Taktik

    Angriffspressing: Früh Druck machen

    Angriffspressing bedeutet, den Gegner schon früh im Spielaufbau unter Druck zu setzen, um schnelle Ballgewinne zu erzielen. Mit einfachen Regeln, Triggern und Absicherung wird es auch im Kinderfußball gut umsetzbar.

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    20. Jan. 2026
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    Aktualisiert: 20. Juli 2026
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    3 Min. Lesezeit

    Angriffspressing bedeutet, dass Dein Team den Gegner sehr früh – oft schon in dessen Spielaufbau nahe am Strafraum – aktiv unter Druck setzt, um den Ball schnell zu gewinnen oder einen Fehler zu erzwingen.

    Was ist Angriffspressing genau?

    Beim Angriffspressing (auch „hohes Pressing“) verteidigt ein Team nicht erst in der eigenen Hälfte, sondern greift den Gegner in dessen Abwehr- und Aufbaubereich an. Ziel ist es, den Ball in einer Zone zu erobern, in der der Weg zum Tor kurz ist. Klingt mutig? Ist es auch – und genau deshalb braucht es einfache, klare Regeln.

    Wichtig für Einsteiger: Pressing heißt nicht „alle rennen zum Ball“. Pressing ist organisierter Druck. Kinder lernen dabei, gemeinsam zu agieren: Einer attackiert den Ballführenden, andere sichern Passwege und verhindern einfache Lösungen.

    So verstehen Kinder und Eltern das Prinzip

    Stell Dir vor, der Gegner will von hinten heraus spielen. Beim Angriffspressing sagt Dein Team sinngemäß: „Wir lassen euch gar nicht erst in Ruhe aufbauen.“ Der Druck entsteht durch drei Bausteine:

    • Anlaufen: Ein Spieler sprintet kontrolliert zum Ball und stellt den Gegner.
    • Zustellen: Mitspieler nehmen Passwege weg (z. B. zum zentralen Mittelfeldspieler).
    • Absichern: Hinter dem Druck bleibt jemand so stehen, dass ein langer Ball oder ein Dribbling abgefangen werden kann.

    Gerade im Kinderfußball ist entscheidend, dass die Kinder nicht nur jagen, sondern auch verstehen: Wo ist der Ball? Wo ist die nächste Passoption? Wer sichert?

    Beispiele aus dem Kinderfußball (U8–U13)

    Beispiel 1: „Torwart hat den Ball“

    Der gegnerische Torwart eröffnet flach. Beim Angriffspressing läuft der Stürmer den Torwart so an, dass der Pass zur „starken“ Seite schwer wird. Gleichzeitig rückt ein Flügelspieler nach innen und stellt den Pass zum Innenverteidiger zu. Ergebnis: Der Torwart schlägt lang – Dein Team kann den zweiten Ball gewinnen.

    Beispiel 2: Pressing-Auslöser („Trigger“)

    Kinder brauchen einfache Signale. Typische Trigger:

    • Schlechter erster Kontakt des Gegners
    • Rückpass zum Torwart oder Innenverteidiger
    • Gegner steht mit dem Rücken zum Feld

    Sobald der Trigger kommt, schaltet das Team auf „Druck“. So wird Pressing planbar und weniger chaotisch.

    Beispiel 3: Ballgewinn und schneller Abschluss

    Nach erfolgreichem Angriffspressing entsteht oft eine Top-Chance. Dann hilft es, wenn Kinder den Abschluss aus dem Lauf beherrschen – passend dazu: Torschuss aus der Bewegung.

    Typische Fehler – und wie du sie vermeidest

    • Alle laufen zum Ball: Erinnerung: Einer presst, zwei stellen zu, einer sichert.
    • Zu große Abstände: Angriffspressing funktioniert nur, wenn die Mannschaft „kompakt“ bleibt.
    • Keine Absicherung: Ohne Absicherung wird ein langer Ball sofort gefährlich. Dazu passt der Blick auf Restverteidigung: Restverteidigung einfach erklärt (U12+).

    Verwandte Begriffe (zum Weiterklicken)

    Häufig gestellte Fragen

    In vereinfachter Form ist Angriffspressing ab U9/U10 möglich, wenn du klare Rollen vorgibst (Anläufer, Zusteller, Absicherung). Ab U12/U13 können Teams Pressing-Auslöser und ballorientiertes Verschieben besser umsetzen.

    Nein. Gerade bei Kindern ist Pressing in Wellen sinnvoll: kurze, intensive Phasen nach klaren Triggern (z. B. schlechter erster Kontakt, Rückpass). Danach ordnet sich das Team wieder, um kompakt zu bleiben.

    Der häufigste Fehler ist „alle jagen dem Ball hinterher“. Besser: Einer presst aktiv, zwei nehmen Passwege weg und mindestens ein Spieler sichert dahinter ab, damit lange Bälle oder Dribblings nicht sofort gefährlich werden.

    Ähnliche Begriffe im Lexikon

    Übungen zu "Angriffspressing"

    Diese Übungen wenden den Begriff praktisch an

    Angriffspressing
    Pressing Kinderfußball
    hohes Pressing
    Ballgewinn
    Restverteidigung