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    Einwurf lang & sicher: Regeln + 5 Varianten (U10+)

    Ein sicherer, weiter Einwurf ist ab U10 ein echter Vorteil – wenn Technik, Regeln und Mitspieler-Verhalten zusammenpassen. Hier bekommst du die wichtigsten Einwurf-Regeln (DFB/ÖFB/SFV), einfache Technik-Cues und 5 praxiserprobte Varianten für Spiel und Training.

    Tobias Brenner
    16. Jan. 2026
    Aktualisiert: 19. Jan. 2026
    8 Min.

    Ein Einwurf wirkt im Kinderfußball oft wie eine „kleine“ Standardsituation – dabei kann er Spiele entscheiden. Gerade ab U10 werden Einwürfe häufiger unter Druck ausgeführt: Gegner schieben schnell an, Mitspieler stehen zu nah beieinander, und plötzlich landet der Ball beim Gegner. Wie bekommst du einen Einwurf lang und sicher hin, ohne dass dein Kind komplizierte Technik lernen muss? Mit klaren Regeln, einfachen Coaching-Punkten und ein paar wiederholbaren Varianten.

    Einwurf-Regeln: Das gilt bei DFB, ÖFB und SFV

    Die Einwurf-Regeln sind im Kern überall gleich (DFB, ÖFB, SFV). Kleine Auslegungen durch Schiedsrichter können variieren, aber für Kindertraining zählt: sauber, klar, wiederholbar.

    Die wichtigsten Einwurf Regeln (DFB / ÖFB / SFV)

    • Beide Hände am Ball, der Ball kommt von hinten über den Kopf.
    • Beim Abwurf müssen beide Füße den Boden berühren.
    • Du darfst auf oder hinter der Seitenlinie stehen (je nach Auslegung), aber: nicht komplett im Feld starten.
    • Der Einwurf wird an der Stelle ausgeführt, wo der Ball ins Aus ging.
    • Kein Tor direkt aus einem Einwurf (weder ins gegnerische noch ins eigene). Geht er direkt ins Tor, gibt es Eckball bzw. Abstoß.
    • Der Einwerfende darf den Ball nicht direkt erneut spielen, bevor ein anderer Spieler ihn berührt hat.

    Merksatz für Kinder: „Zwei Hände – über den Kopf – zwei Füße am Boden.“

    Typische Fehler (und wie du sie schnell korrigierst)

    • „Fuß hoch“: Viele Kinder heben beim Werfen ein Bein an. Lösung: „Klebe-Füße“ – beide Füße bewusst „fest“ in den Boden drücken.
    • „Seitlich werfen“: Der Ball kommt nicht über den Kopf. Lösung: Ball einmal bewusst hinter den Kopf führen, Ellbogen nach außen.
    • „Zu weit vorne“: Kinder laufen beim Werfen ins Feld. Lösung: Startposition 10–20 cm hinter der Linie markieren.

    Wenn du generell Standards kindgerecht erklären willst, hilft auch der Blick auf andere Situationen wie den Freistoß - Regeln und Arten im Kinderfußball: Dort siehst du, wie klare Rollen und einfache Abläufe Sicherheit geben.

    Weiter Einwurf Technik: So wird der Einwurf länger – ohne „Krafttraining“

    Ein weiter Einwurf entsteht selten durch reine Armkraft. Entscheidend ist eine Ganzkörper-Bewegung: Beine, Rumpf, Schultergürtel – alles arbeitet zusammen.

    Technik-Basics für den „Einwurf lang“ (Beginner)

    • Stand: Füße etwa schulterbreit, ein Fuß minimal vor dem anderen (stabil, nicht wie ein Sprinterstart).
    • Ausholen: Ball hinter den Kopf, Ellbogen leicht gebeugt.
    • Rumpfspannung: Bauch und Rücken „fest“ – das stabilisiert.
    • Wurfbewegung: Ball über den Kopf nach vorne, gleichzeitig mit der Hüfte nach vorne „mitgehen“.
    • Abgabe-Zeitpunkt: Ball loslassen, wenn die Hände etwa über der Stirn nach vorne gehen – nicht zu spät (sonst wird’s ein hoher Bogen).

    Coaching-Cue für Kinder: „Groß machen – Ball hinter den Kopf – Bauch fest – nach vorne schnipsen.“

    Wie weit ist „weit genug“ in U10/U11?

    Ein realistisches Ziel ist nicht „bis in den Strafraum“, sondern:

    • Einwurf kommt über 8–12 Meter sicher zum Mitspieler.
    • Ball kommt flach oder halbhoch und ist kontrollierbar.

    Ein weiter Einwurf bringt nichts, wenn er jedes zweite Mal verloren geht. Priorität: Sicherheit vor maximaler Weite.

    Einwurf Varianten: 5 einfache Lösungen für U10+ (lang & sicher)

    Varianten helfen, wenn der Gegner presst oder der Einwurf in einer „gefährlichen“ Zone passiert. Wichtig: Jede Variante braucht klare Rollen und eine einfache Entscheidung.

    Variante 1: Der „Sichere Fuß“-Einwurf (kurz auf den freien Fuß)

    Ziel: Ballbesitz sichern statt Risiko.

    • Ein Spieler bietet sich 2–4 Meter entfernt seitlich an.
    • Er steht offen (Körper zum Feld), erster Kontakt weg vom Gegner.
    • Danach: kurzer Pass ins Zentrum oder zurück.

    Tipp: Trainiere das als Mini-Rondo: Einwurf → 1. Kontakt → 1 Pass.

    Variante 2: Der „Wandspieler“ (Einwurf + Klatschen)

    Ziel: Gegner ausspielen, Tempo erhöhen.

    • Ein Spieler kommt kurz, bekommt den Ball.
    • Er spielt direkt zurück („klatschen“) auf den Einwerfenden, der sich nach dem Wurf sofort freiläuft.
    • Dann folgt ein Pass in die Tiefe.

    Wichtig: Der Einwerfende darf den Ball nicht direkt wieder spielen, bevor ein anderer ihn berührt hat – beim „Klatschen“ ist das erfüllt.

    Variante 3: Der „Lauf in den Rücken“ (mittel-lang hinter die erste Linie)

    Ziel: Raumgewinn ohne hohen Ball.

    • Zwei Spieler stehen kurz und ziehen Gegenspieler an.
    • Ein dritter startet im Rücken der ersten Verteidigerlinie.
    • Einwurf kommt halbhoch in den Lauf.

    Coaching-Frage: „Wer startet, wenn alle nur zum Ball schauen?“

    Variante 4: Der „Torwart-Exit“ (Rausspielen unter Druck)

    Ziel: Pressing brechen, Ball sichern.

    • Einwurf geht zurück zum Torwart oder Innenverteidiger.
    • Direkt danach: Seitenwechsel oder Pass auf den freien Außenspieler.

    Gerade in U10/U11 ist das stark, weil viele Gegner aggressiv zum Einwurf schieben. Wenn du dazu passende Defensiv-Grundideen suchst, schau in Eckball verteidigen: einfache Regeln & Aufgaben (U10+) – dort geht’s ebenfalls um klare Zonen und Zuständigkeiten.

    Variante 5: Der „Weite Einwurf in den Raum“ (lang, aber planbar)

    Ziel: Meter gewinnen und zweiten Ball sichern.

    • Einwurf wird lang in einen freien Korridor geworfen (nicht „auf gut Glück“ auf einen Kopf).
    • Ein Mitspieler geht aktiv zum Ball.
    • Ein zweiter Mitspieler sichert den zweiten Ball (Abpraller).

    Wichtig für U10+: Nicht auf harte Kopfballduelle setzen. In vielen Ligen gibt es Einschränkungen oder klare Empfehlungen zum Kopfball. Dazu passt: Kopfball im Jugendfußball: Regeln DFB/ÖFB/SFV.

    Taktik: So findest du schnell die richtige Einwurf-Entscheidung

    Ein Einwurf dauert nur Sekunden. Damit Kinder nicht „einfrieren“, hilft eine einfache Entscheidungsregel.

    Die 3-Sekunden-Regel (kindgerecht)

    • Option A (kurz), wenn ein Mitspieler frei und offen steht.
    • Option B (Wand), wenn ein Mitspieler kurz kommt und der Einwerfende Platz zum Nachstarten hat.
    • Option C (lang in den Raum), wenn alles zugestellt ist.

    Du kannst das im Training mit einem Codewort lösen:

    • Kurz“ = sicherer Fuß
    • Klatsch“ = Wandspieler
    • Raum“ = lang in den Korridor

    Praktische Trainingsformen (10–15 Minuten), die wirklich funktionieren

    Du brauchst kein Spezialtraining – aber Wiederholungen unter leichtem Druck.

    Einwurf-Zirkel: Technik + Entscheidung

    • 3 Stationen entlang der Seitenlinie.
    • Pro Station: 1 Einwerfender, 2 Anspielstationen, 1 Verteidiger (passiv → aktiv steigern).
    • Aufgabe: Einwurf sauber + Anschlussaktion (1–2 Pässe).

    Steigerung: Verteidiger zählt laut „1–2–3“ – bei „3“ muss der Ball weg sein.

    Einwurf-Spiel: Tor zählt nur nach Einwurf

    • Kleines Feld (z. B. 25x20 m), 4v4 oder 5v5.
    • Tore zählen nur, wenn der Angriff mit Einwurf startet.
    • Fokus: Freilaufen, offene Stellung, zweiter Ball.

    Das verbindet Technik mit Spielintelligenz – ähnlich wie bei Themen rund um Raum und Stellungsspiel (z. B. wann ein Spieler „hinter“ der Kette steht). Wenn Kinder dabei Abseits-Fragen stellen: Abseits einfach erklärt für Kinder hilft dir für eine schnelle, verständliche Erklärung.

    Fazit: Einwurf lang & sicher ist ein Team-Thema

    Ein weiter Einwurf ist hilfreich – ein sicherer Einwurf ist Pflicht. Ab U10 lohnt es sich, Einwürfe wie Standards zu behandeln: klare Regeln, einfache Technik-Cues und 2–3 feste Varianten, die jedes Kind versteht. Entscheidend ist nicht nur der Werfer, sondern auch das Verhalten der Mitspieler: Freilaufen, offene Stellung, zweite Bälle sichern. So wird aus „Ball ins Spiel bringen“ ein echter Vorteil.

    FAQ: Häufige Fragen zum Einwurf im Kinderfußball (U10+)

    Darf ein Kind beim Einwurf die Linie übertreten?

    Kurzzeitig ist das je nach Auslegung nicht immer sofort ein Pfiff, aber regeltechnisch gilt: Beim Abwurf müssen beide Füße den Boden berühren und die Ausführung erfolgt an/auf/ hinter der Seitenlinie. Fürs Training: lieber konsequent sauber arbeiten, dann gibt es im Spiel keine Diskussion.

    Wie lernt mein Kind einen weiteren Einwurf am schnellsten?

    Nicht über „mehr Kraft“, sondern über bessere Technik: stabiler Stand, Ball klar hinter den Kopf, Rumpfspannung und ein sauberer Abgabezeitpunkt. 5 Minuten Einwurf-Wiederholungen pro Einheit (mit Zielzone) bringen oft mehr als seltenes „Extra-Training“.

    Was ist die beste Einwurf-Variante gegen aggressive Gegner?

    Meist funktioniert der Wandspieler (Klatschen) oder der Torwart-Exit, weil du damit den ersten Druck überspielst und danach den freien Raum findest. Wichtig ist, dass die Mitspieler die Variante vorher kennen und sofort in Anschlusspositionen sprinten.

    Häufig gestellte Fragen

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