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    Mittelfeldpressing: 4-4-2 vs. 4-3-3 Übungen (U16/U17)

    Diese Übung zeigt dir, wie du Mittelfeldpressing in der U16/U17 praxisnah trainierst und die Unterschiede zwischen 4-4-2 und 4-3-3 herausarbeitest. Mit Zonenfeld, klaren Triggern und Coaching-Punkten für einen leichten Einstieg.

    Tobias Brenner
    25. Jan. 2026
    Aktualisiert: 25. Jan. 2026
    6 Min.

    Mittelfeldpressing wirkt für viele U16/U17-Teams zunächst „zu taktisch“ – dabei lässt es sich als einfaches, klares Verhalten trainieren: Räume schließen, Passwege lenken, gemeinsam nachschieben. Genau das leistet diese Übung. Du vergleichst dabei zwei häufige Ordnungen: 4-4-2 (zwei Viererketten) gegen 4-3-3 (Dreier-Mittelfeld plus Flügel). Wer erkennt schneller, wo der Ball hin „darf“ – und wo nicht?

    Übungsname & Ziel

    Übungsname: „Mittelfeldpressing-Zonen: 4-4-2 vs. 4-3-3“

    Ziel:

    • Mittelfeldpressing als Teamverhalten erlernen (Lenken, Verdichten, Ballgewinne)
    • Unterschiede in den Laufwegen und Abständen von 4-4-2 und 4-3-3 verstehen
    • Kommunikation, gemeinsames Nachschieben und Pressing-Trigger (Auslöser) erkennen

    Tipp: Wenn du vorher Grundlagen auffrischen willst, hilft dir der Überblick aus C-Jugend Training: Pressing & Spielaufbau Basics.

    Material, Spieleranzahl, Dauer

    Material:

    • 12–16 Markierungshütchen (Zonen & Linien)
    • 2 Minitore (oder 2 Stangentore)
    • Leibchen in 2 Farben

    Spieleranzahl:

    • Minimum: 12 (6 vs. 6)
    • Optimal: 16–18 (8 vs. 8 oder 9 vs. 9)
    • Maximum: 20 (10 vs. 10, dann Feld etwas vergrößern)

    Dauer: 20–25 Minuten (Hauptteil), optional +10 Minuten Spielform-Anschluss

    Feldgröße: ca. 40 x 30 m, in 3 horizontale Zonen teilen (Aufbauzone – Mittelfeldzone – Angriffszone). In der Angriffszone stehen die beiden Minitore nebeneinander mit 6–8 m Abstand.

    Aufbau & Organisation

    • Du markierst ein Rechteck (40 x 30 m) und teilst es mit Hütchen in drei Zonen.
    • Team A (Ballbesitz) startet in der Aufbauzone und versucht, kontrolliert in die Angriffszone zu kommen und dort auf die Minitore abzuschließen.
    • Team B verteidigt im Mittelfeldpressing: Es darf erst aktiv attackieren, sobald der Ball die Mittelfeldzone erreicht (oder sobald ein Trigger ausgelöst wird – siehe Coaching).
    • Nach jedem Durchgang wechselst du die Verteidigungsordnung: einmal 4-4-2, einmal 4-3-3 (angepasst an deine Spielerzahl).

    Schritt-für-Schritt Anleitung

    1. Teams einteilen & Rollen klären

      • Team A: Ballbesitz/Spielaufbau.
      • Team B: Pressingteam.
      • Lege fest, welche Ordnung Team B spielt: zuerst 4-4-2, danach 4-3-3.
    2. Startsignal: Aufbau unter moderatem Druck

      • Team A beginnt in der Aufbauzone mit Ball.
      • Team B positioniert sich kompakt an der Grenze zur Mittelfeldzone und verschiebt seitlich.
    3. Pressingstart in der Mittelfeldzone

      • Sobald Team A in die Mittelfeldzone passt/dribbelt, darf Team B aktiv pressen.
      • Ziel Team B: Ballgewinn oder erzwungener Rückpass/Fehlpass.
    4. Lenken statt blind jagen

      • In der 4-4-2-Variante liegt der Fokus auf zwei Stürmern, die den Spielaufbau auf eine Seite lenken.
      • In der 4-3-3-Variante lenkt meist der Mittelstürmer, während die Flügelstürmer Passwege nach außen kontrollieren.
    5. Ballgewinn → schnelle Aktion

      • Gewinnt Team B den Ball, hat es 6 Sekunden, um in die Angriffszone zu kommen und auf die Minitore abzuschließen.
      • So trainierst du direkt das Umschalten nach Ballgewinn, ohne die Pressingidee zu verwässern.
    6. Punktesystem & Wechsel

      • Tor Team A: 1 Punkt.
      • Ballgewinn Team B + Abschlussversuch innerhalb 6 Sekunden: 1 Punkt (Tor = 2 Punkte).
      • Nach 3–4 Minuten: kurzer Stopp, Coaching, dann nächste Runde.
    7. Ordnungswechsel: 4-4-2 ↔ 4-3-3

      • Gleiche Aufgabe, aber neue Staffelung.
      • Leitfrage an die Spieler: „Wo entstehen in dieser Ordnung die Lücken – und wie schließen wir sie?“

    Variationen (für verschiedene Altersgruppen)

    Variation 1: U14/U15 (leichter)

    • Erlaube Team B erst Pressing, wenn Team A zwei Kontakte in der Mittelfeldzone hatte.
    • Reduziere die Zonenbreite (z. B. 36 x 28 m), damit Abstände leichter zu halten sind.

    Variation 2: U16/U17 (Standard)

    • Pressingstart sofort beim Eintritt in die Mittelfeldzone.
    • Trigger-Regel: Pressing „voll“ bei Rückpass, schlechtem ersten Kontakt oder Pass auf den Außenspieler.

    Variation 3: Leistungsstark (schwerer)

    • Team A spielt mit maximal 2 Kontakten in der Mittelfeldzone.
    • Team B bekommt Zusatzpunkt, wenn es den Ballgewinn über einen abgeschnittenen Passweg erzwingt (Interception statt Tackling).

    Coaching-Tipps (was du aktiv coachen solltest)

    • Abstände: Zwischen den Ketten 8–12 m, innerhalb der Kette 6–10 m – sonst entstehen „Schlupflöcher“.
    • Deckungsschatten erklären: Der anlaufende Spieler stellt mit seinem Körper einen Passweg zu (Schatten), statt nur den Ball zu jagen.
    • Pressing-Trigger benennen: Rückpass, offener erster Kontakt, Pass in die Seitenlinie, hoher Ball.
    • Gegenbewegung beim Anlaufen: Erst antäuschen/kurz lösen, dann explosiv pressen – ähnlich wie beim Freilaufen. Dazu passt: Gegenbewegung beim Freilaufen erklärt (U10+).
    • Restverteidigung im Blick: Auch im Mittelfeldpressing muss jemand absichern. Wenn der Gegner überspielt, darf es nicht sofort brennen. Ergänzend: Restverteidigung einfach erklärt (U12+).

    Typische Fehler – und schnelle Korrekturen

    • Alle laufen auf den Ball: Stoppe kurz und frage: „Wer sichert? Wer schneidet den Passweg?“
    • Kette zu breit: Markiere eine „Leitlinie“ (Hütchenreihe) und fordere: „Innen bleiben, Außen lenken!“
    • Zu wenig Kommunikation: Gib einfache Kommandos vor: „Schieb!“, „Druck!“, „Sicher!“ – kurz, laut, einheitlich.

    FAQ

    Wie erkennst du, ob dein Team im Mittelfeldpressing wirklich kompakt ist?

    Wenn der Gegner kaum durch die Mitte spielen kann und häufig nach außen oder zurück muss, stimmt die Kompaktheit. Achte besonders auf den Abstand zwischen erster und zweiter Linie: Wird er zu groß, kann der Gegner zwischen den Linien aufdrehen.

    Was ist für U16/U17 der wichtigste Unterschied zwischen 4-4-2 und 4-3-3 im Pressing?

    Im 4-4-2 lenken oft zwei Stürmer gemeinsam und die Viererkette im Mittelfeld verschiebt sehr geschlossen. Im 4-3-3 ist die erste Linie häufig breiter (Flügelstürmer), während das Dreiermittelfeld die Halbräume sichern muss. Dadurch ändern sich Laufwege und Zuständigkeiten beim Nachschieben.

    Wie verhinderst du, dass Mittelfeldpressing zu passiv wird?

    Arbeite mit klaren Pressing-Triggern und Zeitfenstern (z. B. 6 Sekunden nach Ballgewinn). So bleibt das Verhalten aktiv, ohne dass die Ordnung verloren geht. Zusätzlich hilft ein Punktesystem, das Ballgewinne belohnt.

    Häufig gestellte Fragen

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