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    Kopfballtraining U12+: 6 sichere Technik-Drills

    Diese 6 Technik-Drills helfen deinem Team ab U12, Kopfballtraining sicher und kontrolliert aufzubauen. Mit Hand-Zuspielen, Zielzonen und klaren Coaching-Punkten steht Technik vor Härte.

    Tobias Brenner
    13. Jan. 2026
    Aktualisiert: 19. Jan. 2026
    5 Min.

    Kopfballtraining im Kinder- und Jugendfußball ist ab U12+ vor allem eins: Technik vor Wucht. Wenn dein Team lernt, den Ball sauber mit der Stirn zu treffen, den Körper stabil zu halten und den Kopfball aktiv zu „führen“, entsteht Sicherheit – und Sicherheit reduziert Risiko. Die folgenden 6 Drills sind bewusst beginner-freundlich aufgebaut und setzen auf kontrollierte Zuspiele statt harter Flanken.

    Wichtig: Achte auf Vereins- und Verbandsvorgaben sowie auf den Gesundheitszustand der Kinder. Bei Unsicherheit lieber mehr Technik ohne Ballkontakt (Timing, Sprung, Rumpfspannung) einbauen.

    Übungsname & Ziel

    Übungsname: Kopfballtraining U12+: 6 sichere Technik-Drills

    Ziel:

    • sicher Kopfball lernen (Stirn-Treffpunkt, Nacken stabil, Körperspannung)
    • Kopfballtechnik U12: Timing beim Absprung und kontrollierte Richtungsgebung
    • Anwendung in Spielsituationen wie Klärung und kontrolliertes Zuspiel

    Material, Spieleranzahl, Dauer

    Material:

    • 6–10 Hütchen (für Stationen/Zonen)
    • 2–4 weiche Trainingsbälle (leichter/„soft“ empfohlen)
    • 2 kleine Tore oder 2 Zielzonen (alternativ Hütchentore)

    Spieleranzahl: min. 2, ideal 6–12, max. 16 (Stationsbetrieb)

    Dauer: 20–30 Minuten (plus optional 10 Minuten Spielform)

    Feldgröße: ca. 15x20 m (für 2–3 Stationen parallel)

    Schritt-für-Schritt Anleitung (6 Technik-Drills)

    Organisiere die Drills als Stationstraining (2–3 Stationen parallel) oder nacheinander als Technikblock. Pro Drill reichen 3–5 Minuten.

    Drill 1: „Stirn-Finder“ (Treffpunkt & Nacken stabil)

    1. Partner stehen sich in 2–3 m gegenüber.
    2. Spieler A hält den Ball mit beiden Händen vor die Stirn von Spieler B (kein Wurf!).
    3. Spieler B drückt den Ball kontrolliert mit der Stirn nach vorn (wie ein „Nicken nach vorne“, nicht nach unten).
    4. 6–8 Wiederholungen, dann Rollenwechsel.

    Drill 2: „Hand-Zuspiel – Kopf zurück“ (Kontrolle statt Härte)

    1. Partnerabstand 3–5 m.
    2. Spieler A wirft den Ball sanft auf Stirnhöhe.
    3. Spieler B trifft mit der Stirn und köpft gezielt zurück in die Hände von A.
    4. Ziel: 5 saubere Rückgaben am Stück, dann wechseln.

    Drill 3: „Zielköpfen in Zonen“ (Richtung geben)

    1. Markiere vor dem Kopfballspieler 2–3 Zielzonen mit Hütchen (links/mitte/rechts).
    2. Zuspiel per Handwurf auf Stirnhöhe.
    3. Kopfballspieler köpft bewusst in die angesagte Zone.
    4. Nach 6–10 Bällen Position tauschen.

    Drill 4: „Absprung & Landung“ (Timing ohne Risiko)

    1. Ohne Ball: Spieler laufen 5 m an, springen beidbeinig/leicht versetzt ab und landen stabil.
    2. Danach mit Ball: Trainer/Partner hält den Ball ruhig auf Stirnhöhe – Spieler springt an und „drückt“ den Ball mit der Stirn nach vorn.
    3. Fokus: Körperspannung und sichere Landung (Knie leicht gebeugt).

    Drill 5: „Klär-Kopfball nach hinten raus“ (defensives Prinzip)

    1. Markiere eine „Gefahrenzone“ (z. B. 6x6 m) und dahinter eine „Sicherheitszone“.
    2. Zuspiel per Handwurf leicht von vorn.
    3. Spieler köpft den Ball hoch und weg in die Sicherheitszone (nicht nach innen!).
    4. Nach jedem Kopfball rückt der nächste Spieler nach.

    Tipp zur Einordnung: Genau diese Entscheidungslogik hilft auch beim Thema Standards – passend dazu: Eckball verteidigen: einfache Regeln & Aufgaben (U10+).

    Drill 6: „Kopfball + 1. Kontakt“ (Kopfball als Vorbereitung)

    1. Spieler A wirft sanft auf Spieler B.
    2. Spieler B köpft gezielt vor sich in den Lauf (1–2 m).
    3. Direkt danach nimmt B den Ball am Boden mit dem ersten Kontakt sauber mit und passt zurück.
    4. 6 Wiederholungen, dann wechseln.

    Wenn dein Team beim ersten Kontakt noch unsauber ist, hilft ergänzend ein Technikblock aus unserem Guide: Ballkontrolle 1. Kontakt: 10 Mini-Spiele (U7–U11) – viele Inhalte lassen sich für U12+ einfach anspruchsvoller gestalten.

    Variationen für verschiedene Altersgruppen

    U12 (Beginner)

    • Nur Hand-Zuspiele (keine Flanken)
    • Kürzere Distanzen (2–4 m)
    • Ziel: 3–5 saubere Kontakte statt viele Wiederholungen

    U13–U15

    • Distanz erhöhen (5–7 m), Zuspiel leicht seitlich
    • Zusatzaufgabe: Nach dem Kopfball sofort Freilaufen und neuen Winkel anbieten
    • Drill 6 als kleiner Wettbewerb: Wer schafft 5-mal Kopfball in den Lauf + sauberer Pass?

    Leistungsstärker (U14+)

    • Kopfball nach „Call“: Trainer ruft „links/rechts/mitte“ spät an
    • Leichter Gegnerdruck: Passiver Verteidiger stört Raum, ohne zu springen

    Coaching-Tipps (sicher & effektiv)

    • Treffpunkt: Stirn (harte Fläche), nicht Scheitel oder Nase. „Stirn zeigt zum Ball.“
    • Nacken stabil: Kein „Wegducken“. Kinn leicht zur Brust, Nacken fest.
    • Rumpfspannung: Bauch und Rücken aktiv – der Kopfball kommt aus dem ganzen Körper, nicht nur aus dem Hals.
    • Augen offen, mutig zum Ball: Kinder sollen den Ball „sehen“ und aktiv attackieren.
    • Qualität vor Quantität: Lieber 6 perfekte Wiederholungen als 20 unsaubere.

    Du willst den Übergang zur Spielform? Baue danach 10 Minuten „3 gegen 3 + Flügelzone“ ein, aber mit Regel: Flanken nur als weiches Chip-Zuspiel oder Hand-Einwurf vom Trainer. Für offensive Anschlussaktionen passt auch: Torschuss aus der Bewegung.

    FAQ

    Wie oft sollte Kopfballtraining für Kinder ab U12 stattfinden?

    1 kurzer Block pro Woche (10–20 Minuten) reicht meist aus. Entscheidend ist regelmäßige Technikschulung mit weichen Zuspielen statt seltene, harte Wiederholungen.

    Welche Bälle eignen sich, um sicher Kopfball zu üben?

    Am besten eignen sich leichtere oder weichere Trainingsbälle. Sie geben Kindern mehr Sicherheit, reduzieren Schmerzreize und fördern saubere Technik, bevor Tempo und Distanz steigen.

    Was sind die häufigsten Fehler bei der Kopfballtechnik U12?

    Typisch sind: Wegdrehen/ Augen schließen, Treffer am Scheitel, fehlende Körperspannung und „nur aus dem Hals köpfen“. Korrigiere zuerst den Stirn-Treffpunkt und die stabile Kopf-Hals-Position, dann erst Timing und Richtung.

    Häufig gestellte Fragen

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