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    Handspiel - Wann ist es ein Foul?

    Handspiel ist im Kinderfußball nicht automatisch ein Foul. Entscheidend sind Absicht, Armhaltung und ob ein Vorteil entsteht – mit klaren Beispielen für Eltern und Kinder.

    Tobias Brenner
    16. Okt. 2025
    Aktualisiert: 12. Jan. 2026
    3 Min.

    Ein Handspiel liegt vor, wenn ein Spieler den Ball mit Hand oder Arm berührt – und diese Berührung nach den Regeln als unerlaubt bewertet wird.

    Handspiel-Regel im Kinderfußball: Was zählt wirklich?

    Gerade im Kinderfußball sorgt das Thema oft für Diskussionen: War das Absicht oder einfach nur Pech? Wichtig ist: Nicht jede Ballberührung am Arm ist automatisch ein Foul. Entscheidend ist, wie der Arm eingesetzt wird und ob sich der Spieler dadurch einen Vorteil verschafft.

    Für Anfänger gilt als gute Merkhilfe: Handspiel ist eher ein Foul, wenn der Arm „zum Ball geht“ – und eher kein Foul, wenn der Ball „zum Arm kommt“.

    Wann ist Handspiel ein Foul?

    Ob ein Handspiel gepfiffen wird, hängt (auch bei Kindern) von typischen Kriterien ab:

    • Absicht: Bewegt das Kind die Hand aktiv zum Ball, um ihn zu stoppen oder zu spielen?
    • Unnatürliche Armhaltung: Ist der Arm weit vom Körper abgespreizt und macht den Körper „größer“?
    • Vorteil durch Hand/Arm: Verhindert das Handspiel eine klare Chance oder ermöglicht es eine bessere Ballkontrolle?

    Gerade für Eltern ist wichtig zu wissen: Kinder reagieren oft reflexartig. Viele Schiedsrichter bewerten deshalb im Kinderbereich pädagogischer und erklären Entscheidungen kurz. Wie ein Spielleiter dabei grundsätzlich vorgeht, liest du kompakt in unserem Artikel über Schiedsrichter und ihre Aufgaben.

    Typische Foulsituationen (leicht verständlich)

    • Ein Kind streckt beim Verteidigen den Arm seitlich raus und blockt damit einen Pass: häufig Handspiel.
    • Der Ball prallt aus kurzer Distanz an den angelegten Arm: meist kein Handspiel.
    • Ein Kind nimmt den Ball mit dem Arm „mit“, um ihn danach zu schießen: Handspiel, weil ein Vorteil entsteht.

    Beispiele aus dem Kinderfußball (G- bis E-Jugend)

    Kinder in diesem Alter sind oft in Bewegung, drehen sich weg oder schützen reflexartig das Gesicht. Fragst du dich, warum trotzdem manchmal gepfiffen wird? Hier drei typische Beispiele:

    • Abpraller im Getümmel: Der Ball springt im Strafraum (oder davor) an den Oberarm, während die Arme eng am Körper sind. Das wird im Kinderfußball häufig laufen gelassen.
    • „Torwart-Reflex“ eines Feldspielers: Ein Feldspieler hebt die Hände hoch, um einen Schuss zu blocken. Das wirkt klar absichtlich: Foul.
    • Arme als „Flügel“ beim Rennen: Das Kind läuft mit weit ausgestreckten Armen in einen Pass. Auch ohne Absicht kann das als unnatürliche Armhaltung gewertet werden.

    Was sollten Trainer und Eltern Kindern dazu erklären?

    Du kannst es Kindern einfach vermitteln:

    • Arme beim Verteidigen nah am Körper halten.
    • Nicht mit der Hand „mitspielen“, auch wenn es verlockend ist.
    • Nach einem Pfiff ruhig bleiben: Handspiel ist oft eine Ermessensentscheidung.

    Hilfreich ist auch, Regeln Schritt für Schritt zu erklären – ähnlich wie beim Thema Abseits einfach erklärt für Kinder, das ebenfalls oft Fragen auslöst.

    Verwandte Begriffe (kurz erklärt)

    • Absicht: Der Spieler will den Ball bewusst mit Hand/Arm spielen.
    • Unnatürliche Armhaltung: Armposition, die nicht zur Bewegung passt und den Körper größer macht.
    • Freistoß/Strafstoß: Spielfortsetzung nach einem Foul – abhängig davon, wo das Handspiel passiert.

    Gerade beim ersten Spiel hilft eine gute Vorbereitung, damit du Situationen besser einordnen kannst: Schau dir dafür die Eltern-Checkliste: Das erste Fußballspiel an.

    Häufig gestellte Fragen

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