Angreifen

    Kreuzen im Fußball: Begriff einfach erklärt (U10+)

    Kreuzen (Kreuzlauf) sind überkreuzte Laufwege im Angriff, die Zuordnungen sprengen und Räume öffnen. Hier findest du eine einfache Erklärung, typische Beispiele für U10/U11 und häufige Fehler mit schnellen Korrekturen.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 26. Okt. 2026 · 6 Min.
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    Abb. 1 · Kreuzen auf dem Flügel: A dribbelt von außen nach innen, B kommt aus dem Zentrum und kreuzt seinen Weg Richtung Seitenlinie. A kann in den Lauf von B passen oder den Laufweg als Ablenkung nutzen und weiter nach innen ziehen.

    Kreuzen (auch Kreuzlauf) bedeutet im Fußball, dass zwei Angreifer ihre Laufwege bewusst überkreuzen, um Gegenspieler zu verwirren und Räume für einen Pass oder Dribbling zu öffnen.

    Was heißt „Kreuzen“ im Fußball?

    Beim Kreuzen im Fußball laufen zwei Spieler (manchmal auch drei) so, dass sie sich kurz „schneiden“: Spieler A startet z. B. geradeaus oder diagonal, Spieler B kommt aus einer anderen Richtung und läuft hinter oder vor A in den frei werdenden Raum. Ziel ist nicht, zusammenzustoßen – sondern Zuordnungen in der Abwehr zu knacken. Wer übernimmt wen? Wer bleibt in der Zone? Genau dieser Moment sorgt oft für eine kleine Unsicherheit.

    Gerade im Kinderfußball (U10/U11) ist Kreuzen eine einfache, spielnahe Lösung, um ohne komplizierte Taktik Überzahl oder Zeit am Ball zu gewinnen. Wichtig: Kreuzen ist kein Trick um des Tricks willen – es ist ein Laufweg, der eine klare Anschlussaktion braucht (Pass, Dribbling oder Abschluss).

    Merke: Beim Kreuzen schneiden sich die Laufwege zweier Angreifer. Beim Hinterlaufen läuft dagegen ein Mitspieler am Ballführenden vorbei, ohne dass sich die Wege kreuzen müssen. Beide Mittel zielen auf dasselbe: Der Verteidiger muss sich entscheiden, wen er nimmt.

    Ab welchem Alter? Kreuzen altersgerecht einordnen

    AltersstufeEinordnungSo setzt du Kreuzen um
    G- und F-Jugend (bis U9)Spielalter, Dribbling und Torschuss vor dem Passspiel, keine festen Positionen.Keine Laufweg-Vorgaben. Höchstens die Spielaufgabe „Lauf hinter deinem Mitspieler vorbei auf die andere Seite“.
    E-Jugend (U10/U11)Übergang zum Lernalter, taktische Grundregeln für Raumorientierung.Einfache Kreuzläufe zu zweit in kleinen Spielformen, mit fester Anschlussaktion.
    D-Jugend (U12/U13)Gruppentaktische Grundlagen für das Spielen im Raum.Kreuzen gezielt im letzten Drittel, auch mit zwei Stürmern, siehe Kreuzen im Angriff: Laufwege für 2 Stürmer.

    Warum funktioniert Kreuzen so gut (besonders U10+)?

    Kinder verteidigen häufig mannorientiert: „Ich decke meinen Spieler.“ Wenn jetzt zwei Angreifer kreuzen, entstehen typische Effekte:

    • Verwirrung in der Zuordnung: Beide Verteidiger reagieren kurz gleichzeitig auf denselben Spieler.
    • Freier Raum: Einer der Angreifer wird kurz frei – perfekt für den Steckpass.
    • Besserer Winkel: Der Ballführende bekommt eine neue Passlinie nach innen oder nach außen.

    Frag dich als Trainer oder Elternteil: Sieht dein Kind oft nur „geradeaus“? Dann hilft Kreuzen, um seitliche und diagonale Laufwege zu lernen.

    Beispiele aus dem Kinderfußball (U10/U11)

    Beispiel 1: Kreuzen im Zentrum

    • Spieler A dribbelt zentral an.
    • Spieler B startet neben ihm und kreuzt vor A nach links.
    • A spielt den Pass in den Lauf von B.
    AB12
    Schritt 0 / 2
    Abb. 2 · Beispiel 1, Kreuzen im Zentrum: A dribbelt an, B startet neben ihm und kreuzt vor A nach links (1) — A spielt den Pass in den Lauf von B (2).
    Eigenes TeamGegnerBallPassLaufwegSchritt-Reihenfolge

    Coaching-Punkt: Timing. B startet nicht zu früh, sonst ist der Passweg zu und die Abwehr kann sich sortieren.

    Beispiel 2: Kreuzen auf dem Flügel (Außenbahn)

    • Außen Spieler A hat den Ball.
    • Spieler B (aus dem Zentrum) kreuzt Richtung Außenlinie.
    • A passt in den Lauf oder nutzt den Laufweg als Ablenkung und dribbelt nach innen.

    Wenn danach ein Abschluss folgt, passt das super zu unserem Beitrag über Torschuss aus der Bewegung.

    Beispiel 3: Kreuzen als Vorbereitung für den Abschluss

    Nach einem Kreuzlauf entsteht oft ein freier Korridor Richtung Tor. Dann lohnt es sich, an der Genauigkeit zu arbeiten – zum Beispiel mit den Ideen aus Schusspräzision in der Halle: 8 Zielspiele (U8–U13).

    Typische Fehler – und wie du sie einfach korrigierst

    • Zu eng kreuzen: Kinder laufen fast zusammen. Lösung: „Armlänge Abstand“ als Regel.
    • Ohne Anschlussaktion: Laufweg ist gut, aber niemand spielt den Pass. Lösung: Vorher festlegen: „Nach dem Kreuzen kommt ein Pass oder Dribbling.“
    • Zu früh starten: Der Passweg ist noch nicht offen. Lösung: Startsignal: „Wenn der Ballführende den Kopf hebt.“
    • Beide schauen nur auf den Ball: Wer kreuzt, verliert den Gegner aus dem Blick. Lösung: Vor dem Start kurz über die Schulter schauen, wo der Verteidiger steht.

    So übst du Kreuzen im Training

    • 3 gegen 2 auf ein Tor: Zwei Angreifer kreuzen vor dem Ballführenden, der entscheidet: Pass in den Lauf oder selbst durch die entstandene Lücke. Mehr Entscheidungen im Überzahlspiel zeigt Angreifen im 3 gegen 2: Laufwege & Entscheidungen.
    • Bonusregel: Ein Tor nach einem Kreuzlauf zählt doppelt.
    • Kurz coachen: Ein Satz pro Pause („Wer läuft vorne, wer hinten?“), dann wieder spielen.

    Verwandte Begriffe (kurz erklärt)

    • Steckpass: Umgangssprachlich für den Schnittstellenpass, also den Pass durch die Lücke zwischen zwei Verteidigern in den Lauf eines Mitspielers (oft die Belohnung nach dem Kreuzen), siehe Schnittstellenpass einfach erklärt.
    • Doppelpass: Ein Spieler passt, läuft sich am Gegner vorbei frei und bekommt den Ball zurück, siehe Wandpass: Doppelpass-Technik erklärt.
    • Abseits: Beim Kreuzen in Tornähe wichtig, wo mit Abseits gespielt wird. In den Minitor-Formen bis zur E-Jugend gibt es kein Abseits, im 7 gegen 7 der E-Jugend entscheidet der Landesverband – schau dazu in Abseits einfach erklärt für Kinder.

    Häufig gestellte Fragen

    Kreuzen beschreibt vor allem Laufwege ohne Ball, die Verteidiger binden und Passlinien öffnen. Ein Doppelpass ist eine konkrete Passkombination (hin und zurück), um an einem Gegner vorbeizukommen.

    Als bewusster Laufweg ab der E-Jugend (U10/U11), wenn Raumorientierung zum Ausbildungsziel wird; gezielt im letzten Drittel ab der D-Jugend. In der G- und F-Jugend gibt es keine festen Stürmer, dort reicht eine spielerische Aufgabe ohne taktische Details.

    Häufig sind die Laufwege zu eng, der Start ist zu früh oder es fehlt die Anschlussaktion. Hilfreich sind einfache Regeln wie „Armlänge Abstand“, Start erst beim Kopfheben des Ballführenden und die klare Vorgabe: Nach dem Kreuzen folgt Pass oder Dribbling.

    Ähnliche Begriffe im Lexikon

    Übungen zu "Kreuzen"

    Diese Übungen wenden den Begriff praktisch an

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