Einstieg & Orientierung

    Funino für Eltern erklärt: Was dein Kind erwartet

    Funino ist ein kindgerechtes 3-gegen-3 mit vier Toren, das für viele Ballkontakte und schnelle Lernfortschritte sorgt. Hier erfährst du, wie Spieltage ablaufen und wie du dein Kind sinnvoll unterstützt.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 26. Okt. 2026 · 11 Min.
    KI-generiertes Symbolbild

    Funino begegnet dir vielleicht zum ersten Mal, wenn dein Kind aus dem Training kommt und begeistert von „vielen Toren“, „kleinen Feldern“ und „ständig Ball“ erzählt. Aber was steckt dahinter – und was erwartet dein Kind wirklich? Funino ist eine kindgerechte Spielform im Fußball, die vor allem in den Altersklassen U6 bis U11 (G- bis E-Jugend) verbreitet ist. Dort sind kleine Spielformen in Deutschland seit der Saison 2024/25 bundesweit verbindlich, und das 3 gegen 3 auf vier Minitore, das der DFB für Bambini und F-Jugend vorsieht, ist an Funino angelehnt. Im Mittelpunkt stehen mehr Ballkontakte, mehr Entscheidungen, mehr Erfolgserlebnisse – und damit ein Umfeld, in dem Kinder spielerisch lernen.

    Was ist Funino? Kurz erklärt für Eltern

    Funino ist ein 3-gegen-3, gespielt auf kleinen Feldern mit vier Minitoren (zwei pro Team). Erfunden hat es der Trainerausbilder Horst Wein. Es gibt keinen Torwart. Stattdessen greifen Kinder an, verteidigen, dribbeln, passen und schießen – alles in hoher Frequenz.

    Typische Merkmale:

    • 3 vs. 3 auf kleinem Feld (beim DFB ca. 25 x 20 m, im Original nach Horst Wein 20–25 m breit)
    • 4 Tore (zwei Tore pro Team) – dadurch entstehen viele Angriffsoptionen
    • Schusszone: Ein Tor zählt meist nur, wenn aus der Zone etwa 6 m vor den Toren geschossen wird
    • Rotation: Ein Team hat vier Kinder, drei spielen; nach jedem Tor wechselt jedes Team ein Kind aus. In den DFB-Spielformen wird nach jedem Tor oder spätestens nach 2 Minuten gewechselt
    • Viele Spielfelder parallel: Alle Kinder spielen gleichzeitig, niemand sitzt lange draußen
    • Kein Einwurf, kein Abseits, kein Elfmeter: Nach Seitenaus wird eingedribbelt oder eingepasst
    Abb. 1 · Funino 3 gegen 3: vier Minitore, zwei pro Team, kein Torwart — oft zählt ein Tor nur aus der Schusszone (gestrichelte Linie): Das Kind dribbelt hinein und schießt auf das freie Tor.
    Eigenes TeamGegnerBall

    Kinder lernen Fußball nicht durch lange Vorträge, sondern durch Wiederholung in echten Spielsituationen. Funino liefert genau das.

    Funino, DFB-Spielform oder 3er-Fußball? Die Unterschiede in DACH

    „Funino“ ist kein Begriff aus dem DFB-Regelwerk. Was dein Kind am Spieltag erlebt, heißt je nach Land und Verband anders und unterscheidet sich in Details:

    WoWas gespielt wird
    Original nach Horst Wein3 gegen 3 auf vier 2 × 1 m große Tore, 6-m-Schusszone, Rotation nach jedem Tor, Spielzeit meist 2–3 × 10 Minuten
    DFB-Rahmen (Deutschland)G-Jugend: 2 gegen 2 oder 3 gegen 3 auf vier Minitore, im 3 gegen 3 bis zu 7 Spiele à 7 Minuten; F-Jugend: zusätzlich 4 gegen 4 oder 5 gegen 5. Die genaue Form legt der Landesverband fest
    ÖsterreichU7 und U8 spielen 3er-Fußball ohne Torhüter auf vier Minitore; Wien und Niederösterreich nennen das ausdrücklich Funino
    SchweizTurnierformat „play more football“: Kleinfeldspiele mit 2–3 Kindern pro Team plus Spiele auf größerem Feld

    Was in deinem Landesverband gilt, zeigt der Vergleich der Kinderfußball-Spielformen aller 21 Landesverbände. Trainer finden Aufbau und Coaching im Beitrag Funino im Kinderfußball: Aufbau, Regeln, Coaching.

    Warum Funino für Kinder so gut funktioniert

    Kinder in diesem Alter brauchen eine Umgebung, in der sie möglichst oft am Ball sind. Im klassischen 7-gegen-7 oder 9-gegen-9 „verschwinden“ gerade Anfänger schnell: wenig Ballkontakte, lange Wege, viel Warten. Funino dreht das um.

    Mehr Ballkontakte – mehr Lernen

    Im 3-gegen-3 hat dein Kind automatisch:

    • mehr Dribblings
    • mehr Torschüsse und Tore
    • mehr 1-gegen-1-Duelle
    • mehr Ballaktionen insgesamt, weil sich niemand verstecken kann

    Das ist gemessen: In der wissenschaftlichen Auswertung der DFB-Pilotprojekte gab es im 3 gegen 3 pro Minute rund fünfmal so viele Dribblings wie im 7 gegen 7, dazu deutlich mehr Torschüsse und Tore. In einer deutschen Studie mit U11-Spielern lagen die technischen Aktionen im Funino um 219 Prozent über denen im 7 gegen 7. Bei den Pässen sind die Ergebnisse weniger eindeutig. Eine Turnierstudie mit U7-Kindern zeigte außerdem: Vom 3 gegen 3 profitieren die dominanten und die zurückhaltenden Kinder.

    Mehr Entscheidungen – besseres Spielverständnis

    „Wohin laufe ich? Passe ich oder dribble ich? Welches Tor ist frei?“ Funino zwingt Kinder ständig zu Entscheidungen. Das ist genau der Kern von Fußballintelligenz.

    Mehr Erfolgserlebnisse – mehr Motivation

    Vier Tore bedeuten: Es gibt fast immer eine Möglichkeit, zum Abschluss zu kommen. Gerade für schüchterne oder noch unsichere Kinder ist das ein großer Vorteil. Wer häufiger Erfolg hat, bleibt eher dran.

    So läuft ein Funino-Spieltag ab: Was dein Kind erwartet

    Ein Funino-Spieltag unterscheidet sich deutlich vom klassischen „Samstagsspiel“ auf großem Platz. Und genau das sorgt bei Eltern manchmal für Fragen: „Ist das überhaupt ein richtiges Spiel?“ Ja – nur kindgerechter.

    Aufbau und Organisation

    Häufig sieht ein Spieltag so aus:

    • Der Verein oder Verband baut mehrere kleine Felder nebeneinander auf.
    • Teams bestehen aus 3–4 Kindern, oft mit Wechselspieler.
    • Gespielt wird in kurzen Runden, danach wird gewechselt oder gegen andere Teams gespielt.

    Das Ergebnis: viel Spielzeit für jedes Kind.

    Regeln, die du kennen solltest

    Je nach Region gibt es Varianten, aber typische Funino-Regeln sind:

    • Kein Torwart
    • Tore zählen nur aus einer bestimmten Zone (z. B. hinter einer Linie) – nicht immer, aber häufig
    • Ball ins Spiel oft durch Dribbling oder Pass statt Einwurf
    • Fairplay steht über allem: In der G- und F-Jugend gibt es nach dem DFB-Rahmen keinen Schiedsrichter, die Kinder entscheiden selbst, die Trainer begleiten aus einer gemeinsamen Coaching-Zone

    Merke: Funino lebt davon, dass Kinder selbst Lösungen finden. Kleine Fehler gehören dazu.

    Welche Fähigkeiten dein Kind beim Funino entwickelt

    Funino ist kein „Chaosfußball“, sondern ein sehr gezieltes Lernfeld. Dein Kind trainiert dabei automatisch zentrale Bausteine.

    Technik: Dribbling, Pass, Torschuss

    Durch die kleinen Felder kommt dein Kind ständig in Abschlusspositionen. Das übt den Torschuss aus der Bewegung, weil Schüsse oft nach Dribbling oder kurzem Kontakt entstehen. Wenn du tiefer einsteigen willst, hilft dir auch unsere Übung Torschuss aus der Bewegung.

    Typische technische Lerneffekte:

    • Ball eng führen unter Gegnerdruck
    • Passschärfe und Passwinkel besser einschätzen
    • Schießen mit wenig Ausholbewegung

    Taktik: Freilaufen, Breite, Umschalten

    Auch ohne „Taktiktafel“ lernen Kinder wichtige Prinzipien:

    • Breite geben: Nicht alle laufen zum Ball
    • Freilaufen: Anspielbar werden
    • Umschalten: Nach Ballverlust schnell verteidigen, nach Ballgewinn schnell angreifen

    Sozialkompetenz: Teamwork und Kommunikation

    Im 3-gegen-3 kann sich niemand verstecken. Kinder merken schnell: Alle müssen helfen. Das stärkt:

    • Verantwortung
    • Kommunikation („Hier!“ / „Spiel rüber!“)
    • Fairness im Umgang mit Mitspielern und Gegnern

    Was du als Elternteil am Spielfeldrand tun (und lassen) solltest

    Du willst dein Kind unterstützen – klar. Aber gerade bei Funino wirkt zu viel Coaching oft kontraproduktiv. Kinder sollen selbst entscheiden.

    Hilfreich: Positive, einfache Unterstützung

    • Lobe Einsatz, nicht nur Tore („Stark nachgesetzt!“)
    • Bleib bei kurzen, positiven Aussagen
    • Akzeptiere Fehler als Teil des Lernens

    Weniger hilfreich: Dauer-Kommandos

    Rufe nicht permanent:

    • „Pass!“ (Kinder sollen selbst sehen, ob ein Pass Sinn macht)
    • „Schieß!“ (vielleicht ist Dribbling die bessere Lösung)
    • „Geh drauf!“ (Timing im Pressing muss gelernt werden)

    Eine gute Frage für dich: Willst du, dass dein Kind Fußball „abspult“ – oder dass es selbstständig wird?

    Praktische Tipps: So bereitest du dein Kind auf Funino vor

    Du brauchst keinen Profi-Plan. Kleine Dinge machen den Unterschied.

    Vor dem Spieltag: Energie und Fokus

    Kinder spielen bei Funino viele kurze Spiele – das kostet Energie. Eine leichte Mahlzeit zwei bis drei Stunden vorher und kleine Snacks zwischen den Runden reichen meist; feste Zeitfenster für Kinder nennt keine Fachgesellschaft. Ideen findest du in Nachmittags-Snacks: Energie vor dem Training.

    Praktisch bewährt:

    • Banane, Joghurt, Brot mit Honig
    • ausreichend Wasser oder ungesüßter Tee
    • keine schweren, fettigen Mahlzeiten direkt vorher

    Ausrüstung: Klein, aber wichtig

    • passende Schuhe (Rasen/ Kunstrasen je nach Platz)
    • Schienbeinschoner (nach Regel 4 Pflicht)
    • wetterangepasste Kleidung im Zwiebellook
    • Trinkflasche mit Namen

    Zu Hause: Mini-Training ohne Druck

    Wenn dein Kind Lust hat, reichen 10 Minuten:

    • Dribbeln im Garten/Flur um „Hütchen“ (z. B. Schuhe)
    • Zielschießen auf kleine Ziele
    • Ball hochhalten oder Stoppen mit der Sohle

    Für zusätzliche Spielideen – gerade im Winter – kann auch ein Blick auf Schusspräzision in der Halle: 8 Zielspiele (U8–U13) helfen.

    Häufige Sorgen von Eltern: Einordnung ohne Fußball-Mythen

    Manche Eltern sind unsicher, weil Funino anders aussieht als „früher“. Hier ein paar typische Gedanken – und was wirklich dahinter steckt.

    „Ohne Torwart lernt mein Kind das nicht richtig!“

    Im Kindesalter spielt das Torwartspiel für die Ausbildung laut DFB noch keine Rolle als Spezialisierung. Kinder profitieren davon, alles auszuprobieren. Ab der F-Jugend kommen Torhüter in den Spielformen auf Kleinfeldtore regelmäßig zum Einsatz, gezieltes Torwarttraining folgt später.

    „Das wirkt wie wildes Durcheinander.“

    Ja, Funino ist dynamisch. Aber genau dadurch lernen Kinder Orientierung, Ballbehauptung und Entscheidungen. Ordnung entsteht mit der Zeit.

    „Zählt das Ergebnis gar nicht?“

    Doch, jedes einzelne Spiel hat einen Sieger. Beim Festival steigen die Teams oft ein Feld auf oder ab, wie im Champions-League-Modus beim Funino-Festival. Die Ergebnisse werden aber nicht über den Spieltag hinaus festgehalten: Für G- und F-Jugend gibt es keinen Ligabetrieb und keine Tabellen, in Österreich sind Tabellen im ganzen Kinderfußball bis U12 nicht erlaubt. Das nimmt Druck raus.

    Fazit: Funino macht Kinder mutig, aktiv und spielintelligent

    Funino ist eine moderne, kindgerechte Spielform, die deinem Kind vor allem eines gibt: Zeit am Ball. Durch kleine Teams, viele Tore und kurze Spiele erlebt dein Kind ständig echte Spielsituationen – und lernt dabei Technik, Spielverständnis und Teamverhalten fast nebenbei.

    Wenn du am Spielfeldrand positiv bleibst, Fehler zulässt und für gute Energie sorgst, unterstützt du dein Kind optimal. Und am Ende zählt genau das: Dein Kind kommt gerne zum Fußball – und entwickelt sich Schritt für Schritt weiter.

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    Häufig gestellte Fragen

    Horst Wein hat sein Funino-Programm für 7- bis 9-Jährige entwickelt. In Deutschland ist das an Funino angelehnte 3 gegen 3 auf vier Minitore eine der Spielformen für G- und F-Jugend, in der E-Jugend kommt es auf Nebenfeldern vor. In Österreich spielen U7 und U8 3er-Fußball auf vier Minitore. Viele Vereine nutzen Funino auch im Training älterer Kinder.

    Vier Tore schaffen mehr Angriffsoptionen und fördern das Entscheiden: Kinder müssen wahrnehmen, welches Tor frei ist, ob ein Dribbling sinnvoll ist oder ein Pass. Gleichzeitig entstehen mehr Torabschlüsse und Erfolgserlebnisse – ein wichtiger Motivationsfaktor im Kinderfußball.

    Am besten unterstützt du dein Kind mit positiver, kurzer Ermutigung und lässt es selbst Lösungen finden. Vermeide Dauer-Kommandos wie „Pass!“ oder „Schieß!“, weil sie die Eigenentscheidung hemmen. Lobe Einsatz, Mut und Fairplay – unabhängig vom Ergebnis.

    Jedes einzelne Spiel wird gewertet, und beim Festival steigen Teams oft ein Feld auf oder ab. Über den Spieltag hinaus werden die Ergebnisse aber nicht festgehalten: Für G- und F-Jugend sieht die DFB-Jugendordnung keinen Ligabetrieb und keine Pokalwettbewerbe vor, Tabellen gibt es bei den Festivals nicht. In Österreich dürfen im Kinderfußball bis U12 keine Tabellen geführt werden.

    Im Original nach Horst Wein hat jedes Team vier Kinder, drei spielen. Nach jedem Tor wechseln beide Teams je ein Kind in fester Reihenfolge aus. In den DFB-Spielformen der G- und F-Jugend wird nach jedem Tor oder spätestens nach 2 Minuten rotiert. So kommt jedes Kind regelmäßig aufs Feld.

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