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    Flanken fangen: Timing und Anlauf

    Diese Beginner-Übung verbessert Timing und Anlauf beim Flanken fangen. Du bekommst einen klaren Aufbau, einfache Progressionen und Coaching-Tipps für sichere Fangaktionen im Strafraum.

    Tobias Brenner
    18. Jan. 2026
    Aktualisiert: 21. Jan. 2026
    5 Min.

    Übungsname & Ziel

    Übungsname: Flanken fangen: Timing und Anlauf (Beginner)

    Ziel: Dein Kind bzw. deine Torhüter lernen, Flanken sicher zu fangen, den Anlauf (Startposition + Schritte) passend zum Ballflug zu wählen und das Timing beim Absprung bzw. Fangen zu verbessern. Im Fokus stehen einfache, wiederholbare Abläufe: Sehen – Entscheiden – Gehen – Fangen – Sichern.

    Warum ist das so wichtig? Viele Gegentore nach Flanken entstehen nicht durch spektakuläre Schüsse, sondern weil der Keeper zu spät startet, unter dem Ball stehen bleibt oder den Ball nicht „fest“ macht. Mit dieser Übung trainierst du genau diese Basics – ohne Überforderung.

    Tipp zur Ergänzung: Wenn du das Thema „Bewegung vor dem Ballkontakt“ vertiefen willst, passt unser Beitrag zur Fußarbeit für junge Torhüter ideal dazu.

    Material, Spieleranzahl, Dauer

    Benötigte Materialien:

    • 6–10 Hütchen (für Startzone, Flankenzone, Fangzone)
    • 4–8 Bälle (damit der Rhythmus hoch bleibt)
    • 1 Tor (oder zwei Stangen/Hütchen als „Torlinie“)

    Spieleranzahl: min. 3, max. 10

    • 1 Torhüter
    • 2 Flankengeber (links/rechts)
    • optional 1–6 Mitspieler als „passive Störer“ oder Ballkinder

    Dauer: 15–20 Minuten (Hauptteil), ideal nach einem kurzen Aufwärmen.

    Feldgröße: Strafraum + 5–10 Meter davor (oder eine markierte Fangzone von ca. 8x12 m).

    Aufbau

    • Markiere mit Hütchen eine Startzone für den Torhüter (zentral, ca. 1–2 m vor der Torlinie).
    • Markiere links und rechts je eine Flankenzone (außen, etwa auf Höhe Strafraumecke oder etwas davor – je nach Alter/Schusskraft).
    • Markiere im Strafraum eine Fangzone (z. B. zwischen Elfmeterpunkt und Fünfmeterraum), in die die meisten Bälle gespielt werden sollen.

    Schritt-für-Schritt Anleitung

    1. Startposition einnehmen

      • Torhüter steht in der Startzone: Knie leicht gebeugt, Hände vor dem Körper, Blick aktiv.
      • Flankengeber haben je einen Ball in ihrer Zone.
    2. Signal & Blickführung

      • Du gibst ein klares Kommando („Links!“/„Rechts!“) oder der Flankengeber ruft vor dem Pass kurz an.
      • Torhüter orientiert sich: Ball – Mitspieler – Raum (kurzer Scan).
    3. Anlauf starten (Timing)

      • Sobald der Flankengeber ausholt bzw. den Ball anspielt, startet der Keeper mit kleinen, schnellen Schritten nach vorne/seitlich.
      • Ziel: Nicht „unter“ dem Ball stehen bleiben, sondern aktiv in den Ball gehen.
    4. Fangtechnik ausführen

      • Beginner-Fokus: Brust-/Korbgriff bei mittelhohen Bällen.
      • Bei höheren Bällen: Arme früh nach oben, Ball vor dem Körper fangen (nicht hinter dem Kopf).
    5. Sichern & Abschlussaktion

      • Nach dem Fang: Ball fest an den Körper, eine stabile Landung, kurzer Blick nach vorne.
      • Optional: Abwurf/Abrollen zu einem Mitspieler (ruhig, kontrolliert).
    6. Wechsel & Wiederholungen

      • 6–10 Wiederholungen pro Seite, dann Flankengeber wechseln.
      • Nach 2–3 Serien: kurze Trinkpause, dann nächste Progression.

    Variationen für verschiedene Altersgruppen

    U7–U9 (ganz leicht, Erfolgserlebnisse)

    • Flanken als hoher Einwurf oder weicher Chip, damit der Ballflug gut lesbar ist.
    • Fangzone näher ans Tor legen.
    • Fokus auf: Startsignal erkennen und Ball festhalten (keine Hektik).

    U10–U12 (standard, mehr Entscheidung)

    • Flanken als halbhohe Hereingabe oder ruhiger Spannpass in die Fangzone.
    • Torhüter entscheidet: Fangen oder Fausten (Fausten nur, wenn wirklich nötig).
    • 1 passiver Störer im Strafraum, der „mitläuft“, aber nicht aktiv blockt.

    U13+ (mehr Spielnähe)

    • Flankengeber dürfen variieren: kurz/lang, halbhoch/hoch.
    • 1–2 aktive Störer, die auf Abpraller gehen (mit klaren Regeln: fair, kein Kontakt in der Luft).
    • Anschlussaktion: schneller Abwurf zum Konter (Umschaltmoment andeuten).

    Für das Verhalten der Feldspieler bei Standards kannst du zusätzlich in Eckball verteidigen: einfache Regeln & Aufgaben (U10+) reinschauen – viele Prinzipien sind bei Flanken identisch.

    Coaching-Tipps (so coachst du das Timing)

    • „Start, wenn der Fuß ausholt“: Hilft Kindern, nicht zu spät loszugehen.
    • Kleine Schritte bis zum Ball: Große Sprünge machen ungenau – kurze Schritte bringen Balance.
    • Ball vor dem Körper fangen: Hände aktiv, Ellbogen leicht gebeugt, nicht „klatschen“ lassen.
    • Klare Entscheidung: Lieber einen Schritt mutig nach vorne als zögerlich auf der Linie kleben.

    Stell dir beim Coaching Fragen, die Kinder verstehen: „Warst du früh genug unterwegs?“ oder „Hast du den Ball vor dir gefangen?“

    Häufige Fehler & schnelle Korrekturen

    • Zu spät gestartet: Flankengeber kündigt an, du verlangst „Start beim Ausholen“.
    • Unter dem Ball gelandet: Fangzone anpassen, Keeper soll früher in den Raum.
    • Ball prallt ab: Einfachere Zuspiele, dann wieder steigern; Hände „weich“ und Körper hinter den Ball.

    Wenn du nach dem Fang direkt ins Spiel eröffnen willst, passt als Anschluss auch Torschuss aus der Bewegung, damit die Feldspieler die Weiterleitung sofort in eine Aktion umsetzen.


    FAQ

    Wie hoch sollten Flanken bei Beginnern sein?

    Am Anfang funktionieren mittlere Höhen am besten: Der Ball soll gut sichtbar fliegen und im Korb- oder Brustgriff sicher fangbar sein. Zu hohe Bälle führen oft zu Angst oder schlechten Landungen.

    Ab welchem Alter darf ein Störer in den Strafraum?

    Ab U10 kannst du mit einem passiven Störer starten (nur mitlaufen, keine Luftduelle). Aktive Störer sind eher ab U13 sinnvoll – und nur mit klaren Sicherheitsregeln.

    Was ist wichtiger: Fangen oder Fausten?

    Für Beginner ist Fangen die Priorität, weil es Ballbesitz sichert. Fausten ist eine Notlösung, wenn der Ball zu hoch, zu weit oder unter starkem Druck kommt. Trainiere Fausten erst, wenn Timing und Anlauf stabil sind.

    Häufig gestellte Fragen

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