Fußballregeln

    Elfmeter - Das musst du wissen

    Alles Wissenswerte zum Elfmeter: Von den offiziellen Regeln über Besonderheiten im Jugendbereich bis hin zur korrekten Position von Torwart und Schütze.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 26. Okt. 2026 · 18 Min.
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    Elfmeter: Die Definition

    Ein Elfmeter – im Regelwerk Strafstoß genannt – ist eine Standardsituation im Fußball. Ein Spieler schießt den ruhenden Ball vom Elfmeterpunkt auf das gegnerische Tor. Zwischen ihm und dem Tor steht zunächst nur der Torwart.

    Der Schiedsrichter entscheidet auf Elfmeter, wenn die verteidigende Mannschaft im eigenen Strafraum ein Vergehen begeht, das außerhalb des Strafraums mit einem direkten Freistoß bestraft würde. Dazu zählen etwa ein Beinstellen, Halten oder ein strafbares Handspiel. Maßgeblich ist der Ort des Vergehens, nicht die Stelle, an der ein gefoulter Spieler anschließend zu Boden fällt.

    Der Elfmeterpunkt liegt 11 Meter von der Mitte der Torlinie entfernt. Die Bezeichnung geht auf die ursprüngliche Entfernung von zwölf englischen Yards zurück, also rund 10,97 Meter. Strafstöße gehören seit 1891 zum Fußballregelwerk.

    Elfmeter-Regeln: So funktioniert der Strafstoß

    Die offiziellen Vorgaben stehen in Regel 14 der IFAB-Spielregeln. Sie gelten im Erwachsenenfußball sowie grundsätzlich beim DFB, ÖFB und SFV. Für jüngere Altersklassen können die Landes- und Regionalverbände abweichende Spielfeldgrößen und Strafstoßdistanzen festlegen.

    Die Ausführung

    Der Ball muss ruhig auf dem Elfmeterpunkt liegen und der Schütze muss klar erkennbar sein. Nach dem Pfiff darf er anlaufen und den Anlauf verzögern. Eine Täuschung während des Anlaufs ist erlaubt, ein vollständiges Antäuschen des Schusses nach beendetem Anlauf dagegen nicht.

    Der Ball muss nach vorne geschossen werden und ist im Spiel, sobald er mit dem Fuß gespielt wurde und sich eindeutig bewegt. Ein direktes Tor ist erlaubt. Prallt der Ball vom Torwart, Pfosten oder von der Latte zurück, dürfen alle berechtigten Spieler nachsetzen. Der Schütze darf den Ball allerdings erst erneut berühren, nachdem ihn ein anderer Spieler berührt hat.

    Seit der Regelsaison 2025/26 wird ein versehentlicher Doppelkontakt gesondert behandelt, etwa wenn ein Kind beim Schuss ausrutscht und den Ball versehentlich mit beiden Füßen gleichzeitig trifft oder der Ball unmittelbar nach dem Schuss ans eigene Standbein springt: Geht der Ball ins Tor, wird der Strafstoß wiederholt. Geht er nicht hinein, erhält die gegnerische Mannschaft einen indirekten Freistoß. Ein absichtlicher zweiter Kontakt bleibt ein Regelverstoß.

    Die Position der anderen Spieler

    Außer dem Schützen und dem Torwart müssen alle anderen Spieler:

    • sich innerhalb des Spielfelds und außerhalb des Strafraums befinden,
    • mindestens 9,15 Meter vom Elfmeterpunkt entfernt sein,
    • hinter dem Elfmeterpunkt stehen, also weiter von der Torlinie entfernt als der Ball.

    Der Teilkreis am Strafraum zeigt den vorgeschriebenen Abstand an. Läuft ein Spieler zu früh hinein, wird nicht automatisch unterbrochen. Nach aktuellem Regelverständnis ist vor allem relevant, ob das Eindringen den weiteren Spielverlauf klar beeinflusst, beispielsweise bei einem Nachschuss.

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    Abb. 1 · Die Elfmeter-Anordnung: Ball auf dem Punkt, Schütze 10 dahinter, der Torwart auf der Torlinie — alle übrigen Spieler stehen außerhalb von Strafraum und Teilkreis und damit mindestens 9,15 Meter vom Ball entfernt.
    Eigenes TeamGegnerBall

    Die Rolle des Torwarts

    Der Torhüter muss bis zum Schuss zwischen den Pfosten bleiben. Dabei muss mindestens ein Teil eines Fußes die Torlinie berühren, sich auf gleicher Höhe mit ihr befinden oder hinter ihr sein. Seitliche Bewegungen auf der Linie sind erlaubt. Beide Pfosten, die Latte und das Tornetz dürfen nicht bewegt werden, um den Schützen abzulenken.

    Verlässt der Torwart die Linie zu früh, wird der Strafstoß vor allem dann wiederholt, wenn er den Ball hält oder sein Verhalten den Fehlschuss erkennbar beeinflusst. Beim ersten entsprechenden Vergehen gibt es normalerweise eine Ermahnung, bei einem weiteren eine Gelbe Karte. Eine ruhige, breite Torwart-Grundstellung funktioniert in der Praxis besser als hektisches Springen.

    Elfmeter und Karten: Wann gibt es zusätzlich Gelb oder Rot?

    Ein Strafstoß bestraft die Mannschaft. Für den Spieler, der das Vergehen begangen hat, kann zusätzlich eine Karte fällig werden – muss aber nicht. Entscheidend ist, wie schwer das Foul war und ob eine klare Torchance verhindert wurde.

    • Normales Foul: Ein Beinstellen oder Halten ohne große Torgefahr gibt Elfmeter, meist ohne Karte.
    • Aussichtsreicher Angriff gestoppt: Außerhalb des Strafraums gibt es dafür Gelb. Im Strafraum entfällt die Karte, wenn es Elfmeter gibt und das Vergehen beim Versuch passierte, den Ball zu spielen; Halten, Ziehen oder Stoßen bleibt dagegen Gelb.
    • Notbremse: Verhindert ein Verteidiger eine offensichtliche Torchance, spricht man von einer Notbremse. Außerhalb des Strafraums ist das Rot. Versucht der Verteidiger im eigenen Strafraum aber, den Ball zu spielen, wird die Strafe seit 2016 abgemildert: Dann gibt es nur Gelb plus Elfmeter statt der früheren, umgangssprachlich so genannten „Dreifachbestrafung" aus Rot, Strafstoß und Sperre. Ein reines Halten oder Ziehen ohne Ballspiel-Versuch bleibt dagegen Rot.
    • Torraub per Hand: Wehrt ein Feldspieler den Ball absichtlich mit der Hand ab und verhindert so ein Tor – etwa auf der Torlinie – ist das immer Rot.

    Für den Torwart gelten dieselben Maßstäbe. Welche Karte wann greift, zeigt der Überblick zu Gelb und Rot im Fußball.

    Wenn beim Elfmeter selbst ein Fehler passiert

    Nicht nur das Foul davor, auch die Ausführung kann schiefgehen. Dann kommt es darauf an, wer den Fehler macht:

    • Der Schütze verstößt (zum Beispiel unerlaubtes Antäuschen nach beendetem Anlauf): Ein Tor zählt nicht, es gibt indirekten Freistoß für die verteidigende Mannschaft.
    • Der Torwart verstößt (zu früh von der Linie): Fällt ein Tor, zählt es. Fällt keins, wird der Elfmeter wiederholt, wenn der Torwart den Ball gehalten oder den Schützen erkennbar gestört hat; schießt der Schütze von sich aus vorbei, geht das Spiel weiter.
    • Beide gleichzeitig: Seit der Regelfassung 2026/27 wird der Strafstoß wiederholt – außer der Schütze begeht das schwerere Vergehen (etwa unerlaubtes Antäuschen nach dem Anlauf), dann gibt es indirekten Freistoß und Gelb. Bis 2025/26 wurde der Schütze in diesem Fall automatisch verwarnt, und es gab indirekten Freistoß.

    Wie weit ist der Elfmeterpunkt vom Tor entfernt? Alle Maße

    Gemessen wird von der Mitte der Torlinie zwischen den beiden Pfosten. Für das Großfeld legt Regel 1 der IFAB-Spielregeln die Maße rund um den Elfmeter fest:

    MarkierungMaß
    Elfmeterpunkt (Strafstoßmarke)11 m von der Mitte der Torlinie
    Strafraum16,5 m tief, reicht 16,5 m neben jeden Pfosten
    Teilkreis am StrafraumRadius 9,15 m um den Elfmeterpunkt
    Torraum5,5 m tief, reicht 5,5 m neben jeden Pfosten
    Tor7,32 m breit, 2,44 m hoch

    Auf Kinderfeldern liegt der Punkt näher am Tor, und zwar je nach Verband an anderer Stelle. Beispiele aus den Bestimmungen 2026/27:

    Strafstoß ausBeispiele (Verband, Altersklasse bzw. Spielform)
    6 mSaarland, F-Jugend
    7 mSaarland, E- und D-Jugend; Sachsen beim 5 gegen 5 mit Torwart (Kreise Meißen und Nordsachsen)
    8 mNiedersachsen auf Jugendtore (F 3+1, E 4+1) und in der D-Jugend; Rheinland in der E-Jugend; Niederrhein in F (5 gegen 5 mit Torwart), E und D; Westfalen in der E-Jugend; Bremen in der E-Jugend; Hessen E7 und D
    9 mBaden auf 7er-, 8er- und 9er-Kleinfeldern (D-Jugend); Hamburg in der D-Jugend; Sachsen in der D-Jugend und beim 6 gegen 6; Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen auf dem Kleinfeld
    10 mBaden in F (4 plus 1) und E (5 plus 1)

    Kein klassischer Strafstoß ist zum Beispiel bei den G- und F-Junioren im Rheinland, in G, F und E in Südbaden und in den Thüringer G/F-Festivals vorgesehen; im Minifußball auf Minitore gibt es in manchen Verbänden stattdessen einen „Penalty“ (1 gegen 1 aus dem Dribbling).

    Besonderheiten im Kinderfußball

    Im Kinder- und Jugendfußball gibt es regionale Abweichungen, die Trainer und Eltern kennen sollten. Ein guter Einstieg für den Spieltag ist die Eltern-Checkliste zum ersten Fußballspiel.

    • Verkürzte Distanz: In der F-Jugend (U8/U9) oder E-Jugend (U10/U11) wird häufig auf kleineren Feldern gespielt. Je nach Landesverband und Wettbewerbsformat liegt die Strafstoßmarke meist 8 oder 9 Meter vor dem Tor, die Spanne reicht von 6 bis 10 Metern (siehe Tabelle oben). Eine bundesweit einheitliche DFB-Distanz für jede Kinder-Spielform gibt es nicht.
    • Neue Spielformen: Im Minifußball mit kleinen Teams und mehreren Minitoren ist oft kein klassischer Strafstoß vorgesehen. Bei einem 7-gegen-7 auf Jugendtore gelten andere Bestimmungen als bei einem 3-gegen-3-Festival. Deshalb zählt immer die Ausschreibung des zuständigen Verbands oder Turnierveranstalters.
    • Kein Nachschuss im Entscheidungsschießen: Bei einem Elf- oder Neunmeterschießen ist der Versuch beendet, sobald der Ball sich nicht mehr bewegt, das Spielfeld verlässt oder der Schiedsrichter wegen eines Vergehens unterbricht. Im normalen Spiel darf nach einem Abpraller nachgesetzt werden, sofern kein unerlaubter Doppelkontakt vorliegt.
    • Altersgerechte Leitung: Bei Bambini und jungen F-Junioren erklären Spielbegleiter einen Fehler häufig zunächst kurz. Ab U12/U13 wird genauer nach Regelwerk entschieden; in der A-Jugend gelten nahezu dieselben Vorgaben wie bei Erwachsenen.

    Welche Distanz vor Ort gilt? Ein Blick in die Jugendordnung oder Durchführungsbestimmungen des Landesverbands verhindert Diskussionen. Die Markierungen auf Vereinsplätzen sind gerade bei quer aufgebauten Kinderfeldern nicht immer eindeutig.

    Elfmeter mit Kindern üben

    Lange Warteschlangen bringen wenig. Besser sind zwei Tore oder Zielzonen und Gruppen mit höchstens vier Kindern. Jedes Kind schießt zunächst 6 bis 8 Strafstöße, ohne dass ein Fehlschuss kommentiert wird. Danach kann eine kleine Drucksituation folgen: fünf Versuche, jeder Treffer zählt einen Punkt.

    Abb. 2 · Übungsform mit zwei Stationen: je höchstens vier Kinder, links mit Torwart, rechts aufs freie Tor in die Ecken — geschossen wird aus kindgerecht verkürzter Distanz, die Hütchen trennen die Gruppen.

    Häufiger Anfängerfehler: Das Kind ändert während des Anlaufs die Ecke. Ein einfaches Ritual schafft Sicherheit:

    1. Ball hinlegen und Ziel auswählen.
    2. Drei bis fünf Schritte zurückgehen.
    3. Standbein neben den Ball setzen.
    4. Mit der Innenseite kontrolliert in eine Ecke schießen.

    Ganz ruhig. Bei U9-Spielern ist ein sauberer, platzierter Schuss meist sinnvoller als maximale Kraft. Trainer sollten auch Torhüter wechseln lassen, damit jedes Kind beide Perspektiven kennenlernt.

    Technik-Basics für Anfänger

    Für Einsteiger reichen drei klare Punkte:

    • Kurzer, kontrollierter Anlauf: zwei bis vier Schritte genügen.
    • Körper über dem Ball: Lehnt sich das Kind zurück, fliegt der Ball drüber.
    • Innenseite statt Vollspann-Hammer: Präzision schlägt Wucht.

    Zwei Details machen den Unterschied: Das Standbein steht etwa eine Fußbreite neben dem Ball, die Zehen zeigen grob in Schussrichtung. Und ein leicht schräger Anlauf statt komplett frontal erleichtert den Schuss mit der Innenseite. Die typischen Fehler verschieben sich mit dem Alter: Mit U9/U10 fliegt der Ball oft zu hoch, dann hilft „Körper über den Ball, bewusst flach zielen“. Mit U11/U12 lassen sich viele vom Torwart ablenken, deshalb die Ecke vorher festlegen und dabei bleiben. Mit U13 ist mehr Kraft da, aber die Präzision fehlt, also Innenseite statt Vollspann. Merksatz: „Neben den Ball, Kopf ruhig, Innenseite ins Eck.“

    Freeze-Punkt gegen zu frühes Starten

    Kinder laufen dem Ball instinktiv hinterher, auch beim Strafstoß. Übe deshalb mit Nachschuss-Spielern am Strafraumrand: Wer vor dem Schuss in den Strafraum läuft, bekommt einen Freeze-Punkt und setzt beim nächsten Versuch kurz aus. So lernen die Kinder spielerisch, erst zu starten, wenn der Ball gespielt ist.

    Ziel statt Wucht: das Ecken-Spiel

    Markiere im Tor vier Zielzonen, etwa mit Hütchen oder Leibchen: unten links, unten rechts, oben links, oben rechts. Bei kleinen Toren passt du die Zonen entsprechend an. Die Punkte:

    • 2 Punkte für einen Treffer in eine Ecke,
    • 1 Punkt, wenn der Ball aufs Tor kommt.

    So verschiebt sich der Fokus von „hart schießen“ zu gezielt schießen.

    Torwart mitnehmen – fair und motivierend

    Auch Torhüter brauchen Erfolgserlebnisse. Vereinbart dafür einfache Regeln:

    • Jeder Schütze hat einen Versuch.
    • Der Torwart bekommt einen Bonuspunkt für jede Parade.
    • Nach fünf Schüssen wechseln die Rollen, wenn möglich.

    Ein Bild, das jungen Torhütern hilft, auf der Linie zu bleiben: „Du bist ein Panther auf der Linie – erst beim Schuss springst du.“ Dazu eine kurze Routine: Linie mit dem Fuß fühlen, Knie leicht gebeugt, Arme locker.

    Beispiele aus der Praxis

    1. Das Handspiel: Ein Abwehrspieler blockt den Ball im Strafraum mit einem unnatürlich vergrößerten Arm. Entscheidung: Elfmeter, sofern nach den Kriterien der Handspiel-Regel ein strafbares Handspiel vorliegt.
    2. Der Doppelkontakt nach dem Pfostenschuss: Der Schütze trifft den Pfosten und spielt den zurückspringenden Ball erneut, bevor ihn ein anderer Spieler berührt. Entscheidung: Indirekter Freistoß für die Abwehr.
    3. Der zu frühe Torwart: Der Torhüter springt deutlich vor dem Schuss nach vorne und hält den Ball. Entscheidung: Wiederholung. Bleibt der Torwart regelkonform und der Schütze verfehlt das Tor, wird weitergespielt.
    4. Foul auf der Strafraumlinie: Ein Angreifer wird genau auf der Begrenzungslinie des Strafraums zu Fall gebracht. Entscheidung: Elfmeter, denn die Linie gehört zum Strafraum.
    5. Vergehen nach Ablauf der Spielzeit: Die Spielzeit endet unmittelbar nach einem Foul, für das ein Strafstoß verhängt wurde. Entscheidung: Die Spielzeit wird für die Ausführung verlängert. Ein möglicher Nachschuss ist in diesem Fall nicht mehr erlaubt.

    Typische Situationen mit Kindern – und wie du sie löst

    Kinder machen beim Elfmeter selten Regeltricks. Meist sind es Entwicklungsfehler: Nervosität, zu frühes Reinlaufen, ein wackliger Anlauf.

    Kinder laufen zu früh in den Strafraum. Das passiert ständig, weil Kinder dem Ball folgen wollen. Unterbrochen wird deswegen nicht automatisch, entscheidend ist, ob das Eindringen den weiteren Verlauf klar beeinflusst, etwa bei einem Nachschuss. Erinnere dein Team vor dem Schuss kurz: „Warten, bis geschossen wurde!“ Im Training hilft der Freeze-Punkt aus dem Abschnitt oben.

    Der Schütze rutscht weg. Trifft das Kind den Ball trotzdem sauber mit einem Fuß und er rollt ins Tor, zählt der Treffer. Trifft es den Ball beim Ausrutschen versehentlich mit beiden Füßen gleichzeitig oder springt er direkt ans Standbein, greift die Regel von 2025/26: Tor bedeutet Wiederholung, kein Tor indirekter Freistoß für die Abwehr. Vorbeugen kannst du mit passenden Schuhen und einem sicheren, kurzen Anlauf, besonders auf nassem Rasen oder in der Halle.

    Der Torwart bewegt sich zu früh. Viele junge Torhüter bleiben ungern auf der Linie stehen. Statt zu schimpfen, hilft das Bild vom Panther: auf der Linie lauern, erst beim Schuss springen.

    Tränen nach dem Fehlschuss. Ein verschossener Elfmeter ist für Kinder emotional. Die wichtigste Botschaft lautet: Mut zählt mehr als Trefferquote. Lobe die Entscheidung, überhaupt anzutreten, vermeide Schuldzuweisungen und lass im Training viele Kinder schießen, damit der Elfmeter etwas Normales wird.

    Wie ein Strafstoß altersgerecht vorbereitet wird, zeigt der Abschnitt „Elfmeter mit Kindern üben“ weiter oben.

    Fairness: So bleibt der Elfmeter kindgerecht

    Ein Elfmeter ist mehr als eine Regel. Kinder erleben in diesem Moment Druck, Verantwortung und Teamgefühl – und du kannst das positiv steuern:

    • Schützen rotieren: Lass nicht immer das stärkste Kind schießen.
    • Teamregel: Kein Meckern, kein Auslachen – weder beim Schützen noch beim Torwart.
    • Beide Seiten feiern: Ein starker Schuss verdient Applaus, eine starke Parade genauso.

    Und wenn Eltern am Rand zusätzlich Druck machen? Dann hilft eine klare, freundliche Ansage vor dem Spiel: Kinder brauchen beim Elfmeter Ruhe, nicht zusätzliche Spannung.

    Verwandte Begriffe

    • Elfmeterschießen: Verfahren zur Spielentscheidung nach einem Unentschieden in K.-o.-Runden – Ablauf und Kreispokal-Regeln im Beitrag Elfmeterschießen im Kinder- und Jugendfußball.
    • Strafraum: Markierter Bereich vor dem Tor, dessen Begrenzungslinien zum Strafraum gehören.
    • Neunmeter: Im Kinderfußball gebräuchliche Bezeichnung für einen Strafstoß aus verkürzter Entfernung.
    • Vorteil: Der Schiedsrichter lässt trotz eines Vergehens weiterspielen, wenn die angreifende Mannschaft dadurch eine aussichtsreiche Möglichkeit behält.

    Weitere Regeln im Kinderfußball

    Häufig gestellte Fragen

    Das hängt vom Alter, der Spielform und dem Landesverband ab. Auf dem Großfeld sind es die klassischen elf Meter. In der F- und E-Jugend liegt die Strafstoßmarke meist 8 oder 9 Meter vor dem Tor, die Spanne reicht von 6 Metern (Saarland, F-Jugend) bis 10 Meter (Baden, F und E). Frag im Zweifel den Schiedsrichter oder Trainer, welche Distanz bei eurem Spiel gilt.

    Nein, im Moment des Schusses muss der Torwart mit mindestens einem Teil eines Fußes auf, über oder hinter der Torlinie stehen. Vorher darf er sich auf der Linie hin- und herbewegen. Springt er zu früh nach vorne und hält den Ball, wird der Elfmeter wiederholt.

    Dann darf ihn der Schütze nicht sofort selbst weiterspielen. Berührt er den Ball ein zweites Mal, bevor ihn ein anderer Spieler berührt hat, gibt es indirekten Freistoß für die Gegner – das Tor zählt nicht. Nur ein versehentlicher Doppelkontakt direkt beim Schuss wird seit 2025/26 milder behandelt und bei einem Tor wiederholt.

    Nein. Ein normales Foul im Strafraum gibt Elfmeter, oft ohne Karte. Rot gibt es vor allem bei einer echten Notbremse oder wenn ein Feldspieler den Ball absichtlich mit der Hand vom Tor fernhält. Versucht der Verteidiger dagegen ehrlich, den Ball zu spielen, bleibt es meist bei Gelb plus Elfmeter.

    Im Bambini- und frühen Minifußball sowie in vielen Funino-Formaten gibt es oft keinen klassischen Strafstoß, im Minifußball auf Minitore teils einen „Penalty“ als 1 gegen 1. Sobald auf Tore mit Torwart gespielt wird, kennen viele Verbände den Strafstoß schon in der F-Jugend, etwa Niedersachsen (3+1, 8 m), der Niederrhein (5 gegen 5, 8 m) oder das Saarland (6 m). Andere, zum Beispiel das Rheinland, sehen ihn erst ab der E-Jugend vor.

    Strafstoß ist der offizielle Name für den Elfmeter in Regel 14 der IFAB-Spielregeln. Er wird gegeben, wenn die verteidigende Mannschaft im eigenen Strafraum ein Vergehen begeht, das sonst einen direkten Freistoß ergeben würde. Geschossen wird vom Elfmeterpunkt, nur der Torwart steht dazwischen.

    Auf dem Großfeld liegt der Elfmeterpunkt 11 Meter von der Mitte der Torlinie entfernt, so legt es Regel 1 der IFAB-Spielregeln fest. Auf Kinderfeldern ist die Strafstoßmarke kürzer: Je nach Landesverband und Spielform liegt sie meist 7, 8 oder 9 Meter vor dem Tor, in Einzelfällen 6 oder 10 Meter.

    Grundsätzlich dürfen außer Schütze und Torwart alle erst nach dem Schuss in den Strafraum. Unterbrochen wird aber nicht automatisch: Entscheidend ist, ob das zu frühe Hineinlaufen den weiteren Spielverlauf klar beeinflusst, etwa bei einem Nachschuss. Als Trainer hilft eine kurze Erinnerung vor dem Schuss und im Training die Freeze-Punkt-Regel: Wer zu früh startet, setzt beim nächsten Versuch aus.

    Ähnliche Begriffe im Lexikon

    elfmeter regeln
    strafstoß fußball
    elfmeter kinderfußball
    fußballregeln einfach erklärt
    neunmeter distanz