Fußballregeln

    Freistoß - Regeln und Arten im Kinderfußball

    Der Freistoß ist ein zentrales Element im Fußball, doch im Kinderbereich gelten oft vereinfachte Regeln: der Unterschied zwischen direktem und indirektem Freistoß, Abstände je Landesverband und die Ausführung auf dem Kleinfeld.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 24. Okt. 2026 · 9 Min.
    KI-generiertes Symbolbild

    Was ist ein Freistoß im Kinderfußball?

    Ein Freistoß ist eine Methode, das Spiel nach einem Foul oder einem Regelverstoß wieder aufzunehmen. Dabei darf die Mannschaft, an der das Vergehen begangen wurde, den Ball von der Stelle des Geschehens aus ohne Behinderung durch den Gegner wieder ins Spiel bringen. Für dein Kind ist das oft die erste Regel, die es bewusst versteht: „Ich wurde gefoult, jetzt bekomme ich den Ball.“

    Ausführliche Erklärung: So funktionieren die Freistoß-Regeln

    Im Kinderfußball (G- bis E-Jugend, also etwa U7 bis U11) sind die Regeln oft etwas vereinfacht, um den Spielfluss zu fördern und den Kindern den Spaß am Sport zu vermitteln. Dennoch gibt es klare Unterschiede, die du als Trainer oder Elternteil kennen solltest. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Arten:

    1. Der direkte Freistoß: Hierbei darf der Schütze den Ball direkt ins gegnerische Tor schießen, um einen Treffer zu erzielen. Er wird meist bei physischen Vergehen wie Foulspiel, Handspiel oder Stoßen gegeben.
    2. Der indirekte Freistoß: Ein Tor kann nur erzielt werden, wenn nach dem Ausführen noch ein zweiter Spieler (egal welcher Mannschaft) den Ball berührt hat. Geht der Ball ohne Berührung ins Tor, gibt es Abstoß. Indirekte Freistöße werden oft bei technischen Fehlern verhängt – wenn du die typischen Fälle mit deiner Mannschaft durchgehen willst, hilft dir die Übersicht Direkter vs. indirekter Freistoß erklärt.

    Wichtig für den Kinderfußball: In den DFB-Festivalformen der G- und F-Jugend werden Freistöße angedribbelt oder gepasst, und ein Tor zählt nach einer Spielfortsetzung nur indirekt, also erst nach einem weiteren Kontakt. Auch nach Horst Weins Regeln für Funino gibt es Freistöße nur per Pass oder Ballführung, mit 3 m Abstand der Gegner. Bei 3-gegen-3 oder 2-gegen-2 auf Mini-Tore ohne Torwart entfällt die klassische Mauer ohnehin fast komplett – hier zählt vor allem: schnell weiterspielen, statt lange zu diskutieren.

    Die Mauer und der Abstand

    Ein zentraler Punkt der Freistoß-Regeln im Kinderfußball ist der Abstand der Gegenspieler. Während auf dem Großfeld 9,15 Meter vorgeschrieben sind, legen die Verbände für Kinder eigene Werte fest: In den Festivalformen der G- und F-Jugend sind es meist 2 bis 3 Meter, auf den Kleinfeldern der E- und D-Jugend je nach Verband 5 bis 9 Meter. Beispiele aus den Bestimmungen 2026/27:

    Verband und SpielformAbstand beim Freistoß
    DFB-Festivalformen (G/F)3 m (wenn nicht schnell eröffnet wird)
    Saarland2 m in G und F, 7 m in E und D
    Rheinland, E-Jugend 7 gegen 75 m
    Berlin, D-Jugend und Liga-E-Jugend5 m
    Südwest (SWFV), E- und D-Jugend6 m
    Württemberg, Kleinspielfeld D7/E77 m
    Baden, D-Jugend5 m (7er/8er), 9 m (9er)
    Großfeld (Regel 13)9,15 m

    Ein guter Praxis-Merker für Kinder bei 5 Metern: „Stell dich fünf große Schritte weg.“ Achte darauf, dass die Kinder diesen Abstand fair einhalten, ohne dass der Schiedsrichter jedes Mal eingreifen muss. Gerade in der F- und E-Jugend lohnt es sich, das Abmessen im Training kurz zu üben, damit es im Spiel automatisch klappt.

    Beispiele aus dem Kinderfußball-Alltag

    • Das Handspiel: Ein kleiner Abwehrspieler stoppt den Ball im Eifer des Gefechts mit der Hand. Hier gibt es meist einen direkten Freistoß für das angreifende Team. Was dabei absichtlich und was unabsichtlich zählt, erklärt dir die Handspiel-Regel im Detail.
    • Gefährliches Spiel: Ein Kind geht mit dem Fuß sehr hoch zum Ball, während ein anderes Kind mit dem Kopf klären will. Auch wenn kein Kontakt stattfindet, kann der Trainer oder Schiedsrichter auf indirekten Freistoß entscheiden, um die Sicherheit zu gewährleisten.
    • Die Rückpassregel: Wo sie gilt, darf der Torwart den Ball nicht mit der Hand aufnehmen, wenn er gezielt von einem Mitspieler mit dem Fuß zurückgespielt wurde. Ab wann das so ist, entscheidet der Landesverband: in vielen Verbänden ab der E-Jugend, in Berlin, Hamburg, Niedersachsen (3+1), im Saarland und in Thüringen schon in der F-Jugend, in Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, am Mittelrhein und in Schleswig-Holstein erst ab der D-Jugend. Passiert es doch, folgt ein indirekter Freistoß an der Stelle des Vergehens (oder auf der Torraumlinie). Wann genau das greift, liest du in der Rückpassregel für Kinder.

    Häufige Ausführungsfehler – schnelle Korrekturen

    • Ball rollt noch: „Stopp – der Ball muss ruhig liegen.“
    • Falscher Ort: Ball sichtbar zurücklegen und kurz erklären: „Da war das Foul.“
    • Gegner zu nah: Abstand mit Schritten zeigen, notfalls den Freistoß wiederholen lassen.
    • Antippen und selbst weiterdribbeln: Nach den Fußballregeln ist das eine verbotene zweite Berührung des Schützen (indirekter Freistoß für den Gegner). In den Festivalformen der G- und F-Jugend darf der Freistoß dagegen angedribbelt werden – kläre vor dem Spiel, welche Regel gilt.

    Tipps für Trainer und Eltern

    • Fairplay geht vor: Im Kinderfußball sollte nicht auf „Zeit“ gespielt werden. Ermutige die Kinder, den Freistoß schnell auszuführen – ein schneller Freistoß bringt oft mehr Vorteil als das perfekte Anlegen einer Mauer. Damit dabei kein Chaos entsteht, hilft eine kurze Signal-Routine: Ball liegt, Gegner zurück, Pfiff oder „Go“ – erst dann wird ausgeführt.
    • Keine komplizierten Varianten: In jungen Jahren reicht es, wenn die Kinder lernen, den Blick zu heben und zu entscheiden: Schieße ich selbst oder passe ich zu einem freien Mitspieler? Einstudierte Freistoß-Tricks sind vor der D-Jugend fast immer überflüssig.
    • Ruhig bleiben: Bei jüngeren Jahrgängen entscheidet oft der Trainer selbst als Schiedsrichter. Erkläre kurz und freundlich, warum es einen Freistoß gibt – so lernen beide Teams die Regel, statt sich zu ärgern.

    Kurz üben: zwei Mini-Übungen

    • „Pass oder Schuss?“ (U8–U11): Freistoßposition mit einem Mitspieler und leichtem Gegnerdruck – der Schütze entscheidet selbst: kurzer Pass oder direkter Abschluss. Coaching: Kopf hoch, Mitspieler anbieten.
    • „Ziel treffen statt hart schießen“ (U9–U13): Hütchentore oder Zielzonen aufstellen – Punkte gibt es für Präzision, nicht für Härte.

    Typische Freistoß-Varianten – kindgerecht

    Für Kinder reichen wenige, klar benennbare Lösungen. Bewährt haben sich:

    • Schneller Freistoß: Ball ruhig hinlegen und sofort weiterspielen, bevor sich der Gegner sortiert. Wartet der Schiedsrichter oder stellt eine Mauer, gilt: erst nach seinem Zeichen.
    • Kurzer Pass (Sicherheits-Variante): Die einfachste Lösung, ideal für jüngere Teams – Ballbesitz sichern statt riskanter weiter Ball.
    • Direkter Torschuss: In Tornähe die klare Option – gezielt statt hart, vorher kurz prüfen, ob eine Ecke frei ist.
    • Antippen und Schuss (bei indirekt): Ein Kind spielt einen erkennbaren kurzen Pass, das zweite schießt – leicht zu verstehen, fördert Zusammenspiel.
    • Pass in den freien Raum: Vor einen startenden Mitspieler statt zum Fuß – stark an der Seitenlinie oder wenn hinter der Abwehr Platz entsteht.

    Häufiger Anfängerfehler: Drei Kinder stehen direkt am Ball. Besser sind ein Schütze, eine kurze Anspielstation und ein startendes Kind. Wie du die Rollen verteilst, zeigt Freistoßroutine: Ablauf & Rollen kindgerecht erklärt, passende Trainingsformen findest du in Freistoß-Varianten: 5 einfache Ideen für Kinder. Beim Abstand gelten die Werte aus der Tabelle oben. Maßgeblich ist immer die aktuelle Bestimmung des eigenen Verbands für die Saison 2026/27, Kreise können zusätzlich abweichen.

    Wann gibt es einen Freistoß?

    Einen Freistoß bekommt dein Team immer dann, wenn der Gegner gegen die Regeln verstößt und der Schiedsrichter deswegen das Spiel unterbricht. Welche Art es jeweils gibt und woran du sie auf dem Platz erkennst, klärt der Detail-Artikel Direkter vs. indirekter Freistoß erklärt.

    Eine typische Streitfrage am Spielfeldrand: Ein Kind wird gefoult, und der Ball rollt kurz danach ins Aus. Gibt es Freistoß oder Einwurf? Hat der Schiedsrichter wegen des Fouls gepfiffen, ahndet er das Foul, und ein Foul wird mit Freistoß bestraft. Als kurze Ansage für Kinder reicht: „Pfiff wegen Foul, also Freistoß.“

    Im Kinderfußball kann auch das anders sein: Die Minifußball-Richtlinie des Bayerischen Fußball-Verbands für G- bis E-Jugend sieht zum Beispiel gar keinen direkten Freistoß vor.

    Verwandte Begriffe

    • Strafstoß (Elfmeter): Ein direkter Freistoß innerhalb des Strafraums. Wie er im Kinderfußball abläuft, zeigt dir der Beitrag zu Elfmeter-Regeln und Ablauf für Kinder.
    • Vorteil: Wenn der Schiedsrichter trotz Foul weiterspielen lässt, weil die gefoulte Mannschaft weiterhin in Ballbesitz ist.
    • Anstoß: Die Spieleröffnung zu Beginn einer Halbzeit oder nach einem Tor.

    Weitere Regeln im Kinderfußball

    Häufig gestellte Fragen

    Beim direkten Freistoß darf dein Kind den Ball direkt ins Tor schießen und trifft gültig. Beim indirekten Freistoß zählt ein Tor nur, wenn nach dem Schuss noch ein zweiter Spieler den Ball berührt hat – geht der Ball ohne Berührung ins Netz, gibt es Abstoß. Direkte Freistöße folgen meist auf Fouls oder Handspiel, indirekte auf technische Vergehen wie die Rückpassregel.

    Das legt dein Landesverband fest. In den Festivalformen der G- und F-Jugend sind es meist 2 bis 3 Meter, auf den Kleinfeldern der E- und D-Jugend je nach Verband 5 bis 9 Meter, auf dem Großfeld 9,15 Meter. Bei 5 Metern hilft der Merker „fünf große Schritte“. Übe das kurz im Training, dann klappt es im Spiel automatisch.

    Ja, aber stark vereinfacht. In den DFB-Festivalformen werden Freistöße angedribbelt oder gepasst, ein Tor zählt erst nach einem weiteren Kontakt, und der Gegner hält 3 m Abstand. Manche Verbände kennen in der G-Jugend gar keinen Freistoß, nach einem Foul wird einfach weitergedribbelt. Eine klassische Mauer gibt es hier kaum – wichtig ist, dass die Kinder schnell weiterspielen.

    Das hängt vom Landesverband ab. In vielen Verbänden gilt sie ab der E-Jugend, in einigen (z. B. Berlin, Hamburg, Saarland, Thüringen) schon in der F-Jugend mit Torwart, in anderen (z. B. Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein) erst ab der D-Jugend. Wo sie gilt, gibt es indirekten Freistoß, wenn der Torwart einen absichtlichen Fuß-Rückpass mit der Hand aufnimmt.

    Einen Freistoß gibt es, wenn ein Spieler gegen die Regeln verstößt und der Schiedsrichter deshalb unterbricht, zum Beispiel nach einem Foul, einem Handspiel oder Abseits. Ausgeführt wird er an der Stelle des Vergehens. Ob er direkt oder indirekt ist, hängt von der Art des Vergehens ab.

    Ähnliche Begriffe im Lexikon

    freistoß regeln kinder
    kinderfußball regeln
    direkter freistoß erklärung
    indirekter freistoß kinder
    funino regeln