Regelwerk & Wissen

    Elfmeter - Das musst du wissen

    Alles Wissenswerte zum Elfmeter: Von den offiziellen Regeln über Besonderheiten im Jugendbereich bis hin zur korrekten Position von Torwart und Schütze.

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    4. Okt. 2025
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    Aktualisiert: 20. Juli 2026
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    11 Min. Lesezeit
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    Elfmeter: Die Definition

    Ein Elfmeter – im Regelwerk Strafstoß genannt – ist eine Standardsituation im Fußball. Ein Spieler schießt den ruhenden Ball vom Elfmeterpunkt auf das gegnerische Tor. Zwischen ihm und dem Tor steht zunächst nur der Torwart.

    Der Schiedsrichter entscheidet auf Elfmeter, wenn die verteidigende Mannschaft im eigenen Strafraum ein Vergehen begeht, das außerhalb des Strafraums mit einem direkten Freistoß bestraft würde. Dazu zählen etwa ein Beinstellen, Halten oder ein strafbares Handspiel. Maßgeblich ist der Ort des Vergehens, nicht die Stelle, an der ein gefoulter Spieler anschließend zu Boden fällt.

    Der Elfmeterpunkt liegt 11 Meter von der Mitte der Torlinie entfernt. Die Bezeichnung geht auf die ursprüngliche Entfernung von zwölf englischen Yards zurück, also rund 10,97 Meter. Strafstöße gehören seit 1891 zum Fußballregelwerk.

    Elfmeter-Regeln: So funktioniert der Strafstoß

    Die offiziellen Vorgaben stehen in Regel 14 der IFAB-Spielregeln. Sie gelten im Erwachsenenfußball sowie grundsätzlich beim DFB, ÖFB und SFV. Für jüngere Altersklassen können die Landes- und Regionalverbände abweichende Spielfeldgrößen und Strafstoßdistanzen festlegen.

    Die Ausführung

    Der Ball muss ruhig auf dem Elfmeterpunkt liegen und der Schütze muss klar erkennbar sein. Nach dem Pfiff darf er anlaufen und den Anlauf verzögern. Eine Täuschung während des Anlaufs ist erlaubt, ein vollständiges Antäuschen des Schusses nach beendetem Anlauf dagegen nicht.

    Der Ball muss nach vorne geschossen werden und ist im Spiel, sobald er mit dem Fuß gespielt wurde und sich eindeutig bewegt. Ein direktes Tor ist erlaubt. Prallt der Ball vom Torwart, Pfosten oder von der Latte zurück, dürfen alle berechtigten Spieler nachsetzen. Der Schütze darf den Ball allerdings erst erneut berühren, nachdem ihn ein anderer Spieler berührt hat.

    Seit der Regelsaison 2025/26 wird ein versehentlicher Doppelkontakt gesondert behandelt, etwa wenn ein Kind beim Schuss ausrutscht und den Ball direkt nacheinander mit beiden Füßen trifft: Geht der Ball ins Tor, wird der Strafstoß wiederholt. Geht er nicht hinein, erhält die gegnerische Mannschaft in der Regel einen indirekten Freistoß. Ein absichtlicher zweiter Kontakt bleibt ein Regelverstoß.

    Die Position der anderen Spieler

    Außer dem Schützen und dem Torwart müssen alle anderen Spieler:

    • sich innerhalb des Spielfelds und außerhalb des Strafraums befinden,
    • mindestens 9,15 Meter vom Elfmeterpunkt entfernt sein,
    • hinter dem Elfmeterpunkt stehen, also weiter von der Torlinie entfernt als der Ball.

    Der Teilkreis am Strafraum zeigt den vorgeschriebenen Abstand an. Läuft ein Spieler zu früh hinein, wird nicht automatisch unterbrochen. Nach aktuellem Regelverständnis ist vor allem relevant, ob das Eindringen den weiteren Spielverlauf klar beeinflusst, beispielsweise bei einem Nachschuss.

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    Abb. 1 · Die Elfmeter-Anordnung: Ball auf dem Punkt, Schütze 10 dahinter, der Torwart auf der Torlinie — alle übrigen Spieler stehen außerhalb von Strafraum und Teilkreis und damit mindestens 9,15 Meter vom Ball entfernt.
    Eigenes TeamGegnerBall

    Die Rolle des Torwarts

    Der Torhüter muss bis zum Schuss zwischen den Pfosten bleiben. Dabei muss mindestens ein Teil eines Fußes die Torlinie berühren, sich auf gleicher Höhe mit ihr befinden oder hinter ihr sein. Seitliche Bewegungen auf der Linie sind erlaubt. Beide Pfosten, die Latte und das Tornetz dürfen nicht bewegt werden, um den Schützen abzulenken.

    Verlässt der Torwart die Linie zu früh, wird der Strafstoß vor allem dann wiederholt, wenn er den Ball hält oder sein Verhalten den Fehlschuss erkennbar beeinflusst. Beim ersten entsprechenden Vergehen gibt es normalerweise eine Ermahnung, bei einem weiteren eine Gelbe Karte. Eine ruhige, breite Torwart-Grundstellung funktioniert in der Praxis besser als hektisches Springen.

    Elfmeter und Karten: Wann gibt es zusätzlich Gelb oder Rot?

    Ein Strafstoß bestraft die Mannschaft. Für den Spieler, der das Vergehen begangen hat, kann zusätzlich eine Karte fällig werden – muss aber nicht. Entscheidend ist, wie schwer das Foul war und ob eine klare Torchance verhindert wurde.

    • Normales Foul: Ein Beinstellen oder Halten ohne große Torgefahr gibt Elfmeter, meist ohne Karte.
    • Unsportliches Verhalten: Wird eine aussichtsreiche Angriffssituation regelwidrig gestoppt, kommt Gelb dazu.
    • Notbremse: Verhindert ein Verteidiger eine offensichtliche Torchance, spricht man von einer Notbremse. Draußen auf dem Feld ist das Rot. Versucht der Verteidiger im eigenen Strafraum aber ehrlich, den Ball zu spielen, wird die Strafe seit 2016 abgemildert: Dann gibt es nur Gelb plus Elfmeter statt der früheren „Dreifachbestrafung" aus Rot, Strafstoß und Sperre. Ein reines Halten oder Ziehen ohne Ballspiel-Versuch bleibt dagegen Rot.
    • Torraub per Hand: Wehrt ein Feldspieler den Ball absichtlich mit der Hand ab und verhindert so ein Tor – etwa auf der Torlinie – ist das immer Rot.

    Für den Torwart gelten dieselben Maßstäbe. Welche Karte wann greift, zeigt der Überblick zu Gelb und Rot im Fußball.

    Wenn beim Elfmeter selbst ein Fehler passiert

    Nicht nur das Foul davor, auch die Ausführung kann schiefgehen. Dann kommt es darauf an, wer den Fehler macht:

    • Der Schütze verstößt (zum Beispiel unerlaubtes Antäuschen nach beendetem Anlauf): Ein Tor zählt nicht, es gibt indirekten Freistoß für die verteidigende Mannschaft.
    • Der Torwart verstößt (zu früh von der Linie): Fällt kein Tor, wird der Elfmeter wiederholt. Fällt eins, zählt es.
    • Beide gleichzeitig: Seit der Saison 2025/26 wird der Schütze verwarnt, und es gibt indirekten Freistoß für die verteidigende Mannschaft – unabhängig davon, ob der Ball im Tor war.

    Besonderheiten im Kinderfußball

    Im Kinder- und Jugendfußball gibt es regionale Abweichungen, die Trainer und Eltern kennen sollten. Ein guter Einstieg für den Spieltag ist die Eltern-Checkliste zum ersten Fußballspiel.

    • Verkürzte Distanz: In der F-Jugend (U8/U9) oder E-Jugend (U10/U11) wird häufig auf kleineren Feldern gespielt. Je nach Landesverband und Wettbewerbsformat liegt die Strafstoßmarke beispielsweise 8 oder 9 Meter vor dem Tor. Eine bundesweit einheitliche DFB-Distanz für jede Kinder-Spielform gibt es nicht.
    • Neue Spielformen: Im Minifußball mit kleinen Teams und mehreren Minitoren ist oft kein klassischer Strafstoß vorgesehen. Bei einem 7-gegen-7 auf Jugendtore gelten andere Bestimmungen als bei einem 3-gegen-3-Festival. Deshalb zählt immer die Ausschreibung des zuständigen Verbands oder Turnierveranstalters.
    • Kein Nachschuss im Entscheidungsschießen: Bei einem Elf- oder Neunmeterschießen ist der Versuch beendet, sobald der Ball sich nicht mehr bewegt, das Spielfeld verlässt oder der Schiedsrichter wegen eines Vergehens unterbricht. Im normalen Spiel darf nach einem Abpraller nachgesetzt werden, sofern kein unerlaubter Doppelkontakt vorliegt.
    • Altersgerechte Leitung: Bei Bambini und jungen F-Junioren erklären Spielbegleiter einen Fehler häufig zunächst kurz. Ab U12/U13 wird genauer nach Regelwerk entschieden; in der A-Jugend gelten nahezu dieselben Vorgaben wie bei Erwachsenen.

    Welche Distanz vor Ort gilt? Ein Blick in die Jugendordnung oder Durchführungsbestimmungen des Landesverbands verhindert Diskussionen. Die Markierungen auf Vereinsplätzen sind gerade bei quer aufgebauten Kinderfeldern nicht immer eindeutig.

    Elfmeter mit Kindern üben

    Lange Warteschlangen bringen wenig. Besser sind zwei Tore oder Zielzonen und Gruppen mit höchstens vier Kindern. Jedes Kind schießt zunächst 6 bis 8 Strafstöße, ohne dass ein Fehlschuss kommentiert wird. Danach kann eine kleine Drucksituation folgen: fünf Versuche, jeder Treffer zählt einen Punkt.

    Abb. 2 · Übungsform mit zwei Stationen: je höchstens vier Kinder, links mit Torwart, rechts aufs freie Tor in die Ecken — geschossen wird aus kindgerecht verkürzter Distanz, die Hütchen trennen die Gruppen.

    Häufiger Anfängerfehler: Das Kind ändert während des Anlaufs die Ecke. Ein einfaches Ritual schafft Sicherheit:

    1. Ball hinlegen und Ziel auswählen.
    2. Drei bis fünf Schritte zurückgehen.
    3. Standbein neben den Ball setzen.
    4. Mit der Innenseite kontrolliert in eine Ecke schießen.

    Ganz ruhig. Bei U9-Spielern ist ein sauberer, platzierter Schuss meist sinnvoller als maximale Kraft. Trainer sollten auch Torhüter wechseln lassen, damit jedes Kind beide Perspektiven kennenlernt.

    Beispiele aus der Praxis

    1. Das Handspiel: Ein Abwehrspieler blockt den Ball im Strafraum mit einem unnatürlich vergrößerten Arm. Entscheidung: Elfmeter, sofern nach den Kriterien der Handspiel-Regel ein strafbares Handspiel vorliegt.
    2. Der Doppelkontakt nach dem Pfostenschuss: Der Schütze trifft den Pfosten und spielt den zurückspringenden Ball erneut, bevor ihn ein anderer Spieler berührt. Entscheidung: Indirekter Freistoß für die Abwehr.
    3. Der zu frühe Torwart: Der Torhüter springt deutlich vor dem Schuss nach vorne und hält den Ball. Entscheidung: Wiederholung. Bleibt der Torwart regelkonform und der Schütze verfehlt das Tor, wird weitergespielt.
    4. Foul auf der Strafraumlinie: Ein Angreifer wird genau auf der Begrenzungslinie des Strafraums zu Fall gebracht. Entscheidung: Elfmeter, denn die Linie gehört zum Strafraum.
    5. Vergehen nach Ablauf der Spielzeit: Die Spielzeit endet unmittelbar nach einem Foul, für das ein Strafstoß verhängt wurde. Entscheidung: Die Spielzeit wird für die Ausführung verlängert. Ein möglicher Nachschuss ist in diesem Fall nicht mehr erlaubt.

    Wie ein Strafstoß altersgerecht vorbereitet wird, zeigt der Artikel Elfmeter: Regeln und Ablauf für Kinder.

    Verwandte Begriffe

    • Elfmeterschießen: Verfahren zur Spielentscheidung nach einem Unentschieden in K.-o.-Runden.
    • Strafraum: Markierter Bereich vor dem Tor, dessen Begrenzungslinien zum Strafraum gehören.
    • Neunmeter: Im Kinderfußball gebräuchliche Bezeichnung für einen Strafstoß aus verkürzter Entfernung.
    • Vorteil: Der Schiedsrichter lässt trotz eines Vergehens weiterspielen, wenn die angreifende Mannschaft dadurch eine aussichtsreiche Möglichkeit behält.

    Häufig gestellte Fragen

    Das hängt vom Alter und der Feldgröße ab. Auf dem Großfeld sind es die klassischen elf Meter. In der F- und E-Jugend wird oft auf kleineren Feldern gespielt, da beträgt die Strafstoßmarke häufig nur 8 oder 9 Meter. Frag im Zweifel den Schiedsrichter oder Trainer, welche Distanz bei eurem Spiel gilt.

    Nein, im Moment des Schusses muss der Torwart mit mindestens einem Teil eines Fußes auf, über oder hinter der Torlinie stehen. Vorher darf er sich auf der Linie hin- und herbewegen. Springt er zu früh nach vorne und hält den Ball, wird der Elfmeter wiederholt.

    Dann darf ihn der Schütze nicht sofort selbst weiterspielen. Berührt er den Ball ein zweites Mal, bevor ihn ein anderer Spieler berührt hat, gibt es indirekten Freistoß für die Gegner – das Tor zählt nicht. Nur ein versehentlicher Doppelkontakt direkt beim Schuss wird seit 2025/26 milder behandelt und bei einem Tor wiederholt.

    Nein. Ein normales Foul im Strafraum gibt Elfmeter, oft ohne Karte. Rot gibt es vor allem bei einer echten Notbremse oder wenn ein Feldspieler den Ball absichtlich mit der Hand vom Tor fernhält. Versucht der Verteidiger dagegen ehrlich, den Ball zu spielen, bleibt es meist bei Gelb plus Elfmeter.

    Im Bambini- und frühen Minifußball (U7) sowie in vielen Funino-Formaten spielt der klassische Strafstoß kaum eine Rolle, dort geht es vor allem um Spaß und viele Ballkontakte. Richtig relevant wird der Elfmeter meist ab der E-Jugend, wenn auf Tore mit Torwart gespielt wird und die Regeln strenger ausgelegt werden.

    Ähnliche Begriffe im Lexikon

    elfmeter regeln
    strafstoß fußball
    elfmeter kinderfußball
    fußballregeln einfach erklärt
    neunmeter distanz