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    Kindgerechtes Konditionstraining

    „Turbo-Inseln“ ist ein spielerisches Konditionstraining für Kinder im Fußball mit vielen Ballkontakten, kurzen Sprints und Richtungswechseln. Die Übung ist ideal für Anfänger und lässt sich leicht an Altersgruppen anpassen.

    Tobias Brenner
    21. Nov. 2025
    Aktualisiert: 12. Jan. 2026
    4 Min.
    15 Min4-12 Spieler18x18m
    Hütchen, Bälle, Leibchen, Minitore, Stangentore

    Konditionstraining im Fußball muss für Kinder nicht nach „Runden laufen“ klingen. Viel effektiver (und deutlich motivierender) ist ein Spiel, das viele kurze Aktionen, Richtungswechsel und Ballkontakte verbindet. Genau darauf zielt diese Anfänger-Übung ab: kindgerecht, variabel und mit klaren Coaching-Punkten.

    Übungsname: „Turbo-Inseln“ – kindgerechtes Konditionstraining mit Ball

    Ziel der Übung

    „Turbo-Inseln“ verbessert die fußballspezifische Kondition (viele kurze Sprints, Stop-and-Go, schnelle Erholung) und schult gleichzeitig Koordination und Ballkontrolle. Kinder lernen, Tempo zu variieren: Wann lohnt sich ein Sprint? Wann ist ruhiges Dribbling sinnvoll? Und wie bleibt der Kopf oben, wenn es anstrengend wird?

    Bonus: Du kannst die Übung leicht mit einem Abschluss verbinden – passend zu unserem Beitrag Torschuss aus der Bewegung.

    Organisation: Material, Spieleranzahl, Dauer

    Benötigte Materialien

    • 12–20 Hütchen (für Inseln und Markierungen)
    • 1 Ball pro Kind (ideal), mindestens 1 Ball pro 2 Kinder
    • 2–4 Leibchen (für Fänger/Teams)
    • Optional: 2 Minitore oder 2 Stangentore

    Spieleranzahl

    • Min: 4
    • Max: 12 (bei mehr Kindern zwei Felder aufbauen)

    Dauer

    • 15 Minuten (3–4 Durchgänge à 2–3 Minuten + kurze Trinkpause/Feedback)

    Aufbau

    • Markiere ein Quadrat von ca. 18 x 18 m (U7/U8 eher 15 x 15 m, U11 eher 20 x 20 m).
    • Lege im Feld 4–6 kleine „Inseln“ aus je 3–4 Hütchen (Kreise/Minizonen mit ca. 1 m Durchmesser).
    • Jedes Kind startet mit Ball im Feld.

    Schritt-für-Schritt Anleitung

    1. Startsignal: Alle Kinder dribbeln frei im Feld. Aufgabe: Kopf hoch, keine Kollisionen, viele kleine Ballkontakte.
    2. Trainer-Ruf „Insel!“: Jedes Kind sucht sich schnell eine freie Insel und stoppt den Ball kontrolliert in der Insel (Sohle oder Innenseite). Wer keine Insel findet, macht 3 schnelle Ballkontakte am Platz (z. B. „Tick-Tack“) und sucht dann eine Insel.
    3. Trainer-Ruf „Turbo!“: Alle verlassen die Insel und dribbeln im Sprint-Tempo 5–8 Sekunden (kurze, schnelle Kontakte). Danach automatisch zurück ins lockere Dribbling.
    4. Trainer-Ruf „Richtungswechsel!“: Alle führen einen klaren Richtungswechsel aus (z. B. Außenrist-Haken oder Sohlenzieher) und dribbeln weiter.
    5. Fänger hinzufügen (optional ab Durchgang 2): 1–2 Kinder ohne Ball sind „Fänger“. Wird ein Dribbler berührt, muss er sofort zur nächsten Insel und dort 3 Sekunden „auftanken“ (Ball ruhig halten), dann geht’s weiter.
    6. Punktmodus (ab Durchgang 3): Wer bei „Insel!“ als einer der Ersten sauber stoppt (Ball liegt komplett in der Insel), bekommt 1 Punkt. Nach 2–3 Minuten kurze Pause, Punkte zählen.

    Variationen für verschiedene Altersgruppen

    U6/U7 (ganz leicht, maximal spielerisch)

    • Größeres Feld, weniger Inseln (4 Stück), keine Fänger.
    • Kommandos reduzieren: nur „Insel“ und „Turbo“.
    • Zusatzspaß: Bei „Turbo“ dribbeln alle zu einer farbigen Insel („zur roten Insel!“).

    U8/U9 (Beginner mit mehr Fußballbezug)

    • 1 Fänger mit Leibchen, Fänger wechseln jede Minute.
    • Pflicht-Finte bei „Richtungswechsel“ (Haken, Übersteiger antäuschen).
    • Wettbewerb: „Wie viele Inselstopps schaffst du in 2 Minuten?“

    U10/U11 (anspruchsvoller, aber weiterhin kindgerecht)

    • 2 Fänger, Dribbler dürfen sich durch Abschirmung schützen.
    • Inseln werden kleiner, dafür mehr Richtungswechsel.
    • Optionaler Abschluss: Nach „Turbo“ dribbeln zur Torzone und Abschluss wie im Torschuss aus der Bewegung.

    Coaching-Tipps (damit Konditionstraining wirklich kindgerecht bleibt)

    • Kurze Belastung, kurze Pause: Kinder profitieren von Intervallen. 2–3 Minuten Vollgas reichen völlig.
    • Fokus auf Qualität vor Quantität: Lieber saubere Ballführung als „blindes Rennen“.
    • Kopf hoch coachen: „Sieh erst, dann dribble!“ – das verhindert Zusammenstöße und verbessert Spielintelligenz.
    • Positive Trigger-Wörter: „Turbo“ motiviert mehr als „Sprint“.
    • Achte auf passende Ausrüstung: Schnürsenkel zu, Schienbeinschoner, Ballgröße. Hilfreich ist die Checkliste: Die erste Fußballausrüstung für Kinder.

    Häufige Fehler – und schnelle Lösungen

    • Kinder rennen ohne Ballkontrolle: Kontaktzahl erhöhen („mindestens 3 Kontakte pro Meter“).
    • Insel wird „reingerutscht“: klares Stoppen mit Sohle/Innenseite vormachen.
    • Zu viel Chaos: Feld vergrößern oder Inselanzahl erhöhen.

    FAQ

    Wie oft sollten Kinder Konditionstraining im Fußball machen?

    Kinder brauchen selten „extra“ Konditionseinheiten. In 1–2 Trainingseinheiten pro Woche reichen spielförmige Inhalte wie „Turbo-Inseln“, weil sie Ausdauer, Schnelligkeit und Koordination gleichzeitig fördern.

    Ist Sprinttraining für Kinder im Anfängerbereich sinnvoll?

    Ja, wenn es kurz, spielerisch und mit Technik kombiniert wird. Kurze Sprints von 5–8 Sekunden mit Ball sind kindgerecht und passen zur Belastung im Fußball (Stop-and-Go statt Dauerlauf).

    Was tun, wenn Kinder schnell müde werden oder die Motivation sinkt?

    Arbeite mit kurzen Durchgängen, vielen Erfolgserlebnissen und kleinen Wettbewerben. Plane Trinkpausen fest ein und variiere Aufgaben (Finten, Insel-Farben, Punkte sammeln), damit die Intensität hoch bleibt, ohne zu überfordern.

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    Häufig gestellte Fragen

    Konditionstraining
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    Kondition mit Ball