Einwurf-Fehler vermeiden: Regeln DFB/ÖFB/SFV
Einwürfe entscheiden im Kinderfußball oft über Ballbesitz und Tempo. Hier lernst du die wichtigsten Einwurf-Regeln (DFB/ÖFB/SFV), typische Fehler und einfache Tipps für saubere Ausführung.
Ein Einwurf wirkt im Kinderfußball oft wie eine kleine Nebensache – bis der Ball verloren geht, ein Schiedsrichter pfeift oder dein Kind plötzlich unsicher wird. Dabei ist der Einwurf eine klare Standardsituation mit einfachen Grundregeln. Wenn Kinder die Einwurf Regeln früh sauber lernen, vermeiden sie unnötige Ballverluste und können sogar gezielt Angriffe einleiten. Aber woran scheitert es am häufigsten – und wie lassen sich typische Einwurf Fehler schnell abstellen?
Warum der Einwurf im Kinderfußball so wichtig ist
Im Spiel passiert es ständig: Der Ball rollt ins Aus, und in Sekunden entscheidet sich, ob dein Team den Ball sicher behält oder ihn direkt wieder herschenkt. Gerade bei jüngeren Teams (U7–U11) sind Einwürfe oft „50:50-Bälle“, weil Technik, Mut und Timing fehlen.
Ein sauberer Einwurf hilft, weil:
- du Ballbesitz sichern kannst, statt ihn zu verschenken
- Kinder lernen, Standardsituationen strukturiert auszuführen
- das Team einfache Abläufe (Anbieten, Freilaufen, erster Kontakt) trainiert
Und: Einwurf-Regeln tauchen in jeder Verbandsordnung auf – egal ob DFB, ÖFB oder SFV. Die Grundidee ist überall gleich.
Einwurf Regeln Kinder: Die Basics (DFB/ÖFB/SFV)
Die Regelgrundlage kommt aus den „Laws of the Game“ (IFAB) und wird von DFB, ÖFB und SFV umgesetzt. Im Kinderbereich kann es je nach Wettbewerb kleine organisatorische Anpassungen geben (z. B. Spielformate, Coaching-Zonen), aber die technischen Kernregeln des Einwurfs bleiben gleich.
Wann gibt es Einwurf?
Einwurf gibt es, wenn:
- der Ball die Seitenlinie vollständig überquert (am Boden oder in der Luft)
- zuletzt ein Spieler der gegnerischen Mannschaft den Ball berührt hat
Wichtig für Kinder: „Vollständig“ heißt wirklich komplett draußen. Ein Teil des Balls über der Linie reicht nicht.
So muss der Einwurf ausgeführt werden
Damit der Einwurf richtig ist, gilt grundsätzlich:
- der Werfer steht mit dem Gesicht zum Spielfeld
- der Ball wird mit beiden Händen geworfen
- der Ball wird von hinten über den Kopf ins Spielfeld gebracht
- beim Abwurf berühren beide Füße den Boden (auf oder hinter der Seitenlinie)
Klingt simpel – aber genau hier passieren die meisten Einwurf Fehler.
Darf man ein Tor direkt aus dem Einwurf erzielen?
Direkt ein Tor aus dem Einwurf ist nicht erlaubt:
- ins gegnerische Tor: kein Tor, es gibt Abstoß
- ins eigene Tor: kein Eigentor, es gibt Eckstoß für den Gegner
Das ist ein Klassiker in Kinderfragen, weil viele Kinder den Einwurf wie einen „Wurf-Schuss“ sehen.
Abseits beim Einwurf?
Beim Einwurf gibt es kein Abseits. Das ist für Trainer und Eltern ein hilfreicher Punkt, um mutige Laufwege zu fördern. Wenn du das Thema Abseits grundsätzlich kindgerecht erklären willst, hilft dir auch unser Beitrag Abseits einfach erklärt für Kinder.
Einwurf Fehler: Die häufigsten Regelverstöße (und wie du sie erkennst)
Gerade bei Beginner-Teams lohnt es sich, die Fehlerbilder klar zu benennen. So können Kinder schneller korrigieren.
1) „Einbeiniger“ Einwurf (Fuß hebt ab)
Fehlerbild: Ein Fuß hebt beim Werfen sichtbar ab oder das Kind springt beim Einwurf nach vorne.
Tipp:
- „Beide Füße kleben am Boden“ als Merksatz
- kurze Markierung mit Hütchen: Werfer startet hinter einer Linie und bleibt stabil
2) Ball nicht über den Kopf
Fehlerbild: Ball kommt seitlich oder von der Brust, oft wie ein Basketball-Pass.
Tipp:
- Übung ohne Gegnerdruck: Ball langsam von hinten über den Kopf führen
- „Ohren streifen“ als Bild: Ball geht über/nahe an den Ohren vorbei
3) Einwurf mit einer Hand oder „Schleuderwurf“
Fehlerbild: Eine Hand dominiert, der Ball „kippt“ oder wird geschleudert.
Tipp:
- Kinder sollen den Ball mit beiden Daumen hinter dem Ball halten
- kurze Distanz wählen: Technik vor Weite
4) Über die Linie ins Feld laufen
Fehlerbild: Kind steht deutlich im Feld oder läuft beim Wurf hinein.
Tipp:
- Seitenlinie als „Mauer“ erklären: Fuß darf auf der Linie sein, aber nicht deutlich drüber
- bei kleinen Kindern: erst korrekt stellen, dann werfen (Ritual)
5) Zu lange warten / falscher Zeitpunkt
Fehlerbild: Einwurf dauert ewig, Gegner stellt zu, Ball geht verloren.
Tipp:
- klare Teamregel: „3 Sekunden schauen, dann werfen“
- vorher Absprachen: Wer kommt kurz? Wer geht lang?
Einwurf richtig: Einfache Technik-Cues für Anfänger
Kinder lernen am besten über einfache Bilder statt Regeltexte. Diese Cues funktionieren in der Praxis sehr gut:
- „Zwei Füße am Boden“ (Stabilität)
- „Ball hinter den Kopf“ (Ausholbewegung)
- „Beide Hände gleich“ (Symmetrie)
- „Zum Mitspieler, nicht ins Chaos“ (Entscheidung)
Mini-Checkliste vor jedem Einwurf
- Stehst du seitlich zur Linie oder wirklich zum Feld gedreht?
- Sind beide Füße am Boden?
- Hast du einen klaren Zielspieler?
- Geht der Ball über den Kopf?
Praktische Beispiele: So machst du Einwürfe im Spiel erfolgreicher
Regeln sind das eine – Spielpraxis das andere. Gerade im Kinderfußball entscheidet oft die Anschlussaktion.
Beispiel 1: „Sicherer Einwurf“ in der eigenen Hälfte
Situation: Ball ist nahe am eigenen Tor ins Aus gegangen. Risiko vermeiden.
Empfehlung:
- ein Mitspieler bietet sich kurz an (2–5 Meter)
- Einwurf flach/kurz in den Fuß oder auf den freien Raum
- danach sofort Dreieck bilden (Anspielstationen schaffen)
Beispiel 2: „Schneller Einwurf“ als Konter
Situation: Gegner ist unsortiert, Ball geht an der Mittellinie ins Aus.
Empfehlung:
- Ball zügig holen, Blick hoch
- schneller Wurf auf einen startenden Spieler
- wichtig: kein Abseits beim Einwurf – Laufwege dürfen aggressiv sein
Beispiel 3: Einwurf in Tornähe des Gegners
Situation: Einwurf im letzten Drittel.
Empfehlung:
- nicht blind in die Mitte werfen
- besser: auf einen Spieler, der den Ball abschirmt oder klatschen lässt
- Anschlussaktion planen: Pass nach innen oder 1v1
Wenn du Standards generell kindgerecht strukturieren willst, schau dir auch Freistoß - Regeln und Arten im Kinderfußball an – viele Prinzipien (Abläufe, klare Rollen) lassen sich übertragen.
DFB, ÖFB, SFV: Gibt es Unterschiede beim Einwurf?
Bei den Einwurf Regeln sind DFB, ÖFB und SFV inhaltlich sehr nah beieinander, weil alle auf denselben internationalen Regeln basieren. Unterschiede entstehen eher durch:
- Wettbewerbsorganisation im Kinderfußball (z. B. Fair-Play-Ligen)
- Auslegung und Schwerpunktsetzung durch Schiedsrichter im Nachwuchs (mehr Pädagogik, weniger „hartes Abpfeifen“)
Für dich als Trainer oder Elternteil heißt das: Trainiere die saubere Grundtechnik, dann passt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Trainingstipps: Einwurf-Regeln spielerisch vermitteln
Kinder wollen spielen – also pack die Technik in kleine Wettbewerbe.
Übung 1: „Einwurf-Zielzone“
- 3–4 Zielzonen mit Hütchen markieren
- Kinder werfen aus 5–8 Metern in die Zone
- Fokus: korrekte Ausführung zählt mehr als Treffer
Übung 2: „Einwurf + erster Kontakt“
- Werfer wirft kurz auf Mitspieler
- Mitspieler nimmt an und passt zurück oder dreht auf
- Coaching: Anbieten, offener Körper (seitlich stehen), erster Kontakt weg vom Gegner
Übung 3: „Schnell entscheiden“
- 2 Anspielstationen (kurz) + 1 Laufweg (lang)
- Trainer ruft „kurz“ oder „lang“ kurz vor dem Einwurf
- Kinder lernen: Kopf hoch, Entscheidung treffen
Und wenn Eltern am Rand zu viel reinrufen („WIRF LANG!“), wird es für Kinder oft hektisch. Dazu passt der Artikel Die Rolle der Eltern am Spielfeldrand.
Fazit: Einwurf-Fehler vermeiden – mit klaren Regeln und einfachen Routinen
Einwurf-Fehler entstehen meist nicht aus Unwillen, sondern aus fehlender Routine: falsche Fußstellung, Ball nicht über den Kopf, zu viel Eile oder zu wenig Plan. Wenn du die Einwurf Regeln Kinder (DFB/ÖFB/SFV) auf ein paar klare Merksätze reduzierst und Einwürfe regelmäßig in kleinen Spielformen trainierst, wird aus dem „Problem-Einwurf“ schnell eine sichere Standardsituation. Warum Ballbesitz verschenken, wenn du ihn mit einem sauberen Einwurf behalten kannst?
FAQ: Häufige Fragen zu Einwurf Regeln (DFB/ÖFB/SFV)
Darf mein Kind beim Einwurf springen?
Nein. Beim Einwurf müssen beide Füße den Boden berühren, wenn der Ball losgelassen wird. Ein kleiner „Wipp“-Impuls ist oft der Auslöser für Fehler – besser stabil stehen und sauber werfen.
Gibt es Abseits beim Einwurf?
Nein, beim Einwurf gibt es kein Abseits. Kinder dürfen also auch hinter die Abwehr starten, ohne dass Abseits gepfiffen werden kann.
Was passiert bei einem falschen Einwurf im Kinderfußball?
In der Regel bekommt die andere Mannschaft den Einwurf. In manchen Kinderwettbewerben lassen Schiedsrichter anfangs auch wiederholen und erklären kurz den Fehler – trotzdem lohnt es sich, die Technik früh sauber zu lernen.
Darf der Einwerfer den Ball direkt wieder berühren?
Nein. Nach dem Einwurf darf der Werfer den Ball nicht als Erster erneut spielen, bevor ein anderer Spieler den Ball berührt hat. Passiert es doch, gibt es je nach Situation einen Freistoß für den Gegner.