Aufbauende Reihe · 9 Spiele

    Beidfüßig dribbeln lernen: 9 Mini-Spiele (U7–U9)

    Mit diesen 9 Mini-Spielen lernen Kinder in U7–U9 beidfüßig zu dribbeln – ohne Druck, aber mit vielen Ballkontakten und klaren Regeln. Perfekt als Techniktraining für Einsteiger im Kinderfußball.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 24. Sept. 2026
    Grundaufbau: Feld von ca. 15 × 20 m mit verteilten Hütchentoren, jedes Kind dribbelt mit eigenem Ball.

    Auf einen Blick

    Alter
    U7–U9 (G- bis F-Jugend)
    Spieler
    2–18, ideal 8–14
    Dauer
    8–12 Min. je Spiel
    Feld
    ca. 15 × 20 m
    Schwerpunkt
    Beidfüßiges Dribbling mit Kopf hoch

    Material

    • 1 Ball pro Kind
    • 16–24 Hütchen für die Hütchentore
    • 16–24 Markierungsteller für die Inseln (Spiel 3)
    • 2 Minitore oder 2 Stangen als Ziel (Spiel 9)
    • Leibchen

    Grundaufbau

    • Rechteck von ca. 15 × 20 m abstecken – lieber mehrere kleine Felder als ein großes.
    • 6–10 Hütchentore im Feld verteilen, je 2 Hütchen, 1–1,5 m breit.
    • Jedes Kind hat einen Ball.
    • Optional: zwei Heimzonen an den Stirnseiten markieren (für das Fängerspiel).
    • Mehr als 18 Kinder: ein zweites Feld aufbauen.

    Stationen-Rotation ohne Wartezeit: Baue mehrere Spiele als Stationen mit 3–4 m Abstand auf, jedes Kind spielt 30–60 Sekunden pro Station und wechselt auf „Weiter!“ im Uhrzeigersinn. Gib jeder Station eine klare Fuß-Aufgabe, z. B. „Hinweg rechter Fuß, Rückweg linker Fuß“.

    Die 9 Spiele

    So setzt du die Reihe ein: Für einen Hauptteil von 20–30 Minuten kombinierst du 2–3 Spiele mit steigender Stufe, z. B. Spiel 2 → 5 → 8, dazwischen eine kurze Trinkpause. Das Ampel-Dribbling eignet sich auch als Aufwärmen.

    1

    Ampel-Dribbling

    Stufe 1 · leicht8–10 Min.

    Ziel: Das Kind passt Tempo und Ballnähe auf Kommando an und tippt bei „Gelb“ rechts und links im Wechsel.

    Aufbau

    Wie Grundaufbau.

    Ablauf

    1. 1Alle dribbeln frei im Feld.
    2. 2Du rufst die Ampelfarbe: „Grün“ = schnell, „Gelb“ = langsam mit engen Kontakten, „Rot“ = Ball stoppen.
    3. 3Bei „Gelb“ tippt jedes Kind den Ball abwechselnd mit rechts und links.
    Alle dribbeln frei im Feld und reagieren auf die Ampelfarbe, die du rufst.

    Coaching

    • Ball nah am Fuß: viele kurze Kontakte statt seltener großer Schläge.
    • Bei „Gelb“ nicht stehen bleiben – im Gehtempo rechts-links tippen, dann langsam steigern.
    • Regeln kurz halten und sofort spielen lassen.

    Leichter: Weniger Regeln gleichzeitig: erst nur die drei Farben, die Rechts-links-Aufgabe kommt später dazu.

    Schwerer: Bei „Gelb“ Kombi-Aufgabe: Außenseite rechts, dann Innenseite links im Wechsel.

    2

    Rechts-Links-Tunnel

    Stufe 1 · leicht8–10 Min.

    Ziel: Das Kind setzt den schwächeren Fuß gezielt ein: Vor jedem Tor ist er dran.

    Aufbau

    Wie Grundaufbau.

    Ablauf

    1. 1Jedes Kind dribbelt frei von Tor zu Tor.
    2. 2Durch ein Tor darf es nur, wenn der letzte Kontakt mit dem schwächeren Fuß war.
    3. 3Zählen: Wie viele Tore schaffst du in 60 Sekunden?
    Zwei Kinder dribbeln durch je ein Hütchentor – der letzte Kontakt davor kommt vom schwächeren Fuß.

    Coaching

    • Schwachen Fuß positiv verknüpfen: „Mut-Fuß“ statt „schwacher Fuß“.
    • Nicht perfekt, aber oft: Ein wackliger Kontakt mit dem anderen Fuß ist ein Erfolg – lob den Versuch.
    • Kopf hoch: „Welche Tore sind frei?“

    Leichter: Größere Tore (1,5–2 m) mit mehr Abstand zueinander.

    Schwerer: Richtungswechsel als Pflicht: Vor jedem Tor einmal drehen.

    3

    Inseln wechseln

    Stufe 1 · leicht8–10 Min.

    Ziel: Das Kind dribbelt auf ein Signal mit rechts-links im Wechsel zu einer freien Insel.

    Aufbau

    Wie Grundaufbau, plus 4–6 Inseln: kleine Quadrate aus Markierungstellern.

    Ablauf

    1. 1Alle dribbeln frei zwischen den Inseln.
    2. 2Auf dein Signal muss jedes Kind eine neue Insel erreichen.
    3. 3Auf dem Weg wird jede Berührung abwechselnd mit rechts und links gespielt.
    4. 4Auf der Insel stoppt das Kind den Ball mit der Sohle des schwächeren Fußes – das ist das Zielsignal.
    Auf das Signal dribbelt jedes Kind zu einer neuen Insel, jede Berührung abwechselnd mit rechts und links.

    Coaching

    • Kopf hoch: Welche Insel ist frei?
    • Ball nah am Fuß – kleine, weiche Kontakte („Ball streicheln“).

    Leichter: Nur eine Regel: schwächerer Fuß beim Stopp, der Weg zur Insel ist frei.

    Schwerer: Signal mit der Hand anzeigen statt rufen – wer es sehen will, muss den Kopf heben.

    4

    Zahlen-Tore

    Stufe 2 · mittel8–10 Min.

    Ziel: Das Kind wechselt unter Zeitdruck sauber die Richtung: Außenseite zum Wegdrehen, Innenseite zum Ziehen.

    Aufbau

    Wie Grundaufbau, 6 Tore sind von 1 bis 6 nummeriert.

    Ablauf

    1. 1Alle dribbeln in der Mitte des Feldes.
    2. 2Du rufst eine Zahl.
    3. 3Die Kinder dribbeln zum passenden Tor, durch das Tor hindurch und frei zurück in die Mitte.
    12
    Du rufst eine Zahl: Das Kind dribbelt aus der Mitte durch das passende Tor (1) und frei zurück in die Mitte (2).

    Coaching

    • Richtungswechsel sauber: Innenseite zum Ziehen, Außenseite zum Wegdrehen.
    • Kopf hoch, damit niemand zusammenstößt.

    Leichter: Mehr freie Dribblingzeit zwischen zwei Zahlen.

    Schwerer: Zahl mit den Fingern anzeigen statt rufen – wer sie sehen will, muss den Kopf heben.

    5

    Spiegel-Dribbling

    Stufe 2 · mittel8–10 Min.

    Ziel: Das Kind dribbelt mit Kopf hoch und setzt vorgegebene Kontakte mit rechts und links um.

    Aufbau

    Wie Grundaufbau, ohne Tore. Paare, beide mit Ball, 2–3 m Abstand.

    Ablauf

    1. 1Paare bilden, beide haben einen Ball.
    2. 2A führt, B spiegelt die Bewegungen in 2–3 m Abstand.
    3. 3A gibt klare Aufgaben vor: „2 Kontakte rechts, 2 links, Stopp, Drehung“.
    4. 4Nach 60–90 Sekunden die Rollen tauschen.
    AB12
    Schritt 0 / 2
    A dribbelt vor (1) und zieht nach links weg (2), B spiegelt jede Bewegung auf seiner Seite.

    Coaching

    • Kopf hoch: B schaut auf A, nicht nur auf den eigenen Ball.
    • Viele kurze Kontakte, der Ball bleibt nah am Fuß.

    Leichter: A gibt nur eine Aufgabe vor, z. B. „nur Mut-Fuß“.

    Schwerer: Kombi-Aufgabe: Außenseite rechts, dann Innenseite links im Wechsel.

    6

    Tor-Jagd

    Stufe 2 · mittel8–10 Min.

    Ziel: Das Kind wechselt vor jedem Tor sichtbar den Fuß – auch wenn es um Punkte geht.

    Aufbau

    Wie Grundaufbau.

    Ablauf

    1. 1Alle dribbeln frei durch die Hütchentore, jedes Tor zählt 1 Punkt.
    2. 2Punkt gibt’s nur, wenn das Kind vor dem Durchdribbeln sichtbar den Fuß wechselt.
    3. 3Zweimal hintereinander durch dasselbe Tor zählt nicht.
    Ein Kind sammelt Punkte durch drei verschiedene Tore und wechselt vor jedem Tor den Fuß.

    Coaching

    • Kopf hoch belohnen: „Welche Tore sind frei?“
    • Fußwechsel aktiv einfordern, rechts und links im Rhythmus.
    • Wettkampf kurz halten.

    Leichter: Weniger Regeln gleichzeitig: Die Regel „nicht zweimal durch dasselbe Tor“ fällt weg.

    Schwerer: Nur Tore mit der Außenseite zählen (Außenseite = Seite des kleinen Zehs).

    7

    Fänger mit Ball

    Stufe 3 · schwer8–10 Min.

    Ziel: Das Kind hält den Ball unter Druck nah am Fuß und übt den schwächeren Fuß nach jedem Fangen.

    Aufbau

    Wie Grundaufbau, mit zwei Heimzonen an den Stirnseiten. Ab 4 Kindern.

    Ablauf

    1. 11–2 Fänger dribbeln mit Ball und fangen durch Antippen an Schulter oder Rücken – nicht schubsen, nicht in den Ball treten.
    2. 2Wer gefangen ist, macht 5 Kontakte nur mit dem schwächeren Fuß und ist wieder frei.
    3. 3In den Heimzonen darf man kurz verschnaufen, ohne gefangen zu werden.
    4. 4Nach jeder Runde gibt es neue Fänger.
    Schritt 0 / 1
    Der Fänger dribbelt auf ein Kind zu, das Kind dribbelt in die Heimzone und ist dort sicher.

    Coaching

    • Kein Wegschießen: Der Ball bleibt nah am Fuß.
    • Kopf hoch: Wo ist der Fänger, wo ist Platz?

    Leichter: Nur ein Fänger.

    Schwerer: Zwei Fänger und ein kleineres Feld für mehr Enge.

    8

    1-gegen-1 durch zwei Tore

    Stufe 3 · schwer10–12 Min.

    Ziel: Das Kind entscheidet sich im Duell für das freie Tor und schließt mit dem schwächeren Fuß ab.

    Aufbau

    Eigenes Mini-Feld von ca. 8 × 10 m, zwei kleine Hütchentore an der Seite des Verteidigers. Ab 4 Kindern, bei mehr als 8 Kindern mehrere Mini-Felder nebeneinander.

    Ablauf

    1. 1Der Verteidiger passt dem Angreifer von der gegenüberliegenden Seite den Ball zu und läuft ihn an.
    2. 2Der Angreifer dribbelt durch eines der zwei Tore: 1 Punkt. Letzter Kontakt mit dem schwächeren Fuß: 2 Punkte.
    3. 3Erobert der Verteidiger den Ball, dribbelt er über die Startlinie des Angreifers und punktet selbst.
    4. 4Kurze Duelle von 20–30 Sekunden, dann Rollen tauschen.
    12
    Schritt 0 / 2
    Der Verteidiger schiebt zum linken Tor (1), der Angreifer zieht mit Richtungswechsel durch das rechte Tor (2).

    Coaching

    • Zwei Tore erzwingen die Entscheidung: Kopf hoch, das freie Tor wählen.
    • Richtungswechsel: Innenseite zum Ziehen, Außenseite zum Wegdrehen.
    • Den schwächeren Fuß nicht verbieten, sondern belohnen.

    Leichter: Größere Tore (1,5–2 m) mit mehr Abstand zueinander.

    Schwerer: Joker-Tor: Ein Tor zählt nur doppelt, wenn direkt davor der Fuß gewechselt wurde.

    9

    Dribbling mit Abschluss

    Stufe 3 · schwer10–12 Min.

    Ziel: Das Kind überträgt das beidfüßige Dribbling in einen flachen Abschluss mit wechselndem Fuß.

    Aufbau

    Wie Grundaufbau, plus ein Minitor (oder zwei Stangen) an einer Stirnseite. Abschluss aus höchstens 6–8 m. Bei mehr als 6 Kindern zwei Tore.

    Ablauf

    1. 1Das Kind dribbelt durch ein Hütchentor.
    2. 2Danach folgt ein kurzer, flacher Abschluss auf das Minitor.
    3. 3Der Schussfuß wechselt bei jedem Versuch: einmal rechts, einmal links.
    4. 4Wer geschossen hat, holt seinen Ball und stellt sich hinten an.
    123
    Das Kind dribbelt durch das Hütchentor (1), schließt flach auf das Minitor ab (2) und holt seinen Ball zurück (3).

    Coaching

    • Ball nah am Fuß bis zum Abschluss.
    • Lob den Versuch mit dem anderen Fuß, nicht nur den Treffer.

    Leichter: Weniger Regeln gleichzeitig: Der Schussfuß ist zunächst frei.

    Schwerer: Vor dem Tor einmal drehen, dann abschließen.

    Variationen nach Alter

    U7

    Einsteiger, viel Orientierung

    • Weniger Regeln gleichzeitig, z. B. nur „schwächerer Fuß beim Stopp“.
    • Größere Tore (1,5–2 m) und mehr Abstand zwischen den Toren.
    • Mehr freie Dribblingzeit, weniger Duelle.
    • Weniger zählen, mehr Bilder: Der schwächere Fuß ist der „Zauberfuß“, einfacher Trigger: „Bei meinem Pfiff nur linker Fuß.“
    • Bambini und ganz junge U7: in der Stationen-Rotation nur 3–4 Stationen, dafür 45–60 Sekunden pro Station.

    U8

    Mehr Tempo, mehr Entscheidungen

    • Punkte-System einführen – Wettkampf, aber kurz halten.
    • Richtungswechsel verpflichtend: „Vor jedem Tor einmal drehen.“
    • 1-gegen-1 häufiger, aber mit klaren Rotationen.

    U9

    Mehr Gegnerdruck

    • 1-gegen-1 mit Joker-Tor: Ein Tor zählt nur nach einem Fußwechsel direkt davor doppelt.
    • Fänger mit Ball: zwei Fänger und kleinere Felder für mehr Enge.
    • Kombi-Aufgabe: „Außenseite rechts → Innenseite links“ im Wechsel.

    Typische Fehler & Lösungen

    Das Kind wechselt den Fuß nur im Stand und bleibt dafür jedes Mal stehen.

    Tempo rausnehmen statt stoppen: im Ampel-Dribbling bei „Gelb“ im Gehtempo rechts-links tippen lassen, dann langsam steigern.

    Der Ball wird mit dem schwächeren Fuß weit weggestoßen.

    Kleinere, weichere Kontakte vormachen („Ball streicheln“) und die Tore enger zusammenstellen, damit kurze Wege reichen.

    Die Kinder schauen nur auf den Ball und stoßen zusammen.

    Zahlen oder Farben mit der Hand anzeigen statt rufen. Wer die Zahl sehen will, muss den Kopf heben.

    In den Duellen verschwindet der schwächere Fuß komplett.

    Nicht verbieten, sondern belohnen: Tore mit dem schwächeren Fuß zählen doppelt – im 1-gegen-1 und beim Joker-Tor der U9.

    Häufig gestellte Fragen

    Oft siehst du schon nach wenigen Einheiten Fortschritte: Kinder trauen sich häufiger, den schwächeren Fuß zu nutzen und verlieren weniger den Ball. Entscheidend sind viele Wiederholungen in Spielformen (2–3 Minuten pro Mini-Spiel) und einfache Regeln wie „jeder zweite Kontakt links“.

    Der Ball wird zu weit vorgelegt oder nur „mit dem großen Schwung“ gespielt. Das verhindert schnelle Richtungswechsel. Korrigiere mit klaren Coaching-Cues: „Ball nah am Fuß“, „viele kleine Kontakte“ und kurzen Drehungen über Innen- oder Außenseite.

    Arbeite mit Handicaps und Bonuspunkten: Stärkere Kinder bekommen Zusatzregeln (nur Außenseite, vor jedem Tor ein Richtungswechsel), während Einsteiger größere Tore oder mehr Zeit erhalten. So bleiben Motivation und Lernfortschritt bei allen hoch.

    Ideal sind 2–3 kurze Dribbling-Blöcke pro Woche (10–20 Minuten), eingebettet in Spielformen. So entsteht ein regelmäßiger Reiz, ohne dass die Einheit zu „techniklastig“ wird, und der Transfer ins Spiel gelingt leichter.

    Hintergrundwissen