommando entscheidet A: direkter Schuss oder kurzer Pass zu B.
- B schließt sofort ab oder legt in die Mitte.
Coaching: Diese Variante trainiert Wahrnehmung: „Was macht die Mauer? Springt sie? Bleibt sie?“
Wenn du die Abschlussqualität zusätzlich spielerisch steigern willst, nutze Zielspiele aus Schusspräzision in der Halle: 8 Zielspiele (U8–U13).
Variationen nach Altersgruppe (U12–U19)
U12–U13 (Beginner)
- 2er-Mauer, klare Rollen (Schütze + 1 Anspieler + 1 Schütze)
- Nur Setup 1 und 2 starten, maximal 2 Kontakte
- Ziel: sauberer erster Kontakt und flacher Abschluss
U14–U16
- 3er-Mauer, Torwart aktiv coachen lassen
- Setups 1–4, dazu „Fake-Schuss“ (Antäuschen, dann Pass)
- Zeitdruck: Ausführung innerhalb von 6 Sekunden
U17–U19 (inkl. „freistoß varianten u17“)
- 4er-Mauer, klare Trigger („wenn Mauer springt → flach“, „wenn sie steht → Chip/Pass“)
- Setups 3–6 mit echten Entscheidungsregeln
- Zusatz: Nach Abwehr sofortiges Nachsetzen (2. Ball) für 5 Sekunden
Coaching-Tipps (damit Standards wirklich sitzen)
- Routinen brauchen Codes: Ein Wort = eine Variante. Kurz, eindeutig.
- Anlauf & Körperstellung: Standbein neben den Ball, Oberkörper über dem Ball für flache Schüsse.
- Qualität vor Trick: Lieber 2 Varianten perfekt als 6 halbgar.
- Wiederholung mit Fokus: 4–6 Wiederholungen pro Setup, dann wechseln.
- Regeln klären: Mauerabstand, Blocken, Torwartbehinderung – je nach Turnierordnung.
Häufige Fehler (und schnelle Lösungen)
- Zu viele Spieler am Ball: Rollen reduzieren, klare Startpunkte.
- Pässe zu weich: „Hallenpass“ trainieren – flach, hart, in den Fuß.
- Abschluss ohne Ziel: Zonen ansagen lassen (kurz/lang/flach).
FAQ
Wie groß sollte der Mauerabstand bei Kindern in der Halle sein?
Das hängt stark von Hallenregeln und Verband ab. Viele Turniere reduzieren den Abstand (z. B. 3 m statt 9,15 m). Wichtig ist: Lege vor dem Training einen festen Abstand fest und trainiere dann konsequent mit genau diesem Maß.
Welche Freistoß-Routine ist für Anfänger am einfachsten?
Für Beginner funktionieren Varianten mit kurzem Pass und direktem Abschluss am besten (Setup 1 „Tip-in“ und Setup 2 „Durchlass“). Die Laufwege sind simpel, und du bekommst schnell viele saubere Wiederholungen.
Wie viele Varianten sollte ein Team wirklich können?
Für U12–U14 reichen oft 2 sichere Varianten plus direkter Schuss. Ab U15 kannst du auf 3–4 erweitern, wenn die Ausführung stabil bleibt. Entscheidend ist nicht die Anzahl, sondern Timing, Passschärfe und Abschlussqualität.