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    Fehler im Bambini-Training: Das vermeiden Trainer

    Im Bambini-Training entscheiden kleine Details über Spaß, Lernfortschritt und Motivation. Hier findest du 10 typische Fehler (No-Gos) und konkrete U7-Tipps, wie du dein Training spielerischer und effektiver gestaltest.

    Tobias Brenner
    12. Jan. 2026
    Aktualisiert: 12. Jan. 2026
    6 Min.

    Bambini sind keine „kleinen Erwachsenen“ – und genau hier entstehen die häufigsten Bambini Training Fehler. Im Alter von etwa 4 bis 6 Jahren (U7) geht es vor allem um Bewegungsfreude, Ballkontakte, Mut und Sicherheit. Trotzdem rutschen im Trainingsalltag schnell Dinge rein, die Kinder überfordern oder demotivierend wirken. Kennst du das: Die einen rennen ständig zum Ball, die anderen stehen am Rand – und am Ende sind alle irgendwie müde, aber kaum besser?

    Dieser Artikel zeigt dir typische Kinderfußball No Gos im Bambini-Training und gibt dir U7 Training Tipps, die du sofort umsetzen kannst – egal ob als Trainer, Co-Trainer oder engagiertes Elternteil.

    Was Bambini wirklich brauchen (und was nicht)

    Bambini lernen am besten über Spiel, Wiederholung und Erfolgserlebnisse. Ihre Aufmerksamkeitsspanne ist kurz, die Koordination entwickelt sich erst, und Regeln müssen einfach sein.

    Wichtig für gutes Minifußball Coaching:

    • Viele Ballkontakte für jedes Kind
    • Kleine Spielformen statt langer Erklärungen
    • Kurze Aktionen (30–90 Sekunden) mit häufigen Wechseln
    • Einfache Regeln: maximal 1–2 pro Spiel
    • Lob für Mut (z. B. Dribbling versuchen), nicht nur für Tore

    Was Bambini nicht brauchen:

    • Taktikvorträge
    • starre Positionsrollen
    • Ausdauerläufe ohne Ball
    • Druck durch Tabellen, Ergebnisse oder „Pflichtsiege“

    Die 10 häufigsten Fehler im Bambini-Training (und wie du sie vermeidest)

    1) Zu viel erklären, zu wenig spielen

    Einer der größten Bambini Training Fehler: Kinder stehen in Reihen und hören zu. In dem Alter gilt: zeigen – spielen lassen – kurz korrigieren.

    So machst du es besser:

    • Erkläre in maximal 20 Sekunden.
    • Zeige einmal kurz vor (oder lass ein Kind vormachen).
    • Starte sofort und korrigiere „on the fly“.

    Praxisbeispiel: Statt „Wir üben jetzt Dribbling mit Richtungswechsel“ sagst du: „Dribbelt zur roten Linie und dreht schnell um!“

    2) Lange Warteschlangen und Abschuss-Übungen

    Wenn Bambini anstehen, lernen sie kaum. Typisch ist das bei Torschuss-Stationen oder Parcours mit nur einem Startpunkt.

    Kinderfußball No Go: 12 Kinder, 1 Ball, 1 Tor – und alle warten.

    Besser:

    • Baue 2–4 identische Felder auf.
    • Nutze pro Feld mehrere Bälle.
    • Lass parallel spielen: 2 gegen 2, 3 gegen 3.

    Wenn du Torschuss integrieren willst, mach es spielnah: z. B. „Dribbel-Torabschluss“ statt Stand-Schuss. Passend dazu: In unserem Beitrag Torschuss aus der Bewegung findest du einfache Ideen, die auch für Bambini kindgerecht abgewandelt werden können.

    3) Zu große Spielfelder und zu viele Kinder pro Team

    Im 7 gegen 7 (oder größer) verlieren Bambini schnell den Bezug zum Ball. Die Folge: wenige Ballkontakte, viel Herumstehen.

    U7 Training Tipp:

    • Spiele überwiegend 2 gegen 2 bis 4 gegen 4.
    • Feldgröße klein halten (z. B. 15x20 m für 3v3, je nach Gruppe).

    Frage an dich: Wie oft berührt jedes Kind den Ball in 10 Minuten wirklich? In kleinen Spielen sind es automatisch viel mehr.

    4) Fokus auf Ergebnis statt Entwicklung

    „Wir müssen gewinnen“ ist eines der größten Minifußball Coaching-Probleme. Kinder spüren Druck sofort – und werden vorsichtiger.

    Besserer Fokus:

    • Werte Mutaktionen: Dribbling, Ball zurückerobern, Passversuch.
    • Belohne Ideen, nicht nur Tore.

    Mini-Regel: „Ein Tor zählt doppelt, wenn vorher ein Dribbling versucht wurde.“

    5) Zu frühe Taktik und Positionszwang

    „Du bist Verteidiger, du bleibst hinten“ klingt logisch – ist aber für Bambini oft ein Lernkiller. Kinder wollen rennen, entdecken, ausprobieren.

    So geht’s besser:

    • Lass freie Rollen zu.
    • Nutze Regeln statt Positionen: „Wenn dein Team den Ball verliert, laufst du sofort zurück und hilfst.“

    6) Überfordernde Regeln und komplizierte Spielformen

    Abseits, komplexe Einwürfe oder starre Eckball-Zuordnungen sind für Bambini selten sinnvoll.

    Wenn Eltern fragen „Gibt’s bei euch Abseits?“, hilft ein einfacher Überblick. Für später kannst du Inhalte kindgerecht vorbereiten, z. B. mit Abseits einfach erklärt für Kinder – im Bambini-Alter bleibt es aber meist bei: spielen, nicht verregeln.

    7) Zu wenig Bewegungsschulung ohne Ball (aber spielerisch!)

    Manche Trainings bestehen nur aus Fußballspielen – ohne Variationen. Bambini profitieren jedoch enorm von Grundbewegungen: springen, rollen, balancieren, fangen.

    Wichtig: Nicht als „Athletikblock“ mit Drill, sondern als Spiel.

    Ideen:

    • Fangspiel mit Ball: Wer gefangen wird, macht 3 Hampelmänner und dribbelt weiter.
    • „Tierbewegungen“ im Aufwärmen: Krebsgang, Froschsprünge, Bärengang.

    8) Zu viel Korrigieren und ständiges Stoppen

    Wenn du jede Kleinigkeit stoppst, verlieren Kinder den Spielfluss – und die Lust.

    Besser:

    • Korrigiere 1 Schwerpunkt pro Einheit (z. B. „Ball nah am Fuß“).
    • Nutze kurze Coaching-Sätze: „Super, weiter!“ / „Versuch’s mit der Innenseite!“

    9) Ungerechte Spielzeit und „Lieblingskinder“

    Bambini-Training soll Kinder binden. Ungleiche Einsatzzeiten sind ein klassisches Kinderfußball No Go – das merken auch die Eltern.

    U7 Training Tipp:

    • Plane Wechsel fest ein (z. B. alle 2 Minuten).
    • Spiele mehrere kleine Felder, damit alle gleichzeitig aktiv sind.

    10) Sicherheits- und Entwicklungsregeln ignorieren

    Im Kinderfußball gibt es Themen, die du früh richtig einordnen solltest – auch wenn sie bei Bambini noch nicht im Fokus stehen.

    Beispiel Kopfball: In vielen Verbänden gelten klare Vorgaben. Informiere dich rechtzeitig und kommuniziere transparent, was im Training passiert und was nicht. Hier hilft der Überblick: Kopfball im Jugendfußball: Regeln DFB/ÖFB/SFV.

    So sieht eine gute Bambini-Einheit aus (Beispiel für 60 Minuten)

    Du willst eine einfache Struktur, die fast immer funktioniert? Dann orientiere dich an diesem Ablauf:

    1) Ankommen & freies Spielen (10 Minuten)

    • 2–3 kleine Felder
    • freie Teams, freie Tore
    • Trainer beobachtet: Wer ist heute schüchtern, wer überdreht?

    2) Bewegungs-Spiel (10 Minuten)

    • Fangspiel, Reaktionsspiel, „Farben dribbeln“
    • Ziel: warm werden, lachen, zusammenfinden

    3) Hauptteil in Spielformen (30 Minuten)

    • 3v3 oder 4v4, mehrere Felder
    • einfache Zusatzregel (nur 1!): z. B. „Tor zählt nur nach Dribbling“ oder „Nach Ballgewinn sofort aufs Tor“

    4) Abschluss: Mini-Turnier & Ritual (10 Minuten)

    • kurzes Turnier, viele Wechsel
    • Abschlusskreis: 1 Sache, die gut war (Team-Lob)

    Kommunikation mit Eltern: Druck rausnehmen, Verständnis schaffen

    Ein unterschätzter Punkt bei Bambini Training Fehlern ist die Außenwirkung. Eltern meinen es gut, coachen aber manchmal von der Seitenlinie.

    Klare, freundliche Leitplanken helfen:

    • „Anfeuern ja, coachen nein.“
    • „Alle Kinder spielen gleich viel.“
    • „Wir bewerten Mut und Spaß, nicht das Ergebnis.“

    So entsteht ein Umfeld, in dem Kinder gerne wiederkommen – und genau das ist das wichtigste Ziel im Bambini-Bereich.

    Fazit: Weniger Drill, mehr Spiel – und jedes Kind gewinnt

    Die größten Bambini Training Fehler entstehen fast immer aus einem Gedanken: „So trainiert man Fußball.“ Im U7-Bereich gilt aber: So lernen Kinder. Wenn du Wartezeiten reduzierst, Spielformen klein hältst, Regeln vereinfachst und den Spaß schützt, entwickelst du automatisch bessere Fußballer – und vor allem Kinder, die dem Sport treu bleiben.

    Frag dich nach jeder Einheit: Hatte jedes Kind viele Ballkontakte? Gab es Erfolgserlebnisse? Sind alle mit einem guten Gefühl nach Hause gegangen? Wenn du diese drei Fragen mit „ja“ beantworten kannst, bist du beim Minifußball Coaching auf dem richtigen Weg.

    Häufig gestellte Fragen

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