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    Abschluss aus der Drehung: Technik und 4 Spiele

    Der Abschluss aus der Drehung hilft Kindern, unter Gegnerdruck schnell aufzudrehen und sauber abzuschließen. Mit Technikteil, 4 Spielformen und einfachen Variationen passt die Einheit ideal für Beginner.

    Tobias Brenner
    17. Jan. 2026
    Aktualisiert: 21. Jan. 2026
    6 Min.

    Der Abschluss aus der Drehung ist eine der wichtigsten Basics, wenn Kinder lernen sollen, unter Gegnerdruck schnell zum Torabschluss zu kommen. Warum? Im Spiel bekommst du den Ball selten perfekt „mit Blick zum Tor“. Viel öfter kommt er in den Fuß, während ein Gegenspieler im Rücken schiebt – und dann entscheidet eine saubere Ballmitnahme in die Drehung über Schuss oder Ballverlust.

    Übungsname & Ziel

    Übungsname: Abschluss aus der Drehung – Technik & 4 Spiele

    Ziel:

    • Erster Kontakt weg vom Gegner (Drehung öffnen)
    • Körpertäuschung und Abschirmen (Ball schützen)
    • Schneller Torabschluss nach 1–2 Kontakten
    • Mutig werden beim Abschluss unter Zeitdruck

    Tipp: Wenn du zusätzlich am Schuss aus dem Lauf arbeiten willst, kombiniere das später mit unserem Beitrag zum Torschuss aus der Bewegung.

    Material, Spieleranzahl, Dauer

    Material:

    • 1 Tor (oder 2 Minitore)
    • 6–10 Hütchen (für Startpunkte/Quadrate)
    • 6–12 Leibchen (für Teams)

    Spieleranzahl: min. 4, ideal 8–12, max. 16 (mit Parallelfeldern)

    Dauer: 60 Minuten (inkl. 4 Spielformen)

    Feldgröße: ca. 18 x 25 m (mit Tor), je nach Alter

    Aufbau

    • Markiere vor dem Tor eine Abschlusszone (z. B. 12–14 m vor dem Tor).
    • Lege seitlich zwei Startpunkte (A links, B rechts) mit Hütchen fest.
    • Optional: Baue in der Abschlusszone ein kleines Dreh-Quadrat (3 x 3 m) als Orientierung für den ersten Kontakt.

    Schritt-für-Schritt Anleitung (Technikteil)

    1) Technik-Pattern ohne Gegnerdruck (10–12 Minuten)

    1. Spieler A passt flach zu Spieler B, der mit dem Rücken zum Tor steht (in der Abschlusszone).
    2. B nimmt den Ball mit dem torfernen Fuß an und dreht sich in einem Kontakt auf.
    3. B schließt nach maximal 2 Kontakten ab.
    4. Rollen wechseln: Passgeber wird Schütze.

    Worauf kommt es an? Erster Kontakt in den freien Raum, nicht „unter den Körper“.

    2) Technik-Pattern mit passivem Gegner (8–10 Minuten)

    1. Wie oben, aber ein Verteidiger steht hinter B und übt leichten Kontakt (passiv) aus.
    2. B schirmt kurz ab, löst sich mit einer Drehung (z. B. Außenrist- oder Innenrist-Drehung) und schießt.
    3. Nach 3–4 Wiederholungen Verteidiger tauschen.

    4 Spiele (Spielformen) zum Abschluss aus der Drehung

    Spiel 1: „Dreh & Finish“ – 1v0 auf Zeit (8 Minuten)

    • Zwei Gruppen links/rechts.
    • Pass in den Rücken, Drehung, Abschluss.
    • Wertung: 1 Punkt pro Tor, Bonuspunkt, wenn der Schuss innerhalb von 3 Sekunden nach Ballannahme erfolgt.

    Coachingfrage: Schaffst du es, nach der Drehung sofort den Blick zum Tor zu heben?

    Spiel 2: „Rücken-Check“ – 1v1 mit Start im Rücken (10–12 Minuten)

    • Angreifer steht mit Rücken zum Tor, Verteidiger direkt dahinter (1 m Abstand).
    • Trainer spielt den Ball zum Angreifer.
    • Angreifer darf sofort drehen und abschließen, Verteidiger versucht zu stören.

    Für passende Finten-Ideen (die nach der Drehung helfen) passt der Artikel 1v1 als Angreifer: 8 Finten-Spiele (U10–U15).

    Spiel 3: „Wandspieler hilft“ – 2v1 in die Drehung (12–15 Minuten)

    • Angreifer A bekommt den Ball mit Rücken zum Tor.
    • Ein Mitspieler (Wandspieler) steht seitlich in 6–8 m Entfernung.
    • Verteidiger startet im Rücken.
    • Ziel: A dreht, nutzt bei Bedarf den Wandspieler (Klatschpass) und kommt zum Abschluss.

    Hier lernst du das Grundprinzip „Pass oder Dribbling?“ sehr spielnah – ähnlich wie im Beitrag Angriff im 2-gegen-1: Pass oder Dribbling? (U9+).

    Spiel 4: „Zonen-Finale“ – 3v3/4v4 mit Dreh-Bonus (15–20 Minuten)

    • Kleines Spiel auf ein Tor (oder zwei Minitore), Feld ca. 20 x 30 m.
    • Regel: Tore zählen nur, wenn der Torschütze den Ball zuvor mit Rücken zum Tor angenommen und sich in die Drehung gelöst hat.
    • Optionaler Bonus: Tor nach max. 2 Kontakten zählt doppelt.

    Variationen nach Alter (Beginner-freundlich)

    U7–U9

    • Verteidiger nur passiv oder mit „Schattenverteidigung“ (läuft nebenher, ohne Tackling).
    • Größere Abschlusszone, mehr Zeit: Abschluss nach 3 Kontakten erlaubt.
    • Fokus auf Innenrist-Drehung (einfachste Lösung).

    U10–U12

    • Verteidiger aktiv, aber mit klarer Regel: kein Tackling von hinten, nur seitlich.
    • Abschluss nach 2 Kontakten, Bonus für schwachen Fuß.
    • Zusätzliche Aufgabe: Vor der Drehung kurzer Schulterblick (Scan).

    U13+

    • Start mit engerem Gegnerkontakt, mehr Druck.
    • Nach Drehung sofort Entscheidung: Schuss oder Steckpass in Mini-Ziel.
    • Zeitlimit (z. B. 4 Sekunden) erhöht Spielrealismus.

    Coaching-Tipps (was du aktiv coachen solltest)

    • Schulterblick vor der Annahme: „Wo ist der Gegner, wo ist das Tor?“
    • Körperspannung & tiefer Schwerpunkt: stabil bleiben, nicht aufrecht drehen.
    • Erster Kontakt weg vom Druck: Ball in den freien Raum „mitnehmen“, nicht stoppen.
    • Schuss vorbereiten: nach der Drehung schnell den Standfuß setzen, Oberkörper leicht über den Ball.

    Häufige Fehler (und schnelle Korrekturen)

    • Ballannahme zu nah am Körper → „Ersten Kontakt 1–2 Schritte weglegen.“
    • Drehung nur über die Ferse, ohne Abschirmen → „Arm als Abstandshalter, Körper zwischen Ball und Gegner.“
    • Blick nur auf den Ball → „Vor Kontakt scannen, nach Kontakt kurz hochschauen.“

    FAQ

    Wie lernen Kinder die Drehung am schnellsten?

    Am schnellsten geht es über viele Wiederholungen ohne Druck (1v0) und danach über kleine, klare Druckstufen (passiver Gegner → aktiver Gegner). Wichtig ist, dass der erste Kontakt in eine Richtung geht und nicht zum Stoppen genutzt wird.

    Welcher Fuß nimmt den Ball in die Drehung am besten mit?

    Meist funktioniert der torferne Fuß am sichersten, weil der Körper automatisch zwischen Ball und Gegner kommt. Für Fortgeschrittene lohnt sich aber beidfüßiges Üben, damit die Drehung in beide Richtungen gelingt.

    Was tun, wenn Kinder sich nicht trauen zu drehen?

    Gib ihnen zuerst Erfolgserlebnisse: mehr Abstand zum Verteidiger, größere Zone, Abschluss nach 3 Kontakten. Danach steigerst du den Druck schrittweise. Eine klare Bonus-Regel („Tor nach Drehung zählt doppelt“) erhöht zusätzlich die Motivation.

    Häufig gestellte Fragen

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