Organisation & Alltag

    Geschwister im gleichen Verein: Tipps für Familien

    Geschwister im gleichen Verein bringen Vorteile – aber auch Vergleichsdruck und Organisationsstress. Mit klaren Rollen, festen Abläufen und individueller Unterstützung bleibt Fußball für beide Kinder positiv.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 28. Okt. 2026 · 16 Min.
    KI-generiertes Symbolbild

    Geschwister im gleichen Verein zu haben, kann für Familien ein echter Gewinn sein: weniger Fahrten, gemeinsame Rituale, ein vertrautes Umfeld. Gleichzeitig entstehen neue Fragen: Wie gehst du mit unterschiedlichen Leistungsständen um? Was, wenn ein Kind mehr Spielzeit bekommt? Und wie bleibt Fußball für beide Kinder ein positives Erlebnis – ohne ständigen Vergleich?

    Dieser Guide zeigt dir praxisnah, wie du den Vereinsalltag mit zwei (oder mehr) Fußballkindern gut organisierst, Konflikte früh entschärfst und die Stärken von Geschwister-Konstellationen gezielt nutzt.

    Warum Geschwister im gleichen Verein oft gut funktionieren

    Ein gemeinsamer Verein bietet viele Vorteile – vor allem im Kinder- und Jugendfußball, wo Struktur und Verlässlichkeit wichtig sind.

    Typische Pluspunkte für Familien:

    • Bessere Logistik: Training und Spieltage lassen sich leichter bündeln.
    • Soziale Sicherheit: Das jüngere Kind kennt schon Gesichter, Wege und Abläufe.
    • Gemeinsame Vereinsidentität: Kinder fiebern füreinander mit und entwickeln Stolz auf „ihren“ Club.
    • Weniger Einstiegsstress: Der Einstieg ins Vereinsleben fällt oft leichter, weil das Umfeld vertraut ist.

    Aber: Nicht jedes Geschwisterpaar tickt gleich. Manche motivieren sich gegenseitig, andere geraten schnell in Konkurrenz. Genau hier lohnt sich ein bewusster Umgang.

    Typische Herausforderungen – und wie du sie früh erkennst

    Geschwister im gleichen Verein bringen Dynamik mit. Je früher du sie erkennst, desto leichter kannst du gegensteuern.

    Vergleichsdruck: „Warum kann mein Bruder das besser?“

    Kinder vergleichen sich automatisch – besonders im ähnlichen Alter. Das kann zu Frust führen, wenn ein Kind körperlich weiter ist, mehr Tore schießt oder schneller lernt.

    Was hilft:

    • Betone Entwicklung statt Ergebnis: „Du hast heute mutig gedribbelt“ statt „Warum hast du nicht getroffen?“
    • Sprich über unterschiedliche Stärken: Tempo, Übersicht, Zweikampf, Teamverhalten.
    • Vereinbare zuhause eine klare Regel: Keine Noten für Geschwisterleistungen.

    Ungleiche Spielzeit und Rollen im Team

    Gerade bei unterschiedlichen Jahrgängen oder Leistungsständen kann ein Kind Stammspieler sein, das andere eher Ergänzungsspieler. Das ist emotional heikel – und nicht automatisch „unfair“.

    Praktischer Umgang:

    • Plane nach Spielen ein kurzes „Reset“: erst trinken, umziehen, dann sprechen.
    • Stelle Fragen statt Bewertungen: „Was hat dir heute Spaß gemacht?“
    • Wenn du dich am Spielfeldrand ärgerst: Lieber Abstand halten. Orientierung bietet der Artikel Die Rolle der Eltern am Spielfeldrand – dort findest du klare Do’s & Don’ts.

    Konflikte in der Familie nach dem Spiel

    Kennst du das: Auf der Heimfahrt kippt die Stimmung, weil ein Kind „zu viel“ erzählt und das andere schweigt? Oder weil ein Kommentar („Du warst heute langsam“) eskaliert?

    Sofortmaßnahmen, die funktionieren:

    • Regel für die Heimfahrt: Jeder darf 1 Highlight nennen – ohne Diskussion.
    • Keine Spielanalyse im Auto, wenn Emotionen hoch sind.
    • Trenne Gespräche: Manchmal braucht jedes Kind 5 Minuten allein mit einem Elternteil.

    Dürfen Geschwister im selben Team spielen? Was die Jugendordnung erlaubt

    Ob deine Kinder zusammen auflaufen können, entscheidet zuerst der Jahrgang – und dann die Jugendordnung. Die wichtigsten Regeln im Überblick (Beispiel Deutschland; in Österreich und der Schweiz regeln ÖFB bzw. SFV das eigenständig):

    Der Jahrgang entscheidet, nicht der Altersunterschied

    Die Fußballjugend spielt in Altersklassen, die jeweils zwei Jahrgänge umfassen; Stichtag ist der 1. Januar (DFB-Jugendordnung, § 5). E-Junioren sind zum Beispiel die Kinder, die im Kalenderjahr des Saisonbeginns 9 oder 10 Jahre alt werden. Geschwister mit einem Jahrgang Abstand spielen deshalb im Wechsel ein Jahr in derselben Altersklasse und ein Jahr getrennt: zusammen immer dann, wenn das ältere Kind im älteren Jahrgang seiner Altersklasse ist. Für die Saison 2026/27 sieht das so aus:

    AltersklasseJahrgänge 2026/27
    G-Jugend (Bambini, U7)2020 und jünger
    F-Jugend (U8/U9)2018, 2019
    E-Jugend (U10/U11)2016, 2017
    D-Jugend (U12/U13)2014, 2015
    C-Jugend (U14/U15)2012, 2013

    Beispiel: Kinder der Jahrgänge 2016 und 2017 spielen 2026/27 beide in der E-Jugend, 2027/28 rückt das 2016er-Kind in die D-Jugend, 2028/29 sind beide wieder gemeinsam in der D-Jugend. Für eure Kinder rechnet es der Jahrgangsrechner aus; Details zur E-Jugend stehen in E-Jugend Alter: Welche Jahrgänge spielen U10/U11?.

    Nach oben geht fast immer, nach unten praktisch nie

    Das jüngere Kind darf grundsätzlich in einer höheren Altersklasse eingesetzt werden. Geregelt ist das nicht in der DFB-Jugendordnung, sondern in der Jugendordnung deines Landesverbands – in Niedersachsen etwa in § 3 Abs. 5 der NFV-Jugendordnung (NFV, Jugendordnung, Stand Juli 2026). Die Gegenrichtung ist die Ausnahme: Ein Einsatz in einer jüngeren Altersklasse ist dort nur im Ausnahmefall aufgrund einer Behinderung möglich, mit aktuellem fachärztlichem Gutachten und Genehmigung des zuständigen Ausschusses. Heißt konkret: Das ältere Kind kann nicht „runter“ zum jüngeren – nur das jüngere „hoch“ zum älteren. Weitere Ausnahmen gibt es erst bei Älteren und nur auf Antrag: Die Landesverbände können U14- und U16-Spielern mit stark verzögerter körperlicher Entwicklung eine befristete Spielberechtigung eine Altersklasse tiefer erteilen. In Österreich darf ein Nachwuchsspieler in seiner eigenen und den beiden nächsthöheren Klassen spielen (ein U9-Kind also auch in U10 und U11).

    Merke: Der Jahrgang entscheidet. Das jüngere Geschwisterkind darf in der höheren Altersklasse mitspielen, das ältere in aller Regel nicht in der jüngeren.

    Ob das sinnvoll ist, ist eine andere Frage. Ein Jahr Altersunterschied ist im Kinderfußball körperlich und sozial viel. Sprich mit dem Trainer, ob dein jüngeres Kind in der älteren Gruppe Spielzeit und Erfolgserlebnisse bekommt oder nur mitläuft.

    Bruder und Schwester im selben Team

    Gemischte Mannschaften aus Junioren und Juniorinnen sind zulässig; ab den C-Junioren brauchen die Mädchen dafür die Zustimmung der Erziehungsberechtigten (DFB-Jugendordnung, § 5 Nr. 3). Zusätzlich können die Landesverbände Juniorinnen auf Antrag des Vereins die Spielberechtigung für eine Junioren-Mannschaft der nächstniedrigeren Altersklasse erteilen – ein Weg, den Familien mit einem Mädchen und einem jüngeren Bruder kennen sollten. Ob dafür ein Antrag nötig ist, regelt jeder Landesverband anders; die Unterschiede erklärt Mädchen im Jungenteam.

    Vorsicht Festspielen, wenn ein Kind in der höheren Mannschaft aushilft

    Spielen beide Kinder in derselben Altersklasse, aber in verschiedenen Mannschaften (etwa E1 und E2), und hilft das eine regelmäßig in der höheren Mannschaft aus, kann es dort festgespielt werden: In Niedersachsen gilt ein Junior nach zwei aufeinanderfolgenden Pflichtspielen in einer höheren Mannschaft als festgespielt und ist für die untere zunächst nicht mehr spielberechtigt – diese Regel gilt allerdings nicht für die Altersklassen G und F (NFV-Jugendordnung, § 5 Abs. 2). Ab der E-Jugend also vorher mit dem Trainer klären, wie oft ausgeholfen werden soll.

    Das zweite Kind aus einem anderen Verein nachholen

    Soll das jüngere Geschwisterkind aus einem anderen Verein zu euch wechseln, ist das im Kinderbereich unkompliziert: Kinder von der G-Jugend bis zum jüngeren D-Jahrgang (U12) können zum Stichtag, den der Landesverband festlegt, ohne Wartezeit und ohne Zustimmung des abgebenden Vereins wechseln; bei einem Wechsel innerhalb des Spieljahres darf die Wartefrist für Meisterschaftsspiele höchstens drei Monate betragen (DFB-Jugendordnung, § 3 Nr. 3b). Für Freundschafts- und Hallenspiele ist das Kind ab Eingang der vollständigen Wechselunterlagen sofort spielberechtigt. Den Stichtag legt dein Landesverband zwischen 1. Juni und 31. Juli fest; wie ein Wechsel mitten in der Saison läuft, zeigt die Checkliste Vereinswechsel im Winter.

    Organisation: So wird der Vereinsalltag familienfreundlicher

    Mit zwei Fußballkindern wird Planung zur Schlüsselkompetenz. Je klarer die Abläufe, desto weniger Stress entsteht.

    Wochenplan statt „Ad-hoc“-Chaos

    Erstelle einen einfachen Wochenplan (Papier am Kühlschrank oder Kalender-App).

    Ein guter Plan enthält:

    • Trainingszeiten + Treffpunkt
    • Fahrgemeinschaften
    • Wasch-/Trikotdienst
    • Pufferzeit für Stau, Umziehen, Snack

    Tipp: Plane bewusst Pausen ein. Kinder brauchen auch fußballfreie Tage, um mental frisch zu bleiben.

    Ausrüstung clever lösen

    Wenn zwei Kinder Fußball spielen, verdoppelt sich gefühlt die Ausrüstung. Mit System bleibt es entspannt.

    • Lege pro Kind eine eigene Tasche an (nicht „eine für beide“).

    • Nutze farbige Markierungen an Trinkflaschen und Schienbeinschonern.

    • Mache einen festen „Check“ vor dem Losfahren:

    • Schuhe

    • Schoner

    • Trinkflasche

    • Trikot

    Fahrgemeinschaften nutzen – ohne schlechtes Gewissen

    Viele Familien trauen sich nicht, Fahrten abzugeben. Dabei profitieren alle.

    • Kläre feste Tage: z. B. „Dienstag bringt Familie A, Donnerstag Familie B“.
    • Halte die Kommunikation kurz und verbindlich.
    • Denk an die Sitzplätze: Kinder unter 12 Jahren und unter 150 cm brauchen einen Kindersitz oder eine Sitzerhöhung, und es fahren nur so viele mit, wie es Gurte gibt. Mehr in Fahrgemeinschaften organisieren.

    Was kostet es, wenn zwei Kinder im selben Verein spielen?

    Diese Frage stellt sich jede Familie spätestens beim zweiten Kind – und viele stellen sie dem Verein nie.

    Geschwisterermäßigung und Familienbeitrag

    Vereine dürfen Beitragsermäßigungen für Familien festlegen, und viele tun das auch: als Geschwisterbeitrag, bei dem das zweite und jedes weitere Kind weniger zahlt, oder als gedeckelten Familienbeitrag für den ganzen Haushalt. Geregelt ist das in aller Regel nicht in der Satzung, sondern in der Beitragsordnung – einem eigenen Dokument, das die Mitgliederversammlung beschließt. Genau deshalb lässt es sich auch leichter ändern als eine Satzung.

    Was das für dich bedeutet:

    • Frag aktiv nach. Eine Ermäßigung wird selten von allein gewährt, besonders wenn die beiden Anmeldungen zeitlich getrennt eingehen.
    • Schau in die Beitragsordnung, nicht nur auf die Website. Dort steht, ob es einen Geschwistertarif gibt und ab welchem Kind er greift.
    • Gibt es keinen? Ein sachlicher Vorschlag an den Vorstand ist völlig legitim. Beitragsordnungen werden ohnehin regelmäßig überarbeitet, und familienfreundliche Tarife sind für Vereine ein Argument in der Mitgliedergewinnung.

    Die Posten neben dem Beitrag

    Der Mitgliedsbeitrag ist im Kinderfußball meist der kleinere Teil. Dazu kommen Schuhe, Trainingsanzug, Turniergebühren, Fahrten und Vereinsfeste – und die fallen bei zwei Kindern doppelt an.

    Hier lässt sich bei Geschwistern am meisten sparen:

    • Weitergeben statt neu kaufen: Trainingsanzüge, Torwarthandschuhe und Taschen überstehen oft zwei Kinder problemlos.
    • Eine Ausnahme sind Schuhe. Ein durchgelaufenes Fußbett taugt nicht zum Vererben – hier spart man am falschen Ende. Auch Schienbeinschoner müssen passen: „reinwachsen“ ist bei Schutzausrüstung keine Option.
    • Fördermöglichkeiten gibt es für Familien mit knappem Budget fast überall – vom Vereinssozialfonds bis zu kommunalen Programmen. Nachfragen kostet nichts und wird vertraulich behandelt.

    Richtwerte für Beiträge, typische Zusatzkosten und konkrete Wege zu Ermäßigungen findest du in Mitgliedsbeitrag Jugendfußball: Kosten & Hilfe DACH.

    Rollenklärung: Eltern, Trainer, Geschwister – wer macht was?

    Je klarer die Rollen, desto weniger Reibung.

    Wenn du gleichzeitig Elternteil und „Co-Trainer“ bist

    In vielen Vereinen unterstützen Eltern im Training. Bei Geschwistern kann das heikel werden, weil Kinder Bevorzugung vermuten.

    So bleibst du fair wahrnehmbar:

    • Gib Feedback nach klaren Kriterien (z. B. Einsatz, Aufmerksamkeit, Teamverhalten).
    • Vermeide Sonderbehandlungen: kein Extra-Torschuss „nur für dein Kind“.
    • Wenn möglich: Lass eine andere Trainerperson heikle Entscheidungen (Startelf, Position) erklären.

    Geschwister als Team – aber nicht als „Duo gegen den Rest“

    Geschwister geben sich Sicherheit. Gleichzeitig kann es passieren, dass sie sich im Training nur aneinander orientieren.

    Gute Impulse:

    • Bitte Trainer, Übungen regelmäßig mit wechselnden Partnern zu organisieren.
    • Ermutige beide Kinder, eigene Freundschaften im Team aufzubauen.

    Praktische Beispiele aus dem Vereinsleben (und passende Lösungen)

    Konkrete Situationen helfen, schnell die richtige Richtung zu finden.

    Beispiel 1: Das ältere Kind „coacht“ das jüngere ständig

    Das kann nett gemeint sein, wirkt aber schnell bevormundend.

    Lösung:

    • Klare Familienregel: Coaching übernimmt der Trainer, nicht das Geschwisterkind.
    • Alternative anbieten: „Du darfst anfeuern – aber keine Anweisungen geben.“

    Beispiel 2: Das jüngere Kind möchte „auch Stürmer“ sein

    Wenn das ältere Geschwister im Sturm spielt, will das jüngere oft nachziehen.

    Lösung:

    • Erkläre Positionsrollen kindgerecht: Jede Position hat Aufgaben.
    • Zeige Vorbilder für verschiedene Rollen: Verteidiger, Mittelfeld, Torwart.
    • Nutze kleine Technikziele zuhause (ohne Druck): z. B. Ballan- und mitnahme, Pass gegen die Wand.

    Für spielnahe Übungsimpulse eignet sich z. B. Torschuss aus der Bewegung – ideal, wenn ein Kind mehr Selbstvertrauen beim Abschluss braucht.

    Beispiel 3: Streit nach dem Training über „wer besser war“

    Hier geht es selten um Fußball – oft um Anerkennung.

    Lösung:

    • Führe eine „Stärken-Sprache“ ein: Jeder nennt eine Stärke des anderen.
    • Belohne Teamverhalten: „Cool, dass du deinem Bruder nach dem Fehlpass geholfen hast.“

    Motivation & Entwicklung: So unterstützt du beide Kinder individuell

    Kinder entwickeln sich unterschiedlich schnell. Das ist normal – und wichtig.

    Setze individuelle Ziele statt Geschwister-Ziele

    Statt „Ihr sollt beide mehr Tore schießen“ funktionieren persönliche Mini-Ziele besser:

    • „Heute traust du dich 3 Dribblings.“
    • „Du gehst nach Ballverlust sofort ins Gegenpressing (schnelles Zurückerobern).“
    • „Du sprichst im Spiel 5-mal mit Mitspielern.“

    Achte auf Überlastung

    Wenn beide Kinder im gleichen Verein sind, steigt die Fußball-Dichte schnell: Training, Spiel, Turnier, Vereinsfest.

    Warnsignale:

    • Bauchweh vor dem Training
    • Schlafprobleme vor Spieltagen
    • plötzliche Lustlosigkeit

    Dann hilft: kurzfristig Druck rausnehmen, mit Trainern sprechen und Prioritäten setzen. Als Faustregel empfehlen Sportmediziner der US-Kinderärztevereinigung AAP mindestens ein bis zwei Tage pro Woche ohne Training und Wettkampf, für jedes Kind einzeln gerechnet. Wie du die Woche für zwei Fußballkinder planst, zeigt Schule + Fußball: Wochenplan für Familien.

    Wenn ein Kind aufhören oder wechseln will, das andere aber bleibt

    Früher oder später kommt bei vielen Geschwisterpaaren der Moment, in dem nur noch eines Fußball spielen will. Das ist kein Scheitern, sondern ein Zeichen, dass beide Kinder eigene Interessen entwickeln.

    So gehst du damit um:

    • Ursache klären, bevor entschieden wird. Steckt Unlust am Fußball dahinter, Ärger im Team oder der ständige Vergleich mit dem Geschwisterkind? Je nach Antwort hilft etwas anderes. Wie du die Gründe herausfindest, zeigt Mein Kind will nicht mehr trainieren – was tun?.
    • Die Entscheidung des einen Kindes nicht zur Frage des anderen machen. Das bleibende Kind soll weder Schuldgefühle haben noch „mitgehen“ müssen.
    • Einen eigenen Verein für eines der Kinder ernsthaft prüfen, wenn der Vergleich im gemeinsamen Verein das eigentliche Problem ist. Eigene Mitspieler und ein eigener Trainer nehmen oft schnell Druck raus. Bis zum jüngeren D-Jahrgang ist ein Wechsel zum Stichtag ohne Wartezeit möglich (siehe oben).
    • Die Logistik neu planen. Zwei Vereine oder zwei Sportarten bedeuten mehr Fahrten, Fahrgemeinschaften werden dann noch wichtiger.

    Jüngere Geschwister am Spielfeldrand

    Oft ist noch ein kleines Geschwisterkind beim Training oder Spiel dabei. Kläre vorher, wer auf es aufpasst: Trainerinnen und Trainer sind für ihre Mannschaft da und können nicht nebenbei ein mitgebrachtes Kind betreuen. Ein eigener Ball, ein fester Platz neben dem Feld und Abstand zu Toren und Schussbahnen machen den Nachmittag für alle entspannter. Ab wann und wie das Kleine selbst mit Fußball anfangen kann, erklärt Fußball für Kleinkinder.

    Kommunikation mit dem Verein: So schaffst du Klarheit

    Gute Kommunikation verhindert Missverständnisse.

    • Sprich früh über organisatorische Themen (Abholzeiten, Wechsel zwischen Teams).
    • Wenn ein Kind unzufrieden ist: erst zuhören, dann sachlich mit dem Trainer klären.
    • Bleib lösungsorientiert: „Was wäre ein realistischer nächster Schritt?“

    Fazit: Geschwister im gleichen Verein – mit Struktur wird’s ein Vorteil

    Geschwister im gleichen Verein können den Familienalltag erleichtern und Kindern ein starkes Zugehörigkeitsgefühl geben. Entscheidend ist, dass du Vergleichsdruck reduzierst, Rollen klar hältst und jedes Kind individuell wahrnimmst. Mit festen Abläufen, fairer Kommunikation und kleinen Ritualen wird aus möglicher Konkurrenz oft echte Unterstützung – und Fußball bleibt das, was er sein soll: ein Ort für Freude, Bewegung und Teamgeist.

    Wenn du zusätzlich an der Spiel- und Trainingsqualität arbeiten willst, können Zielspiele und einfache Übungsformen helfen – zum Beispiel über Schusspräzision in der Halle: 8 Zielspiele (U8–U13).

    Mehr zur Bambini (U7)

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    Häufig gestellte Fragen

    Das hängt weniger vom Familienwunsch ab, sondern vom Alter, Entwicklungsstand und sozialen Bedarf der Kinder. Im gleichen Team profitieren manche Kinder von Vertrautheit, andere vergleichen sich zu stark oder hängen zu sehr aneinander. Sinnvoll ist: erst prüfen, ob beide Kinder eigene Freundschaften aufbauen, sich im Training frei entfalten und die Teamzuordnung sportlich passt. Wenn Konflikte zunehmen, kann ein Wechsel in unterschiedliche Teams (z. B. nach Jahrgang) entlasten.

    Wichtig ist, Spielzeit nicht als Maß für „Wert“ zu behandeln. Sprich zuhause über Faktoren wie Trainingseinsatz, Lernziele, Teamrollen und körperliche Entwicklung. Hilfreich sind individuelle Ziele pro Kind und ein Gespräch mit dem Trainer, wenn Unklarheit besteht. Achte darauf, am Spielfeldrand nicht zu vergleichen oder Druck aufzubauen – das verschärft die Situation meist.

    Setze klare Gesprächsregeln: keine gegenseitige Kritik direkt nach dem Spiel, stattdessen nennt jedes Kind ein Highlight. Verlege Analysen auf später oder lass sie ganz weg, wenn Emotionen hoch sind. Oft hilft auch, die Heimfahrt als „Ruhezone“ zu definieren. Wenn Streit dauerhaft bleibt, lohnt sich ein kurzes Gespräch mit beiden Kindern: Was triggert den Konflikt – Anerkennung, Neid, Rollen im Team oder Kommentare von außen?

    Kläre zuerst die Ursache: Unlust am Fußball, Ärger im Team oder der ständige Vergleich mit dem Geschwisterkind brauchen unterschiedliche Lösungen. Die Entscheidung des einen Kindes sollte nicht zur Pflicht für das andere werden; das bleibende Kind spielt ohne Schuldgefühle weiter. Ist der Vergleich im gemeinsamen Verein das eigentliche Problem, kann ein eigener Verein für eines der Kinder den Druck nehmen. Bis zum jüngeren D-Jahrgang ist ein Wechsel zum Stichtag ohne Wartezeit möglich.

    Häufig ja – Vereine dürfen Beitragsermäßigungen für Familien festlegen, und viele nutzen das: entweder als Geschwistertarif, bei dem das zweite und jedes weitere Kind weniger zahlt, oder als gedeckelten Familienbeitrag für den ganzen Haushalt. Geregelt wird das in der Beitragsordnung, die die Mitgliederversammlung beschließt – nicht in der Satzung. Schau also dort nach und frag im Zweifel aktiv im Verein nach: Eine Ermäßigung wird selten automatisch gewährt, besonders wenn die Anmeldungen der Kinder zeitlich getrennt eingegangen sind. Gibt es gar keinen Geschwistertarif, ist ein sachlicher Vorschlag an den Vorstand durchaus üblich.

    In der Regel ja – der Einsatz in einer höheren Altersklasse ist nach den Jugendordnungen der Landesverbände grundsätzlich erlaubt, in Niedersachsen zum Beispiel nach § 3 Abs. 5 der NFV-Jugendordnung. Umgekehrt geht es nicht: Das ältere Kind darf nur im Ausnahmefall aufgrund einer Behinderung und mit fachärztlichem Gutachten in einer jüngeren Altersklasse spielen. Ob das „Hochspielen“ deinem jüngeren Kind guttut, klärst du am besten mit dem Trainer: Es sollte dort echte Spielzeit und Erfolgserlebnisse bekommen, nicht nur mitlaufen.

    Ja. Gemischte Mannschaften aus Junioren und Juniorinnen sind nach der DFB-Jugendordnung zulässig; ab den C-Junioren brauchen Mädchen dafür die Zustimmung der Erziehungsberechtigten. Außerdem können die Landesverbände Juniorinnen auf Antrag des Vereins die Spielberechtigung für eine Junioren-Mannschaft der nächstniedrigeren Altersklasse erteilen – damit kann ein Mädchen unter Umständen mit dem jüngeren Bruder zusammenspielen. In Österreich und der Schweiz gelten die Regelungen von ÖFB bzw. SFV.

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