Spielzeit im Jugendfußball - Alle Altersklassen
Die Spielzeit im Jugendfußball ist je nach Altersklasse und Spielform kürzer als bei Erwachsenen. Hier findest du typische Richtwerte, Beispiele und wichtige Zusammenhänge wie Wechsel und Unterbrechungen.
KI-generiertes SymbolbildSpielzeit im Jugendfußball bezeichnet die festgelegte Dauer eines Spiels (inklusive Halbzeiten und ggf. Pausen) in den verschiedenen Altersklassen – angepasst an Belastbarkeit, Konzentrationsspanne und Lernziele der Kinder.
Spielzeit-Tabelle: Alle Altersklassen im Überblick
Die wichtigste Frage zuerst – so lange dauert ein Spiel nach der DFB-Jugendordnung (D- bis A-Junioren: § 8; G- bis E-Junioren: DFB-Spielformen nach Anhang IV JO):
| Altersklasse | Jahrgang (ca.) | Spielzeit | Übliche Spielform |
|---|---|---|---|
| G-Junioren (Bambini) | 2020 und jünger (U7) | DFB-Spielformen (Anhang IV JO): 2 gegen 2 bis zu 7 Durchgänge à max. 5 Min.; 3 gegen 3 bis zu 7 × 7 Min. | Festival: mehrere Kurzspiele (2 gegen 2/3 gegen 3) |
| F-Junioren | 2018/2019 (U9/U8) | DFB-Spielformen (Anhang IV JO): Mini-Tore bis zu 7 Durchgänge à max. 10 Min.; Kleinfeld 6 × 10–12 Min. | Festival/Kleinfeld (3 gegen 3 bis 5 gegen 5) |
| E-Junioren | 2016/2017 (U11/U10) | DFB-Spielformen (Anhang IV JO): Ligaspielbetrieb 4 × 15 Min. oder optional 2 × 25 Min.; Festivals/Turniere 6 × 10–12 Min. | 7 gegen 7 bzw. 6 gegen 6, 5 gegen 5 oder 4 gegen 4 (Anhang IV JO) |
| D-Junioren | 2014/2015 (U13/U12) | 2×30 Min. | 9 gegen 9, 8 gegen 8 oder 7 gegen 7 (je nach Verband) |
| C-Junioren | 2012/2013 (U15/U14) | 2×35 Min. | 11 gegen 11 |
| B-Junioren | 2010/2011 (U17/U16) | 2×40 Min. | 11 gegen 11 |
| A-Junioren | 2008/2009 (U19/U18) | 2×45 Min. | 11 gegen 11 |
Die Jahrgänge gelten für die Saison 2026/27. Es zählt der Jahrgang, nicht das Alter am Spieltag.
Wichtig: Das sind die DFB-Vorgaben. Dein Landesverband kann abweichen – nicht nur bei G- bis E-Junioren, wo seit der Kinderfußball-Reform (Anhang IV, verbindlich seit der Spielzeit 2024/2025) Festival-Formate mit mehreren kurzen Durchgängen (je nach Altersklasse max. 5 bis 12 Minuten) üblich sind, sondern auch in den älteren Jahrgängen: In Sachsen gelten im Landesspielbetrieb 4 × 20 Minuten bei den C-Junioren und 3 × 25 Minuten bei den D-Junioren; auf Kreisebene legt die jeweilige Ausschreibung die Spielzeit fest. Gerade die D-Jugend weicht in vielen Verbänden ab: In Bayern hat das Zwillingsspiel bis zu sechs Abschnitte à 12 Minuten, in der Brandenburger Landesliga gelten 4 × 17,5 Minuten, in Hamburg 4 × 15 (Twin) bzw. 3 × 20 Minuten (Single). Auch die Zahl der Spielabschnitte kann also abweichen – Viertel oder Drittel statt zwei Halbzeiten. Verbindlich sind immer die Durchführungsbestimmungen deines Verbands; die Übersicht dazu findest du bei den Landesverbänden.
Österreich und Schweiz: eigene Spielzeiten
In Österreich und der Schweiz gilt nicht der DFB-Rahmen, sondern das Regelwerk von ÖFB bzw. SFV. Gezählt wird dort in U-Klassen (Österreich) bzw. Kategorien G bis A (Schweiz). So lange dauert ein Spiel in der Saison 2026/27:
| Verband | Altersstufe | Spielzeit |
|---|---|---|
| ÖFB | U6 | 1 × 6 Min. (höchstens 7 Spiele) |
| ÖFB | U7/U8 | 1 × 8 Min. (höchstens 7 Spiele) |
| ÖFB | U9/U10 | 4 × 12 Min. |
| ÖFB | U11/U12 | 3 × 20 Min. |
| ÖFB | U13 | 3 × 25 Min. |
| ÖFB | U14/U15 | 2 × 40 Min. |
| ÖFB | U16 bis U19 | 2 × 45 Min. |
| SFV | G | 10 Min. pro Spiel, Turnier insgesamt 120 Min. |
| SFV | F | 12 Min. pro Spiel, Turnier insgesamt 120 Min. |
| SFV | E | 8–10 Min. (3 gegen 3) bzw. 15 Min. (6 gegen 6) je Runde, Turnier insgesamt 120 Min. |
| SFV | D-7 und D-9 | 4 × 20 Min. (Pausen 3, 10 und 3 Min.) |
| SFV | C bis A | 2 × 45 Min. |
In Österreich liegen zwischen den Spielen der U6 bis U8 je 3 Minuten Pause (nach drei Spielen 10 Minuten), in der U9 bis U12 je 5 Minuten, ab der U13 dauert die Pause 10 Minuten.
Zu jeder Spielform gehört auch eine passende Grundordnung. Welche Aufstellungen und Spielsysteme in welcher Altersklasse gespielt werden – vom 7er bis zum 11er – findest du im Überblick zu den Fußball-Aufstellungen und Spielsystemen.
Welche Jahrgänge in der Saison 2026/27 zu welcher Altersklasse gehören und wie dort gespielt wird, erklären die Beiträge zur G-Jugend, F-Jugend, E-Jugend, D-Jugend, C-Jugend, B-Jugend und A-Jugend.
Was bedeutet „Spielzeit" im Jugendfußball?
Die Spielzeit ist nicht einfach „wie lange gespielt wird", sondern ein wichtiges Steuerungsinstrument: Kinder sollen häufig am Ball sein, Entscheidungen treffen und Erfolgserlebnisse sammeln – ohne körperlich zu überlasten. Deshalb sind Spiele im Kinder- und Jugendfußball kürzer als im Erwachsenenbereich und werden je nach Verband, Spielform (z. B. 3 gegen 3, 5 gegen 5, 7 gegen 7, 9 gegen 9, 11 gegen 11) und Altersklasse geregelt.
Typisch ist:
- Ab der D-Jugend zwei Halbzeiten mit Pause; die E-Jugend spielt im Ligaspiel laut DFB vier Viertel à 15 Minuten (wahlweise 2 × 25), Bambini und F-Jugend viele kurze Spiele auf Festivals
- In Turnierformen oft mehrere kurze Spiele statt eines langen Spiels
- Je jünger die Kinder, desto wichtiger sind viele Ballaktionen statt lange Laufwege
Warum die Staffelung? Kinder in jüngeren Jahrgängen ermüden schneller und ihre Aufmerksamkeit schwankt stärker. Kürzere Spielzeiten helfen, dass Technik, Mut und Spielfreude im Vordergrund stehen.
Halbzeitpause, Nachspielzeit und Verlängerung
Halbzeitpause: Nach den Fußballregeln darf die Halbzeitpause höchstens 15 Minuten dauern. Im Jugendbereich regelt dein Verband die Pausen – in Berlin zum Beispiel höchstens 15 Minuten, in der Bremer E-Jugend-Liga 2 Minuten nach dem 1. und 3. Viertel und 10 Minuten zur Halbzeit. Bei Festivals sieht der DFB-Leitfaden drei Minuten Pause zwischen den Spielrunden vor; manche Verbände nennen etwa zwei Minuten.
Nachspielzeit: Wie viel nachgespielt wird, bestimmt der Schiedsrichter in jeder Halbzeit – etwa für Auswechslungen, Verletzungen oder Zeitschinden. Bei der F-Jugend und jünger wird ohne Schiedsrichter gespielt, dort spielt Nachspielzeit praktisch keine Rolle.
Verlängerung: Nur in Pokal- und Entscheidungsspielen ein Thema. Gibt es eine Verlängerung, dauert sie laut DFB höchstens 2 × 15 Minuten (A-Jugend), 2 × 10 Minuten (B-Jugend) bzw. 2 × 5 Minuten (alle jüngeren). Ob überhaupt verlängert wird oder direkt das Elfmeterschießen folgt, regelt die Spielordnung deines Verbands – in Niedersachsen zum Beispiel gibt es für E- bis G-Jugend keine Verlängerung. In Österreich ist eine Verlängerung im Nachwuchsfußball grundsätzlich unzulässig.
Sonderfall Halle und Turnier
In der Halle und bei Turnieren gelten eigene Spielzeiten: In der Halle dauert ein Turnierspiel laut DFB bei Bambini 5–7 Minuten, bei F- und E-Jugend (3 gegen 3, 4 gegen 4) 10–12 Minuten, ab 5 gegen 5 bis 15 Minuten – dafür mit mehreren Spielen pro Team und Tag. Ligaspiele in der Halle dauern in der D-Jugend mindestens 2 × 25 Minuten, ab der C-Jugend mindestens 2 × 30 Minuten (jeweils brutto, DFB-Futsal-Ordnung). Für Turniere setzt der DFB außerdem Grenzen: An einem Turniertag darf eine Mannschaft höchstens 180 (A), 160 (B), 140 (C), 120 (D), 100 (E) bzw. 80 Minuten (F und G) spielen; ein einzelnes Spiel dauert mindestens 20 (A, B), 15 (C, D) bzw. 10 Minuten (E bis G). Die Gesamtbelastung pro Kind sollte dabei im Blick bleiben – Details zu Spielzeiten und Wechselregeln in der Halle erklärt Hallenturnier: Auswechslungen & Spielzeiten.
Dabei gilt: Die Belastung entsteht durch die Summe der Spiele, nicht durch ein einzelnes langes Match. Ein Turnier mit 6 Spielen à 10 Minuten ergibt 60 Minuten Spielzeit – verteilt über 2–3 Stunden. Für Kinder ist das oft anstrengender als ein einzelnes Spiel, weil die Spannung ständig neu hochfährt und zwischen den Spielen Wartezeiten liegen.
Praxisbeispiele aus dem Kinderfußball
Stell dir ein E-Jugend-Spiel vor: Irgendwann lässt bei vielen Kindern die Konzentration nach. Wird dann clever gewechselt, bleiben Tempo und Lernqualität hoch. Genau hier hängen Spielzeit und Wechselregeln zusammen. Wie oft und wie in den einzelnen Landesverbänden gewechselt werden darf, erklärt der Beitrag zu den Auswechselregeln im Jugendfußball (DACH); wie ein Wechsel ohne Spielunterbrechung abläuft, zeigt Fliegender Wechsel: Regeln im Kinderfußball.
Für Trainer haben sich dabei drei einfache Wechselmodelle bewährt: Blockwechsel (zwei gleich starke Blöcke, die sich abwechseln – ideal bei 5 gegen 5/7 gegen 7), Rotationswechsel (jede/r sitzt kurz, dann wieder rein) und Positionsrotation (Kinder wechseln nicht nur ein und aus, sondern auch die Rollen, etwa Abwehr/Angriff). Wichtig dabei: Fairness schlägt Ergebnisdruck – besonders bis zur E-Jugend. Der DFB empfiehlt für die G- bis E-Jugend, dass jedes Kind möglichst mindestens 75 % der Spielzeit bekommt; das ist ein Richtwert, keine sanktionierte Pflicht.
Oder ein anderes Beispiel: Bei kurzen Bambini-Spielen gibt es viele Anstöße und schnelle Spielwechsel. Das sorgt für Wiederholungen – und Wiederholungen sind im Kinderfußball Gold wert. Wenn du dir unsicher bist, wie das mit Spielbeginn und Seitenwahl läuft, hilft Anstoß und Seitenwahl erklärt.
Wovon hängt die Belastung außerdem ab?
Neben der reinen Spielzeit beeinflussen auch diese Punkte, wie anstrengend ein Spiel wirklich ist:
- Spielfeldgröße und Spielerzahl: Kleineres Feld = mehr Aktionen, aber auch mehr Richtungswechsel – die Maße je Altersklasse stehen in Spielfeldgrößen nach Altersklasse
- Wetter und Untergrund: Hitze oder Kunstrasen können anstrengender sein
- Spielniveau: Intensivere Spiele fühlen sich „länger" an
- Regeln rund um Unterbrechungen: Freistöße, Einwürfe, Verletzungspausen
Gerade Standardsituationen sind für Kinder oft Lernmomente: Wo steht der Ball? Wie weit muss die Mauer weg? Dazu passt Freistoß – Regeln und Arten im Kinderfußball.
Verwandte Begriffe
- Halbzeit: Abschnitt der Spielzeit, meist zwei pro Spiel
- Nachspielzeit: Zeit, die der Schiedsrichter am Ende einer Halbzeit für Unterbrechungen anhängt
- Turnier-/Festivalmodus: Viele kurze Spiele statt einer langen Partie
- Wechselkontingent: Wie oft und wie gewechselt werden darf (siehe Auswechslungen im Kinderfußball)
Fazit: Warum die richtige Spielzeit so wichtig ist
Die passende Spielzeit sorgt dafür, dass Kinder gesund bleiben, Spaß haben und sich fußballerisch entwickeln. Für dich als Trainer oder Elternteil gilt: Schau in die Ausschreibung deines Verbands – und beobachte dein Team. Lässt die Konzentration nach? Dann helfen Wechsel, klare Pausen und kindgerechte Spielrhythmen.
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Häufig gestellte Fragen
Ähnliche Begriffe im Lexikon
Spielfeldgrößen nach Altersklasse
Spielfeldgrößen nach Altersklasse beschreiben, wie groß das Fußballfeld je nach Alter im Jugendfußball sein sollte.
Nachspielzeit
Nachspielzeit (englisch „added time“) ist die zusätzliche Spielzeit am Ende einer Halbzeit, die der Schiedsrichter draufrechnet, um Zeitverluste auszugleichen.
Auswechslungen im Kinderfußball
Auswechslungen im Kinderfußball sind das Ein- und Auswechseln von Spielerinnen und Spielern während eines Spiels – nach den jeweils gültigen Wettbewerbs- und Altersklassenregeln.
Mannschaftsgrößen im Jugendfußball
Die Mannschaftsgröße im Jugendfußball beschreibt, mit wie vielen Kindern pro Team ein Spiel gespielt wird – also zum Beispiel 3 gegen 3, 5 gegen 5 oder 9 gegen 9.
Fliegender Wechsel
Ein fliegender Wechsel bedeutet: Spieler dürfen während des laufenden Spiels ein- und ausgewechselt werden, ohne dass das Spiel dafür unterbrochen wird.