Ballannahme für Anfänger erklärt
Diese Übung erklärt die Ballannahme für Anfänger kindgerecht: Ball dämpfen, in freie Richtung mitnehmen und sicher weiterspielen. Mit Ampel-Signalen, Varianten nach Alter und klaren Coaching-Tipps für schnelles Techniktraining.
Eine saubere Ballannahme ist der erste Kontakt mit dem Ball – und oft der Unterschied zwischen „Ball verspringt“ und „Spiel geht weiter“. Gerade Anfänger profitieren von klaren, wiederholbaren Abläufen: Blick heben, Körperstellung anpassen, Ball „mitnehmen“ statt stoppen. Klingt simpel – aber wie trainierst du das so, dass Kinder schnell Erfolgserlebnisse haben und die Techniktraining-Grundlagen wirklich sitzen?
Übungsname & Ziel
Übungsname: Ampel-Ballannahme (Annehmen & Mitnehmen)
Ziel: Kinder lernen die Ballannahme für Anfänger mit dem richtigen ersten Kontakt: Ball dämpfen, in eine freie Richtung mitnehmen und danach kontrolliert weiterpassen oder dribbeln. Gleichzeitig schulst du Koordination, Orientierung und Timing – perfekt für Techniktraining im Kinderfußball.
Material, Spieleranzahl & Dauer
Benötigte Materialien
- 1 Ball pro 2 Spieler (idealerweise mehr, damit wenig Wartezeit entsteht)
- 8–16 Hütchen (für Stationen und Richtungs-Tore)
- Leibchen (optional, für Gruppen)
Spieleranzahl
- Minimum: 4
- Maximum: 12 (danach lieber doppelt aufbauen)
Dauer
- 15–20 Minuten (inkl. kurzer Demo und 2–3 Durchgängen)
Tipp für Eltern: Wenn dein Kind neu startet, hilft eine passende Grundausstattung. Schau in die Checkliste: Die erste Fußballausrüstung für Kinder, damit Ballgröße und Schuhe stimmen.
Aufbau
- Markiere ein Quadrat (ca. 12 x 12 m) mit Hütchen.
- In jede Quadratseite baust du mittig ein kleines Hütchentor (ca. 1,5–2 m breit). Das sind die „Ausgänge“.
- Die Spieler bilden Paare und verteilen sich mit Ball rund um das Quadrat oder innerhalb (je nach Alter).
Schritt-für-Schritt Anleitung
- Demo in 30 Sekunden: Zeig den Kindern die Grundidee: „Ball kommt – Fuß weich – Ball in freie Richtung mitnehmen.“ Nutze einfache Begriffe wie „weicher Fuß“ und „mitnehmen“.
- Pass zum Partner: Spieler A passt flach zu Spieler B (3–6 m Entfernung, je nach Niveau).
- Erster Kontakt = Ballannahme: Spieler B nimmt den Ball mit dem Innenfuß an und lenkt ihn in eine Richtung (nicht einfach stoppen). Ziel: Der Ball soll maximal 1–2 Meter wegrollen.
- Ampel-Signal: Du rufst eine Farbe/Anweisung:
- Grün: Ball in Richtung eines beliebigen Hütchentors mitnehmen (2–3 schnelle Schritte), dann zurückpassen.
- Gelb: Ballannahme „klein“ (Ball nur minimal bewegen), sofort zurückpassen.
- Rot: Ball stoppen/abschirmen (Körper zwischen Ball und „Gegner“), dann mit dem anderen Fuß zurückpassen.
- Richtungswechsel: Nach 5–6 Wiederholungen wechselst du die Aufgaben: Annahme mit rechtem/linkem Fuß, Innenfuß/Spann (für Fortgeschrittene).
- Punktesystem (optional): 1 Punkt, wenn der Ball nach der Annahme kontrolliert bleibt und der Pass sauber ankommt. Das motiviert, ohne Druck zu erzeugen.
Variationen für verschiedene Altersgruppen
U6/U7 (ganz am Anfang)
- Distanz verkürzen (2–4 m), Tempo rausnehmen.
- Nur Innenfuß-Annahme und nur „Grün“ + „Gelb“.
- Fokus: Ball beruhigen und „weicher Fuß“.
U8/U9 (Anfänger mit etwas Erfahrung)
- „Rot“ dazu: Abschirmhaltung (seitlich stellen, Knie leicht gebeugt).
- Annahme in die offene Stellung: Standbein zeigt leicht zur Spielrichtung.
- Zusatz: Nach Annahme 1 Dribbling-Kontakt, dann Pass.
U10/U11 (fortgeschrittene Anfänger)
- Passgeber spielt auch mal leicht scharf.
- Annahme mit Außenrist (kurz erklären: Außenkante des Fußes, gut zum Mitnehmen in Laufrichtung).
- Anschlussaktion: Nach Annahme Torschuss auf Mini-Tore oder Zielhütchen. Passend dazu: Torschuss aus der Bewegung.
Coaching-Tipps (damit die Ballannahme wirklich besser wird)
- Körperstellung: „Seitlich zum Ball“ statt frontal. So kann das Kind nach der Annahme schneller weiterspielen.
- Blickverhalten: Erst kurz schauen: „Wo ist Platz?“ – dann Ball annehmen. Frag aktiv: „Wohin nimmst du den Ball mit?“
- Kontaktfläche: Für Anfänger ist der Innenfuß am stabilsten. Der Fuß ist leicht geöffnet, der Knöchel fest.
- Dämpfen statt klatschen: Der Fuß geht beim Kontakt minimal mit dem Ball zurück (wie ein „Kissen“). So springt der Ball nicht weg.
- Ball nicht tot stoppen: Ziel ist Ballkontrolle in Bewegung. Das spart im Spiel Zeit.
- Kurze Korrekturen: Maximal 1 Hinweis pro Aktion, sonst überforderst du Anfänger.
Häufige Fehler & schnelle Lösungen
- Ball springt zu weit weg: Tempo runter, kürzere Distanz, „weicher Fuß“ erinnern.
- Kind steht auf dem falschen Fuß: Standbein neben den Ball, nicht dahinter.
- Nur nach unten schauen: Kleine Regel: „Vor dem Pass einmal hochschauen.“
Für Eltern rund um den ersten Spieltag ist eine gute Vorbereitung Gold wert – die Eltern-Checkliste: Das erste Fußballspiel hilft dir, Stress zu vermeiden.
Warum diese Übung im Kinderfußball so gut funktioniert
Kinder lernen Techniktraining am besten über klare Wiederholungen und einfache Entscheidungen. Die Ampel-Signale geben Struktur, ohne das Spiel zu verkomplizieren. Gleichzeitig entsteht eine spielnahe Frage: „Nehme ich den Ball in den Raum mit oder sichere ich ihn?“ Genau diese Entscheidung macht die Ballannahme im Spiel wertvoll.