Sechser-Training: Absichern und Verteilen (U16/U17)
Diese Übung trainiert den Sechser als Anker im Zentrum: Absichern in der Restverteidigung, ständiges Anbieten und schnelles Verteilen unter Druck. Ideal für U16/U17 mit klaren Regeln, Variationen und Coaching-Punkten.
Übungsname und Ziel
Übungsname: Sechser-Training: Absichern & Verteilen (U16/U17)
Ziel der Übung: Der Sechser (defensiver Mittelfeldspieler) lernt, sich in Ballbesitz optimal abzusichern (Restverteidigung), ständig anspielbar zu sein und nach Ballgewinn oder Zuspiel schnell und sauber zu verteilen. Gleichzeitig trainiert das Team typische Anschlussaktionen: Drehen unter leichtem Druck, Pass in den Zwischenraum oder Verlagerung.
Warum ist das so wichtig? In U16/U17 wird das Zentrum oft aggressiv zugestellt – und genau dann entscheidet der Sechser mit Körperstellung, Scan (Blick über die Schulter) und Tempo im Passspiel.
Wenn du das Thema Absicherung grundsätzlich vertiefen willst, hilft dir auch unser Artikel zur Restverteidigung einfach erklärt (U12+).
Organisation: Material, Spieleranzahl, Dauer
Material (nur das Nötigste):
- 12–16 Hütchen/Markierungsteller (Feld + Zonen)
- 6–10 Leibchen (2 Teams)
- 3–5 Bälle (zum schnellen Weiterlaufen)
- 2 Minitore oder 2 Hütchentore
Spieleranzahl:
- Minimum: 8 (4 vs. 4 + 1 neutraler Sechser, dann rotieren)
- Optimal: 10–12 (5 vs. 5 + 1 neutraler Sechser)
- Maximum sinnvoll: 14 (6 vs. 6 + 1 neutraler Sechser)
Dauer: 20–25 Minuten (Hauptteil). Tipp: Starte davor mit einem passenden Warm-up, z. B. aus dem Guide Aufwärmen im Kinderfußball - So geht es richtig.
Feldgröße: ca. 25 x 20 m, plus Sechser-Zone (z. B. 8 x 20 m) in der Mitte.
Aufbau
- Markiere ein Rechteck (25 x 20 m).
- In der Mitte markierst du eine Sechser-Zone (breit wie das Feld, ca. 8 m tief).
- Stelle an beiden Grundlinien je ein Minitore/Hütchentor auf.
- Spiele Team Blau vs. Team Rot im Feld.
- Ein Spieler ist als neutraler Sechser in der Mittelzone (spielt immer mit Ballbesitzteam).
Schritt-für-Schritt Anleitung
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Start & Regeln erklären (30–60 Sek.)
- Ziel: Ball zirkulieren lassen und über den Sechser Lösungen finden.
- Der Sechser ist neutral und spielt immer mit dem Team in Ballbesitz.
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Ballbesitzphase: Sechser als Anker
- Das ballbesitzende Team versucht, den Sechser in der Zone anzuspielen.
- Punktregel: Ein Tor zählt nur, wenn vorher mindestens ein Pass über den Sechser gelaufen ist.
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Absichern (Restverteidigung) als Pflichtaufgabe
- Sobald der Ball beim Sechser ist, müssen mindestens 2 Spieler hinter dem Ball bleiben (z. B. Innenverteidiger/ Außenverteidiger-ähnlich).
- Frage an dich als Trainer: Stehen die Absicherer so, dass sie Konterpässe sofort stoppen können?
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Verteilen unter Druck
- Nach Zuspiel auf den Sechser darf ein Gegner in die Zone nachrücken (leichter Druck).
- Der Sechser hat maximal 2 Kontakte (Beginner-Variante: 3 Kontakte) und soll:
- klatschen lassen,
- aufdrehen,
- oder verlagern.
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Umschalten bei Ballverlust
- Bei Ballgewinn spielt das neue Ballbesitzteam sofort weiter.
- Extrapunkt, wenn nach Ballgewinn innerhalb von 6 Sekunden ein Abschluss entsteht.
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Rotation
- Alle 2–3 Minuten wechselt der neutrale Sechser, damit mehrere Spieler die Rolle erleben.
Variationen (für verschiedene Altersgruppen)
Variation 1: U14/U15 (leichter)
- Sechser hat 3 Kontakte.
- Gegner darf erst in die Zone, wenn der Sechser den ersten Kontakt gemacht hat.
- Tore zählen nach 2 Pässen über den Sechser (mehr Wiederholungen, mehr Sicherheit).
Variation 2: U16/U17 (Standard)
- Sechser 2 Kontakte, Gegner darf sofort nachrücken.
- Zusätzliche Regel: Sechser muss vor Ballannahme mindestens einmal scannen (Trainer-Trigger: „Schulterblick!“).
Variation 3: U17/U19 (schwerer)
- Sechser 1–2 Kontakte, Gegner darf mit 2 Spielern in die Zone pressen.
- Bonuspunkt, wenn der Sechser einen vertikalen Pass in eine Abschlusszone spielt.
Wenn du zusätzlich das Verhalten in direkten Duellen schärfen willst, kombiniere das Thema mit 1 gegen 1 Situationen meistern als Vorübung.
Coaching-Tipps (was du konkret coachen solltest)
- Körperstellung offen: Der Sechser soll so stehen, dass er beide Spielrichtungen sieht (halboffen zur Spielfeldmitte).
- Scan vor dem Ball: Vor dem Zuspiel 1–2 Schulterblicke: Wo ist Druck, wo ist Raum?
- Passqualität: Flach, scharf, in den Lauf – keine „toten“ Zuspiele in den Fuß, wenn Druck kommt.
- Absicherung organisieren: Hinter dem Ball Dreiecke herstellen (Sechser + 2 Absicherer). Wer sichert Tiefe, wer sichert Breite?
Häufige Fehler & schnelle Korrekturen
- Fehler: Sechser steht „auf einer Linie“ mit dem Passempfänger.
- Korrektur: 2–3 Meter seitlich versetzen, um eine passfähige Dreiecksform zu schaffen.
- Fehler: Erster Kontakt Richtung Gegnerdruck.
- Korrektur: Ersten Kontakt weg vom Druck oder direkt klatschen lassen.
- Fehler: Absicherung rückt zu früh nach und öffnet Konterraum.
- Korrektur: Klare Regel: Mindestens zwei bleiben hinter dem Ball, bis der Angriff stabil ist.