Angriffspressing: Früh Druck machen
Angriffspressing bedeutet, den Gegner schon früh im Spielaufbau unter Druck zu setzen, um schnelle Ballgewinne zu erzielen. Mit einfachen Regeln, Triggern und Absicherung wird es auch im Kinderfußball gut umsetzbar.
Angriffspressing ist frühes, hohes Pressing im gegnerischen Spielaufbau, um schnell den Ball zu gewinnen oder Fehler zu erzwingen.
Angriffspressing bedeutet, dass Dein Team den Gegner sehr früh – oft schon in dessen Spielaufbau nahe am Strafraum – aktiv unter Druck setzt, um den Ball schnell zu gewinnen oder einen Fehler zu erzwingen.
Was ist Angriffspressing genau?
Beim Angriffspressing (auch „hohes Pressing“) verteidigt ein Team nicht erst in der eigenen Hälfte, sondern greift den Gegner in dessen Abwehr- und Aufbaubereich an. Ziel ist es, den Ball in einer Zone zu erobern, in der der Weg zum Tor kurz ist. Klingt mutig? Ist es auch – und genau deshalb braucht es einfache, klare Regeln.
Wichtig für Einsteiger: Pressing heißt nicht „alle rennen zum Ball“. Pressing ist organisierter Druck. Kinder lernen dabei, gemeinsam zu agieren: Einer attackiert den Ballführenden, andere sichern Passwege und verhindern einfache Lösungen.
So verstehen Kinder und Eltern das Prinzip
Stell Dir vor, der Gegner will von hinten heraus spielen. Beim Angriffspressing sagt Dein Team sinngemäß: „Wir lassen euch gar nicht erst in Ruhe aufbauen.“ Der Druck entsteht durch drei Bausteine:
- Anlaufen: Ein Spieler sprintet kontrolliert zum Ball und stellt den Gegner.
- Zustellen: Mitspieler nehmen Passwege weg (z. B. zum zentralen Mittelfeldspieler).
- Absichern: Hinter dem Druck bleibt jemand so stehen, dass ein langer Ball oder ein Dribbling abgefangen werden kann.
Gerade im Kinderfußball ist entscheidend, dass die Kinder nicht nur jagen, sondern auch verstehen: Wo ist der Ball? Wo ist die nächste Passoption? Wer sichert?
Beispiele aus dem Kinderfußball (U8–U13)
Beispiel 1: „Torwart hat den Ball“
Der gegnerische Torwart eröffnet flach. Beim Angriffspressing läuft der Stürmer den Torwart so an, dass der Pass zur „starken“ Seite schwer wird. Gleichzeitig rückt ein Flügelspieler nach innen und stellt den Pass zum Innenverteidiger zu. Ergebnis: Der Torwart schlägt lang – Dein Team kann den zweiten Ball gewinnen.
Beispiel 2: Pressing-Auslöser („Trigger“)
Kinder brauchen einfache Signale. Typische Trigger:
- Schlechter erster Kontakt des Gegners
- Rückpass zum Torwart oder Innenverteidiger
- Gegner steht mit dem Rücken zum Feld
Sobald der Trigger kommt, schaltet das Team auf „Druck“. So wird Pressing planbar und weniger chaotisch.
Beispiel 3: Ballgewinn und schneller Abschluss
Nach erfolgreichem Angriffspressing entsteht oft eine Top-Chance. Dann hilft es, wenn Kinder den Abschluss aus dem Lauf beherrschen – passend dazu: Torschuss aus der Bewegung.
Typische Fehler – und wie du sie vermeidest
- Alle laufen zum Ball: Erinnerung: Einer presst, zwei stellen zu, einer sichert.
- Zu große Abstände: Angriffspressing funktioniert nur, wenn die Mannschaft „kompakt“ bleibt.
- Keine Absicherung: Ohne Absicherung wird ein langer Ball sofort gefährlich. Dazu passt der Blick auf Restverteidigung: Restverteidigung einfach erklärt (U12+).
Verwandte Begriffe (zum Weiterklicken)
- Pressing allgemein & Spielaufbau: C-Jugend Training: Pressing & Spielaufbau Basics
- Freilaufen gegen Druck: Eine gute Mannschaft löst Angriffspressing mit klugen Laufwegen, z. B. durch Gegenbewegung beim Freilaufen erklärt (U10+)
FAQ: Angriffspressing im Kinderfußball
Ab welchem Alter ist Angriffspressing sinnvoll?
In einfachen Formen schon ab U9/U10: mit klaren Regeln („Wer läuft an? Wer sichert?“). In U12/U13 kann das koordinierter und ballorientierter werden.
Muss beim Angriffspressing immer Vollgas gepresst werden?
Nein. Sinnvoll ist Pressing in Wellen: kurze, intensive Phasen nach Triggern – danach wieder ordnen. So bleibt die Energie erhalten.
Was ist der wichtigste Coaching-Punkt für Anfänger?
Kompaktheit: Wenn die Abstände klein bleiben, können Kinder gemeinsam Druck machen und gleichzeitig Pässe zustellen.
Häufig gestellte Fragen
Ähnliche Begriffe im Lexikon
Ballbesitz
Ballbesitz heißt, dass dein Team den Ball kontrolliert spielt und Aktionen wie Passen, Dribbeln oder Schießen vorbereiten kann.
Ballferne Seite
Ballferne Seite = die Spielfeldseite, auf der der Ball nicht ist. Dort helfen Breite und Tiefe, freie Räume zu nutzen und Anspielstationen zu schaffen.
Ballnah & ballfern
Ballnah heißt nahe am Ball und direkt beteiligt. Ballfern heißt weiter weg vom Ball, aber wichtig für Raumaufteilung, Passwege und Absicherung.
Ballnah vs. ballfern
Ballnah heißt nah am Ball unterstützen, ballfern heißt weg vom Ball Räume für Breite, Tiefe und Absicherung besetzen.
Breitengeber & Tiefengeber
Breitengeber stehen außen und machen das Feld breit, Tiefengeber bieten sich nach vorne an und schaffen Tiefe. So verbessert sich die Raumaufteilung im Kinderfußball.
Deckungsschatten
Der Deckungsschatten ist der Raum hinter einem Verteidiger, in den ein Pass schwer möglich ist, weil der Körper die Passlinie blockiert.