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    Einwurf weit werfen: 7 Übungen (U10–U15)

    Mit einem sauberen Einwurf sicherst du Ballbesitz und kannst Standards gefährlicher machen. Diese 7 Beginner-Übungen für U10–U15 verbessern Technik, Zielgenauigkeit und Wurfweite spielnah.

    Tobias Brenner
    28. Dez. 2025
    Aktualisiert: 12. Jan. 2026
    4 Min.

    Ein weiter Einwurf kann im Kinder- und Jugendfußball ein echter Vorteil sein – nicht als „Wunderwaffe“, sondern als sauberer Standard, der Ballbesitz sichert und im letzten Drittel sogar Chancen kreiert. Gerade bei U10–U15 lohnt es sich, die Einwurf Technik für Kinder spielerisch zu schulen: Anlauf, Körperspannung, Ballführung über den Kopf und ein stabiler Stand. Klingt simpel – ist es aber wirklich?

    Übungsname und Ziel

    Übungsname: Einwurf weit werfen – 7 Übungen (U10–U15)

    Ziel:

    • Einwurf weit werfen lernen, ohne die Regel (beide Füße am Boden, Ball über den Kopf) zu verletzen
    • langer Einwurf üben durch bessere Technik: Rumpfspannung, Timing, Armzug und Gewichtsverlagerung
    • Einwürfe als Standard im Spiel anwenden (z. B. Fußball Standards U13)

    Material, Spieleranzahl, Dauer

    Material:

    • 6–10 Hütchen (für Zonen/Markierungen)
    • 1–3 Fußbälle
    • 1 Maßband oder Linienmarkierung am Platz (optional, für Distanzen)

    Spieleranzahl: 2–16 (ideal: 6–12)

    Dauer: 20–30 Minuten (als Technikblock, nach dem Aufwärmen)

    Tipp: Für ein passendes Warm-up kannst du Elemente aus unserem Guide Aufwärmen im Kinderfußball - So geht es richtig übernehmen.

    Aufbau

    • Markiere eine Einwurflinie (Seitenlinie) und dahinter 3–4 Zielzonen im Feld (z. B. bei 6 m, 10 m, 14 m, 18 m – altersabhängig).
    • Stelle pro Station 1 Ball bereit.
    • Arbeite in Paaren oder kleinen Gruppen, damit die Kinder viele Wiederholungen bekommen.

    Schritt-für-Schritt Anleitung (7 Übungen)

    1) Technik-Check „Standbild“ (U10–U15)

    1. Kind steht mit beiden Füßen am Boden auf/ hinter der Linie.
    2. Ball mit beiden Händen seitlich greifen, über den Kopf führen.
    3. „Standbild“ halten: Bauch fest, Ellbogen leicht gebeugt, Blick ins Feld.
    4. Erst dann werfen.

    2) Zielzonen-Wurf (Basis für Distanz)

    1. Lege 3 Zielzonen mit Hütchen an.
    2. Jedes Kind hat 5 Versuche: Ziel ist Zone treffen, nicht maximal weit.
    3. Punkte: Zone 1 = 1 Punkt, Zone 2 = 2, Zone 3 = 3.

    3) Rhythmus-Einwurf mit 2-Schritt-Anlauf (mehr Dynamik)

    1. Kind startet 1 m hinter der Linie.
    2. Zwei kleine Schritte (rechts/links) bis zur Linie.
    3. Beim letzten Schritt: Füße parallel, Gewicht nach vorne, Ball über Kopf – Wurf.
    4. Trainer achtet: Kein „Abheben“ der Fersen beim Abwurf.

    4) Medizinball-Effekt ohne Medizinball (Rumpfspannung)

    1. Kind macht 3 Sekunden „Bauch fest“ (Rumpf anspannen).
    2. Ball langsam über Kopf, dann explosiv werfen.
    3. Fokus: Kraft kommt aus Rumpf + Hüfte, nicht nur aus den Armen.

    5) Partner-Fangen mit Rückmeldung (Qualität vor Weite)

    1. Zwei Kinder stehen sich gegenüber (8–15 m).
    2. Werfer wirft, Partner fängt und gibt Feedback: „Kam er flach? Zu hoch? Genau?“
    3. Nach 5 Würfen wechseln.

    6) Einwurf unter Zeitdruck (spielnah)

    1. Markiere eine Zone, in die der Einwurf kommen soll.
    2. Trainer ruft „3–2–1“: Kind muss in 3 Sekunden korrekt einwerfen.
    3. Ziel: schnell + regelkonform.

    7) Standard-Aktion: Einwurf + Anschlussaktion

    1. Einwerfer wirft in eine Zielzone.
    2. Empfänger nimmt an und spielt direkt einen Pass oder dribbelt an.
    3. Nach 2–3 Wiederholungen: Abschluss auf Mini-Tor oder Stangentor.

    Für die Anschlussaktion passen z. B. einfache Passmuster aus dem Passspiel-Dreieck für Einsteiger oder ein Dribbling-Impuls aus dem Dribbel-Parcours mit Hütchen.

    Variationen nach Altersgruppe (U10–U15)

    U10–U11 (Beginner)

    • Kürzere Distanzen (6–10 m), große Zielzonen
    • Mehr Regelhilfe: „Füße kleben“, „Ball über die Mütze“
    • Wettbewerb nur über Trefferquote, nicht über Weite

    U12–U13 (Aufbau)

    • Zielzonen weiter nach hinten (10–16 m)
    • 2-Schritt-Anlauf fest einbauen
    • Übung 7 spielnah: Einwurf in den Halbraum, sofort Pass in die Tiefe

    U14–U15 (Fortgeschrittene Basics)

    • Kleinere Zielzonen, Gegnerdruck als passiver Verteidiger
    • Einwurf-Varianten: kurz auf Fuß, lang in Lauf, auf zweiten Pfosten (in der Zone)
    • Fokus auf Entscheidungsfindung: „Kurz sichern oder langer Einwurf üben?“

    Coaching-Tipps (Technik-Cues)

    • Beide Füße am Boden bis der Ball weg ist (kein Hüpfen)
    • Ball über den Kopf: nicht seitlich „schleudern“
    • Rumpfspannung: „Bauch fest, Brust raus“ – stabiler Oberkörper bringt Länge
    • Timing: Arme beschleunigen spät, Gewichtsverlagerung nach vorne
    • Ziel vor Weite: Ein weiter Einwurf ohne Mitspieler bringt selten etwas

    FAQ

    Wie kann dein Kind den Einwurf weiter werfen, ohne „Krafttraining“?

    Der größte Hebel ist Technik: sauberer Ballweg über den Kopf, stabile Füße, Rumpfspannung und eine klare Gewichtsverlagerung nach vorne. Mit Zielzonen-Training und vielen Wiederholungen steigt die Wurfweite oft deutlich.

    Ab welchem Alter lohnt sich ein „langer Einwurf“ als Standard?

    Ab U12/U13 kann ein langer Einwurf als Fußball Standard U13 sinnvoll werden, weil die Kinder das Spielfeld besser lesen und Anschlussaktionen gezielter ausführen. In U10/U11 steht die korrekte Technik und Ballbesitzsicherung im Vordergrund.

    Welche Fehler passieren bei der Einwurf Technik im Kinderfußball am häufigsten?

    Typisch sind: Füße heben beim Abwurf ab, der Ball wird seitlich geworfen statt über den Kopf, und die Kinder „werfen nur mit den Armen“ ohne Rumpf. Korrigiere lieber einen Punkt nach dem anderen und nutze kurze Technik-Cues.

    Häufig gestellte Fragen

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