Spielform: 3 gegen 3 mit Minitoren
3 gegen 3 mit Minitoren ist eine einfache, spielnahe Kleinfeldspiel-Übung für Anfänger. Du förderst Dribbling, Freilaufen, Umschalten und viele Toraktionen in kurzer Zeit.
Übungsname: Spielform 3 gegen 3 mit Minitoren
Du suchst eine kleinfeldspiel übung für Einsteiger, die sofort Spielfreude erzeugt und gleichzeitig wichtige Grundlagen trainiert? Das 3 gegen 3 auf Minitoren ist eine der effektivsten Spielformen im Kinderfußball: viele Ballkontakte, viele 1-gegen-1-Situationen, viele Torchancen – und dadurch schnelle Lernfortschritte.
Ziel der Übung
- Spielintelligenz fördern: Freilaufen, Passwege erkennen, einfache Entscheidungen treffen
- 1-gegen-1 und Ballbehauptung unter Gegnerdruck verbessern
- Umschalten trainieren: nach Ballgewinn sofort angreifen, nach Ballverlust sofort verteidigen
- Torerfolgserlebnisse schaffen (Minitor = niedrigschwelliger Abschluss)
Tipp: Wenn du den Fokus stärker auf Abschlüsse legen willst, kombiniere die Spielform gedanklich mit Inhalten aus Torschuss aus der Bewegung.
Organisation: Material, Spieleranzahl, Dauer
Benötigte Materialien
- 8–12 Hütchen (Feldmarkierung)
- 2–4 Minitoren (oder Stangentore/Markierungstore)
- Mehrere Bälle (mind. 3–5, damit es ohne Pausen weitergeht)
- Leibchen in 2 Farben
Spieleranzahl (min–max)
- Minimum: 4 Spieler (2 gegen 2 als Notlösung)
- Optimal: 6 Spieler (3 gegen 3)
- Maximum: 12 Spieler (2 Felder parallel oder Rotationssystem)
Dauer
- 15–25 Minuten, z. B. 4–6 Durchgänge à 2–3 Minuten mit kurzen Trinkpausen
Feldaufbau
- Feldgröße als Beginner-Standard: 20 x 15 Meter (je nach Alter/Leistungsstand anpassen)
- Zwei Minitoren gegenüberliegend (je Team ein Tor) oder je Team zwei Minitoren nebeneinander für mehr Breite
- Bälle neben dem Feld bei dir als Trainer, damit du schnell einspielen kannst
Schritt-für-Schritt Anleitung
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Feld markieren und Tore aufstellen
- Lege ein Rechteck mit Hütchen aus.
- Stelle pro Team ein Minitor auf die Grundlinie (oder zwei Minitore pro Team mit 3–4 Metern Abstand).
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Teams einteilen (3 gegen 3)
- Gib Leibchen aus.
- Achte auf möglichst ausgeglichene Teams, damit das Spiel flüssig bleibt.
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Regeln kurz und klar erklären
- Ziel: Tore auf das gegnerische Minitor.
- Kein Torwart.
- Ball im Aus: Du spielst sofort einen neuen Ball ein (hohes Tempo).
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Spiel starten (2–3 Minuten)
- Starte mit Anstoß oder Einspiel von dir.
- Lass die Kinder frei spielen – die Spielform lebt von Eigenentscheidungen.
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Coaching-Fenster nutzen (10–20 Sekunden)
- Nach einem Durchgang kurz stoppen.
- Stelle eine Leitfrage: „Wie kannst du dich so anbieten, dass du anspielbar bist?“
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Nächster Durchgang mit Mini-Aufgabe
- Beispiel-Aufgabe: „Nach Ballgewinn zählt ein Tor doppelt, wenn ihr innerhalb von 5 Sekunden abschließt.“
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Rotation bei mehr als 6 Spielern
- Bei 7–9 Spielern: ein Wechselspieler rotiert alle 60–90 Sekunden rein.
- Bei 10–12 Spielern: zwei Felder parallel aufbauen.
Variationen für verschiedene Altersgruppen
U6/U7 (Bambini): einfacher und bewegungsreich
- Feld kleiner (15 x 12 Meter)
- Regel: Dribbling-Tor zählt immer (mutig ins 1-gegen-1)
- Optional: zwei Minitore pro Team, damit die Kinder automatisch „breiter“ spielen
U8/U9: erste Teamprinzipien
- Feld 20 x 15 bis 22 x 16 Meter
- Zusatzregel: Mindestens 1 Pass vor dem Tor (nur, wenn es den Spielfluss nicht killt)
- Coaching-Fokus: Freilaufen (seitlich lösen, nicht hinter dem Gegner stehen)
U10/U11: mehr Entscheidungsdruck
- Feld etwas größer (25 x 18 Meter)
- Zusatzregel: Kontaktbegrenzung (z. B. max. 3 Kontakte) – nur, wenn technisch passend
- Bonuspunkt für Tore nach Doppelpass oder Seitenwechsel
Hinweis für Eltern/Trainer: In dieser Spielform gibt es viele kleine Duelle – Niederlagen gehören dazu. Hilfreich ist ein klarer Umgang mit Emotionen, wie in Umgang mit Niederlagen im Kinderfußball beschrieben.
Coaching-Tipps (praxisnah und beginner-tauglich)
- Weniger reden, mehr spielen: Kurze Impulse, dann sofort weiter.
- Schlüsselbegriffe, die Kinder verstehen:
- „Breit machen“ (Abstand schaffen)
- „Dreh auf“ (offen annehmen)
- „Sofort nachsetzen“ (nach Ballverlust aktiv verteidigen)
- Lob für Lösungen, nicht nur für Tore: z. B. „Gute Idee, dass du dich seitlich angeboten hast!“
- Fairness und Spielfreude schützen: Wenn ein Team dauerhaft dominiert, passe Teams an oder gib dem schwächeren Team einen kleinen Vorteil (z. B. ein zusätzliches Minitor).
Typische Fehler – und schnelle Korrekturen
- Alle laufen zum Ball: Stelle zwei Minitore pro Team auf oder markiere „Breitenzonen“, die belohnt werden.
- Abschlüsse aus zu großer Distanz: Erinnere an „erst nah ans Tor, dann schießen“ und verweise auf Bewegungsabschluss (siehe Torschuss aus der Bewegung).
- Frust bei Gegentoren: Kurze Reset-Routine: Ball holen, tief durchatmen, neu starten. Das unterstützt die Lernkultur.
FAQ
Warum ist 3 gegen 3 eine so gute kleinfeldspiel übung?
Im 3 gegen 3 bekommen Kinder sehr viele Ballaktionen pro Minute: Dribblings, Pässe, Zweikämpfe und Abschlüsse. Dadurch lernen sie schneller als in großen Spielformen, in denen einzelne Kinder lange ohne Ball bleiben.
Welche Feldgröße passt für Anfänger?
Für Beginner funktioniert häufig 20 x 15 Meter sehr gut. Sind die Kinder überfordert, mach das Feld kleiner (mehr Kontrolle). Ist es zu eng und chaotisch, mach es etwas größer (mehr Zeit und Raum für Entscheidungen).
Wie sorgst du für ausgeglichene Teams ohne Frust?
Wechsle Teams nach jedem Durchgang oder gib dem schwächeren Team einen Vorteil (z. B. zwei Minitore, ein „Joker“ oder ein Tor zählt doppelt nach Ballgewinn). Wichtig ist, dass die Kinder das Gefühl behalten: „Wir können hier etwas schaffen.“