Ballnah vs. ballfern: so positionierst du dich
Ballnah und ballfern helfen Kindern, sich sinnvoll zu positionieren: nicht alle zum Ball, sondern Räume nutzen. Mit Breite, Tiefe und Absicherung wird das Spiel ruhiger und erfolgreicher.
Ballnah bedeutet: Du positionierst dich in der Nähe des Balls, um direkt ins Spiel eingreifen zu können. Ballfern heißt: Du bist weiter weg vom Ball und sicherst Räume, bietest dich an oder bereitest die nächste Aktion vor.
Was heißt „ballnah“ und „ballfern“ im Kinderfußball?
Im Kinderfußball zieht der Ball oft viele Kinder an – das berühmte „Bienenschwarm“-Phänomen. Genau hier helfen die Begriffe ballnah und ballfern, um Positionierung einfach zu erklären: Nicht alle müssen zum Ball. Ein Teil unterstützt nah am Ball, der andere Teil sorgt weg vom Ball für Struktur.
Ballnah bist du, wenn du:
- Anspielstation in kurzer Distanz bist (z. B. 3–8 Meter)
- Druck auf den Gegner machst (im Verteidigen)
- zweite Bälle einsammelst (Abpraller, Klärungen)
Ballfern bist du, wenn du:
- Breite gibst (außen stehen, Spielfeld breit machen)
- Tiefe gibst (hinter die letzte Linie starten)
- absicherst (falls der Ball verloren geht)
Warum ist das wichtig? (Breite, Tiefe, Raumaufteilung)
Gute Raumaufteilung bedeutet: Dein Team nutzt das Feld so, dass immer mehrere Lösungen möglich sind. Kinder lernen dadurch, nicht nur dem Ball hinterherzulaufen, sondern clever Räume zu besetzen.
Breite geben (ballfern außen)
Stehst du ballfern auf der Außenspur, ziehst du Gegenspieler auseinander. Plötzlich entstehen in der Mitte Passwege. Frage an dein Kind oder dein Team: „Wenn alle in der Mitte stehen – wohin soll der Pass gehen?“
Tiefe geben (ballfern hinter die Abwehr)
Ballferne Tiefe heißt: Du bietest dich hinter oder neben der Abwehr an, damit ein Pass nach vorne möglich wird. Das ist besonders effektiv, wenn ein Mitspieler am Ball unter Druck steht.
Absichern (ballfern hinter dem Ball)
Ballfern zu sein heißt nicht „nicht mitspielen“. Du sicherst ab, damit ein Ballverlust nicht sofort zu einem Gegentor führt. Später wird daraus das Prinzip der Restverteidigung – kindgerecht kannst du es als „Sicherheitsnetz“ erklären. Mehr dazu findest du in Restverteidigung einfach erklärt (U12+).
Beispiele aus dem Kinderfußball
- U7/U8 im 3-gegen-3: Ein Kind geht zum Ball (ballnah), ein Kind bietet sich seitlich an (ballfern = Breite), ein Kind bleibt leicht dahinter (ballfern = Absicherung). So entstehen Dreiecke statt Gedränge.
- U9/U10 im 5-gegen-5: Der ballnahe Flügelspieler unterstützt kurz, der ballferne Flügel bleibt breit und frei. Bei Ballgewinn kann sofort verlagert werden.
- Nach einem Pass: Wer passt, darf nicht stehen bleiben. Ballnah kannst du direkt wieder klatschen lassen, ballfern kannst du in Räume starten. Das Prinzip ähnelt einer Gegenbewegung beim Freilaufen: erst kurz entgegenkommen, dann in die Tiefe lösen. Siehe Gegenbewegung beim Freilaufen erklärt (U10+).
Typische Fehler – und einfache Coaching-Sätze
Häufige Fehler:
- Alle laufen ballnah: keine Breite, keine Tiefe, keine Optionen
- Ballferne Spieler „parken“ zu weit weg: nicht anspielbar
Einfache Coaching-Sätze:
- „Einer hilft am Ball, einer macht das Feld breit, einer sichert!“
- „Siehst du den freien Raum außen? Geh ballfern dahin!“
- „Wenn du nicht am Ball bist: Mach dich anspielbar!“
Verwandte Begriffe
- Freilaufen (sich anspielbar machen) – eng verbunden mit ballnah/ballfern, besonders über Timing und Richtungswechsel.
- Pressing (Druck auf den Ball) – ballnaher Druck und ballfernes Verschieben gehören zusammen. Für ältere Teams passt: C-Jugend Training: Pressing & Spielaufbau Basics.
- Abseits (Positionsregel) – beeinflusst vor allem ballferne Tiefe im 11er-Fußball: Abseits einfach erklärt für Kinder.
FAQ
Was ist wichtiger: ballnah oder ballfern?
Beides. Ballnah gewinnt oder sichert den Ball, ballfern schafft Breite, Tiefe und Absicherung. Ein gutes Team verteilt diese Aufgaben.
Wie erklärst du Kindern „ballfern“, ohne dass sie sich ausgeschlossen fühlen?
Sag: „Ballfern heißt: Du hilfst dem Team, indem du Räume besetzt.“ Gib klare Rollen: breit stehen, hinter dem Ball sichern oder in die Tiefe starten.
Woran erkennst du gute Positionierung im Spiel?
Wenn der Ballführende mindestens zwei Passoptionen hat: eine kurze (ballnah) und eine weitere (ballfern). Außerdem bleibt das Team nicht als Pulk zusammen.
Häufig gestellte Fragen
Ähnliche Begriffe im Lexikon
Übungen zu "Ballnah vs. ballfern: so positionierst du dich"
Diese Übungen wenden den Begriff praktisch an