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    Präzisionspässe über 30m: 5 Trainingsformen (U18/U19)

    Diese Übung verbessert Präzisionspässe über 30 Meter mit fünf aufeinander aufbauenden Trainingsformen – von Technik ohne Gegner bis spielnahem Pass plus Abschluss. Ideal für U18/U19 und auch für jüngere Jahrgänge skalierbar.

    Tobias Brenner
    25. Jan. 2026
    Aktualisiert: 25. Jan. 2026
    5 Min.

    Präzisionspässe über 30 Meter entscheiden in der U18/U19 oft darüber, ob ein Angriff Tempo bekommt oder im Gegnerdruck stecken bleibt. Genau hier setzt diese Trainingsform an: Du schulst saubere Technik, richtige Flugkurve und Timing – erst ohne, dann mit Gegnerdruck. Warum? Weil ein 30m-Pass nicht „nur weit“ sein darf, sondern ankommen muss.

    Übungsname & Ziel

    Übungsname: 30m-Pass-Parcours – 5 Trainingsformen für Präzision

    Ziel:

    • Präzisionspässe über 30m mit Innenrist/Spann stabilisieren
    • Ballmitnahme und Anschlussaktion (Dribbling/Pass/Torschuss) verbessern
    • Entscheidungsfähigkeit: Wann flach, wann halbhoch, wann diagonal?

    Material, Spieleranzahl, Dauer

    Benötigtes Material:

    • 8–12 Markierungshütchen (für Start-/Zielzonen und Korridore)
    • 2–4 Stangentore oder 2–4 Minihürden (als „Passfenster“)
    • 6–10 Bälle (damit der Rhythmus hoch bleibt)
    • 2 Minitore oder 1 Großtor (optional für Abschlussform)

    Spieleranzahl: 6–20 (optimal 10–16)

    Dauer: 20–30 Minuten (als Hauptteil)

    Feldgröße: ca. 35 x 25m (zwei 30m-Linien plus Sicherheitszone)

    Aufbau (kurz)

    • Markiere zwei Stationen A und B mit 30m Abstand.
    • Lege zwischen A und B einen Passkorridor (ca. 6–8m breit) mit Hütchen.
    • Platziere auf ca. 15m ein Passfenster (Stangentor/Minihürde), durch das der Ball gespielt werden soll.
    • Optional: Hinter Station B eine Abschlusszone mit Tor/Minitoren.

    Schritt-für-Schritt Anleitung (5 Trainingsformen)

    1) Technik-Reset: 30m-Pass in den Korridor (ohne Gegner)

    1. Spieler bilden Paare: je ein Spieler an A und B.
    2. Spieler A spielt einen 30m-Pass durch den Korridor zu B.
    3. Spieler B nimmt in offener Stellung mit (1. Kontakt seitlich), legt sich den Ball in den Raum und passt zurück.
    4. Nach 6–8 Pässen: Seitenwechsel (Innenrist/Spann variieren).

    Ziel: Grundtechnik, Passschärfe, saubere Mitnahme.

    2) Zielzone treffen: Punkte-Passen

    1. Hinter Spieler B markierst du drei Zielzonen (links/mitte/rechts, je 3–4m breit).
    2. Spieler A bekommt vor jedem Pass ein Kommando: „links“, „mitte“ oder „rechts“.
    3. Treffer in die Zone = 1 Punkt, direkt in den Fuß = Bonuspunkt.
    4. Nach 2 Minuten: Rollen tauschen.

    Frage an dich als Trainer: Kommt der Pass dahin, wo der Mitspieler hinlaufen will – oder nur „ungefähr nach vorne“?

    3) Passfenster: Flach oder halbhoch?

    1. Stelle auf halber Strecke ein Stangentor/Minihürde als Passfenster auf.
    2. Spieler A muss den Ball flach oder halbhoch durch das Fenster spielen (du gibst das Signal).
    3. Spieler B darf den ersten Kontakt nicht stoppen, sondern muss mitnehmen in die Vorwärtsbewegung.
    4. Nach 5 Pässen Wechsel der Passart.

    Ziel: Flugkurve steuern, Ballgewicht anpassen.

    4) Gegnerdruck light: 2-gegen-1 im Passkorridor

    1. Zwei Spieler (Angreifer) starten an A, ein Verteidiger steht im Korridor.
    2. Aufgabe: Ball zirkulieren und den 30m-Pass zu B spielen, ohne dass der Verteidiger abfängt.
    3. Verteidiger darf nur im Korridor verteidigen (klarer Raum, klare Aufgabe).
    4. Nach Ballgewinn oder erfolgreichem Pass: Verteidigerwechsel.

    Ziel: Präzision unter Druck, Passzeitpunkt, Täuschung vor dem Pass.

    5) Spielnah: Diagonalpass + Abschluss

    1. Station A spielt diagonal (30m) auf Station B.
    2. B nimmt in die Tiefe mit und schließt nach 2–3 Kontakten ab (Minitore oder Großtor).
    3. Nach jedem Durchgang rotiert ihr: Passgeber → Empfänger → Schütze → Ballholer.
    4. Zähle Tore nur, wenn der Pass vorher im Korridor bzw. durch das Passfenster kam.

    Hinweis: Für den Abschluss kannst du Elemente aus Torschuss aus der Bewegung übernehmen, damit die Anschlussaktion wirklich spielnah bleibt.

    Variationen für verschiedene Altersgruppen

    • U14/U15 (Einsteiger): Distanz auf 20–25m reduzieren, Korridor breiter (10m), erst flach spielen.
    • U16/U17: Passfenster enger, Zielzonen kleiner, Verteidiger im 2-gegen-1 aktiver.
    • U18/U19 (fortgeschritten): Zusatzregel: Pass nur nach Scan (kurzer Schulterblick) oder nach einem Kontakt in offener Stellung.

    Wenn du zusätzlich das taktische Verständnis absichern willst (Absicherung hinter dem Ball, Staffelung), passt als Ergänzung Restverteidigung einfach erklärt (U12+) – auch in der U19 bleibt das Prinzip entscheidend.

    Coaching-Tipps (was du aktiv coachen solltest)

    • Standbein neben den Ball, Fußspitze zeigt zum Ziel: Das stabilisiert die Richtung.
    • Kopf kurz hoch vor dem Pass: Ziel erkennen, nicht „blind“ schlagen.
    • Treffpunkt am Ball: Flach = mittig; halbhoch = leicht unter Mitte (keine „Kerze“).
    • Erster Kontakt offen: Mitnahme weg vom Gegnerdruck, in den nächsten Raum.

    Häufige Fehler (und schnelle Korrektur)

    • Pass kommt zu kurz: Achte auf Schwungbein durchziehen und stabilen Oberkörper.
    • Pass driftet seitlich: Standbein zu weit weg oder Hüfte nicht zum Ziel geöffnet.
    • Annahme springt weg: Mit dem ersten Kontakt dämpfen (Fuß „weich“ machen).

    Mini-FAQ (direkt aus dem Trainingsalltag)

    Du willst, dass die Pässe auch im Spiel ankommen? Dann gib der Übung immer eine klare Messgröße: Trefferzonen, Passfenster oder Gegnerdruck. Und achte darauf, dass die Anschlussaktion (Mitnahme, Dribbling, Abschluss) nicht fehlt – sonst trainierst du „Laborpässe“ statt Spielpässe.

    Weitere Basics rund um Technik und Präzision findest du auch in Schusspräzision in der Halle: 8 Zielspiele (U8–U13) – die Ziel-Logik lässt sich sehr gut auf Passformen übertragen.

    Häufig gestellte Fragen

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