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    Clearing-Techniken: Ball aus der Gefahrenzone

    Mit dieser Übung trainierst du Clearing-Techniken unter Druck: sauberes Klären, richtige Entscheidung und sicheres Verteidigen in Tornähe. Ideal für Einsteigerteams im Kinderfußball.

    Tobias Brenner
    16. Jan. 2026
    Aktualisiert: 21. Jan. 2026
    4 Min.
    25 Min6-14 Spieler20x25mVerteidigen
    Hütchen, Bälle, Minitore, Markierungsteller

    Clearing klingt simpel: „Hau den Ball weg!“ Doch im Kinderfußball entscheidet oft die Technik unter Druck, ob der Ball wirklich aus der Gefahrenzone kommt – oder direkt beim Gegner landet. Mit dieser Übung trainierst du sichere Clearing-Techniken (innen/außen, Spann, hoher Befreiungsschlag) und gleichzeitig die richtige Entscheidung: Wohin klären? Wann ist ein kontrollierter Pass besser?

    Übungsname & Ziel

    Übungsname: Clearing-Techniken: Ball aus der Gefahrenzone

    Ziel: Kinder lernen, in Tornähe unter Zeitdruck den Ball sicher zu klären (seitlich/diagonal statt zentral) und dabei eine stabile Körperhaltung, saubere Fußstellung und eine klare Entscheidung zu treffen.

    Material, Spieleranzahl, Dauer

    Material:

    • Hütchen (für Zonen und Startpunkte)
    • Bälle
    • 2 Minitore (oder 2 Hütchentore)
    • 4 Markierungsteller (optional für Zielkorridore)

    Spieleranzahl: min. 6, max. 14

    Dauer: 20–25 Minuten

    Feldgröße: ca. 20 x 25 m (mit „Gefahrenzone“ vor einem Torbereich)

    Aufbau

    • Markiere eine Gefahrenzone (z. B. 10 x 12 m) vor einem Hütchentor oder Minitor.
    • Links und rechts außerhalb der Gefahrenzone stehen zwei Zielkorridore (je 3–4 m breit) oder je ein Minitor/Hütchentor als Clearing-Ziel.
    • Lege am Rand einen Ballvorrat bereit.
    • Teile die Kinder in zwei Gruppen: Verteidiger (in der Gefahrenzone) und Angreifer (außerhalb, mit Ball).

    Warum Zielkorridore? Damit Kinder nicht „blind nach vorne“ klären, sondern lernen: Zentral ist gefährlich – seitlich ist sicher.

    Schritt-für-Schritt-Anleitung

    1. Startsignal & Zuspiel: Ein Angreifer spielt den Ball flach oder halbhoch in die Gefahrenzone.
    2. Druck erzeugen: Ein zweiter Angreifer startet sofort nach und setzt den Verteidiger unter Druck (ohne überhart zu tackeln – Fokus: Zeitdruck).
    3. Erste Entscheidung: Der Verteidiger entscheidet:
      • Direkt klären (1. Kontakt) oder
      • Annehmen + klären (2 Kontakte), wenn genug Zeit da ist.
    4. Clearing-Ausführung: Der Verteidiger klärt den Ball in einen der beiden Zielkorridore bzw. durch eines der Minitore.
    5. Punktwertung:
      • 1 Punkt, wenn der Ball seitlich/diagonal in den Zielbereich geklärt wird.
      • 0 Punkte, wenn der Ball zentral oder zu kurz geklärt wird.
      • Bonuspunkt, wenn der Verteidiger nach dem Clearing sofort nachschiebt (2–3 Schritte raus aus der Zone) – das fördert aktives Verteidigen.
    6. Wechsel: Nach 3–4 Aktionen wechseln die Rollen (Angreifer ↔ Verteidiger), damit alle viele Wiederholungen bekommen.

    Variationen für verschiedene Altersgruppen

    U7–U9 (sehr einfach)

    • Angreifer läuft nur „Schatten-Druck“ (ohne Ballgewinnversuch).
    • Verteidiger hat 2 Kontakte Pflicht: annehmen, dann klären.
    • Zielbereiche größer machen.

    U10–U12 (Standard)

    • Angreifer darf aktiv den Ball erobern.
    • Verteidiger darf frei entscheiden: 1 oder 2 Kontakte.
    • Clearing-Ziel wird enger: nur noch diagonal zählt als Punkt.

    U13+ (fortgeschritten, aber noch beginner-freundlich)

    • Nach dem Clearing entsteht ein kurzes Umschaltspiel: Wenn der Ball im Zielkorridor landet, darf das Verteidigerteam auf ein Minitor kontern.
    • Zuspiele variieren: flach, halbhoch, leicht springend.

    Coaching-Tipps (was du aktiv coachen solltest)

    • Körper zwischen Ball und Gegner: Schon vor dem Kontakt leicht seitlich stellen, um den Gegner abzuschirmen.
    • Blick vor dem Clearing: Kurz scannen: Wo ist Platz? Wo steht der Gegner? Zentral vermeiden.
    • Saubere Fußstellung: Standbein neben den Ball, Oberkörper stabil. Beim Spann-Clearing nicht „nach hinten lehnen“, sonst fliegt der Ball unkontrolliert.
    • Entscheidung vereinfachen: Merksatz für Kinder: „Wenn Druck da ist: raus seitlich! Wenn Zeit da ist: kontrolliert!“

    Typische Fehler & schnelle Korrekturen

    • Ball wird nach vorne in die Mitte geklärt: Zielkorridore deutlich markieren und Punkte nur für seitlich/diagonal geben.
    • Zu kurze Clears: Abstand der Zielzone anpassen und Technik „durch den Ball“ coachen (nicht nur „draufhauen“).
    • Hektik im ersten Kontakt: Bei Bedarf die Regel „2 Kontakte“ für eine Runde einführen.

    Praxis-Bezug: Wo hilft dir das im Spiel?

    Clearing ist besonders wichtig bei Standards und engen Spielsituationen. Wenn dein Team häufig nach Ecken oder zweiten Bällen unter Druck gerät, kombiniere diese Übung mit klaren Rollen und einfachen Regeln aus unserem Beitrag Eckball verteidigen: einfache Regeln & Aufgaben (U10+). Für die Zweikampfbasis lohnt sich außerdem Verteidigen im 1v1: 8 Duellspiele (U10–U15) – denn ein gutes Clearing beginnt oft mit einem stabilen 1-gegen-1. Und wenn du das Thema „Wer sichert hinter dem Pressing ab?“ vertiefen willst, passt Restverteidigung einfach erklärt (U12+) ideal dazu.

    Häufig gestellte Fragen

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