Altersgerechtes Training

    B-Jugend Training: Tempo, Athletik, Positionsspiel

    B-Jugend Training lebt von Tempo, stabiler Athletik und klarem Positionsspiel. Mit kurzen Sprintreizen, festen Stabi-Routinen und spielnahen Spielformen entwickelst du U16/U17-Spieler ohne Überlastung.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 26. Okt. 2026 · 22 Min.
    KI-generiertes Symbolbild

    In der B-Jugend (U16/U17) wird Training spürbar „erwachsener“: Das Spieltempo steigt, Zweikämpfe werden intensiver und taktische Details entscheiden häufiger über Tore. Gleichzeitig stecken viele Spieler mitten im Wachstumsschub – mit wechselnder Koordination, neuen Hebeln und manchmal auch kleinen „Wackelphasen“. Genau hier liegt die Chance: Wenn du Tempo, Athletik und Positionsspiel klug kombinierst, entwickelst du schnelle, robuste und spielintelligente Fußballer – ohne sie zu überlasten.

    Was B-Jugend-Training ausmacht: Tempo + Athletik + Spielintelligenz

    B-Jugend-Training bedeutet nicht, einfach nur „härter“ zu trainieren. Es bedeutet, gezielter zu trainieren:

    • Schnelligkeit ist mehr als Sprint: Antritt, Richtungswechsel, Reaktion und Sprintausdauer.
    • Athletik heißt: Stabilität, Kraft, Beweglichkeit und Belastbarkeit – besonders für Knie, Sprunggelenk und Hüfte.
    • Positionsspiel: Räume erkennen, Überzahl schaffen, Pressing auslösen und Restverteidigung organisieren.

    Eine gute Leitfrage für jede Einheit: Welche Entscheidung soll dein Spieler unter hohem Tempo besser treffen als letzte Woche?

    B-Jugend in der DACH-Vereinsrealität

    B-Junioren spielen im regulären DFB-Spielbetrieb meist 11 gegen 11 auf dem Großfeld. Spielzeit, Wechselregeln und Sonderbestimmungen können sich je nach Landesverband und Wettbewerb unterscheiden. Für die Saison 2026/27 lohnt deshalb ein Blick in die aktuelle Jugendordnung und die jeweilige Staffelausschreibung. In Österreich und der Schweiz gelten ebenfalls verbands- und ligaspezifische Vorgaben.

    Im DFB-Spielbetrieb gehören zur B-Jugend in der Saison 2026/27 laut DFB-Jugendordnung die Jahrgänge 2010 (U17) und 2011 (U16); die Schweizer B-Kategorie etwa ist anders zugeschnitten und umfasst mehr Jahrgänge. Wie du den Jahrgang über den Stichtag bestimmst, zeigt unser Beitrag zum B-Jugend-Alter mit Jahrgangstabelle. Die reguläre Spieldauer liegt laut DFB-Jugendordnung bei 2 x 40 Minuten, in den DFB-Nachwuchsligen bei 2 x 45 Minuten. Im österreichischen Nachwuchsfußball spielen U16 bis U19 laut ÖFB ebenfalls 2 x 45 Minuten. Für dein Training heißt das: Sprints, Zweikämpfe und Umschaltaktionen müssen über 80 oder 90 Minuten wiederholbar bleiben.

    Die Trainingsrealität sieht oft anders aus: Statt 20 Feldspielern stehen am Dienstag vielleicht nur 13 oder 14 Spieler auf dem Platz. Plane Positionsspiele deshalb skalierbar. Aus einem vorgesehenen 8 gegen 8 wird beispielsweise ein 6 gegen 6 mit zwei neutralen Spielern. Der taktische Schwerpunkt bleibt erhalten.

    Wie oft und wie lange trainiert die B-Jugend? Der DFB-Rahmen

    Eine verbindliche Trainingsdauer je Altersklasse schreibt der DFB nicht vor. Orientierung gibt seine „Trainingsphilosophie Deutschland“: Der DFB wünscht sich, dass jeder Jugendliche mindestens zweimal pro Woche nach der Struktur der „besten Trainingseinheit“ trainiert. Diese Einheit dauert 90 Minuten, und die DFB-Beispiele für D- bis A-Junioren folgen derselben Gliederung:

    BlockDauerInhalt
    Aktivierung15 Min.viel Dribbling und Finten, möglichst jeder mit eigenem Ball, dazu Fangspiele
    Spielblock 130 Min.kleine Spielformen vom 1 gegen 1 bis 4 gegen 4 auf Tore, mehrere Felder parallel
    Zwischenblock15 Min.Technik und Athletik, etwa Torschüsse, Flanken, Flugbälle oder maximale Sprints
    Spielblock 230 Min.erneut Spielformen auf Tore

    Im Spielblock spielt jeder mehrere Durchgänge von etwa 3–4 Minuten netto, dazwischen liegen 1–2 Minuten Pause. Bei den Formen 4 plus Torwart gegen 4 plus Torwart darf jedes Team bis zu zwei Anspieler dazunehmen. Zwei Drittel der Einheit bestehen damit aus Spielformen.

    Noch wichtiger als die Länge der Einheit ist laut DFB die Nettospielzeit in kleinen Spielformen, also die tatsächliche Spielzeit ohne Pausen, Warte- und Umbauzeiten. Bis zur U16 sollen es pro Spieler mindestens 48 Minuten pro Woche sein, ab der U17 mindestens 32 Minuten. In einer B-Jugend gelten damit zwei Richtwerte: Für den jüngeren Jahrgang (U16) liegt die Mindestzeit höher. Ein Rechenbeispiel: Spielen alle gleichzeitig auf mehreren Feldern, ergeben zwei Spielblöcke mit je vier Durchgängen à 4 Minuten 32 Minuten netto pro Einheit. Bei zwei Einheiten pro Woche erreichst du so auch den Wert für die U16.

    Und das Positionsspiel? Laut Trainingsphilosophie Deutschland darf die Ausbildung ab der C-Jugend um Positionsspezifik erweitert werden, allerdings nur in einer gesunden Mischung mit der ganzheitlichen Ausbildung. Die größeren Positionsspiele aus diesem Artikel (6 gegen 6 plus zwei Neutrale, 7 gegen 5) gehören nicht zu den DFB-Spielblöcken, denn die bleiben beim 1 gegen 1 bis 4 gegen 4. Sie ergänzen die Struktur und bekommen einen eigenen Block oder eine eigene Einheit, so wie in der Beispieleinheit weiter unten.

    Merke: Mindestens zwei Einheiten pro Woche nach dieser Struktur, rund zwei Drittel davon als kleine Spielformen: Das ist der DFB-Rahmen. Maximale Sprints und Athletik passen in den Zwischenblock. Größere Positionsspiele planst du zusätzlich in einem eigenen Block oder einer eigenen Einheit.

    Trainingsprinzipien für Einsteiger: So bleibt B-Jugend-Training verständlich

    Gerade wenn du als Trainer neu in der U16/U17 bist oder Eltern ihr Kind unterstützen wollen, helfen klare Prinzipien.

    1) Weniger Inhalte, dafür klare Wiederholungen

    In der B-Jugend sind die Inhalte komplexer. Trotzdem gilt: lieber 1–2 Schwerpunkte pro Einheit als ein „Bauchladen“.

    • Schwerpunkt A: Schnelligkeitstraining mit Antritt und Richtungswechsel
    • Schwerpunkt B: Positionsspiel, etwa der Spielaufbau über 6er und 8er

    2) Intensität steuern statt Dauer erhöhen

    Tempo- und Athletikreize brauchen Qualität. Typisch:

    • Sprints: kurz, maximal, mit langen Pausen
    • Positionsspiele: hohe Aufmerksamkeit, klare Regeln und kurze Serien
    • Kraft/Stabi: sauber, kontrolliert und schrittweise steigern

    3) Wachstumsschub berücksichtigen

    Viele U16/U17-Spieler erleben eine Phase schnellen Längenwachstums. Das kann Koordination und Belastbarkeit vorübergehend beeinflussen.

    • Achte auf saubere Landungen beim Springen und Abbremsen.
    • Baue Stabilisation für Knie und Hüfte ein.
    • Passe Sprung- und Sprintvolumen bei Schmerzen oder auffälliger Müdigkeit an.
    • Anhaltende Beschwerden gehören medizinisch oder physiotherapeutisch abgeklärt.

    Belastungssteuerung: Schulstress und Spieltage mitdenken

    B-Jugendliche kommen nicht mit identischen Voraussetzungen ins Training. Klassenarbeiten, Ausbildung, wenig Schlaf und Wachstumsschübe verändern die Tagesform. Ein kurzes Belastungsmonitoring kostet weniger als zwei Minuten: Jeder Spieler zeigt vor dem Training auf einer Skala von 1 bis 5, wie fit er sich fühlt. Bei einem Wert von 1 oder 2 fragst du nach, statt sofort dieselbe Belastung wie für den Rest anzusetzen.

    Nach der Einheit kann die subjektive Belastung (RPE, „rate of perceived exertion“) auf einer Skala von 0 bis 10 erfasst werden. Dauer mal Belastungswert liefert einen einfachen internen Vergleich: 90 Minuten bei RPE 7 ergeben 630 Belastungspunkte. Das ist keine medizinische Messung, zeigt aber starke Sprünge zwischen Trainingswochen.

    Ein praxistauglicher Wochenrhythmus bei zwei Einheiten und einem Samstagsspiel:

    TagInhalt
    DienstagSchnelligkeit, intensive kleine Spielformen, Athletik
    DonnerstagPositionsspiel, Standards, kurze Sprints mit geringem Umfang
    Freitagfrei oder 15–20 Minuten individuelle Mobilität
    SamstagSpiel

    Häufiger Anfängerfehler: Am Donnerstag noch harte Wiederholungssprints einzuplanen. 36 bis 48 Stunden vor dem Spiel funktionieren wenige explosive Antritte mit vollständiger Pause meist besser.

    Tempo- und Schnelligkeitstraining in der B-Jugend: Antritt, Richtungswechsel, Wiederholungssprints

    Schnelligkeit ist ein Schlüsselthema im B-Jugend-Training. Aber: Schnelligkeit entsteht nicht durch endlose 30–40-m-Sprints nach dem Training. Maximal schnelle Läufe gehören an den Anfang der Einheit, sobald die Spieler aufgewärmt, aber noch nicht ermüdet sind.

    Baustein 1: Antritt (0–10 m)

    Ziel: Erste Schritte explosiv, Körper in Vorwärtsneigung, Arme aktiv.

    Praxisübung: „3-Tore-Antritt“

    • Feld: 15 x 15 m, drei kleine Hütchentore (2 m breit) in verschiedenen Farben an drei Seiten
    • Spieler A startet mit Ball in der Mitte der vierten Seite, Spieler B als Verfolger 2 m dahinter
    • Der Coach zeigt eine Farbe: A dribbelt explosiv zum passenden Tor, B jagt hinterher
    • Punkt für A, wenn er mit Ball durch das Tor dribbelt; Punkt für B, wenn er den Ball vorher erobert oder aus dem Feld spielt
    • Danach Rollen tauschen; bei 12 Spielern drei Felder parallel, damit jedes Paar nach 45–90 Sekunden wieder dran ist
    • Variation: ohne Ball als Sprintduell, später mit Pass vor dem Antritt

    Coachingpunkte:

    • Erster Schritt kräftig, nicht „trippeln“
    • Kopf kurz hoch: Wo ist der freie Raum?
    • Zwischen maximalen Läufen 45–90 Sekunden pausieren

    Baustein 2: Richtungswechsel (Change of Direction)

    Ziel: Abbremsen, Körperschwerpunkt senken und erneut beschleunigen.

    Praxisübung: „Y-Sprint mit Reaktion“

    • Aufbau: Y-Form mit 5–7 m bis zur Gabelung, danach je 5–7 m links und rechts
    • Spieler sprintet an, der Coach ruft „links“ oder „rechts“ im letzten Moment
    • 4–6 Wiederholungen, anschließend 2–3 Minuten Serienpause

    Wichtig: Qualität vor Menge. Kippt das Knie sichtbar nach innen oder wird nur noch halbherzig beschleunigt, endet die Serie.

    Baustein 3: Wiederholungssprints (RSA)

    Im Spiel sprintet niemand nur einmal. Die Repeated Sprint Ability beschreibt die Fähigkeit, wiederholt intensive Sprints auszuführen.

    Praxisübung: „6 x 20 m“

    • 6 Sprints à 20 m
    • Pause: 20–30 Sekunden beim Zurückgehen
    • 2 Serien, Serienpause 3 Minuten

    Nicht jede Woche maximal belasten. In Wochen mit zwei Spielen fällt dieser Block weg oder wird auf eine Serie reduziert.

    Kondition in der B-Jugend: Ausdauer mit Ball statt Runden um den Platz

    Bei Kondition denken viele zuerst an Waldlauf und Runden um den Platz. Der DFB empfiehlt für B- und A-Junioren einen anderen Weg: alle Konditionsfaktoren abwechslungsreich und mit Ball zu trainieren, mit belastungsgesteuerten Spielformen in unterschiedlichen Gruppen- und Feldgrößen, Ausdauer-Parcours, Funktionsgymnastik mit Ball und Antrittsübungen mit Anschlussaktion. Ergänzend sollen die Spieler eigenverantwortlich individuelle Fitnessprogramme absolvieren.

    Dass Ausdauer mit Ball funktioniert, stützt eine Metaanalyse mit jugendlichen Fußballern im Alter von durchschnittlich rund 16 Jahren: Kleine Spielformen verbesserten Ausdauer und fußballspezifische Leistung genauso gut wie laufbasiertes hochintensives Intervalltraining.

    Konditionsspielform: 4 gegen 4 mit Torhütern

    • Feld: etwa 30 x 25 m mit zwei großen Toren und Torhütern
    • 4 plus Torwart gegen 4 plus Torwart; bei mehr Spielern bis zu zwei Anspieler pro Team an den Seitenlinien
    • Belastung: vier Durchgänge à 3–4 Minuten, dazwischen 1–2 Minuten Pause
    • Regel: Nach Ballverlust sofort Gegenpressing, Anspieler spielen mit höchstens zwei Kontakten
    • Ein zweites Feld parallel aufbauen, damit niemand wartet

    Steuerung: Spielerzahl, Feldgröße, Dauer der Durchgänge und Pausenlänge sind deine Stellschrauben. Werden Pässe ungenau und bleiben Tiefenläufe aus, verlängerst du die Pause oder verkürzt den nächsten Durchgang.

    Wie Ausdauer über alle Jugend-Altersklassen hinweg aufgebaut wird und welche Formen in welchem Alter passen, erklärt der Ratgeber Ausdauertraining im Jugendfußball.

    Nach der Sommer- oder Winterpause steigerst du den Umfang schrittweise. Eine häufig genannte Faustregel lautet, die Trainingslast von Woche zu Woche um höchstens 10 bis 20 Prozent zu erhöhen. Eine gesicherte Grenze ist das laut der American Academy of Pediatrics (AAP) nicht; wie viel ein Spieler verträgt, hängt unter anderem von Erfahrung, Reife und Vorverletzungen ab.

    Merke: Zu kurze Pausen machen aus Schnelligkeitstraining ein Training der Schnelligkeitsausdauer. Bei maximalen Sprints pausierst du so lange, dass jeder Lauf wieder voll gelingt. Die Wiederholungssprints aus Baustein 3 trainieren dagegen bewusst unter Ermüdung.

    Athletik in U16/U17: Stabilität, Kraft und Verletzungsprophylaxe

    U16/U17-Athletik muss nicht nach Kraftraum aussehen. Viele Inhalte lassen sich mit dem eigenen Körpergewicht, Minibands und Partnerübungen umsetzen. Entscheidend sind kontrollierte Bewegungen und eine passende Steigerung.

    Athletik-Block (10–15 Minuten) als fester Bestandteil

    Baue zwei bis vier Übungen als Routine ein. Beispiel:

    • Nordic Hamstrings, erleichtert: 2 x 4–6 Wiederholungen
    • Copenhagen Plank, kurzer Hebel: 2 x 15–25 Sekunden je Seite
    • Single-Leg Squat to Box: 2 x 6 je Bein
    • Sprung-Landungen: 2 x 5, leise und stabil landen

    Solche Übungen kräftigen Hamstrings, Adduktoren und Hüftmuskulatur. Strukturierte Präventionsprogramme wie FIFA 11+ werden üblicherweise zwei- bis dreimal pro Woche eingesetzt; Studien berichten bei konsequenter Durchführung häufig deutlich weniger Verletzungen. Einzelne Übungen reichen dafür allerdings nicht. Entscheidend sind Regelmäßigkeit, korrekte Technik und angemessene Belastung.

    Beweglichkeit und „Prehab“ statt Dehnen ohne Plan

    Statt langer statischer Dehnprogramme helfen dynamische Mobilisation und aktive Gelenkkontrolle:

    • Hüftöffner und Ausfallschritt mit Rotation
    • Sprunggelenk-Mobilität mit Kniebewegung über den Fuß
    • Rumpfspannung in Bewegung, etwa Dead Bug oder Plank-Varianten

    Kurz reicht. Fünf konzentrierte Minuten sind in der Praxis wirksamer als ein unruhiger 15-Minuten-Block.

    Positionsspiel in der Jugend: Räume, Abstände, Restverteidigung

    Positionsspiel ist in der B-Jugend oft der Unterschied zwischen „rennen viel“ und „spielen gut“. Hilfreich ist eine einfache Sprache: Breite, Tiefe, Dreiecke, Zwischenlinienraum.

    Grundregeln, die jeder verstehen kann

    • Breite geben: Außenspieler halten das Feld groß, ohne dauerhaft an der Linie zu kleben.
    • Tiefe sichern: Ein Spieler startet hinter die letzte Linie oder bindet einen Innenverteidiger.
    • Dreiecke schaffen: Der Ballführende erhält möglichst zwei Passoptionen.
    • Restverteidigung organisieren: Vor dem Ballverlust klären, wer das Zentrum und die Tiefe sichert.

    Zum Thema Absicherung passt auch unser Artikel zur Restverteidigung einfach erklärt (U12+). In der B-Jugend kannst du die Prinzipien mit klaren Zuordnungen und Pressingauslösern erweitern.

    Spielform 1: 6 gegen 6 + 2 Neutrale im Zentrum

    • Feld: ca. 35 x 25 m
    • 6 gegen 6, dazu zwei neutrale Spieler, die immer mit dem Team in Ballbesitz agieren
    • Ziel: acht Pässe in Folge ergeben einen Punkt
    • Variation: zusätzlich eine 5 m tiefe Endzone an jeder Stirnseite; ein kontrolliert angenommener Pass in die Endzone zählt ebenfalls
    • Belastung: vier Serien à 3–4 Minuten, dazwischen 60–90 Sekunden Pause
    Schritt 0 / 2
    Abb. 1 · 6 gegen 6 plus zwei Neutrale (weiß): Ein Gegenspieler läuft den Ballführenden an, der Pass zum Mitspieler oben ist zugestellt (blasse Linie) — die freie Anspielstation ist der Neutrale im Zentrum, der immer mit dem Team in Ballbesitz spielt.
    Eigenes TeamGegnerBallPassLaufweg

    Coachingpunkte:

    • Abstände von 10–15 m als Orientierung
    • Offene Körperstellung vor der Ballannahme
    • Nach Ballverlust sofortiges Gegenpressing für 3–5 Sekunden
    • Kann kein Ballgewinn erzielt werden, gemeinsam hinter den Ball zurückfallen

    Spielform 2: Aufbau gegen Pressing (7 gegen 5)

    • Feld: eine Spielfeldhälfte in voller Breite, großes Tor mit Torwart
    • 7 Angreifer inklusive Torwart, Viererkette und zwei zentralen Spielern
    • 5 Verteidiger pressen mit zwei Stürmern und drei Mittelfeldspielern
    • Ziel: Ein Punkt für die Aufbaumannschaft, wenn ein Spieler den Ball hinter der Mittellinie kontrolliert annimmt oder mit Ball über sie dribbelt; alternativ auf einen Zielspieler hinter der Linie
    • Belastung: 4 Durchgänge à 4 Minuten, 90 Sekunden Pause; danach Pressingspieler und Mittelfeldspieler tauschen
    1453268
    Schritt 0 / 2
    Abb. 2 · Aufbau gegen Pressing (7 gegen 5): Ein Stürmer läuft Innenverteidiger 5 an und stellt dabei den Pass auf Außenverteidiger 2 zu — weil sieben gegen fünf immer einen freien Mann lässt, findet 5 den Achter 8, und der Ball kommt Richtung Mittellinie (gestrichelt).

    Progression:

    • Erst ohne Abseits, später mit markierter Abseitslinie
    • Zeitlimit für den Aufbau, zum Beispiel 12 Sekunden
    • Punkt für die Pressingmannschaft nach Ballgewinn und Abschluss innerhalb von 8 Sekunden

    Wenn Abseits immer wieder für Chaos sorgt, hilft eine klare Erklärung wie in Abseits einfach erklärt für Kinder. Auch U16-Spieler profitieren von sauberer Begrifflichkeit.

    Übungen für das B-Jugend-Training im Überblick

    Alle Übungen aus diesem Artikel auf einen Blick, sortiert nach Trainingsziel:

    ÜbungTrainingszielDosierung
    3-Tore-AntrittAntritt über 0–10 m, Reaktion, Tempodribbling4–6 Wiederholungen, 45–90 Sekunden Pause
    Y-Sprint mit ReaktionRichtungswechsel, Abbremsen und erneutes Beschleunigen4–6 Wiederholungen, 2–3 Minuten Serienpause
    6 x 20 mWiederholungssprints (RSA)2 Serien, 20–30 Sekunden Pause, 3 Minuten Serienpause
    4 gegen 4 mit TorhüternKondition mit Ball, Umschalten4 x 3–4 Minuten, 1–2 Minuten Pause
    Athletik-BlockHamstrings, Adduktoren, Hüfte, stabile Landungen10–15 Minuten, 2–4 Übungen
    6 gegen 6 plus 2 NeutraleAbstände, offene Körperstellung, Gegenpressing4 Serien à 3–4 Minuten, 60–90 Sekunden Pause
    Aufbau gegen Pressing (7 gegen 5)Spielaufbau unter Druck, freien Mann finden4 x 4 Minuten, 90 Sekunden Pause

    Wähle pro Einheit höchstens zwei Schwerpunkte aus der Tabelle. Mehr Inhalte kosten meist Wiederholungen und Intensität.

    Beispiel-Trainingseinheit (90 Minuten) für die B-Jugend

    So kann eine Einheit aussehen, die Schnelligkeit, Athletik und Positionsspiel verbindet.

    1) Aktivierung und Technik unter Tempo (15 Min.)

    • Dynamisches Warm-up mit leichter Laufkoordination und Mobilität
    • Passen zu zweit mit Auftaktbewegung und offener Stellung
    • 3 x 20 Sekunden schnelle Fußarbeit, jeweils 40 Sekunden Pause

    2) Schnelligkeit: Antritt und Richtungswechsel (15 Min.)

    • Y-Sprint mit Reaktion: 4–6 Wiederholungen
    • 3-Tore-Antritt mit Ball: 4–6 Wiederholungen

    3) Athletik-Block (10 Min.)

    • Nordic Hamstrings: 2 x 4–6
    • Copenhagen Plank: 2 x 20 Sekunden je Seite
    • Sprung-Landung: 2 x 5

    4) Positionsspiel (25 Min.)

    • 6 gegen 6 plus zwei Neutrale, vier Serien à 4 Minuten
    • Zwischen den Serien 1 Minute Pause und ein kurzer Coachingimpuls
    • Fokus: Abstände, Dreiecke und Anschlussaktion nach dem Klatschenlassen

    5) Abschlussspiel mit Regel (20 Min.)

    • 8 gegen 8 oder 9 gegen 9, angepasst an die Trainingsbeteiligung
    • Tor zählt doppelt, wenn der Ball in der gegnerischen Hälfte gewonnen und innerhalb von 10 Sekunden abgeschlossen wird
    • Bei 18 oder mehr Feldspielern möglichst auf Großfeldbreite spielen, damit die Abstände zum 11-gegen-11 passen

    6) Cooldown (5 Min.)

    • Lockeres Auslaufen
    • Kurze Mobilität
    • Belastungswert von 0 bis 10 abfragen

    Wenn du im Abschluss mehr Qualität beim letzten Kontakt willst, lohnt sich der Fokus auf Torschuss aus der Bewegung. So werden Tempo und Abschluss direkt verbunden.

    Die Beispieleinheit setzt mit Schnelligkeits- und Athletikblock bewusst eigene Schwerpunkte und enthält keine kleinen Spielformen im DFB-Sinn (1 gegen 1 bis 4 gegen 4). Eine Einheit nach der DFB-Struktur aus Aktivierung, zwei Spielblöcken und Zwischenblock bringt laut Rechenbeispiel oben rund 32 Minuten Nettospielzeit. Das deckt den Richtwert für die U17. Für den U16-Jahrgang (48 Minuten) reicht eine solche Einheit nicht: Plane dann auch die zweite Einheit der Woche nach dieser Struktur und leg Schnelligkeit und Athletik in den Zwischenblock, oder ergänze kleine Spielformen bis 4 gegen 4.

    Häufige Fehler im B-Jugend-Training – und wie du sie vermeidest

    • Zu viel Kondition ohne Ball: Intensive Spielformen plus gezielte Sprintreize haben meist einen höheren Spielbezug.
    • Sprints am Ende der Einheit: Ermüdete Läufe trainieren kaum maximale Schnelligkeit. Sprintblöcke gehören nach dem Aufwärmen.
    • Athletik „nebenbei“: Ohne Routine fehlt die Entwicklung. Plane 10–15 Minuten fest ein.
    • Positionsspiel ohne klare Aufgabe: Formuliere pro Serie höchstens zwei Regeln, etwa „6er bleibt anspielbar“ und „Außen hält Breite“.
    • Zu lange Serien: Sinkt das Tempo, lieber kurz pausieren und neu starten.
    • Alle gleich belasten: Wachstum, Schulstress und Spielminuten unterscheiden sich. Passe Wiederholungen individuell an.

    Fazit: Tempo, Athletik und Positionsspiel als gemeinsames System

    B-Jugend-Training funktioniert am besten, wenn Schnelligkeit, Athletik und Positionsspiel nicht getrennt nebeneinanderstehen. Kurze, hochwertige Sprint- und Richtungswechselreize machen Spieler explosiver. Ein fester Athletik-Block verbessert Stabilität und Belastbarkeit. Klare Positionsspiel-Regeln sorgen dafür, dass Tempo auch im Kopf entsteht – nicht nur in den Beinen.

    Bleib konkret. Ein sauberer Schwerpunkt pro Trainingsblock bringt mehr als sechs Übungen ohne Zusammenhang.

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    Passende Übungen

    Häufig gestellte Fragen

    Plane idealerweise 2 kurze Schnelligkeitsblöcke pro Woche ein (z. B. 10–15 Minuten), mit maximaler Intensität und ausreichend Pausen. Ergänzend liefern Spielformen mit Umschalten und Gegenpressing viele spielnahe Sprintaktionen, ohne dass du extra „Sprintläufe“ anhängen musst.

    Setze auf einfache, sichere Basics: Nordic Hamstrings (leicht dosiert), Copenhagen Plank, einbeinige Kniebeugen-Varianten (saubere Beinachse) und kontrollierte Sprung-Landungen. Diese Übungen stärken Hamstrings, Adduktoren und Hüftstabilität und unterstützen die Verletzungsprophylaxe in intensiven Spielphasen.

    Arbeite mit wenigen Leitprinzipien (Breite, Tiefe, Dreiecke, offene Stellung, Restverteidigung) und nutze Spielformen wie 6 gegen 6+2 Neutral oder Aufbau-gegen-Pressing (7 gegen 5). Coache in kurzen, konkreten Korrekturen zu Abständen und Körperstellung, damit Entscheidungen unter Tempo schneller und sauberer werden.

    Der DFB empfiehlt in seiner Trainingsphilosophie Deutschland mindestens zwei Einheiten pro Woche nach der Struktur der „besten Trainingseinheit“. Sie dauert 90 Minuten: 15 Minuten Aktivierung, zwei Spielblöcke à 30 Minuten und dazwischen 15 Minuten Technik und Athletik. Eine verbindliche Trainingsdauer je Altersklasse schreibt der DFB nicht vor.

    Mit Ball und in Spielformen. Der DFB empfiehlt für B- und A-Junioren belastungsgesteuerte Spielformen mit unterschiedlichen Gruppen- und Feldgrößen, Ausdauer-Parcours und Antrittsübungen mit Anschlussaktion. Eine Metaanalyse mit Jugendlichen um 16 Jahre zeigt: Kleine Spielformen verbessern die Ausdauer genauso gut wie laufbasiertes Intervalltraining.

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