Fußballregeln

    Schiedsrichter und ihre Aufgaben

    Schiedsrichter im Kinderfußball sorgen für Fairplay, Sicherheit und klare Regeln. Hier erfährst du verständlich, welche Aufgaben sie haben und wie typische Situationen gelöst werden.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 24. Okt. 2026 · 6 Min.
    KI-generiertes Symbolbild

    Ein Schiedsrichter im Kinderfußball ist die Person, die das Spiel leitet, Regeln erklärt und dafür sorgt, dass es fair und sicher abläuft. Er oder sie trifft Entscheidungen bei Regelverstößen und hilft, Konflikte zu vermeiden.

    Kurz gesagt: Ob überhaupt ein Schiedsrichter pfeift, hängt von Altersklasse und Verband ab. In der G- und F-Jugend spielen die Kinder in Deutschland, Österreich und der Schweiz in der Regel ohne Schiedsrichter, ab der D-Jugend leitet fast überall einer das Spiel. Dazwischen liegt die E-Jugend, und dort entscheidet der Landesverband.

    Gibt es im Kinderfußball überhaupt einen Schiedsrichter?

    Die DFB-Jugendordnung legt fest: Spiele der F-Jugend und jünger werden nach den Fair-Play-Regeln ohne Schiedsrichter ausgetragen, die Kinder entscheiden selbst. Für die E-Jugend gilt das nur, wenn der Landesverband es beschließt. Entsprechend unterschiedlich sieht es in der Saison 2026/27 aus:

    AltersklasseDeutschlandÖsterreichSchweiz
    G-/F-Jugend (U6–U9)ohne Schiedsrichter nach Fair-Play-Regeln; in Hamburg, Baden (G) und Südbaden leitet ein Trainer oder SpielleiterU6–U10 ohne SchiedsrichterG und F ohne Schiedsrichter
    E-Jugend (U10/U11)je nach Verband: Schiedsrichter z. B. in Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Württemberg und Südwest; ohne Schiedsrichter z. B. in Baden, Mittelrhein, Niederrhein, Niedersachsen, Sachsen und Westfalen; in Südbaden Spielleitung durch TrainerU11/U12 mit Schiedsrichter, der kein Verbandsschiedsrichter sein mussE ohne Schiedsrichter, Streitfälle per Schere-Stein-Papier
    D-Jugend (U12/U13)fast überall mit Schiedsrichtermit SchiedsrichterD-7 und D-9 mit Mini-Schiedsrichter

    Was genau in deinem Verband gilt, zeigt der Landesverband-Vergleich. Wie das Spielen ohne Pfeife praktisch klappt, erklärt Kinderfußball ohne Schiedsrichter: Spielleitung durch Kinder und Fair-Play.

    Was macht ein Schiedsrichter im Kinderfußball?

    Im Kinderfußball steht nicht das „Strafen“ im Vordergrund, sondern das Begleiten des Spiels. Kinder lernen Regeln erst Schritt für Schritt. Der Schiedsrichter sorgt für Fairplay, schützt die Kinder und schafft klare Orientierung.

    Typische Aufgaben sind:

    • Spiel starten und beenden (Anpfiff, Halbzeit, Abpfiff)
    • Regeln anwenden und erklären – kindgerecht und kurz
    • Fouls und Unsportlichkeiten erkennen und stoppen
    • Sicherheit im Blick behalten (z. B. gefährliches Spiel, harte Rempler, Verletzungen)
    • Spielfortsetzungen entscheiden: Einwurf oder Eindribbeln, Abstoß, Eckball, Freistoß, Anstoß
    • Zeit im Blick behalten (je nach Wettbewerbsform)

    Gerade bei jüngeren Jahrgängen ist die Kommunikation entscheidend: Ein Satz wie „Stopp, das war Schubsen – bitte Abstand halten!“ hilft oft mehr als eine strenge Geste. Was die üblichen Gesten bedeuten, zeigt Schiedsrichterzeichen: Was bedeuten die Gesten?.

    Merke: Bei Verdacht auf eine Gehirnerschütterung gilt „im Zweifel raus“: Das Kind spielt nicht weiter und kehrt erst nach ärztlicher Abklärung zurück. Bei Bewusstlosigkeit oder schweren Verletzungen sofort 112 wählen.

    Warum ist der Schiedsrichter so wichtig?

    Kinder brauchen klare, faire Rahmenbedingungen. Ein guter Schiedsrichter sorgt dafür, dass:

    • alle Kinder gleich behandelt werden,
    • das Spiel flüssig bleibt,
    • niemand Angst vor unfairer Härte hat,
    • Regeln als hilfreich und nicht als „Bestrafung“ erlebt werden.

    Das unterstützt auch Eltern und Trainer: Weniger Diskussionen am Spielfeldrand, mehr Fokus auf das Spiel. Wenn du als Elternteil unsicher bist, was beim ersten Spiel auf euch zukommt, hilft die Eltern-Checkliste: Das erste Fußballspiel als Orientierung.

    Beispiele aus dem Kinderfußball (leicht verständlich)

    Beispiel 1: Foul oder nur Körperkontakt?

    Ein Kind läuft neben dem Gegner her und berührt ihn leicht – das kann normaler Zweikampf sein. Schubst ein Kind aber mit den Händen oder tritt von hinten in die Beine, pfeift der Schiedsrichter ab und erklärt kurz: „Schubsen ist nicht erlaubt, wir spielen fair.“

    Beispiel 2: Abseits – ja oder nein?

    In der G- und F-Jugend gibt es kein Abseits, in der E-Jugend wird in fast allen Landesverbänden ebenfalls ohne Abseits gespielt. In der D-Jugend kommt die Regel in den meisten Verbänden dazu (nicht z. B. in Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen) und sorgt dann oft für Verwirrung. Eine einfache Erklärung findest du in Abseits einfach erklärt für Kinder.

    Beispiel 3: Ball im Seitenaus

    In vielen Kinderspielformen gibt es gar keinen Einwurf: Der Ball wird eingedribbelt oder flach eingepasst, in der Schweiz bis einschließlich E-Jugend immer. Wo eingeworfen wird, korrigiert der Schiedsrichter Fehler bei jungen Kindern oft mit einem kurzen Hinweis: „Beide Hände, von hinten über den Kopf, beide Füße am Boden.“ Mehr dazu: Einkick statt Einwurf: Technik, Regeln, Coaching.

    Wer darf Schiedsrichter werden?

    Nach DFB-Rahmen ab 12 Jahren, in einigen Landesverbänden erst ab 14 (z. B. Bayern, Hamburg, Württemberg); die ersten Spiele leiten Neulinge meist im Jugendbereich. Alle Schritte stehen in Schiedsrichter werden als Jugendlicher.

    Verwandte Begriffe (kurz erklärt)

    • Fairplay: Respektvoll spielen, ehrlich sein, Gegner nicht absichtlich verletzen.
    • Foul: Regelwidriger Kontakt (z. B. treten, schubsen, halten).
    • Vorteilsregel: Der Schiedsrichter lässt weiterlaufen, wenn das gefoulte Team trotzdem einen Vorteil hat – siehe Regelbegriff „Vorteil“.
    • Spielregeln & Ausbildung: Wer als Trainer die Regeln sicher beherrschen will, findet Grundlagen in der Trainerausbildung – siehe Trainerschein im Kinderfußball - Alle Infos.

    Tipps für Eltern und Trainer am Spielfeldrand

    • Akzeptiere Entscheidungen – auch wenn du sie anders gesehen hast.
    • Rufe keine Anweisungen an den Schiedsrichter; Kinder orientieren sich stark an Erwachsenen.
    • Lobe Fairplay: Ein „Gute Aktion, dass du aufgehört hast!“ wirkt stärker als Meckern.
    • Denk an das Alter: Neue Schiedsrichter, die oft erst 12 oder 14 Jahre alt sind, leiten ihre ersten Spiele meist im Jugendbereich.

    Ein Schiedsrichter im Kinderfußball ist damit nicht nur Regelhüter, sondern auch Lernbegleiter: klar, ruhig und kindgerecht.

    Häufig gestellte Fragen

    Nein. Nach der DFB-Jugendordnung spielen die F-Jugend und jünger ohne Schiedsrichter nach Fair-Play-Regeln, für die E-Jugend entscheidet der Landesverband. In Österreich spielen U6 bis U10 ohne Schiedsrichter, in der Schweiz G, F und E. Ab der D-Jugend leitet in der Regel ein Schiedsrichter das Spiel, in der Schweiz ein Mini-Schiedsrichter.

    Am besten ruhig bleiben und die Entscheidung akzeptieren. Diskussionen am Spielfeldrand erhöhen den Druck auf Kinder und Schiedsrichter. Sinnvoller ist es, Fairplay vorzuleben und das Kind nach dem Spiel zu stärken: Fokus auf Einsatz, Lernfortschritt und Spaß statt auf einzelne Pfiffe.

    Typisch sind Seitenaus (Einwurf oder Eindribbeln?), Handspiel, Zweikämpfe (Foul oder kein Foul), die Rückpassregel und ab der D-Jugend das Abseits. Weil die Landesverbände diese Punkte unterschiedlich regeln, lohnt vor der Saison ein Blick in die Bestimmungen des eigenen Verbands.

    Ähnliche Begriffe im Lexikon

    schiedsrichter kinderfußball
    schiedsrichter aufgaben
    regeln kinderfußball
    fairplay kinderfußball
    fouls kinderfußball