Eckball ausführen: kindgerecht (DFB/ÖFB/SFV)
Ein Eckball im Kinderfußball gelingt am besten mit einfachen Regeln, klaren Bildern und 2–3 leicht merkbaren Varianten. Hier findest du kindgerechte Tipps, typische Fehler und kurze Übungen für Training und Spiel.
Ein Eckball kann im Kinderfußball ein kleines Highlight sein: Alle schauen zum Eckpunkt, die Spannung steigt – und plötzlich passiert etwas Chaos. Genau deshalb lohnt es sich, den Eckstoß kindgerecht zu erklären und zu trainieren. Kinder brauchen klare Bilder („Ball ins Feld bringen“), einfache Regeln (Abstand, Ball ruht) und 1–2 leicht merkbare Varianten. Wie viel Taktik ist sinnvoll? Weniger als viele denken – aber ein guter Ablauf gibt Sicherheit und verhindert Diskussionen.
Was ist ein Eckball (Eckstoß) – und warum ist er im Kinderfußball besonders?
Der Eckball (offiziell: Eckstoß) wird ausgeführt, wenn der Ball zuletzt von der verteidigenden Mannschaft die Torauslinie überquert (ohne Tor). Im Kinderfußball ist der Eckstoß oft ein Lernmoment, weil dabei mehrere Grundlagen zusammenkommen:
- Ball ruht: Der Ball muss still liegen.
- Orientierung: Wo ist der Eckbereich? Wo stehen Mitspieler?
- Raumgefühl: Wohin kann der Ball gespielt werden, ohne ihn sofort zu verlieren?
- Fairness & Abstand: Gegner müssen wegbleiben.
Und mal ehrlich: Wie oft siehst du in der Jugend, dass Kinder beim Eckball zu nah dran stehen oder der Ball „irgendwie“ ins Aus getreten wird? Genau da helfen klare, altersgerechte Routinen.
Eckball Regeln Jugend: DFB/ÖFB/SFV – das Wichtigste in einfacher Sprache
Die Grundregeln sind in DFB, ÖFB und SFV im Kern gleich (orientiert an den IFAB-Spielregeln). In den Kinder- und Jugendklassen gibt es je nach Verband und Spielform (z. B. Kleinfeld) Anpassungen bei Feldgröße, Markierungen oder Ausführung – aber die Basics bleiben:
Ballposition: Eckpunkt oder Eckviertelkreis
- Der Ball wird im Eckbereich platziert, meist am Eckpunkt.
- Wenn kein Eckviertelkreis markiert ist (im Kinderfußball häufig), gilt: Ball so nah wie möglich an die Ecke, auf oder direkt neben die Linie.
Der Ball muss ruhen – und dann ins Spiel
- Der Ball ist im Spiel, sobald er mit dem Fuß gespielt wurde und sich klar bewegt.
- Ein „Antippen ohne Bewegung“ zählt nicht.
Eckball Abstand: Wie weit müssen Gegner weg?
- Gegenspieler müssen mindestens 9,15 m Abstand halten.
- Im Kinderfußball (Kleinfeld, Funino-Übergänge, verkürzte Spielfelder) wird der Abstand oft angepasst – typisch sind 5 m oder eine vereinfachte Markierung.
Praxis-Tipp: Wenn du keine Markierungen hast, nutze eine einfache Regel: „Drei große Schritte zurück“ (für die Kleineren) oder „fünf Meter“ (für ältere Kinder). Wichtig ist die Konsequenz, nicht die Perfektion.
Darf direkt ein Tor fallen?
Ja, aus einem Eckstoß kann direkt ein Tor erzielt werden. Das ist selten bei Kids – aber möglich.
Darf der Schütze den Ball zweimal berühren?
Nein. Nach dem Eckstoß darf der Schütze den Ball nicht direkt ein zweites Mal spielen, bevor ein anderer Spieler dran war.
Wenn du mehr Standards kindgerecht erklären willst, hilft dir auch unser Überblick zu Freistoß - Regeln und Arten im Kinderfußball – viele Prinzipien (Abstand, Ball ruht, schnelle Ausführung) sind ähnlich.
Kindgerecht erklären: So verstehen Kinder den Eckstoß sofort
Kinder lernen schneller über Bilder und Aufgaben als über Regeltexte. Diese drei Sätze funktionieren in fast jeder U7–U11:
- „Leg den Ball in die Ecke, so dass er nicht wegrollt.“
- „Die Gegner gehen zurück, bis du schießt.“
- „Spiel den Ball ins Feld zu einem Freund – nicht einfach blind nach vorne.“
Mini-Checkliste für Trainer und Eltern
- Ball liegt ruhig (notfalls kurz festhalten, dann loslassen)
- Blick hoch: Wo ist ein Mitspieler frei?
- Einfacher Kontakt: Innenseite statt Spann, wenn es um Passgenauigkeit geht
Rhetorische Frage: Muss ein Eckball im Kinderfußball immer „gefährlich“ sein? Nein – er sollte vor allem kontrolliert sein.
Praktische Eckball-Varianten für Beginner (U7–U11)
Statt komplizierter Laufwege reichen 2–3 Standards, die Kinder wirklich behalten.
Variante 1: Der sichere Kurzpass (für Ballbesitz)
Ziel: Ball im Team halten.
- Schütze spielt kurz zu einem Mitspieler 2–5 Meter entfernt.
- Der Mitspieler nimmt offen an und spielt zurück oder in die Mitte.
Coaching-Punkte:
- Breit stehen: Passempfänger nicht direkt neben die Ecke quetschen.
- Erster Kontakt weg vom Gegner.
Variante 2: Flacher Ball in die „Torzone“
Ziel: Chaos vermeiden und trotzdem Richtung Tor kommen.
- Schütze spielt flach in den Raum vor das Tor (je nach Alter 5–10 Meter).
- 1–2 Mitspieler laufen ein und versuchen den Abschluss.
Warum flach?
- Flache Bälle sind im Kinderfußball oft kontrollierbarer als hohe Flanken.
- Weniger Risiko, dass der Ball über alle hinweg ins Aus fliegt.
Variante 3: „Zweiter Pfosten“ (für etwas Fortgeschrittene)
Ziel: Ball weg von der Torwartzone bringen.
- Schütze spielt den Ball halbhoch oder flach Richtung hinterer Bereich.
- Ein Mitspieler wartet dort und bringt den Ball wieder vors Tor.
Wichtig: Nicht überfrachten. Wenn Kinder die Grundidee nicht verstehen, zurück zu Variante 1.
Training: Eckball ausführen in 10 Minuten (ohne lange Erklärungen)
Du brauchst: 6–10 Kinder, Bälle, 2 Hütchen.
Übung 1: Eckball-Routine ohne Gegner (3 Minuten)
- Ball in die Ecke legen.
- 2 Anspielstationen markieren (kurz & Mitte).
- Kinder üben: Ball platzieren – Blick hoch – Pass.
Übung 2: 3 gegen 2 nach Eckball (5 Minuten)
- Eckball wird ausgeführt.
- Danach freies Spiel im kleinen Feld Richtung Tor.
Coaching-Punkte:
- Schnell umschalten: Nach dem Pass nicht stehen bleiben.
- Breite & Tiefe: Einer kurz, einer zentral, einer am zweiten Pfosten.
Übung 3: „Abstand zählt“ (2 Minuten)
- Ein Kind ist Schütze.
- Ein Kind stellt sich als Gegner zu nah.
- Aufgabe: Team ruft gemeinsam „Abstand!“ und Gegner geht zurück.
So lernen Kinder spielnah, ihre Rechte einzufordern – ohne Meckern.
Häufige Fehler beim Eckball im Kinderfußball – und einfache Lösungen
- Ball rollt weg → Ball auf die Linie legen, kurz warten, erst dann spielen.
- Gegner steht zu nah → klare Teamregel: Eckball erst, wenn Abstand passt.
- Blind nach vorne schlagen → Zielzone nennen („flach zur Mitte“ oder „kurz zum Freund“).
- Alle rennen ins Tor → 1 Kind bleibt als Absicherung hinten (Konter verhindern).
Apropos Absicherung: Gerade auf kleinen Feldern entstehen nach Standards schnell Konter. Das passt gut zu den Basics rund um Spielunterbrechungen wie beim Elfmeter - Das musst du wissen, wo Positionierung und Ruhe ebenfalls entscheidend sind.
Eckball und Fair Play: Eltern- und Trainerverhalten am Spielfeldrand
Kinder schauen bei Standards besonders stark nach außen: Was ruft der Trainer? Wie reagieren Eltern? Hektik führt zu Hektik.
- Gib eine klare Anweisung (z. B. „kurz!“) statt fünf.
- Lobe die Idee (Pass zum Mitspieler), nicht nur das Ergebnis.
- Vermeide Druck („Jetzt muss ein Tor fallen!“).
Wenn du als Trainer häufiger Diskussionen am Rand hast, hilft ein fester Rahmen für Absprachen – siehe Kommunikation mit Eltern als Trainer.
Fazit: Eckstoß ausführen – einfach, klar, wiederholbar
Ein kindgerechter Eckball im DFB/ÖFB/SFV-Kontext braucht keine komplizierten Laufwege. Entscheidend sind klare Grundregeln (Ball ruht, korrekter Abstand), zwei einfache Varianten (kurz oder flach in die Mitte) und kurze, spielnahe Trainingsformen. So wird der Eckball vom Zufallsprodukt zur echten Lernchance – und Kinder gewinnen Sicherheit bei Standards.