Hallen- & Futsalregeln

    Hallenturnier-Regeln für Kinder erklärt

    Hallenturnier-Regeln unterscheiden sich oft deutlich vom Fußball draußen: kürzere Spielzeiten, spezielle Aus-Regeln und häufig indirekte Freistöße. Hier bekommst du einen verständlichen Überblick für Kinder, Eltern und Trainer.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 26. Okt. 2026 · 9 Min.
    KI-generiertes Symbolbild

    Hallenturnier-Regeln sind die speziellen Spielregeln, die bei Turnieren in der Sporthalle gelten: Spielform, Feld, Ball, Spielzeit, Spielfortsetzungen und Wechsel. Sie sorgen dafür, dass Kinderfußball in der Halle sicher, fair und flüssig abläuft.

    Merke: Bei Hallen-Verbandswettbewerben (z. B. Hallenkreismeisterschaft) gibt in Deutschland die DFB-Futsal-Ordnung (§ 38) den Rahmen vor: ohne Bande, Futsalball, und für Bambini bis E-Jugend ohne Schiedsrichter, ohne 4-Sekunden-Regel und ohne kumulierte Fouls. Bei Vereinsturnieren gelten die Hallenrichtlinien deines Landesverbands und die Ausschreibung des Veranstalters.

    Was bedeutet „Hallenturnier-Regeln“ im Kinderfußball?

    Im Hallenfußball ist vieles anders als draußen: Das Feld ist kleiner, die Wände sind nah, der Ball ist meist sprungreduziert und die Spiele sind kürzer. Damit es nicht chaotisch wird, legt die Ausschreibung vor dem Turnier ein Regelpaket fest – bei Verbandsturnieren nach Futsal-Regeln, bei Vereinsturnieren nach den Vorgaben des Landesverbands, manchmal mit lokalen Anpassungen.

    Typisch sind kurze Spielzeiten, viele Spiele hintereinander, schnelle Wechsel und klare Vorgaben für Aus, Fouls und Spielfortsetzungen. Hast du schon mal erlebt, dass ein Ball an die Hallendecke fliegt? Genau dafür braucht es eine eindeutige Regel.

    Die wichtigsten Hallenturnier-Regeln – einfach erklärt

    Spielform, Feld, Ball und Spielzeit

    So sieht der DFB-Rahmen für die Halle aus (Stand Saison 2026/27):

    AltersklasseSpielformFeld (ca.)ToreBallSpielzeit im Turnier
    Bambini2 gegen 215 × 10 mmax. 2 × 1,2 m (2 oder 4 Tore)Futsal-Ball light Gr. 35–7 Min.
    F-Jugend3 gegen 3 oder 4 gegen 420–30 × 15–20 m2 Tore max. 3 × 2 m oder 4 Tore max. 2 × 1,2 mFutsal-Ball light Gr. 310–12 Min.
    E-Jugend3 gegen 3, 4 gegen 4 oder 5 gegen 520–30 × 15–20 m, im 5 gegen 5: 40 × 20 mwie F, im 5 gegen 5: 3 × 2 mFutsal-Ball light Gr. 410–12 Min., im 5 gegen 5 bis 15 Min.

    Die Spielzeiten sind Bruttozeiten. Viele Verbände setzen den Rahmen leicht abweichend um, etwa der BFV in der E-Jugend mit 8–12 Minuten und optionaler Bande oder der NFV mit 5–7 Minuten (G) und 8–12 Minuten (F, E). Hallenmeisterschaften gibt es bis zur E-Jugend im 4 gegen 4 nicht; erst im 5 gegen 5 der E-Jugend sind Kreis- und Bezirksmeisterschaften optional. Eine kindgerechte Alternative ohne Tabelle beschreibt Hallenfestival statt Hallenturnier.

    Aus, Bande und Hallendecke

    • Seitenaus: Bambini bis E-Jugend spielen laut DFB einen flachen Einkick oder dribbeln ein, die Gegner halten 3 m Abstand. Einen Einwurf mit der Hand gibt es nur noch in einzelnen Hallenregelwerken.
    • Bande/Wand: In Verbandswettbewerben wird ohne Bande gespielt. Bei Vereinsturnieren gilt manchmal „Bande erlaubt“ (Ball bleibt im Spiel). Wie sich das Spiel mit Bande verändert, erklärt Bande im Hallenfußball: Regel & Spielprinzip.
    • Hallendecke: nach Futsal-Regeln Einkick für den Gegner an der Seitenlinie, möglichst nahe der Stelle unter dem Deckenkontakt; die OÖFV-Hallenregeln (Oberösterreich) sehen stattdessen einen Schiedsrichterball vor – maßgeblich ist die Turnierordnung.

    Anstoß, Freistoß und Strafstoß

    • Anstoß: Im Futsal halten die Gegner 3 m Abstand, ein Tor direkt aus dem Anstoß ist möglich. Im Kinderbereich gibt es eigene Formen, etwa den Fair-Play-Anstoß bei E- bis G-Jugend in den Hamburger Hallenrunden (Pass zum Gegner und zurück). Details findest du bei Anstoß und Seitenwahl erklärt.
    • Freistöße: Für Bambini bis E-Jugend sind laut DFB-Rahmen alle Freistöße indirekt (Tor zählt nur, wenn noch jemand den Ball berührt). Ab der D-Jugend gelten die Futsal-Regeln mit direkten und indirekten Freistößen. Hilfreich ist der Überblick in Freistoß - Regeln und Arten im Kinderfußball.
    • Strafstoß: Im Futsal von der 6-m-Marke. Bei Kindern gibt es den 6-m-Strafstoß erst im 5 gegen 5. Mehr dazu in Elfmeter - Das musst du wissen.

    Auswechslungen, Spielleitung und Fairplay

    • Fliegender Wechsel: Gewechselt wird jederzeit über die Wechselzone, ohne Spielunterbrechung. Bambini bis E-Jugend wechseln laut DFB-Rahmen spätestens nach 3 Minuten, je nach Spielform mit 2 bis 4 Rotationsspielern. Siehe auch: Auswechslungen im Kinderfußball. Wie du Wechsel und Spielzeiten über einen ganzen Turniertag fair verteilst, zeigt Hallenturnier-Coaching: Rotation & Einsatzzeiten.
    • Spielleitung: Von den Bambini bis zur E-Jugend sieht der DFB-Rahmen in der Halle weder Schiedsrichter noch Zeitnehmer vor; es gilt das Fair-Play-Prinzip, und die Kinder lösen Situationen selbst. In der D-Jugend leitet mindestens ein Schiedsrichter.
    • Fairplay-Regeln: Manche Turniere nutzen Fairplay-Punkte oder klare Ansagen zu Verhalten und Sprache.

    Bande, Einkick und Strafraum: Welches Regelwerk gilt wo?

    Ob mit Bande gespielt wird, wie der Einkick läuft und was rund ums Tor erlaubt ist, hängt in DACH vor allem am Regelwerk. Der schnelle Vergleich:

    RegelwerkBandeSeitenausRund ums Tor
    DFB-Futsal-Ordnung, Bambini bis E-Jugendneinflacher Einkick oder Eindribbeln, Gegner 3 m entfernt, keine SekundenregelTorspieler erst im 5 gegen 5, 6-m-Strafstoß ebenfalls erst im 5 gegen 5
    FIFA-Futsal-Regeln, ab D-JugendneinEinkick in 4 Sekunden, Gegner 5 m entfernt, kein direktes TorStrafraum aus 6-m-Viertelkreisen um die Pfosten, Strafstoß von der 6-m-Marke
    Private Turniere mit Bande (z. B. BFV Bayern, SWFV Südwest)erlaubt, mindestens 1 m hoch und fest verankertEinkick (BFV: 5 m Abstand, kein direktes Tor)Strafstoß aus 6 bzw. 9 m (BFV) oder 7 bzw. 9 m (SWFV), je nach Torgröße
    HFV-Hallenrunden (Hamburg)neinflach Einkicken oder Eindribbeln, kein direktes Toreigene HFV-Hallenregeln
    OÖFV-Hallenfußball (Oberösterreich)Linien oder HolzbandenEinwurf mit der Hand, auch der Eckstoß wird eingeworfenStrafraum als Halbkreis mit 7 m Radius, Strafstoß aus 7 m

    In der Schweiz laufen offizielle Futsal-Spiele nach den FIFA-Futsal-Regeln. In Österreich regeln die Landesverbände den Nachwuchs in der Halle selbst – in Oberösterreich zum Beispiel verbindlich über die OÖFV-Hallenregeln, die der Veranstalter nicht abändern darf.

    Bande: Zweikämpfe an der Wand

    Gilt „Bande im Spiel“, bleibt der Ball im Feld und das Spiel läuft weiter. An der Bande entstehen viele enge Duelle – Kinder lernen dort, den Körper zwischen Ball und Gegner zu bringen und trotzdem fair zu bleiben. Die FIFA-Futsal-Regeln kennen kein eigenes Grätschverbot, sie bewerten eine Grätsche wie jeden Zweikampf. Einzelne Hallenregelwerke verbieten das Grätschen ausdrücklich, etwa bei Hallenturnieren der Vereine in Hamburg (HFV) – auch das steht in der Ausschreibung.

    Einkick: so läuft er richtig

    • Der Ball liegt ruhig auf der Seitenlinie, an der Stelle, wo er das Feld verlassen hat.
    • Zeitlimit: Im Futsal ab der D-Jugend muss der Einkick binnen vier Sekunden ausgeführt sein; im DFB-Kinderbereich gibt es keine Sekundenregel.
    • Kein direktes Tor: Geht der Ball aus dem Einkick direkt ins gegnerische Tor, gibt es nach Futsal-Regeln Torabwurf.
    • Falscher oder zu langsamer Einkick: Er wird im Futsal nicht wiederholt, der Gegner bekommt den Einkick.

    Gerade in engen Hallen lohnt sich ein schneller Einkick, um den Gegner unsortiert zu erwischen: Ball hinlegen, kurz schauen, flach in den Fuß spielen.

    Strafraum statt Torraum

    Futsal kennt nur den Strafraum aus 6-m-Viertelkreisen, ein Betretungsverbot für Feldspieler gibt es dort nicht. Nach Toraus bringt der Torwart den Ball per Torabwurf mit der Hand ins Spiel. In Handballhallen dient häufig der Wurfkreis als Strafraum; die OÖFV-Hallenregeln erlauben das, wenn er 7 m vom Tor entfernt ist. Eine generelle „Torraum-Sperre“ für Feldspieler steht weder in den Futsal-Regeln noch in den gängigen Hallenrichtlinien der Verbände. Sperrt eine Turnierordnung den Torraum trotzdem, regelt sie auch die Folge – schau vor dem ersten Spiel kurz hin, welche Linie gilt.

    Beispiele aus dem Hallenturnier-Alltag

    • Ein Kind schießt den Ball an die Decke: Das Spiel wird unterbrochen, nach Futsal-Regeln gibt es einen Einkick für das andere Team.
    • Der Ball prallt von der Bande zurück ins Feld: Wenn „Bande erlaubt“ gilt, läuft das Spiel weiter – perfekt für schnelle Konter.
    • Ein Torwart wirft den Ball direkt bis vors gegnerische Tor: Nach FIFA-Futsal-Regeln ist das erlaubt, für Junioren dürfen Verbände den Abwurf über die Mittellinie aber verbieten. Dann gibt es indirekten Freistoß an der Stelle, wo der Ball die Mittellinie überquert.

    Was dein Kind zum Turnier mitnehmen sollte, steht in der Hallenturnier-Packliste für Spieler & Eltern.

    Verwandte Begriffe

    Häufig gestellte Fragen

    Nein. Futsal kennt kein Abseits, und auch die Hallenregeln der Landesverbände (z. B. SWFV oder OÖFV in Oberösterreich) heben die Abseitsregel auf. Maßgeblich bleibt die Turnierordnung des Veranstalters.

    Das Spiel wird unterbrochen. Nach den Futsal-Regeln bekommt der Gegner des Teams, das den Ball zuletzt berührt hat, einen Einkick an der Seitenlinie, möglichst nahe der Stelle unter dem Deckenkontakt. Manche Hallenregelwerke sehen stattdessen einen Schiedsrichterball vor – maßgeblich ist die Turnierordnung des Veranstalters.

    Fliegende Wechsel halten das Spieltempo hoch und sind bei kurzen Spielzeiten und vielen Partien pro Team besonders praktisch. Für Bambini bis E-Jugend schreibt der DFB-Rahmen vor, spätestens nach 3 Minuten zu wechseln – so kommen alle Kinder regelmäßig zum Einsatz.

    Bei Verbandswettbewerben der Bambini bis E-Jugend sieht die DFB-Futsal-Ordnung weder Schiedsrichter noch Zeitnehmer vor, es gilt das Fair-Play-Prinzip. Ab der D-Jugend leitet mindestens ein Schiedsrichter. Bei Vereinsturnieren legt der Veranstalter die Spielleitung fest.

    Nach den Futsal-Regeln nicht: Geht der Ball aus dem Einkick direkt ins gegnerische Tor, gibt es Torabwurf, landet er im eigenen Tor, gibt es Eckstoß. Auch die meisten Hallenordnungen, etwa in Bayern oder Hamburg, schließen ein direktes Tor aus. Entscheidend ist die jeweilige Turnierregel.

    Nach den FIFA-Futsal-Regeln ja: Futsal kennt nur den Strafraum, und ein Betretungsverbot für Feldspieler gibt es weder dort noch in den gängigen Hallenrichtlinien der Verbände. Sperrt eine einzelne Turnierordnung den Torraum, legt sie auch die Folge eines Verstoßes fest – frag vor dem ersten Spiel bei der Turnierleitung nach.

    Ähnliche Begriffe im Lexikon

    Hallenturnier Regeln
    Kinderfußball Halle
    Hallenfußball
    Hallenregeln Kinder
    Futsal Regeln Kinder