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    Schnelligkeit trainieren mit Kindern

    Schnelligkeit im Kinderfußball bedeutet mehr als Sprinten: Reaktion, Antritt und Richtungswechsel zählen. Mit kurzen, spielerischen Übungen und genug Pausen förderst du Tempo ohne Überforderung.

    Tobias Brenner
    27. Nov. 2025
    Aktualisiert: 12. Jan. 2026
    5 Min.

    Schnelligkeit begeistert Kinder – weil sie sofort spürbar ist. Wer zuerst am Ball ist, einen Gegenspieler überläuft oder nach einem Richtungswechsel wieder Tempo aufnimmt, erlebt Erfolgsmomente. Genau deshalb lohnt sich schnelligkeit training kinder im Fußball schon früh – aber richtig dosiert, spielerisch und ohne Leistungsdruck. Denn bei Kindern geht es nicht um Sprintwerte wie bei Erwachsenen, sondern um Bewegungsqualität, Koordination und Spaß. Wie schaffst du es also, Schnelligkeit zu fördern, ohne dein Kind zu überfordern?

    Was bedeutet „Schnelligkeit“ im Kinderfußball wirklich?

    Schnelligkeit ist mehr als „einfach schnell rennen“. Im Kinderfußball besteht sie aus mehreren Bausteinen:

    • Reaktionsschnelligkeit: Starten auf ein Signal (Pfiff, Zuruf, Ballbewegung)
    • Antrittsschnelligkeit: Die ersten 1–5 Meter explosiv beschleunigen
    • Aktionsschnelligkeit: Eine Bewegung schnell ausführen (z. B. Ball mitnehmen, passen, schießen)
    • Schnelligkeit mit Richtungswechsel: Stop-and-go, Drehungen, Ausweichen
    • Spielintelligenz (indirekt): Wer Situationen früh erkennt, wirkt „schneller“

    Gerade bei Kindern entscheidet oft nicht der Topspeed, sondern: Wer startet zuerst? Wer bremst besser? Wer kann schneller umschalten?

    Ab welchem Alter ist Schnelligkeitstraining sinnvoll?

    Kinder können Schnelligkeit schon im frühen Alter trainieren – aber anders als Erwachsene. In den Altersklassen Bambini bis E-Jugend stehen vielseitige Bewegungserfahrungen im Vordergrund.

    • U6–U8 (Bambini/F-Jugend): Spielerisch reagieren, sprinten, fangen, ausweichen. Kurze Belastungen, viele Pausen.
    • U9–U11 (E-Jugend): Mehr Struktur möglich: Startformen, kleine Wettkämpfe, erste Sprint- und Richtungswechsel-Drills.
    • U12+ (D-Jugend): Technik unter Tempo, saubere Lauftechnik, dosierte Wiederholungen.

    Wenn du dir unsicher bist, was altersgerecht ist, hilft dir auch der Überblick: Ab welchem Alter sollte mein Kind Fußball spielen?

    Grundprinzipien für schnelligkeit training kinder (Beginner)

    Damit Schnelligkeit wirklich besser wird, brauchst du keine komplizierten Programme. Wichtiger sind diese Basics:

    1) Kurz und maximal – nicht lang und müde

    Schnelligkeit trainierst du nur in frischem Zustand. Sobald Kinder müde werden, sinkt die Qualität.

    • Sprintdauer: meist 2–6 Sekunden
    • Wiederholungen: 4–10 pro Übung (je nach Alter)
    • Pausen: lang genug, damit wieder „maximal“ möglich ist (mind. 30–60 Sekunden, oft mehr)

    2) Qualität vor Quantität

    Lieber 6 saubere, explosive Starts als 20 „halbe“ Sprints. Achte auf:

    • aufrechte Haltung nach den ersten Schritten
    • aktiven Armeinsatz
    • kurze Bodenkontaktzeiten („leichtfüßig“)

    3) Spielerisch statt Drill

    Kinder lernen schneller, wenn sie ein Ziel haben: fangen, sammeln, gewinnen, Punkte holen. Frage dich: Kann die Übung auch ein Spiel sein?

    4) Viele Richtungswechsel – aber sauber

    Richtungswechsel sind im Fußball zentral. Wichtig ist, dass Kinder lernen:

    • abzubremsen (kleine Schritte vor dem Wechsel)
    • den Körperschwerpunkt zu senken
    • nach dem Wechsel wieder explosiv zu starten

    Die besten Übungen: Schnelligkeit spielerisch trainieren

    Hier kommen praxiserprobte Beginner-Formen. Du kannst sie im Training oder auf dem Bolzplatz nutzen.

    Übung 1: „Ampel-Sprints“ (Reaktion + Antritt)

    Aufbau: 10–15 m Strecke, Startlinie markieren.

    Ablauf:

    • Trainer/Eltern ruft Farben:
      • Grün = Sprint
      • Gelb = auf der Stelle trippeln
      • Rot = Stopp
    • Variationen: Klatschen statt Zuruf, Ball hochwerfen als Signal.

    Coaching-Tipp: Kinder sollen bei „Grün“ wirklich explosiv starten – nicht vorher „anschleichen“.

    Übung 2: „Kettenfangen“ (Schnelligkeit + Spaß)

    Aufbau: 15x15 m Feld.

    Ablauf:

    • 1 Fänger startet, berührt er jemanden, bilden beide eine Kette (Hand in Hand).
    • Die Kette fängt weiter.

    Warum gut? Viele kurze Sprints, Stopps, Richtungswechsel – ohne dass es sich wie Training anfühlt.

    Übung 3: „Zahlen-Sprint“ (Reaktion + Orientierung)

    Aufbau: 4 Hütchen im Quadrat (ca. 8–10 m), nummeriert 1–4.

    Ablauf:

    • Kind steht in der Mitte.
    • Trainer ruft eine Zahl → Kind sprintet zum Hütchen und zurück.
    • Steigerung: zwei Zahlen hintereinander (z. B. „2–4“).

    Tipp: Kurze Serien, dann Pause. Qualität hochhalten.

    Übung 4: „Balljagd“ (Antritt + Richtungswechsel)

    Aufbau: Jedes Kind hat einen Ball, ein „Jäger“ ohne Ball.

    Ablauf:

    • Jäger versucht, einen Ball wegzuspitzeln.
    • Wer den Ball verliert, wird neuer Jäger.

    Lerneffekt: Schnelle Antritte, Ausweichbewegungen, Ballabschirmung – sehr fußballspezifisch.

    Übung 5: Sprint + Abschluss (Tempo in Aktion)

    Schnelligkeit im Fußball endet selten ohne Ballaktion. Kombiniere daher Tempo mit Technik.

    Aufbau: Startlinie, 10 m Sprint, dann Ballannahme/Dribbling und Abschluss.

    Ablauf (einfach):

    • Kind sprintet 10 m, bekommt einen Pass, nimmt mit und schließt ab.

    Passend dazu: Wenn dein Kind den Abschluss unter Tempo verbessern soll, schau in den Beitrag Torschuss aus der Bewegung

    Wie baust du Schnelligkeit ins Training ein (ohne Chaos)?

    Schnelligkeit passt am besten früh in die Einheit, direkt nach dem Aufwärmen.

    Ein einfacher 60-Minuten-Plan (Beginner):

    • 10 Min: spielerisches Warm-up (Fangen, Dribbel-Variationen)
    • 10 Min: Schnelligkeitsblock (2 Übungen à 4–6 Wiederholungen)
    • 25 Min: Spielform (3v3/4v4, viele Ballkontakte)
    • 10 Min: Abschlussspiel / Turnierform
    • 5 Min: lockeres Auslaufen/Feedback

    Wichtig: Schnelligkeit ist kein „Extra“, sondern ein Baustein. Schon 10 Minuten gezielt reichen, wenn du es regelmäßig machst.

    Häufige Fehler beim Schnelligkeitstraining mit Kindern

    Diese Stolpersteine tauchen in vielen Teams auf – und du kannst sie leicht vermeiden:

    • Zu lange Sprints (z. B. 50–100 m): Das trainiert eher Ausdauer und macht die Technik schlampig.
    • Zu kurze Pausen: Kinder rennen dann „mittel“, nicht maximal.
    • Zu viel Vergleich und Druck: Schnelligkeit entwickelt sich individuell. Wachstumsschübe verändern alles.
    • Nur geradeaus: Fußball ist selten linear. Baue Kurven, Stopps, Drehungen ein.
    • Fehlende Motivation: Ohne Spielfreude wird jede Sprintübung zäh.

    Wenn die Motivation schwankt, hilft dir dieser Ansatz: Wie motiviere ich mein Kind beim Fußball?

    Sicherheit, Belastung und Fairness: Darauf solltest du achten

    Schnelligkeit ist explosiv – deshalb zählt ein guter Rahmen.

    • Untergrund prüfen: rutschig, Löcher, nasser Kunstrasen? Lieber anpassen.
    • Schuhe: passende Stollen/Multinocken.
    • Aufwärmen: kurze Lauf-ABC-Elemente (Anfersen, Kniehebelauf) kindgerecht einbauen.
    • Wettkämpfe dosieren: Nicht jedes Kind muss „gegen den Schnellsten“ antreten. Nutze Staffel- oder Punktsysteme.

    Fazit: Schnelligkeit fördern heißt Bewegungen besser machen

    schnelligkeit training kinder funktioniert am besten, wenn du es als Mischung aus Reaktion, Antritt, Richtungswechsel und Ballaktionen verstehst. Halte die Sprints kurz, die Pausen lang und den Charakter spielerisch. So entwickelt dein Kind nicht nur Tempo, sondern auch Koordination, Mut und Spielfreude – und genau das macht im Kinderfußball den Unterschied.

    Häufig gestellte Fragen

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