Freistoß-Training: 6 einfache Routinen (U12–U19)
Diese Einheit liefert dir 6 leicht merkbare Freistoß-Routinen für U12 bis U19 – von kurz ausgespielt bis direkter Abschluss. Mit klaren Schritten, Alters-Variationen und Coaching-Tipps für saubere Standards.
Standards entscheiden Spiele – auch im Jugendfußball. Gerade bei U12–U19 lohnt sich ein einfaches, wiederholbares Freistoß-Training, das ohne Taktik-Overload auskommt. Du suchst Freistoß Varianten, die schnell funktionieren, sauber coachbar sind und die Spieler wirklich behalten? Dann nutze diese 6 Routinen als Baukasten – von Freistoß kurz gespielt bis zum direkten Abschluss.
Übungsname & Ziel
Übungsname: Freistoß-Training: 6 einfache Routinen (U12–U19)
Ziel:
- Automatismen für Freistöße entwickeln (kurz und direkt)
- Timing von Laufwegen und Pässen verbessern
- Abschlussqualität (Schuss/Flanke) unter klaren Regeln steigern
- Kommunikation: Wer ruft welche Variante? Wer übernimmt Verantwortung?
Tipp für den Kontext: Standards sind eng mit Spielprinzipien verbunden. Wenn deine Mannschaft im Spielaufbau stabiler wird, entstehen auch bessere Freistoß-Situationen. Schau dazu in den Artikel Spielaufbau im Kinderfußball: 3 einfache Prinzipien.
Material, Spieleranzahl, Dauer
Material:
- 1 Tor (mit Netz)
- 6–10 Markierungshütchen (für Startpunkte/Laufwege)
- 1–3 Bälle (damit das Tempo hoch bleibt)
Spieleranzahl: min. 4, max. 14 (ideal: 6–10)
Dauer: 20–30 Minuten (als Standardblock im Hauptteil)
Feldgröße: rund um den Strafraum, je nach Routine 20–30 m vor dem Tor (oder seitlich in Flankenzone)
Aufbau
- Lege 2–3 Freistoß-Positionen fest:
- Zentral (18–25 m)
- Halbraum rechts/links (Flanken-/Chipzone)
- Seitlich nahe Strafraumkante (kurzer Freistoß)
- Markiere mit Hütchen:
- Ballposition
- Startpunkte für 2–3 Läufer
- ggf. „Wand“-Zone (ohne echte Mauer zu Beginn)
Schritt-für-Schritt Anleitung (6 Routinen)
Nutze jede Routine 4–6 Wiederholungen, dann wechseln. So bleibt es intensiv und die Spieler merken sich klare Bilder (Freistoß Routine Jugend).
1) „Kurz-Kurz-Schuss“ (Freistoß kurz gespielt)
- Spieler A steht am Ball, Spieler B 3–5 m seitlich versetzt.
- A passt kurz zu B.
- B legt direkt in den Lauf von A zurück (Klatschpass).
- A schließt mit dem zweiten Kontakt ab (Schuss flach oder halbhoch).
2) „Antäuschen & Durchstecken“ (gegen frühes Herausrücken)
- A am Ball, B seitlich, C startet an der Abseitslinie/Strafraumkante.
- A täuscht den Schuss an und spielt kurz zu B.
- B steckt sofort in die Tiefe auf C.
- C schließt ab oder legt quer.
Wichtig: Bei älteren Jahrgängen wird Abseits relevant. Wenn du unsicher bist, wie du das sauber erklärst: Abseits einfach erklärt für Kinder.
3) „Überlauf-Flanke“ (Halbraum-Standard)
- A am Ball im Halbraum, B startet außen, C startet zentral.
- A spielt kurz auf B.
- B nimmt mit und flankt mit dem 2. Kontakt in den Strafraum.
- C attackiert den ersten Pfosten oder den Rückraum (vorher festlegen!).
4) „Rückraum-Knaller“ (zweite Welle)
- A am Ball, B läuft Richtung kurzer Pfosten, C positioniert sich 18–20 m zentral.
- A chippt oder spielt flach in den Strafraum auf B.
- B lässt klatschen/legt zurück in den Rückraum.
- C schließt direkt ab (Schuss aus der zweiten Reihe).
5) „Direkt-Schuss mit Blocklauf“ (U15–U19)
- A schießt direkt.
- B läuft quer vor der „Mauer“-Zone (ohne Kontakt), um Sicht zu nehmen.
- C sichert den Abpraller am Strafraumrand.
- Nachschuss/zweiter Ball wird aktiv ausgespielt.
6) „Schnell ausgeführt“ (wenn Gegner noch sortiert)
- Trainer oder Mitspieler gibt das Signal „Schnell!“.
- A spielt sofort auf den freien B.
- B hat maximal 2 Kontakte (Annahme + Pass/Schuss).
- Abschluss innerhalb von 6 Sekunden.
Variationen nach Altersgruppe (U12–U19)
U12–U13 (Beginner, Freistoß Training U13)
- Ohne Mauer, ohne Gegnerdruck starten
- Fokus: sauberer erster Pass, klare Laufwege
- Abschluss näher am Tor (12–18 m), damit Erfolgserlebnisse entstehen
U14–U16
- 1–2 passive Verteidiger im Strafraum
- Kontaktbegrenzung: Passgeber max. 2 Kontakte
- Zielzonen: „erster Pfosten“, „zweiter Pfosten“, „Rückraum“ ansagen
U17–U19
- Aktive Mauer + 2 Verteidiger, die nach dem ersten Pass attackieren
- Wettkampfform: 6 Bälle pro Routine, Punkte für Tor/gefährlichen Abschluss
- Video-Feedback kurz einbauen (10 Sekunden: Laufweg-Timing, Passwinkel)
Coaching-Tipps (Standards Fußball Übungen)
- Ansage vor dem Pfiff: Ein Wort reicht („Kurz“, „Rückraum“, „Schnell“). So entsteht Routine.
- Passwinkel vor Tempo: Der erste Pass entscheidet, ob die Variante funktioniert.
- Timing coachen: Läufer starten nicht „irgendwann“, sondern auf den Ausholmoment des Passgebers.
- Abpraller organisieren: Immer einen Spieler für den zweiten Ball festlegen.
- Torwart einbinden: Stellungsspiel und Kommunikation („Mauer links/rechts“) aktiv fordern.
Häufige Fehler & schnelle Korrekturen
- Fehler: Alle laufen zum Ball.
- Korrektur: Startpunkte mit Hütchen fixieren, Rollen klar benennen.
- Fehler: Zu komplizierte Varianten.
- Korrektur: Pro Einheit nur 2 Routinen „fest“ trainieren, 1 Routine frei rotieren.
- Fehler: Abschluss ohne Überzeugung.
- Korrektur: Ziel definieren (flach Ecke, Rückraum, erster Pfosten) und Treffer zählen.
Mini-Wettkampf (Motivation)
- 2 Teams, jedes Team führt 6 Freistöße aus (3 kurz, 3 direkt)
- Punkte:
- Tor = 3
- Schuss aufs Tor = 1
- gefährlicher Ball in die Zone (erster/zweiter Pfosten) = 1
So bleiben Freistoß Varianten spielnah, messbar und spannend – perfekt für Anfänger bis Fortgeschrittene.