Trainingsplanung: Struktur für jede Einheit
Trainingsplanung gibt jeder Einheit im Kinderfußball einen roten Faden. Mit klaren Bausteinen lernen Kinder spielerisch, bleiben aktiv und haben mehr Erfolgserlebnisse.
KI-generiertes SymbolbildTrainingsplanung bedeutet, dass du eine Trainingseinheit bewusst strukturierst: mit klaren Zielen, passender Belastung und einem roten Faden von Anfang bis Ende.
Was ist Trainingsplanung im Kinderfußball?
Trainingsplanung ist mehr als „ein paar Übungen hintereinander“. Du legst vorher fest, was Kinder lernen sollen (Lernziel), wie sie es lernen (Methodik) und wie viel davon sinnvoll ist (Dosierung). Gerade im Einsteigerbereich hilft Planung, damit Training übersichtlich, kindgerecht und motivierend bleibt.
Kinder brauchen Wiederholungen – aber auch Abwechslung. Eine gute Planung kombiniert beides: Du wiederholst ein Kernthema (z. B. Dribbeln oder Torschuss), verpackst es aber in unterschiedliche Spielformen. So bleiben die Kinder neugierig und du steuerst trotzdem die Entwicklung. Die drei Qualitätsmerkmale, die der DFB in seiner „Trainingsphilosophie Deutschland“ für jede Einheit fordert, heißen Freude, Intensität und Wiederholung.
Die typische Struktur: So baust du jede Einheit auf
Der DFB beschreibt als Vorbild die „beste Trainingseinheit“ mit vier Bausteinen. Zwei Drittel der Zeit wird gespielt, und zwar in kleinen Spielformen auf Tore und auf mehreren Feldern gleichzeitig.
| Baustein | Dauer (DFB-Beispiel, 90 Min.) | Inhalt |
|---|---|---|
| 1. Aktivierung | 15 Minuten | Dribbeln, Finten, Fangspiele – möglichst jedes Kind mit eigenem Ball |
| 2. Spielblock 1 | 30 Minuten | kleine Spielformen auf Tore, mehrere Felder |
| 3. Zwischenblock | 15 Minuten | gezielt üben, was im Spiel zu selten vorkommt, z. B. Torschüsse |
| 4. Spielblock 2 | 30 Minuten | kleine Spielformen, gern als Turnier |
Eine feste Trainingsdauer je Altersklasse schreibt der DFB nicht vor. Für Bambini gibt es eine eigene Beispiel-Spielstunde von rund 60 Minuten. Hast du nur 60 oder 75 Minuten Platzzeit, kürze die Blöcke anteilig – das Verhältnis „überwiegend spielen“ bleibt.
1) Aktivierung (15 Minuten)
Ziel: Körper und Kopf einschalten.
- Fangspiele, freies Dribbeln, Finten ausprobieren
- Ballgewöhnung: viele Kontakte, wenig Wartezeit
Kinder bis etwa 12 Jahre brauchen laut DFB-Trainerportal noch kein systematisches Aufwärmen mit Laufen und Dehnen. Der Einstieg dient der Einstimmung – am besten gleich mit Ball.
2) Spielblock 1 (30 Minuten)
Ziel: Spielen, spielen, spielen – mit einem Schwerpunkt.
- 2 gegen 2, 3 gegen 3, Funino, Überzahlspiele
- Mehrere Durchgänge von 3–4 Minuten netto, dazwischen 1–2 Minuten Pause
- Regeln als „Lernverstärker“ (z. B. Tor zählt doppelt nach Pass)
Halte die Spielformen klein: im Bambini-Training höchstens 2 gegen 2, in der F-Jugend höchstens 3 (plus Torwart) gegen 3, in der E-Jugend höchstens 4 (plus Torwart) gegen 4.
3) Zwischenblock (15 Minuten)
Ziel: Eine Grundtechnik gezielt wiederholen.
- Torschuss, Ballan- und -mitnahme, Passen
- Kurze Coachingpunkte, viele Wiederholungen
Praxisbeispiel: Übe den Abschluss nach Dribbling und erkläre den Kindern, wie sie den Ball „mit dem Spann“ treffen. Dazu passt als Vertiefung die Übung Torschuss aus der Bewegung.
4) Spielblock 2 (30 Minuten)
Ziel: Freies Spielen, Freude, Teamgefühl – und das Geübte im Spiel anwenden.
- Möglichst wenig Unterbrechungen
- Als Turnier mit Auf- und Abstieg zwischen den Feldern
- Kurzer Abschlusskreis: „Was hat heute gut geklappt?“
Beispiele: So sieht Trainingsplanung konkret aus
Thema: Schuss und Zielgenauigkeit (U8–U13)
- Aktivierung: Dribbel-Fangen mit Ball
- Spielblock 1: 3 gegen 3 auf Minitore, Tore zählen nur nach Abschluss innerhalb von 3 Sekunden nach der Ballannahme
- Zwischenblock: Schuss auf kleine Ziele (Hütchentor, Matten)
- Spielblock 2: Turnier auf drei Feldern, Sieger steigt auf
Für viele Zielideen eignet sich Schusspräzision in der Halle: 8 Zielspiele (U8–U13). Einen ganzen Wochenplan für U7 bis U11 findest du im Trainingsplan Kinderfußball: Wochenplan U7–U11, eine ausgearbeitete 75-Minuten-Einheit im Stundenbild U11.
Wichtige Begriffe rund um Trainingsplanung
- Trainingsziel: Was soll am Ende besser sein?
- Belastungssteuerung: Wie intensiv und wie lange? (Bei Kindern: kurze, intensive Durchgänge, viele Pausen)
- Methodik: Vom Einfachen zum Schweren – und Spielen vor isoliertem Üben. Nach dem DFB-Spielkompetenzmodell geht jeder Technik das Wahrnehmen und Entscheiden voraus, deshalb lernen Kinder am besten im Spiel.
- Spielformen: Kleine Spiele sind oft der schnellste Lernweg
- Nettospielzeit: Der DFB empfiehlt von der U8 bis zur U16 mindestens 48 Minuten pro Woche in kleinen Spielformen und mindestens zwei Einheiten pro Woche.
Je älter Kinder werden, desto mehr kommen taktische Themen dazu. Dann helfen einfache Erklärungen wie bei Restverteidigung einfach erklärt (U12+): Auch das lässt sich über klare Bausteine in die Einheit einplanen.
Typische Fehler – und wie du sie vermeidest
- Zu viele Übungen: Lieber 2–3 gute Teile, dafür mit Qualität.
- Zu lange Erklärungen: Der Ball sollte nach spätestens einer Minute rollen.
- Zu viel Anstehen: Besser mehrere kleine Felder aufbauen – und zwar vor Trainingsbeginn.
- Ständig neue Teams: Teile die Teams einmal ein und behalte sie über die ganze Einheit bei.
Merke: Plane vom Spiel her: Was soll im Spielblock besser werden? Erst danach suchst du die passende Übung für den Zwischenblock.
Wie du deine allererste Einheit mit einem neuen Team angehst, erklärt So gestaltest du die erste Trainingseinheit.
Häufig gestellte Fragen
Übungen zu "Trainingsplanung"
Diese Übungen wenden den Begriff praktisch an