Querpass: Begriff kindgerecht erklärt
Ein Querpass ist ein seitlicher Pass, der Ballbesitz sichert und Druck löst. Du erfährst, wann er im Kinderfußball sinnvoll ist und wie Kinder ihn leicht lernen.
Ein Querpass ist ein Pass, der seitlich (also quer zur Spielrichtung) zu einem Mitspieler gespielt wird, statt nach vorne Richtung Tor.
Merke: Quer spielen ist kein Rückzieher, sondern eine Entscheidung: Vorne zu? Dann quer oder zurück. Vor dem eigenen Tor ist der Querpass aber der riskanteste Pass überhaupt – dort nur spielen, wenn der Mitspieler wirklich frei ist.
Was bedeutet „Querpass“ im Fußball?
Ein Querpass (oft auch: Pass quer spielen) hilft dir, den Ball sicher zu halten und das Spiel neu zu ordnen. Stell dir vor: Vor dir steht ein Gegner, der den Weg nach vorne zustellt. Anstatt den Ball riskant durch die Mitte zu spielen, passt du seitlich zu einem freien Mitspieler. So bleibt dein Team in Ballbesitz und kann den Angriff besser vorbereiten.
Wichtig: Ein Querpass ist nicht „schlecht“ oder „ängstlich“. Er ist ein Werkzeug, um Tempo zu kontrollieren, Druck zu lösen und den Gegner zum Laufen zu bringen. Gerade im Spielaufbau im Kinderfußball ist das Gold wert, weil Kinder noch lernen, Räume zu erkennen und Entscheidungen zu treffen.
Ab welchem Alter ist der Querpass ein Thema?
Hier lohnt ein genauer Blick, denn bei den Jüngsten gilt etwas anderes als bei älteren Kindern:
| Altersstufe | Einordnung | Was das für den Querpass heißt |
|---|---|---|
| G- und F-Jugend (bis U9) | Spielalter. Laut WFV-Leitfaden 2026/27 stehen Dribbling und Torschuss in der Entwicklung vor dem Passspiel. | Mutiges Dribbeln nach vorne ist erwünscht. Ein Querpass entsteht vor allem vor dem Tor („rüberlegen“), nicht als Sicherheitspass. |
| E-Jugend (U10/U11) | Übergang zum Lernalter, taktische Grundregeln für Raumorientierung. | Kinder lernen die Entscheidung „vorne zu – dann quer“. Dribblings bleiben erlaubt. |
| D-Jugend (U12/U13) | Gruppentaktische Grundlagen für das Spielen im Raum. | Querpass als Teil von Spielaufbau und Seitenwechsel, mit Blick auf das Risiko vor dem eigenen Tor. |
Wer einem F-Junior ständig „Spiel ab!“ zuruft, nimmt ihm das 1 gegen 1, in dem er gerade am meisten lernt.
Warum ist der Querpass für Kinder sinnvoll?
Ab der E-Jugend verlieren Kinder den Ball oft, weil sie auch gegen zwei, drei Gegenspieler „nach vorne“ wollen. Ein Querpass macht es dann leichter, den Ball zu sichern:
- Mehr Zeit: Seitlich ist oft mehr Platz als nach vorne.
- Bessere Winkel: Der Mitspieler kann den Ball offener annehmen.
- Gegner verschieben: Der Gegner muss rüberlaufen – dadurch entstehen später Lücken, und du kannst das Spiel sogar auf die andere Seite verlagern. Den Begriff dazu erklärt die Spielverlagerung.
Frag dich als Trainer oder Elternteil: Muss dein Kind wirklich jeden Ball nach vorne spielen – oder ist „erst sichern, dann angreifen“ manchmal die bessere Lösung?
Beispiele aus dem Kinderfußball (leicht verständlich)
Beispiel 1: Querpass unter Druck
Dein Kind hat den Ball am Flügel, ein Gegenspieler kommt schnell. Statt ins Dribbling zu gehen, spielt es einen Querpass zu einem Mitspieler in der Mitte, der frei steht. Ergebnis: Ballbesitz bleibt, das Team kann neu aufbauen.
Beispiel 2: Querpass vor dem Tor (die „rüberlegen“-Situation)
Ein Spieler dribbelt Richtung Tor, der Torwart kommt raus. Neben ihm läuft ein Mitspieler frei mit. Ein kurzer Querpass – und der Mitspieler schiebt ein. Das ist ein klassischer Moment, den du auch im Artikel zum Angriff im 2-gegen-1: Pass oder Dribbling? (U9+) wiederfindest.
Beispiel 3: Querpass als Vorbereitung fürs 1 gegen 1
Nach einem Querpass bekommt ein Außenspieler den Ball mit mehr Platz und kann ins Dribbling gehen. Dazu passen Übungen aus 1 gegen 1 als Angreifer: 8 Finten-Spiele (U10–U15).
Woran erkennst du einen guten Querpass?
Ein guter Querpass ist scharf genug, damit kein Gegner dazwischengeht, aber kontrolliert, damit der Mitspieler ihn sauber annehmen kann. Die passende Technik ist meist der Innenseitstoß, laut DFB-Trainerportal die wichtigste Technik im Zusammenspiel.
- Kopf hoch vor dem Pass: Wer ist frei?
- Pass in den Lauf (wenn möglich), nicht „auf den Fuß festnageln“
- Richtiger Moment: Quer, wenn nach vorne zu riskant ist
Üben lässt sich das in einfachen Passformen wie dem Kurzpassspiel im Kinderfußball oder Schritt für Schritt mit der Methodischen Reihe Passspiel.
Wann ist ein Querpass gefährlich?
- Vor dem eigenen Tor: Wird ein langsamer Querpass abgefangen, steht der Gegner frei vor dem Tor.
- Ohne Not: Ralf Rangnick nannte beim BDFL-Trainerkongress 2008 „unnötige Querpässe“ ausdrücklich als Signal, bei dem die verteidigende Mannschaft ins Pressing gehen soll. Wer ohne Grund quer spielt, lädt den Gegner also zum Angreifen ein.
- Zu langsam: Ein Querpass läuft quer vor den Gegnern entlang. Je langsamer der Ball, desto mehr Zeit hat ein Gegner zum Dazwischenlaufen.
Verwandte Begriffe (kurz erklärt)
- Steilpass: Pass nach vorne in die Tiefe, oft hinter die Abwehr.
- Rückpass: Pass zurück, um Druck zu lösen und neu aufzubauen.
- Doppelpass: Zwei schnelle Pässe, um an einem Gegner vorbeizukommen.
- Ballbesitz sichern: Bewusst so spielen, dass der Ball im Team bleibt – Querpass ist dafür ein Kernmittel.
Häufig gestellte Fragen
Ähnliche Begriffe im Lexikon
Linie überspielen
Linie überspielen bedeutet: Du spielst den Ball so, dass er an einer Reihe von Gegenspielern vorbei zu einem Mitspieler kommt – also „durch“ oder „über“ eine Abwehrlinie.
Ballbesitz
Ballbesitz bedeutet im Kinderfußball: Dein Team hat den Ball unter Kontrolle und kann damit dribbeln, passen oder aufs Tor schießen, während der Gegner versucht, ihn zurückzuerobern.
Dritter Mann
Spielprinzip, bei dem ein Pass über einen Mitspieler weitergeleitet wird, sodass ein dritter Spieler frei anspielbar ist und mit Vorteil weiterspielen kann.
Tempo rausnehmen
„Tempo rausnehmen“ bedeutet, das Spieltempo bewusst zu senken, um wieder Kontrolle zu bekommen – meist durch sichere Pässe, Ballhalten und bessere Entscheidungen am Ball.
Rückraum
Der Rückraum ist der Raum vor dem Tor, den die Angreifer beim Sturm aufs Tor hinter sich lassen – meist zentral an der Strafraumgrenze.
Schnittstellenpass
Ein Schnittstellenpass ist ein Pass durch die Lücke zwischen zwei Gegenspielern – meist in Richtung Tor. Oft wird er auch Steckpass oder Pass in die Tiefe genannt.
Übungen zu "Querpass"
Diese Übungen wenden den Begriff praktisch an