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    Aufwärmen im Training: 8 Spiele statt Rundenlaufen

    Diese 8 Warm-up-Spiele ersetzen Rundenlaufen durch fußballspezifische Bewegung, Ballaktionen und Spaß. Ideal für Beginner-Teams von U7 bis U13 – mit Variationen und Coaching-Tipps.

    Tobias Brenner
    18. Jan. 2026
    Aktualisiert: 21. Jan. 2026
    5 Min.
    15 Min6-20 Spieler20x25mAngreifen
    Hütchen, Bälle, Leibchen

    Übungsname: „8 Warm-up-Spiele“ – Aufwärmen ohne Rundenlaufen

    Rundenlaufen wirkt auf viele Kinder wie eine Strafe – und es bereitet sie oft nur unzureichend auf die typischen Bewegungen im Fußball vor. Viel besser: kurze, spielerische Warm-up-Spiele, die Herz-Kreislauf aktivieren, die Muskulatur vorbereiten und gleichzeitig Ballgefühl, Orientierung und Entscheidungsverhalten schulen. Genau dafür eignet sich diese Übungssammlung.

    Ziel: Den Körper fußballspezifisch aktivieren (Sprinten, Stoppen, Drehen, Reagieren), Spaß erzeugen und direkt mit Ballaktionen ins Training starten.

    Tipp: Wenn du noch mehr Ideen suchst, schau in den passenden Überblick Athletik ohne Laufen: 8 Spiele (U7–U13) – dort findest du zusätzliche Spielformen für ähnliche Ziele.


    Organisation & Rahmen

    • Spieleranzahl: min. 6, ideal 8–16, max. 20 (je nach Feldgröße und Intensität)
    • Dauer: 12–15 Minuten (z. B. 6 Spiele à 2 Minuten, kurze Wechselpausen)
    • Material:
      • Hütchen (zum Markieren von Feldern/Zonen)
      • Bälle (mindestens 1 pro 2 Spieler, besser 1 pro Spieler)
      • Leibchen (für Teams)
    • Feldgröße: ca. 20x25 m (anpassen an Alter/Spielerzahl)

    Schritt-für-Schritt Anleitung (nummeriert)

    1) Feld aufbauen und Teams einteilen

    1. Markiere ein Rechteck (ca. 20x25 m).
    2. Teile die Gruppe in 2 Teams ein (Leibchen).
    3. Lege die Regel fest: hohe Intensität, kurze Runden, danach sofort Wechsel.

    2) Spiele nacheinander durchführen (je 2 Minuten)

    Spiele 6–8 Mini-Games. So bleibt es abwechslungsreich – und du kannst je nach Tagesform anpassen.

    Spiel A: „Fänger mit Ball“

    1. 2 Fänger haben je einen Ball am Fuß.
    2. Fänger tippen andere Spieler mit der Hand an (Ball bleibt am Fuß).
    3. Getippte Spieler machen 5 schnelle Ballkontakte (z. B. Innen/Innen) und sind wieder frei.

    Spiel B: „Zonen-Dribbling“

    1. Teile das Feld gedanklich in 4 Zonen.
    2. Alle dribbeln frei.
    3. Auf Kommando wechselst du die Aufgabe: „nur rechter Fuß“, „Sohle“, „Richtungswechsel nach jeder Linie“.

    Spiel C: „Farben-Reaktion“

    1. Lege 4 Hütchenfarben an die Seiten (oder nummeriere Ecken).
    2. Alle dribbeln.
    3. Du rufst eine Farbe/Zahl – alle sprint-dribbeln dorthin, stoppen den Ball kontrolliert und drehen sofort zurück.

    Spiel D: „1-gegen-1 Kontaktjagd“

    1. Jeder Spieler hat einen Ball.
    2. Ziel: Mit dem eigenen Ball kurz den Ball eines anderen wegstupsen.
    3. Wer getroffen wurde, macht 3 schnelle Richtungswechsel und spielt weiter.

    Spiel E: „Pass-Tore“

    1. Baue 4–6 kleine Hütchentore im Feld.
    2. 2 Teams spielen frei: Punkt gibt es, wenn ein Pass durch ein Tor zum Mitspieler kommt.
    3. Nach Torerfolg: sofort neues Tor suchen.

    Spiel F: „3-Sekunden-Ballhalten“

    1. 2 Teams, ein Ball.
    2. Team in Ballbesitz muss 3 Sekunden den Ball behaupten (kurze Pässe, Abschirmen).
    3. Danach zählt jeder weitere Pass als Punkt.

    Optional (für 15 Minuten): Ergänze Spiel G „Dribbel-König“ (wer verliert den Ball?) und Spiel H „Mini-Handball mit Füßen“ (Ball nur passen, kein Dribbling).

    3) Kurzer Übergang ins Haupttraining

    1. Sammle die Gruppe kurz (max. 30 Sekunden).
    2. Frage aktiv: „Was hat heute am besten funktioniert – Dribbling oder Passen?“
    3. Direkt weiter in die nächste Trainingsform.

    Variationen für verschiedene Altersgruppen

    U7–U9 (Einsteiger)

    • Nutze weniger Regeln: lieber 1 klares Ziel pro Spiel.
    • Vergrößere das Feld leicht, damit Kinder mehr Raum haben.
    • Setze auf Spiele A–C (Fänger, Zonen-Dribbling, Farben-Reaktion).

    U10–U13 (fortgeschrittene Anfänger)

    • Baue mehr Entscheidungen ein: z. B. bei „Pass-Tore“ nur Direktspiel erlaubt.
    • Verkürze die Zeit pro Spiel auf 90 Sekunden, erhöhe Intensität.
    • Ergänze Umschaltmomente: Nach Ballverlust sofort 3 Sekunden Gegenpressing.

    U14+ (wenn du es als Aktivierung nutzt)

    • Erhöhe den Gegnerdruck in Spiel F („3-Sekunden-Ballhalten“).
    • Arbeite mit klaren Coaching-Begriffen wie offene Stellung (Körper so drehen, dass du mehrere Optionen siehst).

    Coaching-Tipps (damit es wirklich „Warm-up“ wird)

    • Tempo steuern: Warm-up heißt nicht „locker traben“. Plane kurze, intensive Phasen und Mini-Pausen.
    • Saubere Ballführung: Fordere kleine Kontakte und einen tiefen Körperschwerpunkt bei Richtungswechseln.
    • Kopf hoch: Erinnere die Kinder regelmäßig: „Erst schauen, dann dribbeln!“ – Orientierung ist ein Warm-up-Ziel.
    • Wettkampf ja, Stress nein: Zähle Punkte, aber wechsel oft und lobe gute Aktionen. Wer will schon mit Frust ins Training starten?

    Wenn du danach Torschuss integrieren willst, passt ein fließender Übergang zu Torschuss aus der Bewegung. Für Hallentraining bietet sich außerdem Schusspräzision in der Halle: 8 Zielspiele (U8–U13) an.


    FAQ

    Wie lange sollte ein Warm-up mit Spielen dauern?

    Für Kinder reichen meist 10–15 Minuten. Entscheidend ist nicht die Länge, sondern dass Puls, Muskulatur und Aufmerksamkeit spürbar „hochfahren“.

    Was, wenn die Gruppe zu groß ist?

    Arbeite mit zwei Feldern parallel oder spiele in Wellen: Während Team A spielt, macht Team B eine einfache Ballaufgabe (z. B. Zonen-Dribbling) und wechselt nach 2 Minuten.

    Sind Fangspiele mit Ball wirklich fußballspezifisch?

    Ja – wenn du sie richtig steuerst. Fangspiele trainieren Antritt, Stoppen, Richtungswechsel und Reaktion. Mit Ball kommen Ballkontrolle und Orientierung dazu – genau das brauchst du im Spiel ständig.

    Häufig gestellte Fragen

    Aufwärmen im Training
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