Trainerschein, Lizenzen & Fortbildung

    Trainerschein im Kinderfußball - Alle Infos

    Kindertrainer-Zertifikat oder C-Lizenz? Dieser Ratgeber erklärt Voraussetzungen, Kosten, Dauer und Lizenzpflichten im Kinderfußball – mit Verbandsbeispielen für 2026/27 und den Einstiegswegen in Österreich und der Schweiz.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 26. Okt. 2026 · 18 Min.
    KI-generiertes Symbolbild

    Warum ein Trainerschein im Kinderfußball der wichtigste Schritt ist

    Fast jeder engagierte Vater und jede Mutter kennt die Situation: Am Spielfeldrand fehlt ein Trainer, und plötzlich stehst du selbst auf dem Platz. Der Wille ist da, doch schnell kommen die Fragen: Wie baust du ein Training altersgerecht auf? Wie gehst du mit 15 quirligen E-Jugendlichen um? Und was sind eigentlich die neuesten DFB-Richtlinien?

    Ein Trainerschein für den Kinderfußball ist mehr als nur ein Stück Papier. Er ist dein Werkzeugkasten, um Kindern das Kicken beizubringen und sie nachhaltig für den Sport zu begeistern. Für Bambini bis E-Jugend ist das DFB-Kindertrainer-Zertifikat der übliche Einstieg: 20 Lerneinheiten, zwei Präsenztage, je nach Landesverband und Lehrgangsort rund 30 bis 100 Euro.

    Ab wann brauchst du im Fußball einen Trainerschein?

    Die ehrliche Antwort vorweg: Für dein Bambini-, F- oder E-Jugend-Team auf Kreisebene ist ein Trainerschein in aller Regel keine Pflicht. Die DFB-Ausbildungsordnung enthält dazu nur eine Soll-Vorschrift – jeder Verein soll mindestens einen Trainer mit gültiger DFB-Lizenz beschäftigen. Eine Lizenzpflicht für einzelne Mannschaften ergibt sich aus ihr erst für Spielklassen, die eine B-Lizenz oder höher verlangen.

    Weitere Pflichten legen die DFB-Jugendordnung für den Leistungsbereich und vor allem die Landesverbände in ihren Jugend- und Durchführungsbestimmungen fest. In den von uns geprüften Verbänden betreffen sie überkreislich spielende Jugendmannschaften und unterscheiden sich von Verband zu Verband. Einige regionale Beispiele aus der Saison 2026/27:

    LandesverbandSpielklasseMindestens erforderlich
    Hessen (HFV)Junioren-Verbandsliga (A- bis C-Junioren)C-Lizenz
    Hessen (HFV)Junioren-Hessenliga (C-Junioren)B-Lizenz
    Rheinland (FVR)Bezirksebene (A- bis D-Junioren)C-Lizenz
    Rheinland (FVR)Basis- bzw. Kombiebene (Kreis)C-Lizenz nur empfohlen
    Westfalen (FLVW)D-Junioren-BezirksligaB-Lizenz

    Für Bambini, F- und E-Jugend enthalten die Bestimmungen, die wir geprüft haben – von der DFB-Ausbildungsordnung bis zu den Regelwerken etwa von HFV, FVR und WFV –, keine Lizenzpflicht. Verbindlich ist aber immer die Jugendordnung deines Landesverbands. Was manche Jugendordnungen stattdessen regeln, ist die Aufsicht: Im Berliner Fußball-Verband zum Beispiel darf keine Jugendmannschaft ohne einen volljährigen, im Spielbericht aufgeführten Teamoffiziellen spielen.

    Merke: Für Bambini bis E-Jugend ist der Trainerschein in aller Regel freiwillig. Lizenzpflichten beginnen in den geprüften Verbänden erst in überkreislichen Jugend-Spielklassen – geregelt in der DFB-Jugendordnung (für den Leistungsbereich) und in den Bestimmungen deines Landesverbands.

    Freiwillig heißt aber nicht überflüssig: Schon der Einstiegslehrgang gibt dir Sicherheit bei Spielformen, Aufsicht und dem Umgang mit der Gruppe.

    Das neue Ausbildungssystem des DFB

    2022 hat das DFB-Präsidium die Trainerausbildung auf Landesverbandsebene grundlegend reformiert, in Kraft ist die neue Struktur seit 1. Januar 2023. Das Ziel: Die Ausbildung soll praxisnäher werden und genau dort ansetzen, wo du stehst. Der DFB-Basis-Coach ersetzte dabei den früheren Teamleiter-Lehrgang, und die C-Lizenz baut seither auf Bausteinen und Profilen auf. Parallel dazu läuft die große Kinderfußball-Reform mit ihren Kleinfeld-Formaten – neu ausgebildete Trainer sind also von Beginn an auf Funino und Co. eingestellt.

    Das Kindertrainer-Zertifikat (Kiz)

    Der ideale Einstieg für alle, die Bambini bis E-Jugend trainieren. Hier lernst du keine komplizierten Taktiken, sondern:

    Die C-Lizenz: Der Klassiker

    Wer ambitionierter einsteigen möchte, strebt die C-Lizenz an. Sie ist die erste offizielle Stufe im Lizenzsystem und berechtigt dich, alle Mannschaften außerhalb des Amateurleistungsfußballs zu trainieren – insbesondere auf Kreis- und Bezirksebene, von Kinder- über Jugend- bis zu Erwachsenenteams. Hier liegt der Fokus verstärkt auf der Trainingsplanung und der technischen Ausbildung der Spieler.

    Einzelne Landesverbände verlangen allerdings schon in manchen überkreislichen Jugend-Spielklassen mehr als die C-Lizenz, in Westfalen etwa die B-Lizenz für die D-Junioren-Bezirksliga (siehe Tabelle oben).

    Übrigens: In Österreich (ÖFB) und der Schweiz (SFV) heißen die Einstiegsstufen anders, folgen aber demselben Gedanken – erst Kinder begeistern, dann Taktik. In allen drei Ländern spielen Kinder in kleinen Teams auf kleinen Feldern; welche Spielform in welchem Alter gilt, legen die Verbände allerdings unterschiedlich fest.

    Zertifikat oder Lizenz: Welcher Schein passt zu dir?

    Umgangssprachlich ist oft vom „kleinen Trainerschein“ die Rede – gemeint ist je nach Sprecher ein Einstiegslehrgang oder schon die C-Lizenz. Offiziell unterscheidet der DFB zwischen Zertifikaten und Lizenzen: Kindertrainer-Zertifikat, Jugendtrainer-Zertifikat, DFB-Basis-Coach und DFB-Junior-Coach sind zertifizierte Lehrgänge als Vorstufe. Die erste Lizenzstufe ist die C-Lizenz, sie entspricht dem UEFA-C-Diplom.

    QualifizierungUmfangZielgruppeGut zu wissen
    Kindertrainer-Zertifikat20 LETrainer von Bambini bis E-JugendZertifikat, unbegrenzt gültig, kein Leistungsnachweis
    Jugendtrainer-Zertifikat20 LETrainer von D- bis A-JugendZertifikat, unbegrenzt gültig
    DFB-Basis-Coach40 LETrainer aller Alters- und Spielklassenerster Baustein der C-Lizenz, Leistungsnachweis: Training mit der eigenen Mannschaft
    DFB-Junior-Coach40 LESchülerinnen und Schüler ab 15 Jahrenersetzt in der C-Lizenz den Basis-Coach
    C-Lizenz, Profil Kinder120 LETrainer von Bambini bis D-JuniorenLizenz (UEFA C), drei Jahre gültig, Verlängerung mit 20 LE Fortbildung

    Das Kindertrainer-Zertifikat ist dabei keine Sackgasse: Es wird mit vollen 20 LE auf die C-Lizenz im Profil Kinder angerechnet. Die Lizenz setzt sich aus Basis-Coach oder Junior-Coach (40 LE), Kindertrainer-Zertifikat (20 LE) und dem Profil Kinder (60 LE) zusammen – wer mit dem Zertifikat startet, hat also schon ein Sechstel der Lizenz geschafft. Egal, wo du den Schein machst: Lizenzen und Zertifikate von DFB und Landesverbänden gelten bundesweit, bei einem Umzug oder Vereinswechsel nimmst du sie mit.

    Nach der C-Lizenz geht es für Ambitionierte über die B-, B+-, A- und A+-Lizenz bis zur Pro-Lizenz weiter. Für Bambini bis E-Jugend brauchst du diese Stufen nicht; in einzelnen überkreislichen D-Junioren-Spielklassen kann das anders sein (siehe Tabelle oben). Was die einzelnen Scheine bedeuten, erklärt dir Trainerlizenz: Welche Scheine gibt es?.

    Voraussetzungen für den Trainerschein

    Du musst kein Profi gewesen sein, um ein guter Kindertrainer zu werden. Die formalen Hürden sind niedrig:

    • Mindestalter: Bundeseinheitlich 15 Jahre – für das Kindertrainer-Zertifikat und für die Zulassung zur C-Lizenz-Ausbildung. Erteilt wird die C-Lizenz ab 16 Jahren.
    • Mitgliedschaft in einem Verein: Für die C-Lizenz ist die Mitgliedschaft in einem Verein Pflicht, der einem DFB-Landesverband angehört. Beim Kindertrainer-Zertifikat legt dein Landesverband fest, ob er sie verlangt.
    • Erweitertes Führungszeugnis: Für die C-Lizenz-Ausbildung legst du es im Original vor (höchstens drei Monate alt), dazu ein ärztliches Zeugnis über deine Sporttauglichkeit. Beim Kindertrainer-Zertifikat regelt das jeder Landesverband selbst – im Kinder- und Jugendsport ist das Führungszeugnis aber ohnehin heute Standard.
    • Erste-Hilfe-Kurs: Für die C-Lizenz ist eine Erste-Hilfe-Grundausbildung Pflicht, die bei der Lizenzierung höchstens zwei Jahre zurückliegen darf. Ob du sie schon für das Kindertrainer-Zertifikat brauchst, hängt von deinem Landesverband ab. Für den Ernstfall am Spielfeldrand solltest du zusätzlich ein Erste-Hilfe-Set für die Sporttasche dabeihaben.

    Beim Alter gibt es regionale Ausnahmen: Der Hessische und der Berliner Fußball-Verband lassen zum Kindertrainer-Zertifikat schon ab 14 Jahren zu. Auch bei den Nachweisen schwankt die Praxis stark – der WFV nennt für das Zertifikat keine besonderen Voraussetzungen, der Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern verlangt dagegen erweitertes Führungszeugnis, Vereinsmitgliedschaft, Erste-Hilfe-Kurs und ärztliches Zeugnis. Maßgeblich ist die Ausschreibung deines Lehrgangs. Wie du das Führungszeugnis beantragst, erklärt Erweitertes Führungszeugnis im Verein: Wer es braucht, wie es beantragt wird.

    Ablauf und Kosten: Was kommt auf dich zu?

    Die Ausbildung findet heute oft im Blended-Learning-Format statt. Das bedeutet: eine Mischung aus Online-Phasen (Theorie bequem von zu Hause) und Präsenztagen auf dem Platz.

    • Dauer: Ein Kindertrainer-Zertifikat umfasst 20 Lerneinheiten (LE), verteilt auf zwei Präsenztage und drei Online-Phasen. Die C-Lizenz ist mit etwa 120 Lerneinheiten deutlich zeitintensiver.
    • Kosten: Die Gebühren legt jeder Landesverband selbst fest (z. B. BFV, WFV oder FVN), einen bundeseinheitlichen Preis gibt es nicht. Das Kindertrainer-Zertifikat ist günstig, die C-Lizenz deutlich teurer (Details unten).
    • Tipp: In vielen Fällen übernimmt dein Verein die Kosten, da er von lizenzierten Trainern profitiert (Zuschüsse durch den Landessportbund). Frag im Zweifel direkt beim Vorstand nach.

    Kosten im Detail: Kindertrainer-Zertifikat vs. C-Lizenz

    Die grobe Spanne lässt sich weiter aufschlüsseln, denn zwischen den beiden Wegen liegt preislich einiges:

    • Kindertrainer-Zertifikat: Der Einstieg ist bewusst günstig gehalten. Beim Badischen Fußballverband (BadFV) kostet das Zertifikat zum Beispiel 30 Euro, beim Württembergischen Fußballverband (WFV) laut Kostentabelle ab 2027 60 Euro dezentral bzw. 100 Euro zentral. Damit ist es meist die kleinste Investition auf deinem Trainerweg – oft günstiger als ein Paar Fußballschuhe.
    • C-Lizenz: Hier ist der Umfang deutlich größer und damit auch der Preis. Eine bundesweite Spanne gibt es nicht, die Verbände rechnen die Bausteine unterschiedlich ab. Rechenbeispiel Badischer Fußballverband (Saison 2026/27): Basis-Coach 80 Euro (dezentral) bzw. 100 Euro (zentral), Kindertrainer-Zertifikat 30 Euro, Profillehrgang Kinder 220 Euro – zusammen also rund 330 bis 350 Euro.

    Der Tipp von oben gilt für beide Wege: Viele Vereine übernehmen die Gebühren ganz oder teilweise, weil sie selbst von lizenzierten Trainern profitieren.

    Wie unterschiedlich die Gebühren ausfallen, zeigen regionale Beispiele (Verbandsseiten, Saison 2026/27; WFV: Kostentabelle ab 2027; SHFV: Verbandsmeldung vom August 2025):

    LandesverbandKindertrainer-ZertifikatProfillehrgang C-Lizenz, Profil Kinder
    Württembergischer Fußballverband (WFV), Kostentabelle ab 202760 Euro dezentral, 100 Euro zentral220 Euro dezentral, 280 Euro zentral (mit Unterkunft und Verpflegung)
    Südbadischer Fußballverband (SBFV)40 Euro240 Euro (für Trainerinnen bei Abschluss kostenfrei)
    Badischer Fußballverband (BadFV)30 Euro220 Euro
    Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA)75 Euro225 Euro
    Schleswig-Holsteinischer Fußballverband (SHFV)89 Euro (laut Meldung vom August 2025)keine Angabe

    Die Profilpreise gelten nur für den Profillehrgang. Basis-Coach und Kindertrainer-Zertifikat berechnen die Verbände je nach Modell extra; maßgeblich ist die Ausschreibung.

    Beim Budget hilft ein Blick ins Kleingedruckte: Bei den Lizenzlehrgängen wie der C-Lizenz legen die Landesverbände die Teilnehmerbeiträge fest; Nebenkosten wie Unterkunft und Verpflegung sind darin laut DFB-Ausbildungsordnung grundsätzlich nicht enthalten. Verbindlich ist für beide Wege immer die aktuelle Lehrgangsausschreibung deines Landesverbands.

    Warum Vereine gerade die C-Lizenz gern bezahlen: Mehrere Landessportbünde bezuschussen Vereine für Übungsleiter mit gültiger Lizenz. In Württemberg zahlt der WLSB zum Beispiel 2,50 Euro pro Stunde, höchstens 500 Euro im Jahr je Übungsleiter (Förderjahr 2025); in Hessen berücksichtigt der Landessportbund bei seiner Personenförderung DFB- und HFV-Lizenzen ab Stufe C. Das Kindertrainer-Zertifikat ist keine Lizenz und zählt für diese Programme nicht – ein weiterer Grund, es später zur C-Lizenz auszubauen.

    Bekommst du selbst eine Aufwandsentschädigung für dein nebenberufliches Training in einem gemeinnützigen Verein, sind in Deutschland bis 3.300 Euro im Jahr steuerfrei (Übungsleiterfreibetrag nach § 3 Nr. 26 EStG, seit 1. Januar 2026). Eine Lizenz ist dafür keine Voraussetzung.

    Wie lange dauert der Trainerschein wirklich?

    Lerneinheiten sagen wenig darüber, wie viel Kalenderzeit du einplanen musst. So sieht es realistisch aus:

    • Kindertrainer-Zertifikat: Die 20 Lerneinheiten verteilen sich auf zwei Präsenztage und drei Online-Phasen, die du zeitlich flexibel von zu Hause bearbeitest. Zwischen Anmeldung und Zertifikat liegen je nach Terminlage deines Landesverbands meist nur wenige Wochen.
    • C-Lizenz: Die 120 Lerneinheiten gliedern sich in den DFB-Basis-Coach (40 LE) und ein anschließendes Profilmodul mit 60 bis 80 LE – für den Kinderfußball ist das Profil „Kinder“ (Bambini bis D-Junioren) gedacht. Üblich sind zwei Präsenzblöcke von je zwei bis drei Tagen plus mehrere Online-Module; insgesamt erstreckt sich die Ausbildung über mehrere Wochen bis wenige Monate.

    Plane also nicht nur die Lehrgangstage selbst ein, sondern auch die Vorlaufzeit: Beliebte Termine sind schnell ausgebucht, und das erweiterte Führungszeugnis vom Bürgeramt braucht ebenfalls ein paar Tage.

    Ein Beispiel aus Niedersachsen: Laut einer NFV-Meldung von 2022 verteilt der Verband die 20 Lerneinheiten des Kindertrainer-Zertifikats auf rund sechs Wochen mit drei Online-Phasen und zwei Präsenztagen. Zur Einordnung: Eine Lerneinheit dauert beim DFB 45 Minuten, 20 LE entsprechen also 15 Zeitstunden. Für die C-Lizenz gilt außerdem eine Frist: Eine begonnene Lizenzausbildung musst du grundsätzlich innerhalb von drei Jahren abschließen, sonst verfallen die bis dahin erbrachten Leistungen.

    Online zum Trainerschein: Was geht wirklich vom Sofa aus?

    Komplett online geht es bewusst nicht – Kindertraining lernst du auf dem Platz. Der Online-Anteil ist inzwischen aber groß:

    • Die Theorie des Kindertrainer-Zertifikats läuft über den Online-Campus des DFB (die Lernplattform edubreak): drei Online-Phasen mit Aufgaben, die du zeitlich flexibel bearbeitest – inklusive Anwendungsphasen in deinem eigenen Verein.
    • Nur die zwei Präsenztage auf dem Platz bleiben Pflicht. Dort setzt du die Spielformen selbst um, leitest Gruppen an und bekommst direktes Feedback von den Ausbildern.
    • Auch die C-Lizenz setzt auf Blended Learning mit Selbstlern- und Online-Phasen – der Präsenzanteil ist hier aber spürbar höher als beim Zertifikat.

    Wenn du also wegen Job und Familie zögerst: Der Theorie-Teil passt sich deinem Alltag an, nur für die Praxistage brauchst du freie Wochenendtermine.

    In fünf Schritten zum Kindertrainer-Zertifikat

    Der Weg zum ersten Trainerschein wirkt von außen bürokratisch, ist aber überschaubar. So gehst du vor:

    1. Verein ansprechen: Sag deinem Jugendleiter, dass du einen Schein machen willst. Der Verein meldet dich in der Regel offiziell an und weiß, welcher Landesverband zuständig ist.
    2. Lehrgang finden: Jeder Landesverband führt einen eigenen Lehrgangskalender. Dort suchst du nach einem Kindertrainer-Zertifikat in deinem Kreis – oft gibt es mehrere Termine pro Halbjahr.
    3. Unterlagen vorbereiten: Prüf in der Ausschreibung, welche Nachweise dein Landesverband verlangt – etwa ein erweitertes Führungszeugnis (das dauert beim Bürgeramt ein paar Tage) oder einen Erste-Hilfe-Nachweis.
    4. Online-Phase absolvieren: Die Theorie zu Spielformen, Aufsicht und Kinderentwicklung bearbeitest du meist vorab von zu Hause aus – im eigenen Tempo.
    5. Präsenztag auf dem Platz: Hier setzt du die Spielformen selbst um, leitest kleine Gruppen an und bekommst direktes Feedback von den Ausbildern.

    Ein guter erster Schritt ist ohnehin die Frage, wie du eine Einheit aufbaust – dazu passt Altersgerechtes Training planen.

    Österreich und Schweiz: So läuft der Einstieg bei ÖFB und SFV

    Das Prinzip „erst Kinder begeistern, dann Taktik“ gilt im ganzen DACH-Raum – die konkreten Wege unterscheiden sich aber im Detail:

    • Österreich (ÖFB): Der Einstieg ins Kindertraining ist das ÖFB-D-Diplom (früher Kindertrainerdiplom) mit 40 Unterrichtseinheiten, durchgeführt von den Landesverbänden und ihren Instruktoren. Es richtet sich an Trainer im Kinderfußball bis U12. Die Anmeldung läuft über das Online-System auf fussballoesterreich.at. Um die Ausbildung aktiv zu halten, ist innerhalb von drei Jahren eine eintägige Fortbildung (mindestens 8 Unterrichtseinheiten) vorgesehen.
    • Schweiz (SFV): Für Trainer von G-, F- und E-Junioren ist das D-Diplom der Standardweg – ein sechstägiger Kurs („J+S Fussball Kindersport“, als Block oder in zwei bis drei Teilen), den der SFV eng mit dem Bundesprogramm Jugend+Sport organisiert. Voraussetzung sind ein Mindestalter von 17 Jahren und der vorherige Einsteigerkurs; danach besuchst du alle zwei Jahre ein Fortbildungsmodul „J+S-Kindersport Fussball“. Wer mindestens ein Jahr im Kinderfußball tätig war, kann über einen zweitägigen J+S-Einführungskurs das C-Basic (J+S-Leiter Jugendsport) erwerben. Achtung: Ab 2027 führt Jugend+Sport Kinder- und Jugendsport zusammen, die Kursstruktur kann sich dann ändern.

    In beiden Ländern gilt wie in Deutschland: Frag zuerst in deinem Verein nach. Er meldet dich an und kennt den zuständigen Landes- bzw. Regionalverband samt aktuellem Kurskalender.

    Gut zu wissen für Österreich: Für das ÖFB-D-Diplom musst du mindestens 16 Jahre alt sein; abgeschlossen wird es nach sechs Monaten Praxis im Kindertraining (bis U12) mit einer Prüfung. Wer erst hineinschnuppern will: Unterhalb des D-Diploms können die ÖFB-Landesverbände einen eintägigen Kinderbetreuer-Kurs anbieten, der zur Kinderbetreuung und Assistenztrainertätigkeit bis U12 berechtigt.

    Gültigkeit und Fortbildung

    Ein wichtiger Punkt, den viele übersehen: Lizenzen sind nicht ewig gültig. Die C-Lizenz gilt bundeseinheitlich drei Jahre, jeweils bis zum 31.12., und wird durch 20 Lerneinheiten Fortbildung innerhalb dieser Zeit verlängert. Das Kindertrainer-Zertifikat ist dagegen unbegrenzt gültig – trotzdem lohnt es sich, am Ball zu bleiben. Der Vorteil: Fortbildungen sind oft eintägig und bringen dir frische Spielformen für den nächsten Trainingsblock. Wo du passende Angebote im DACH-Raum findest, zeigt dir DFB/ÖFB/SFV Fortbildungen finden: so geht's. Plane die Verlängerung früh ein, dann läuft deine Lizenz nie unbemerkt aus.

    Praxis-Tipps für angehende Trainer

    1. Spaß vor Taktik: Im Kinderfußball gewinnt nicht der mit der besten Viererkette, sondern der, bei dem alle Kinder mit einem Lächeln nach Hause gehen.
    2. Kleine Spielgruppen: Nutze die neuen Spielformen der Kinderfußball-Reform. Wenige Kinder pro Feld bedeuten viele Ballaktionen: In der wissenschaftlichen Auswertung der DFB-Pilotprojekte (Deutsche Sporthochschule Köln) gab es im 3 gegen 3 pro Minute rund fünfmal so viele Dribblings wie im 7 gegen 7, dazu deutlich mehr Torschüsse und Tore. Konkrete Ideen liefern dir Die 10 besten Funino-Tipps für Trainer.
    3. Struktur geben: Auch das beste Bauchgefühl braucht einen Plan. Wie du eine Einheit sinnvoll aufbaust, zeigt dir So gestaltest du die erste Trainingseinheit.
    4. Vorbildfunktion: Kinder kopieren dein Verhalten. Sei pünktlich, fair zum Schiedsrichter und positiv in deiner Ansprache.

    Fazit: Jetzt durchstarten!

    Der Trainerschein für den Kinderfußball ist der beste Weg, um Sicherheit im Traineralltag zu gewinnen. Du lernst, wie du Trainingseinheiten strukturierst, die Kinder förderst und gleichzeitig den organisatorischen Aufwand im Griff behältst.

    Unsere Handlungsempfehlung: Geh auf deinen Jugendleiter zu und frag nach dem nächsten Kindertrainer-Zertifikat in deinem Kreis. Zwei Präsenztage und drei Online-Phasen sind überschaubar, und du kannst die Lerneinheiten später voll auf die C-Lizenz anrechnen lassen. Du bist selbst noch Schülerin oder Schüler? Dann schau dir an, wie Vereine Junior-Coaches aufbauen.

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    Häufig gestellte Fragen

    Nein. Für Bambini bis E-Jugend reicht das DFB-Kindertrainer-Zertifikat (Kiz) mit rund 20 Lerneinheiten völlig aus. Die C-Lizenz (ca. 120 LE) lohnt sich erst, wenn du ältere Jahrgänge trainieren oder ambitionierter einsteigen möchtest. Für den Einstieg an der Seitenlinie bist du mit dem Kiz bestens gerüstet.

    Die Gebühren legt jeder Landesverband selbst fest, einen bundeseinheitlichen Preis gibt es nicht. Das Kindertrainer-Zertifikat kostet zum Beispiel beim Badischen Fußballverband 30 Euro, beim SBFV 40 Euro, beim WFV ab 2027 60 Euro (dezentral) und beim Fußballverband Sachsen-Anhalt 75 Euro. Für die C-Lizenz kommen Basis-Coach und Profillehrgang hinzu; im Badischen Fußballverband sind es für das Profil Kinder zusammen rund 330 bis 350 Euro. Frag bei deinem Verein nach: Oft übernimmt er die Kosten, weil er für lizenzierte Trainer Zuschüsse vom Landessportbund bekommen kann.

    Grundsätzlich ab 15 Jahren: Das gilt laut DFB-Ausbildungsordnung für das Kindertrainer-Zertifikat, den Basis-Coach, den DFB-Junior-Coach und die Zulassung zur C-Lizenz-Ausbildung. Erteilt wird die C-Lizenz ab 16 Jahren. Über Ausnahmen entscheiden die Landesverbände; der Hessische und der Berliner Fußball-Verband lassen zum Kindertrainer-Zertifikat schon ab 14 Jahren zu. Damit ist der Kindertrainer-Weg auch ein guter Einstieg für B- und A-Jugendliche, die neben dem eigenen Spielen Verantwortung übernehmen wollen.

    Überhaupt nicht. Im Kinderfußball zählen Geduld, Organisation und ein gutes Gespür für Kinder mehr als eine eigene Profikarriere. Die Ausbildung bringt dir alles bei, was du brauchst – von Spielformen wie Funino bis zu pädagogischen Grundlagen. Für die C-Lizenz brauchst du unter anderem ein erweitertes Führungszeugnis und einen aktuellen Erste-Hilfe-Nachweis; beim Kindertrainer-Zertifikat legt dein Landesverband fest, welche Nachweise er verlangt.

    Heute meist als Blended Learning: einen Teil der Theorie erledigst du online von zu Hause, den praktischen Teil an Präsenztagen auf dem Platz. So lässt sich die Ausbildung gut mit Job und Familie vereinbaren. Beim Kindertrainer-Zertifikat sind es zwei Präsenztage, dazu drei Online-Phasen.

    Das Kindertrainer-Zertifikat umfasst 20 Lerneinheiten, verteilt auf zwei Präsenztage und drei flexible Online-Phasen – je nach Terminlage bist du in wenigen Wochen durch. Die C-Lizenz ist mit 120 Lerneinheiten (DFB-Basis-Coach plus Profilmodul) deutlich umfangreicher und erstreckt sich über mehrere Wochen bis wenige Monate.

    Nein – und das ist gewollt, denn Kindertraining lernst du auf dem Platz. Die Theorie des Kindertrainer-Zertifikats bearbeitest du aber zeitlich flexibel über den Online-Campus des DFB (edubreak), nur die zwei Präsenztage bleiben Pflicht. Auch die C-Lizenz kombiniert Online-Phasen mit Präsenzblöcken.

    In Österreich ist das ÖFB-D-Diplom (früher Kindertrainerdiplom) mit 40 Unterrichtseinheiten der Einstieg; es läuft über die Landesverbände, Mindestalter 16 Jahre, Abschluss nach sechs Monaten Praxis mit einer Prüfung. In der Schweiz führt der sechstägige D-Diplom-Kurs („J+S Fussball Kindersport“) zum Einstieg für G-, F- und E-Junioren; Voraussetzung sind 17 Jahre und der Einsteigerkurs. Danach steht der Weg zum C-Basic offen.

    Im Kinderfußball auf Kreisebene in aller Regel gar nicht: Die DFB-Ausbildungsordnung sieht nur vor, dass jeder Verein mindestens einen Trainer mit gültiger Lizenz beschäftigen soll. Lizenzpflichten gibt es erst in höheren Jugend-Spielklassen, und die regeln DFB-Jugendordnung und Landesverbände unterschiedlich. Im Hessischen Fußball-Verband braucht zum Beispiel der Trainer einer A-, B- oder C-Junioren-Mannschaft in der Verbandsliga 2026/27 mindestens die C-Lizenz.

    Nein. Das Kindertrainer-Zertifikat ist nach der DFB-Ausbildungsordnung ein zertifizierter Lehrgang als Vorstufe, die erste Lizenzstufe ist die C-Lizenz. Umsonst ist der Aufwand trotzdem nicht: Das Zertifikat bleibt unbegrenzt gültig und wird mit vollen 20 Lerneinheiten auf die C-Lizenz im Profil Kinder angerechnet.

    Nein. Für das Kindertrainer-Zertifikat genügt laut DFB-Ausbildungsordnung die aktive Teilnahme, einen Leistungsnachweis gibt es nicht. Anders beim DFB-Basis-Coach, dem ersten Baustein der C-Lizenz: Dort führst du zusätzlich ein Training mit deiner eigenen Mannschaft durch. Achte aber auf die Anwesenheitsregeln – der Südwestdeutsche Fußballverband etwa verlangt die Teilnahme an allen Lerneinheiten.

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