Dreiecke bilden: Freilaufen lernen in 6 Spielen (U9+)
Mit 6 leicht aufbaubaren Spielen lernen Kinder ab U9, wie sie Dreiecke bilden und sich als Anspielstation anbieten. Ideal für Trainer, die Freilaufen spielnah und kindgerecht vermitteln wollen.
Kinder im U9+-Bereich wollen den Ball – klar. Aber wie lernen sie Mitspielen ohne Ball, also das Freilaufen im Kinderfußball? Der Schlüssel sind Dreiecke: Wenn immer zwei Anspielstationen sichtbar sind, wird Passspiel einfacher, sicherer und mutiger. Die folgenden 6 Spiele sind bewusst „beginner“-tauglich und führen Schritt für Schritt zu besseren Anspielstationen und mehr Spielintelligenz.
Übungsname & Ziel
Übungsname: Dreiecke bilden – Freilaufen lernen in 6 Spielen (U9+)
Ziel:
- Kinder verstehen das Grundprinzip „Pass – nachgehen – wieder anbieten“
- Spieler schaffen Anspielstationen durch Breite, Tiefe und diagonale Laufwege
- Team lernt: Dreiecke bilden statt in einer Linie stehen
Material, Spieleranzahl, Dauer
Material:
- Hütchen/Markierungsteller (für Felder und Zonen)
- Leibchen (2 Farben)
Spieleranzahl: min. 6, ideal 8–12, max. 16 (dann mit 2 Feldern arbeiten)
Dauer: 20–30 Minuten (6 Spiele à 3–4 Minuten plus kurze Coaching-Stopps)
Feldgröße: ca. 20x25 m (an Alter/Teilnehmerzahl anpassen)
Aufbau
Markiere ein Rechteckfeld (ca. 20x25 m). Je nach Spiel kommen Zonen (Außenbahnen) oder Ecken als Orientierung dazu. Ziel ist nicht „statisches Positionsspiel“, sondern: Kinder sollen aktiv lernen, diagonal und versetzt zueinander zu stehen.
Schritt-für-Schritt: 6 Spiele (nummeriert)
Jedes Spiel baut auf dem vorherigen auf. Du kannst nach 2–3 Minuten wechseln oder ein Spiel verlängern, wenn es „klickt“.
-
Spiel 1: Dreiecks-Fangen ohne Ball
- 3 Kinder bilden ein Team, halten ca. 3–5 m Abstand und bewegen sich gemeinsam.
- 1 Fänger versucht, eines der drei Kinder zu berühren.
- Regel: Das Dreier-Team darf nie „in einer Linie“ stehen – nur als Dreieck zählt es als „sicher“.
- Coaching-Frage: „Siehst du zwei Mitspieler gleichzeitig?“
-
Spiel 2: 3-gegen-0 Passdreieck (mit Positionswechsel)
- 3 Kinder passen im Dreieck.
- Nach jedem Pass: Passempfänger nimmt an, Passgeber läuft in eine neue Ecke (Dreieck rotiert).
- Fokus: nach dem Pass freilaufen, nicht stehen bleiben.
-
Spiel 3: 3-gegen-1 Rondo light (Kontakt frei)
- 3 Angreifer außen, 1 Verteidiger innen.
- Ziel: 5 Pässe am Stück.
- Coaching: Erst Blick hoch, dann passen. Dreieck immer so drehen, dass der Ballführende zwei Optionen hat.
-
Spiel 4: 4-gegen-2 „Zwei Ausgänge“
- 4 Angreifer im Feld, 2 Verteidiger jagen.
- Zusatzregel: Nach 3 Pässen darf das Team durch eine von zwei markierten Endzonen dribbeln (Punkt).
- Effekt: Kinder suchen nicht nur den Ball, sondern Tiefe und diagonale Anspielstationen.
-
Spiel 5: 4-gegen-4 mit Außenbahnen (Breite erzwingen)
- Markiere links und rechts je eine schmale Außenbahn.
- Regel: Ein Tor/ Punkt zählt nur, wenn vor dem Abschluss mindestens ein Pass über außen gespielt wurde.
- Coaching-Frage: „Wer gibt Breite? Wer gibt Tiefe?“
-
Spiel 6: 5-gegen-5 mit „Dreiecks-Bonus“
- Freies Spiel auf zwei Minitore (oder Zonen-Tore).
- Bonusregel: Ein Tor zählt doppelt, wenn im Angriff sichtbar ein Dreieck entstanden ist (Ballführer hatte 2 Anspielstationen) und mindestens 3 Pässe gespielt wurden.
- Wichtig: Bonus nur geben, wenn Kinder wirklich versetzt standen – nicht „zufällig“.
Variationen (U9 bis U13)
Für U9/U10 (noch einfacher)
- Erlaubt freie Ballkontakte (kein Kontaktlimit).
- Verkleinere den Gegnerdruck: erst 3-gegen-0, dann 3-gegen-1.
- Nutze klare Leitplanken: „Nach Pass immer 2 Schritte weg und neu anbieten.“
Für U11/U12 (mehr Spielnähe)
- Rondo: maximal 2 Kontakte (Annahme/Pass).
- In Spiel 5: Außenbahn-Spieler dürfen nur prallen lassen (Klatschpass) – fördert Tempo.
- Ergänze das Thema Passspiel Taktik U11: „Pass in den Fuß“ vs. „Pass in den Raum“.
Für U13+ (mehr Entscheidungsdruck)
- Zeitdruck: Punkt nur, wenn innerhalb von 10 Sekunden nach Ballgewinn ein Abschluss erfolgt.
- Verteidiger erhalten Bonuspunkte für Balleroberung + sofortiger Konterpass (Umschaltmoment einbauen).
Coaching-Tipps (damit Dreiecke wirklich entstehen)
- Abstände coachen: Zu eng = kein Raum, zu weit = Pass unsauber. Richtwert: 4–8 m je nach Alter.
- Diagonale Laufwege loben: Kinder laufen gern gerade zum Ball. Fordere: „Geh schräg frei!“
- Körperstellung erklären: offen stehen bedeutet: so drehen, dass Ball und Mitspieler im Blick sind.
- Nach dem Pass nicht stehen bleiben: Nutze ein Triggerwort wie „Pass – Move!“
Wenn du danach den Abschluss spielnah einbauen willst, passt als Anschlussform ein dynamischer Torschuss, z. B. aus unserem Beitrag Torschuss aus der Bewegung. Für Kinder, die zusätzlich Mut im Duell brauchen, ergänzt ein 1-gegen-1-Spiel aus 1v1 als Angreifer: 8 Finten-Spiele (U10–U15).
FAQ
Wie erklärst du „Dreiecke bilden“ im Kinderfußball am einfachsten?
Sag den Kindern: „Der Ballführer braucht zwei Freunde, die er sehen kann.“ Wenn ein Spieler nur eine Option hat, entsteht kein Dreieck. Lass sie kurz einfrieren und zeigen: „Wer sind deine zwei Anspielstationen?“
Warum klappt Freilaufen oft nicht, obwohl Kinder motiviert sind?
Viele Kinder laufen zum Ball statt vom Gegner weg. Außerdem fehlt oft die Regel „nach dem Pass neu anbieten“. Mit kleinen Leitplanken (Außenbahnen, Endzonen, Bonuspunkte) werden Laufwege automatisch besser.
Wie lange solltest du Rondos in U9/U10 spielen?
Kurz und intensiv: 2–3 Minuten pro Runde reichen. Danach wechseln (neuer Verteidiger, neues Feld), damit die Konzentration hoch bleibt und niemand zu lange „jagt“.