B-Jugend Training: Tempo, Athletik, Positionsspiel
B-Jugend Training lebt von Tempo, stabiler Athletik und klarem Positionsspiel. Mit kurzen Sprintreizen, festen Stabi-Routinen und spielnahen Spielformen entwickelst du U16/U17-Spieler ohne Überlastung.
In der B-Jugend (U16/U17) wird Training spürbar „erwachsener“: Das Spieltempo steigt, Zweikämpfe werden intensiver und taktische Details entscheiden häufiger über Tore. Gleichzeitig stecken viele Spieler mitten im Wachstumsschub – mit wechselnder Koordination, neuen Hebeln und manchmal auch kleinen „Wackelphasen“. Genau hier liegt die Chance: Wenn du Tempo, Athletik und Positionsspiel klug kombinierst, entwickelst du schnelle, robuste und spielintelligente Fußballer – ohne sie zu überlasten.
Was B-Jugend Training ausmacht: Tempo + Athletik + Spielintelligenz
B-Jugend Training bedeutet nicht, einfach nur „härter“ zu trainieren. Es bedeutet, gezielter zu trainieren:
- Schnelligkeit ist mehr als Sprint: Antritt, Richtungswechsel, Reaktion, Sprintausdauer.
- Athletik heißt: Stabilität, Kraft, Beweglichkeit und Belastbarkeit – besonders für Knie, Sprunggelenk und Hüfte.
- Positionsspiel Jugend: Räume erkennen, Überzahl schaffen, Pressing auslösen, Restverteidigung organisieren.
Eine gute Leitfrage für jede Einheit: Welche Entscheidung soll dein Spieler unter hohem Tempo besser treffen als letzte Woche?
Trainingsprinzipien für Beginner: So bleibt B-Jugend Training verständlich
Gerade wenn du als Trainer neu in der U16/U17 bist (oder Eltern dein Kind unterstützen willst), helfen klare Prinzipien.
1) Weniger Inhalte, dafür klare Wiederholungen
In der B-Jugend sind die Inhalte komplexer. Trotzdem gilt: lieber 1–2 Schwerpunkte pro Einheit als ein „Bauchladen“.
- Schwerpunkt A: Schnelligkeit Training (Antritt + Richtungswechsel)
- Schwerpunkt B: Positionsspiel (z. B. Spielaufbau über 6er/8er)
2) Intensität steuern statt Dauer erhöhen
Tempo- und Athletikreize brauchen Qualität. Typisch:
- Sprints: kurz, maximal, lange Pausen
- Positionsspiele: hohe Aufmerksamkeit, klare Regeln, kurze Serien
- Kraft/Stabi: sauber, kontrolliert, progressiv
3) Wachstumsschub berücksichtigen
Viele U16/U17-Spieler erleben „Peak Height Velocity“ (schnelles Längenwachstum). Das kann Koordination und Belastbarkeit beeinflussen.
- Achte auf saubere Landungen (Sprung/Abbremsen)
- Baue Stabi für Knie/Hüfte ein
- Plane Regeneration ernsthaft ein
Tempo & Schnelligkeit Training in der B-Jugend: Antritt, Richtungswechsel, Wiederholungssprints
Schnelligkeit ist ein Schlüsselthema im B-Jugend Training. Aber: Schnelligkeit entsteht nicht durch endlose 30–40-m-Sprints nach dem Training.
Baustein 1: Antritt (0–10 m)
Ziel: Erste Schritte explosiv, Körper in Vorwärtsneigung, Arme aktiv.
Praxisübung: „3-Tore-Antritt“
- Feld: 15 x 15 m, 3 kleine Tore (Hütchentore) an drei Seiten
- Spieler A startet mit Ball, Spieler B als Verteidiger 2 m dahinter
- Coach zeigt Farbe/Nummer: A dribbelt explosiv zum passenden Tor und schließt ab (ohne Torwart)
- Variation: ohne Ball (reines Sprintduell), später mit Pass vor dem Antritt
Coachingpunkte:
- Erster Schritt kräftig, nicht „trippeln“
- Kopf kurz hoch: Wohin ist der Raum?
Baustein 2: Richtungswechsel (Change of Direction)
Ziel: Abbremsen, Körperschwerpunkt senken, wieder beschleunigen.
Praxisübung: „Y-Sprint mit Reaktion“
- Aufbau: Y-Form mit 5–7 m bis zur Gabelung, danach je 5–7 m links/rechts
- Spieler sprintet an, Coach ruft „links/rechts“ im letzten Moment
- 4–6 Wiederholungen, dann Pause
Wichtig: Qualität vor Menge. Bei unsauberer Technik lieber abbrechen.
Baustein 3: Wiederholungssprints (RSA)
Im Spiel sprintet niemand nur einmal. Repeated Sprint Ability (RSA) ist entscheidend.
Praxisübung: „6 x 20 m“
- 6 Sprints à 20 m
- Pause: 20–30 Sekunden (gehen/zurück)
- 2 Serien, Serienpause 3 Minuten
Hinweis: Nicht jede Woche maximal. In intensiven Spielphasen dosieren.
Athletik in U16/U17: Stabilität, Kraft und Verletzungsprophylaxe
U16 U17 Athletik muss nicht nach Kraftraum aussehen. Du kannst viel mit dem eigenen Körpergewicht erreichen – besonders für Beginner-Teams.
Athletik-Block (10–15 Minuten) als fester Bestandteil
Baue 2–3 Übungen als „Routine“ ein. Beispiel:
- Nordic Hamstrings (leicht): 2 x 4–6 Wiederholungen (Partner hält)
- Copenhagen Plank (kurz): 2 x 15–25 Sekunden je Seite
- Single-Leg Squat to Box: 2 x 6 je Bein (saubere Achse: Knie über Fuß)
- Sprung-Landungen: 2 x 5 (leise landen, Knie stabil)
Warum das wirkt: Hamstrings, Adduktoren und Hüftstabilität senken das Risiko für Zerrungen und Leistenschmerzen – typische Themen im B-Jugend-Fußball.
Beweglichkeit & „Prehab“ statt Dehnen ohne Plan
Statt langer statischer Dehnprogramme helfen dynamische Mobilisation und Gelenk-Kontrolle:
- Hüftöffner, Ausfallschritt mit Rotation
- Sprunggelenk-Mobilität (Knie über Fuß)
- Rumpfspannung in Bewegung (Dead Bug, Plank-Varianten)
Positionsspiel Jugend: Räume, Abstände, Restverteidigung
Positionsspiel ist in der B-Jugend oft der Unterschied zwischen „rennen viel“ und „spielen gut“. Wichtig ist eine einfache Sprache: Breite, Tiefe, Dreiecke, Zwischenlinienraum.
Grundregeln, die jeder verstehen kann
- Breite geben: Außenspieler kleben nicht an der Linie, aber halten den Raum groß.
- Tiefe sichern: Ein Spieler bietet hinter der letzten Linie an oder bindet Innenverteidiger.
- Dreiecke schaffen: Immer mindestens zwei Passoptionen.
- Restverteidigung: Wer sichert ab, wenn der Ball verloren geht?
Zum Thema Absicherung passt auch unser Artikel zur Restverteidigung einfach erklärt (U12+) – die Prinzipien lassen sich in der B-Jugend deutlich anspruchsvoller anwenden.
Spielform 1: 6v6 + 2 Neutral (Positionsspiel im Zentrum)
- Feld: ca. 35 x 25 m
- 6 gegen 6, dazu 2 neutrale Spieler im Zentrum (immer mit Ballbesitz)
- Ziel: 8 Pässe = Punkt oder Pass in eine Endzone
Coachingpunkte:
- Abstände: nicht zu eng, nicht zu weit (10–15 m als Orientierung)
- Offene Stellung (Körper leicht seitlich), damit das Spiel schneller wird
- Nach Ballverlust sofortiges Gegenpressing für 3 Sekunden
Spielform 2: Aufbau gegen Pressing (7v5)
- 7 Angreifer (inkl. Torwart + 4er-Kette + 6er)
- 5 Verteidiger pressen (2 Stürmer, 3 Mittelfeld)
- Ziel: Ball kontrolliert über eine Mittellinie oder auf Zielspieler spielen
Progression:
- Erst ohne Abseits, später mit Abseitslinie
- Zeitlimit für den Aufbau (z. B. 12 Sekunden)
Wenn Abseits immer wieder für Chaos sorgt, hilft eine klare, kindgerechte Erklärung wie in Abseits einfach erklärt für Kinder – auch U16-Spieler profitieren von sauberer Begrifflichkeit.
Beispiel-Trainingseinheit (90 Minuten) für Beginner in der B-Jugend
So kann eine runde Einheit aussehen, die B-Jugend Training, Schnelligkeit Training und Positionsspiel Jugend verbindet.
1) Aktivierung & Technik unter Tempo (15 Min.)
- Dynamisches Warm-up (Lauf-ABC light, Mobilität)
- 2er-Passen mit Auftaktbewegung (offene Stellung)
- 3 x 20 Sekunden „schnelle Füße“ + 40 Sekunden Pause
2) Schnelligkeit: Antritt + Richtungswechsel (15 Min.)
- Y-Sprint mit Reaktion (4–6 Wdh.)
- 3-Tore-Antritt mit Ball (4–6 Wdh.)
3) Athletik-Block (10 Min.)
- Nordic Hamstrings 2 x 4–6
- Copenhagen Plank 2 x 20 s
- Sprung-Landung 2 x 5
4) Positionsspiel (25 Min.)
- 6v6 + 2 Neutral, 4 Serien à 4 Minuten
- Zwischen Serien 1 Minute Coaching: Abstände, Dreiecke, Klatschen-lassen
5) Abschlussspiel mit Regel (20 Min.)
- 8v8 oder 9v9
- Regel: Tor zählt doppelt nach Ballgewinn in der gegnerischen Hälfte (Gegenpressing belohnen)
6) Cooldown (5 Min.)
- Lockeres Auslaufen, kurze Mobilität
Tipp: Wenn du im Abschluss mehr Qualität im letzten Kontakt willst, lohnt sich ergänzend der Fokus auf Torschuss aus der Bewegung – ideal, um Tempo und Abschluss zu verbinden.
Häufige Fehler im B-Jugend Training – und wie du sie vermeidest
- Zu viel Kondition ohne Ball: Besser sind intensive Spielformen + gezielte Sprintreize.
- Athletik „nebenbei“: Ohne Routine fehlt Stabilität. Plane 10–15 Minuten fest ein.
- Positionsspiel ohne klare Regeln: Gib konkrete Aufgaben (z. B. „6er immer anspielbar“, „Außen hält Breite“).
- Zu lange Serien: Qualität sinkt. Kürzer spielen, häufiger pausieren, gezielt coachen.
Fazit: Tempo, Athletik und Positionsspiel als gemeinsames System
B-Jugend Training funktioniert am besten, wenn Schnelligkeit, U16/U17 Athletik und Positionsspiel Jugend nicht getrennt nebeneinander stehen, sondern sich gegenseitig verstärken. Kurze, hochwertige Sprint- und Richtungswechselreize machen Spieler schneller. Ein fester Athletik-Block erhöht Stabilität und senkt Verletzungsrisiken. Und klare Positionsspiel-Regeln sorgen dafür, dass Tempo im Kopf entsteht – nicht nur in den Beinen. Setzt du das konsequent um, entwickelt dein Team genau die Fähigkeiten, die in der B-Jugend den Unterschied machen.
FAQ: B-Jugend Training (U16/U17)
Wie oft pro Woche sollte eine B-Jugend Schnelligkeit trainieren?
2 kurze Schnelligkeitsreize pro Woche reichen oft aus, wenn sie maximal und mit langen Pausen durchgeführt werden. Zusätzlich bringen Spielformen mit Umschaltmomenten viele „spielnahe“ Sprintaktionen.
Brauchen U16/U17-Spieler Krafttraining im Gym?
Nicht zwingend. Für Beginner-Teams ist ein strukturiertes Programm mit Körpergewicht, Partnerübungen und sauberer Technik oft der beste Einstieg. Ein Gym kann später sinnvoll sein – aber nur mit korrekter Anleitung und passender Belastungssteuerung.
Wie vermittelst du Positionsspiel, ohne die Spieler zu überfordern?
Arbeite mit wenigen, klaren Prinzipien: Breite, Tiefe, Dreiecke, offene Stellung, Restverteidigung. Nutze kleine Spielformen (z. B. 6v6+2) und coache in kurzen, konkreten Inputs statt langer Taktikvorträge.