Pressinghöhe: hoch, mittel, tief einfach erklärt
Die Pressinghöhe zeigt, in welcher Spielfeldzone dein Team den Gegner unter Druck setzt. Hier lernst du hoch, mittel und tief pressen mit einfachen Kinderfußball-Beispielen kennen.
Die Pressinghöhe beschreibt, wo auf dem Spielfeld dein Team den Gegner aktiv unter Druck setzt – also ob ihr hoch, mittel oder tief presst.
Was bedeutet Pressinghöhe im Kinderfußball?
Die Pressinghöhe ist ein Teil der Pressing-Taktik: Dein Team entscheidet, in welcher Zone ihr den Ball zurückerobern wollt. Je höher die Pressinghöhe, desto näher greift ihr am gegnerischen Tor an. Klingt einfach – aber welche Variante passt zu Kindern?
Wichtig: Im Kinderfußball geht es weniger um perfekte Taktik, sondern um klare, kindgerechte Regeln. Kinder brauchen Orientierung: Wer läuft an? Wer sichert? Was passiert, wenn der Gegner überspielt?
Die drei Pressinghöhen einfach erklärt
Hoch pressen (hohes Pressing)
Beim hoch pressen greift ihr schon in der Nähe des gegnerischen Strafraums oder in deren Spielaufbau-Zone an. Ziel: schnelle Ballgewinne und sofortige Torchancen.
- Vorteile: Viele Ballgewinne nah am Tor, schnelle Erfolgserlebnisse
- Risiken: Hinter der ersten Pressinglinie entsteht viel Raum
- Passt gut, wenn: Kinder mutig sind, gut anlaufen und als Team nachschieben
Praxisbeispiel (U9/U10): Nach Abstoß oder Pass zum Verteidiger sprintet der vorderste Spieler an, die Mitspieler rücken nach und decken kurze Passwege zu.
Mittleres Pressing
Beim mittleren Pressing wartet dein Team kompakter im Mittelfeld und startet den Zugriff, sobald der Gegner in eure Zone spielt.
- Vorteile: Gute Balance aus Sicherheit und Druck
- Risiken: Wenn ihr zu passiv seid, kann der Gegner in Ruhe aufbauen
- Passt gut, wenn: Kinder schon Grundprinzipien wie „zusammen bleiben“ verstehen
Praxisbeispiel (U11/U12): Das Team stellt Passwege ins Zentrum zu und läuft erst an, sobald ein Pass ins Mittelfeld kommt.
Tiefes Pressing
Beim tiefen Pressing zieht sich dein Team in die eigene Hälfte zurück und verteidigt näher am eigenen Tor. Ziel: Räume eng machen und Konter starten.
- Vorteile: Weniger Raum hinter der Abwehr, mehr Kontrolle in Tornähe
- Risiken: Der Gegner hat viel Ballbesitz, ihr braucht Geduld
- Passt gut, wenn: Der Gegner sehr stark ist oder dein Team körperlich unterlegen ist
Praxisbeispiel (U10+): Alle Spieler sind „hinter dem Ball“, ihr verteidigt zuerst das Zentrum und klärt konsequent.
Woran erkennst du die richtige Pressinghöhe?
Frag dich (oder dein Team): Wollen wir heute mutig attackieren – oder erst sicher stehen? Für Kinder sind klare Auslöser hilfreich:
- Bei Rückpass zum Torwart: hoch pressen
- Bei schlechtem ersten Kontakt: sofort Druck
- Bei starker gegnerischer Technik: eher mittel/tief
Damit Pressing nicht chaotisch wird, braucht ihr Absicherung. Genau hier hilft der Begriff Restverteidigung: Wer bleibt hinten, wenn vorne gepresst wird? Mehr dazu findest du in Restverteidigung einfach erklärt (U12+).
Verwandte Begriffe (kurz erklärt)
- Spielaufbau: Wie ein Team kontrolliert von hinten nach vorne spielt. Praxisnah für ältere Jahrgänge: C-Jugend Training: Pressing & Spielaufbau Basics
- Freilaufen & Gegenbewegung: Wie sich Kinder anbieten, um Pressing zu lösen. Siehe Gegenbewegung beim Freilaufen erklärt (U10+)
Häufig gestellte Fragen
Ähnliche Begriffe im Lexikon
Angriffspressing
Angriffspressing ist frühes, hohes Pressing im gegnerischen Spielaufbau, um schnell den Ball zu gewinnen oder Fehler zu erzwingen.
Ballbesitz
Ballbesitz heißt, dass dein Team den Ball kontrolliert spielt und Aktionen wie Passen, Dribbeln oder Schießen vorbereiten kann.
Ballferne Seite
Ballferne Seite = die Spielfeldseite, auf der der Ball nicht ist. Dort helfen Breite und Tiefe, freie Räume zu nutzen und Anspielstationen zu schaffen.
Ballnah vs. ballfern
Ballnah heißt nah am Ball unterstützen, ballfern heißt weg vom Ball Räume für Breite, Tiefe und Absicherung besetzen.
Breitengeber & Tiefengeber
Breitengeber stehen außen und machen das Feld breit, Tiefengeber bieten sich nach vorne an und schaffen Tiefe. So verbessert sich die Raumaufteilung im Kinderfußball.
Deckungsschatten: Gegner decken ohne Tackling
Der Deckungsschatten hilft Kindern, Passwege zu schließen, ohne hart in den Zweikampf zu gehen