Fußballregeln

    Kinder als Schiris im Training: 10 Fair-Play-Regeln (U8–U13)

    Kinder als Schiris stärken Fairness und Verantwortung im Fußball. Diese Checkliste zeigt 10 leicht umsetzbare Fair-Play-Regeln plus praktische Kleinfeld-Tipps für U8–U13.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 26. Okt. 2026 · 4 Min.
    KI-generiertes Symbolbild

    Kinder als Schiris im Kleinfeld (U8–U13) sind mehr als „nur“ Regelhüter: Sie lernen Verantwortung, Kommunikation und Fairness – und das ganze Team profitiert. Damit das klappt, braucht es einfache, klare Fair-Play-Regeln für Kinder, die auch in hektischen Spielsituationen funktionieren. Du willst, dass dein Kind sicher pfeift, ohne Angst vor Fehlern? Dann nutze diese Checkliste als Leitfaden für Minifußball-Schiedsrichter und als Orientierung für Trainer, Eltern und Teams.

    Wo Kinder überhaupt pfeifen

    SituationWer leitet das Spiel?
    Training, Vereinsturnierein Kind als Schiri auf Zeit – ideal zum Üben
    G- und F-Jugend (DE)kein Schiedsrichter: Die Kinder entscheiden gemeinsam, Trainer moderieren
    E-Jugend (DE)je nach Landesverband ohne (z. B. Mittelrhein, Sachsen, Westfalen) oder mit Schiedsrichter (z. B. Bremen, Saarland, Württemberg)
    Offizieller Schiedsrichter (DE)Ausbildung ab 12 Jahren, in einigen Landesverbänden ab 14
    ÖsterreichU6–U10 ohne; U11/U12 Schiedsrichter, die keine Verbandsschiedsrichter sein müssen
    SchweizG, F, E ohne; D-7 und D-9 mit Mini-Schiedsrichter

    Merke: Die Checkliste gilt für jedes Kind, das ein Spiel leitet. Welche Spielleitung im Wettbewerb vorgesehen ist, steht in der Ausschreibung. Wie Spiele ganz ohne Schiri laufen, erklärt Kinderfußball ohne Schiedsrichter.

    Warum Fair-Play-Regeln für Kinder-Schiris so wichtig sind

    Im Kinderfußball geht es um Entwicklung. Ein junger Schiri darf Fehler machen – entscheidend ist, wie er entscheidet und wie alle Beteiligten damit umgehen. Gerade bei den Regeln für Kinder-Schiris zählt: ruhig bleiben, klar sprechen, freundlich auftreten.

    Checkliste: 10 Fair-Play-Regeln für Spiele (U8–U13)

    1. ☐ Pfeif nur, was du wirklich gesehen hast

      • Vermutungen führen zu Diskussionen. Wenn du unsicher bist: lieber weiterspielen lassen.
    2. ☐ Erkläre Entscheidungen kurz und kindgerecht

      • Ein Satz reicht: „Ball war im Aus“ oder „Foul, weil geschubst“.
    3. ☐ Bleib neutral – egal, wer dein Freund ist

      • Als Schiri gilt: gleich behandeln, gleiche Maßstäbe, keine Sonderregeln.
    4. ☐ Nutze klare Handzeichen und eine deutliche Stimme

      • Zeig mit ausgestrecktem Arm die Richtung, in die es weitergeht. Den erhobenen Arm für den indirekten Freistoß brauchst du nur, wenn ihr so spielt. Die Gesten im Überblick: Schiedsrichterzeichen.
    5. ☐ Lass Vorteil laufen, wenn es fair ist

      • Das gefoulte Team bleibt im Ballbesitz und spielt weiter. Bei U8–U10 lieber sparsam nutzen.
    6. ☐ Stoppe sofort bei gefährlichem Spiel

      • Hohes Bein, Rempler von hinten, Kopf-/Gesichtsbereich: sofort unterbrechen. Wurde ein Kind am Kopf getroffen, holst du einen Erwachsenen. Bei Verdacht auf Gehirnerschütterung gilt: im Zweifel raus. Mehr dazu in Kopfball im Jugendfußball: Regeln DFB/ÖFB/SFV.
    7. ☐ Regle Standards einfach und konsequent

      • Gleiche Abläufe, gleiche Abstände. In den DFB-Festivalformen (2 gegen 2 bis 5 gegen 5) gibt es keinen Einwurf: Eingedribbelt oder eingepasst wird, der Gegner hält 3 m Abstand. Nach DFB-Rahmen kommt der Einwurf erst im 7 gegen 7, Bayern verzichtet sogar dort darauf. Basics: Freistoß-Regeln im Kinderfußball und Einkick statt Einwurf.
    8. ☐ Keine Diskussionen – aber respektvolle Kommunikation

    9. ☐ Sei fair bei Strafen: erst erklären, dann handeln

      • Karten spielen kaum eine Rolle: In der Schweiz gibt es in G, F und E keine Strafen, in Württemberg in der E-Jugend keine Karten. Erst ermahnen („Stopp, nicht schubsen“), dann Freistoß. Wiederholt sich unfaires Verhalten, übernimmt der Trainer.
    10. ☐ Nach dem Spiel: kurzer Fair-Play-Check

    • Handschlag, „Alles okay?“, ein positives Schlusswort. Den Handschlag zu Beginn und am Ende empfiehlt der DFB als festes Ritual.

    So übst du die Schiri-Rolle im Training

    1. Vor dem Abschlussspiel eine Aufgabe festlegen, etwa nur Aus und Foul.
    2. Jedes Kind leitet fünf Minuten, dann wechselt die Rolle.
    3. Du stehst nah am Feld und fragst danach: „Was war schwer zu sehen?“

    Wer dabeibleiben will: Ab wann die Ausbildung möglich ist, steht in Schiedsrichter werden als Jugendlicher.

    Kleinfeld-Schiri-Tipps: So wird’s leichter

    • Positionierung: Lauf diagonal zum Spiel, damit du Zweikämpfe siehst.
    • Ruhige Körpersprache: Schultern locker, Blick hoch – das wirkt souverän.
    • Regeln vorher klären: Spielmodus, Ausbälle, Abstände, Turnierregeln. Bei Unklarheiten vor Anpfiff fragen.
    • Abseits? Bis zur E-Jugend spielen fast alle deutschen Landesverbände ohne (Ausnahme Saarland), in der D-Jugend entscheidet der Verband. In Österreich gilt Abseits ab U11, in der Schweiz ab Kategorie D ab der Mittellinie. Erklärhilfe: Abseits einfach erklärt für Kinder.

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    Häufig gestellte Fragen

    Fehler gehören im U8–U13-Bereich dazu. Entscheidend ist, dass das Umfeld ruhig bleibt, nicht diskutiert und das Spiel weiterläuft. Nach dem Spiel kann kurz reflektiert werden, welche Situation schwer zu sehen war und wie man sich künftig besser positioniert. So bleibt der Lernfaktor hoch und der Druck niedrig.

    Nein, das sollte vermieden werden. Zurufe erhöhen den Stress, wirken parteiisch und führen schnell zu Unruhe. Besser: ein klarer Fair-Play-Rahmen im Verein („Anfeuern ja, Coaching und Schiri-Kommentare nein“). So kann der junge Schiri mutig entscheiden.

    Am wichtigsten sind Sicherheit (gefährliches Spiel sofort stoppen), einfache und konsequente Spielfortsetzungen (Seitenaus, Abstoß, Eckball, Freistoß) sowie respektvolle Kommunikation. Ob nach dem Seitenaus eingeworfen oder eingedribbelt wird, legt die Spielform fest: In den DFB-Festivalformen bis 5 gegen 5 gibt es keinen Einwurf.

    In Deutschland legt die DFB-Schiedsrichterordnung das Mindestalter auf 12 Jahre fest, einige Landesverbände bilden erst ab 14 aus. In der Schweiz liegt es je nach Region bei 15 oder 16 Jahren. Davor sammeln Kinder Erfahrung am besten als Schiri im Training oder bei Vereinsturnieren.

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