Spielfeldrand & Verhalten

    Fair Play im Kinderfußball

    Fair Play im Kinderfußball steht für respektvolles, ehrliches und regelkonformes Verhalten auf und neben dem Platz. Mit einfachen Regeln und guten Vorbildern lernen Kinder Teamgeist und Selbstkontrolle.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 24. Okt. 2026 · 5 Min.
    KI-generiertes Symbolbild

    Fair Play im Kinderfußball bedeutet: fair, respektvoll und regelkonform spielen – gegenüber Mitspielern, Gegnern, Trainern und Schiedsrichtern. Im Kinderfußball ist Fair Play zusätzlich ein Regelwerk: Bis zur F-Jugend spielen die Kinder nach den Fair-Play-Regeln ohne Schiedsrichter und entscheiden selbst.

    Was heißt Fair Play im Kinderfußball genau?

    Fair Play ist mehr als „nicht foulen“. Im Kinderfußball geht es darum, dass Kinder lernen, mit Sieg und Niederlage gesund umzugehen, Regeln zu akzeptieren und andere wertzuschätzen. Warum ist das so wichtig? Weil Fußball für Kinder nicht nur Techniktraining ist, sondern auch ein Übungsfeld für Verhalten: Rücksicht, Selbstkontrolle und Teamgeist. Die DFB-Jugendordnung schreibt das sogar in die Spielprinzipien für den Kinderfußball: Die Kinder spielen selbstständig und sorgen selbst für Fairplay, Erlebnis geht vor Ergebnis.

    Kinder im Anfängerbereich (z. B. Bambini bis E-Jugend) orientieren sich stark an Vorbildern. Dein Verhalten an der Seitenlinie – und das der Trainer – prägt, was Kinder als „normal“ empfinden. Ein ruhiger Umgang mit Fehlern, ein Handschlag nach dem Spiel und ehrliche Anerkennung für gute Aktionen des Gegners sind klassische Fair-Play-Signale.

    Woran erkennst du faires Verhalten?

    Typische Merkmale von Fair Play im Fußball mit Kindern sind:

    • Regeln akzeptieren (auch wenn eine Entscheidung unklar wirkt)
    • Respektvolle Sprache: kein Beschimpfen, kein Lächerlichmachen
    • Hilfe anbieten: Gegner aufhelfen, nach einem Zusammenstoß kurz checken
    • Ehrlichkeit: den Ball zugeben, wenn er zuletzt am eigenen Fuß war
    • Kontrollierte Emotionen: jubeln ohne Provokation, verlieren ohne Drama

    Die Fair-Play-Regeln im Spielbetrieb

    In Deutschland werden Spiele der F-Jugend und jünger nach der DFB-Jugendordnung nach den Fair-Play-Regeln ausgetragen. In der E-Jugend gilt das nur, wenn der Landesverband es beschließt, so zum Beispiel in Baden oder Sachsen. Viele Verbände nennen das Format „Fair-Play-Liga“. Der Kern sind drei Regeln:

    RegelWas sie bedeutetBeispiel aus den Verbänden
    Schiedsrichter-RegelKein Schiedsrichter, die Kinder entscheiden selbst; die Trainer helfen nur, wenn sich die Kinder nicht einig werdengilt bundesweit bis zur F-Jugend
    Trainer-RegelBeide Trainer stehen in einer gemeinsamen Coachingzone und geben nur die nötigsten Anweisungenim HFV-Kreis Main-Taunus höchstens zwei Trainer oder Betreuer je Team in der Zone
    Fan-RegelEltern und Zuschauer bleiben in einer Fanzone mit Abstand zum FeldBayern mindestens 3 m, Brandenburg 15 m

    Dazu kommt ein Ritual: der Handschlag vor und nach jedem Spiel. In Hamburg beginnt in der G- bis E-Jugend jedes Spiel außerdem mit einem Fair-Play-Anstoß, also einem Pass zum Gegner und zurück; wer anstößt, wird per Schere-Stein-Papier ermittelt.

    Merke: Auch in Österreich und der Schweiz gelten Fair-Play-Elemente im Kinderfußball. Der ÖFB kennt die Powerplay-Regel: Liegt ein Team mit 4 Toren zurück, darf es einen zusätzlichen Spieler einsetzen, bis der Rückstand wieder 3 Tore beträgt. In der Schweiz gibt es im Kinderfussball keine Zeit- oder sonstigen Strafen; die Trainer greifen bei unfairem Spiel selbst ein.

    Wie die Spielleitung durch die Kinder im Detail funktioniert, erklärt Kinderfußball ohne Schiedsrichter.

    Beispiele aus dem Kinderfußball

    Fair Play passiert oft in kleinen Momenten:

    • Ein Kind schießt ein Tor, merkt aber: Der Ball war vorher im Aus. Im Fair-Play-Spiel sagt es das selbst, in älteren Jahrgängen dem Schiedsrichter.
    • Nach einem Rempler bleibt ein Kind stehen, entschuldigt sich und hilft dem anderen hoch.
    • Ein Team führt deutlich. Der Trainer achtet darauf, dass alle Kinder spielen und die Mannschaft weiter sauber kombiniert, statt den Gegner vorzuführen. Manche Kreise regeln das sogar: In den E- und D-Junioren-Kreisspielklassen des KFV Schleswig-Flensburg spielt ein Team ab fünf Toren Führung mit einem Kind weniger.

    Ab der E- oder D-Jugend leitet meist ein Schiedsrichter das Spiel. Dann hilft es, seine Rolle zu erklären. Wie in unserem Beitrag zu Schiedsrichter und ihre Aufgaben beschrieben, sollen Schiedsrichter das Spiel leiten – nicht „für“ ein Team pfeifen. Das zu akzeptieren ist ein Kern von Fair Play. Was passiert, wenn Kinder oder Erwachsene das nicht tun, beschreibt der Eintrag Was ist „Meckern“ beim Schiri?

    Was können Eltern und Trainer konkret tun?

    Als Elternteil kannst du Fair Play fördern, indem du Leistung lobst, nicht nur Ergebnisse. Frag nach dem Spiel lieber: „Was hat heute gut geklappt?“ statt „Habt ihr gewonnen?“. Praktische Orientierung bietet auch die Eltern-Checkliste: Das erste Fußballspiel – sie hilft, die Seitenlinie positiv zu gestalten.

    Trainer können klare Teamregeln aufstellen („Wir meckern nicht“, „Wir helfen auf“) und sie im Training kurz einüben. Eine Vorlage mit kindgerechten Formulierungen findest du in Fair spielen: 12 Teamregeln für Kinder erklärt. Auch Sanktionen sollten pädagogisch sein: z. B. kurze Auszeit, Reflexionsfrage, danach Wiedereinstieg.

    So setzt du Fair Play am Spieltag um:

    1. Vor dem Spiel: Teamregeln kurz wiederholen, Eltern an die Fanzone erinnern.
    2. Beim Anpfiff: Handschlag mit dem Gegner, im Fair-Play-Spiel klären, wer bei Streitfragen hilft.
    3. Im Spiel: Nur das Nötigste coachen, Entscheidungen der Kinder bzw. des Schiedsrichters stehen lassen.
    4. Nach dem Spiel: Handschlag, eine faire Szene des Tages benennen, auch beim Gegner.

    Verwandte Begriffe

    • Sportlichkeit: Haltung, die Respekt und Anstand betont.
    • Respekt: Anerkennung für Menschen und Regeln – unabhängig vom Ergebnis.
    • Fair-Play-Liga: Spielbetrieb ohne Schiedsrichter, mit gemeinsamer Coachingzone und Fanzone.
    • Regelkunde: Grundverständnis für Fußballregeln; hilfreich ist z. B. Gelbe und Rote Karte im Kinderfußball.

    Häufig gestellte Fragen

    Es bedeutet, dass du positiv anfeuerst, Entscheidungen akzeptierst und niemanden abwertest – weder Gegner noch Schiedsrichter. Lobe dein Kind für Einsatz, Mut und Teamaktionen, nicht nur für Tore oder Siege.

    Im Fair-Play-Spiel bis zur F-Jugend entscheiden die Kinder selbst, ob es Aus oder Foul war, Ehrlichkeit ist dort also Teil der Spielregeln. Trainer sollten das ohne Druck begleiten und die Lernchance betonen, statt zu bestrafen.

    Setz wenige, klare Teamregeln (z. B. „Kein Meckern“, „Wir helfen auf“) und wiederhole sie vor Spielen kurz. Belohne faires Verhalten sichtbar, nutze kurze Reflexionsfragen nach strittigen Szenen und achte auf eine ruhige, respektvolle Kommunikation.

    Kein Schiedsrichter, die Kinder entscheiden selbst; beide Trainer begleiten das Spiel aus einer gemeinsamen Coachingzone; Eltern und Fans bleiben mit Abstand zum Feld in einer Fanzone. In Deutschland gelten sie bis zur F-Jugend, in der E-Jugend je nach Landesverband.

    Ähnliche Begriffe im Lexikon

    fair play fußball kinder
    fair play kinderfußball
    respekt im fußball
    sportlichkeit kinder
    verhalten am spielfeldrand