Regelwerk & Wissen

    Rückpassregel zum Torwart einfach erklärt

    Die Rückpassregel verhindert Zeitspiel: Ein absichtlicher Fußpass zum eigenen Torwart darf nicht mit der Hand aufgenommen werden. Hier bekommst du einfache Erklärungen, Beispiele und die wichtigsten Fragen aus dem Kinderfußball.

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    12. Jan. 2026
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    Aktualisiert: 14. Juli 2026
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    8 Min. Lesezeit
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    Die Rückpassregel bedeutet: Spielt ein Mitspieler den Ball absichtlich mit dem Fuß zum eigenen Torwart zurück, darf der Torwart den Ball nicht mit den Händen aufnehmen.

    Was ist die Rückpassregel zum Torwart?

    Die Rückpassregel ist eine wichtige Regel im Fußball, damit Zeitspiel verhindert wird und das Spiel flüssig bleibt. Eingeführt wurde sie 1992, nachdem Teams den Ball zuvor endlos zum Torwart zurückschieben konnten, der ihn einfach immer wieder aufnahm. Entscheidend ist dabei nicht, wo der Ball herkommt, sondern wie er gespielt wird.

    Kernidee: Wenn ein Feldspieler den Ball kontrolliert und bewusst mit dem Fuß zum eigenen Torwart spielt, ist das kein Ball zum Aufnehmen. Der Torwart muss dann wie ein Feldspieler agieren: passen, dribbeln oder klären. Wie moderne Keeper diese Rolle aktiv nutzen, zeigt Torwart: Mitspielen & Sweeper-Keeper erklärt.

    Wann darf der Torwart den Ball nicht aufnehmen?

    Kinder und Eltern merken sich am besten diese Faustregel: Absicht + Fuß = Hände verboten. Drei Situationen sind entscheidend:

    1) Absichtlicher Pass mit dem Fuß

    Der Klassiker: Ein Verteidiger wird unter Druck gesetzt und spielt einen klaren Pass zurück zum Torwart – oder stoppt den Ball und legt ihn dem Torwart bewusst „hin". Nimmt der Torwart den Ball jetzt in die Hände, wird gepfiffen.

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    Abb. 1 · Klassischer Rückpass: Verteidiger 4 wird angelaufen und passt absichtlich mit dem Fuß zum eigenen Torwart zurück — der Torwart (weißer Ring) darf den Ball jetzt nicht mit den Händen aufnehmen.
    Eigenes TeamGegnerBallPassLaufweg

    2) Einwurf vom eigenen Mitspieler

    Viele wissen das nicht: Wirft ein Mitspieler den Ball beim Einwurf direkt zum eigenen Torwart, darf der ihn ebenfalls nicht fangen. Auch hier gilt: mit dem Fuß weiterspielen ist erlaubt, Hände sind tabu.

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    Abb. 2 · Einwurf vom Mitspieler: Spieler 7 wirft den Ball von der Seitenlinie direkt zum eigenen Torwart — fangen verboten, der Torwart muss mit dem Fuß weiterspielen.

    3) Der „Trick" zur Umgehung

    Manchmal versuchen Spieler, die Regel auszutricksen: den Ball mit dem Fuß hochlupfen und dann per Kopf zum Torwart spielen, damit der ihn fangen kann. Das gilt als unerlaubte Umgehung – es gibt einen indirekten Freistoß und in der Regel eine Gelbe Karte für den Spieler, der den Trick versucht. Gerade im Jugendfußball ein guter Coaching-Moment: lieber sauber aufdrehen oder flach rausspielen.

    Wann darf der Torwart den Ball aufnehmen? (Die Ausnahmen)

    Mindestens genauso wichtig – in diesen Situationen sind die Hände erlaubt:

    • Kopf, Brust oder Knie ohne Trick: Spielt ein Mitspieler den Ball absichtlich, aber eben nicht mit dem Fuß zurück (und ohne Umgehungstrick), darf der Torwart zugreifen.
    • Abpraller und missglückte Aktionen: Will ein Verteidiger klären, trifft den Ball aber schräg und er rollt zum Torwart, war das keine kontrollierte Absicht – aufnehmen erlaubt.
    • Ein Gegner war dazwischen: Berührt ein Gegenspieler den Ball auf dem Weg (z. B. Abfälschen), ist die „Absicht + Fuß"-Kette unterbrochen.
    • Der Ball kommt vom Gegner: Bei jedem Zuspiel des Gegners darf der Torwart selbstverständlich fangen.

    Was passiert bei einem verbotenen Rückpass?

    Nimmt der Torwart den Ball nach einem verbotenen Rückpass doch in die Hand, gibt es einen indirekten Freistoß für die angreifende Mannschaft an der Stelle, an der der Torwart den Ball berührt hat. Passiert das im Torraum, wird der Freistoß auf die Torraumlinie zurückverlegt.

    Das bedeutet:

    • Der Ball darf nicht direkt ins Tor geschossen werden.
    • Vor einem Tor muss mindestens ein weiterer Spieler den Ball berühren (Pass, Abpraller, Ablage).

    Wichtig: Ein verbotener Rückpass gibt keinen Elfmeter – auch nicht im Strafraum. Wie ein indirekter Freistoß grundsätzlich funktioniert, erfährst du in Freistoß - Regeln und Arten im Kinderfußball.

    Neu seit 2025/26: Die 8-Sekunden-Regel

    Auch ohne Rückpass darf der Torwart den Ball nicht ewig festhalten: Seit der Saison 2025/26 darf er den Ball höchstens 8 Sekunden mit den Händen kontrollieren. Der Schiedsrichter zählt die letzten 5 Sekunden sichtbar mit erhobener Hand herunter. Hält der Torwart den Ball zu lange, gibt es Eckball für den Gegner – vorher waren es 6 Sekunden und ein indirekter Freistoß, der aber praktisch nie gepfiffen wurde. Im Kinderfußball wird auch hier meist erst ermahnt und erklärt, bevor gepfiffen wird.

    Beispiele aus dem Kinderfußball (leicht zu verstehen)

    Beispiel 1: Klassischer Rückpass

    Ein Kind in der Abwehr wird unter Druck gesetzt und spielt einen sauberen Pass zurück. Der Torwart nimmt ihn mit der Hand auf. Ergebnis: indirekter Freistoß.

    Beispiel 2: Verunglückte Klärung

    Ein Verteidiger will den Ball wegschlagen, trifft ihn aber schräg, und er rollt zum Torwart. War das keine klare Absicht, darf der Torwart aufnehmen. Warum? Weil es eher eine missglückte Aktion als ein „Rückpass zum Sichern" ist.

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    Abb. 3 · Verunglückte Klärung: Unter dem Druck des heranlaufenden Angreifers verrutscht Verteidiger 5 der Befreiungsschlag und der Ball rollt Richtung Tor — keine kontrollierte Absicht, der Torwart darf ihn aufnehmen.

    Beispiel 3: Rückpass mit dem Kopf?

    Ein Spieler köpft den Ball absichtlich zum Torwart – ohne Hochlupf-Trick. Das ist kein Fußspiel, der Torwart darf den Ball in der Regel aufnehmen. (Achtung: Sonderregeln im Jugendfußball können beim Kopfball relevant sein.) Mehr dazu: Kopfball im Jugendfußball: Regeln DFB/ÖFB/SFV.

    Gilt das alles auch im Kinderfußball?

    Grundsätzlich ja – die Rückpassregel gehört zu den IFAB-Grundregeln, an denen sich DFB, ÖFB und SFV orientieren. In der Praxis gilt aber: In G-, F- und oft auch E-Jugend-Spielformen wird pädagogisch gepfiffen – der Schiedsrichter (oder Spielbegleiter) erklärt die Situation, statt sofort zu bestrafen. In kleinen Spielformen ohne festen Torwart spielt die Regel ohnehin kaum eine Rolle. Ab der D-Jugend solltest du als Trainer den Rückpass aber aktiv trainieren: Der Torwart braucht sichere Füße.

    Verwandte Begriffe (kurz erklärt)

    • Indirekter Freistoß: Treffer zählt erst nach zweiter Ballberührung. Siehe Direkter vs. indirekter Freistoß.
    • Zeitspiel: Absichtliches Verzögern, z. B. durch ständiges „Sichern" über den Torwart – genau dagegen wurden Rückpass- und 8-Sekunden-Regel eingeführt.
    • Abseits: Hat mit Rückpässen nichts zu tun, wird im Kinderfußball aber oft gleichzeitig gefragt. Erklärung: Abseits einfach erklärt für Kinder.

    Häufig gestellte Fragen

    In den meisten Wettbewerben gilt sie grundsätzlich, die Auslegung kann aber je nach Verband, Spielform und Altersklasse variieren. Oft erklären Schiedsrichter im Kinderbereich erst und pfeifen pädagogisch, bevor sie konsequent mit indirektem Freistoß ahnden.

    Ja. Der Torwart darf den Ball nach einem Rückpass jederzeit mit dem Fuß spielen (annehmen, passen, klären). Verboten ist nur das Aufnehmen mit der Hand, wenn der Rückpass absichtlich mit dem Fuß gespielt wurde.

    Es gibt einen indirekten Freistoß für die angreifende Mannschaft an der Stelle des Vergehens (mit Sonderregeln, falls das im Torraum passiert). Ein Tor kann daraus nicht direkt erzielt werden – der Ball muss vorher von einem zweiten Spieler berührt werden.

    Ähnliche Begriffe im Lexikon

    rückpassregel
    rückpass torwart
    torwart darf den ball nicht aufnehmen
    indirekter freistoß
    jugendfußball regeln