Fußballregeln

    Anstoß und Seitenwahl erklärt

    Anstoß und Seitenwahl regeln, wie ein Fußballspiel startet und welches Team auf welches Tor spielt. Hier bekommst du eine einfache Erklärung mit Beispielen aus dem Kinderfußball und passenden Regel-Links.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 26. Okt. 2026 · 7 Min.
    KI-generiertes Symbolbild

    Anstoß und Seitenwahl sind die Regeln, die festlegen, wie ein Spiel beginnt (oder nach einem Tor fortgesetzt wird) und welches Team zu Beginn auf welches Tor spielt.

    Was bedeutet „Anstoß“ im Fußball?

    Der Anstoß ist die Spielfortsetzung vom Mittelpunkt. Er passiert:

    • zu Spielbeginn (1. Halbzeit)
    • zu Beginn der 2. Halbzeit
    • nach jedem Tor

    Wichtig für die Anstoß-Regeln im Fußball: Beim Anstoß liegt der Ball auf dem Mittelpunkt, und erst wenn er gespielt wurde, ist der Ball im Spiel. In den meisten Wettbewerben gilt: Der Ball ist im Spiel, sobald er getreten wurde und sich klar bewegt.

    Die wichtigsten Anstoß-Regeln – einfach erklärt

    Damit Kinder, Eltern und Trainer schnell den Überblick haben:

    • Der Ball liegt genau auf dem Mittelpunkt.
    • Die Spieler des Teams ohne Anstoß müssen Abstand halten (in der Regel 9,15 m, also außerhalb des Mittelkreises). Auf kleineren Feldern verkürzen Verbände das, zum Beispiel auf 5 m in der D- und Liga-E-Jugend in Berlin, im Kleinfeld der D-Jugend in Bayern und auf den verkleinerten Feldern in Mecklenburg-Vorpommern; im Futsal sind es 3 m.
    • Der Schiedsrichter gibt das Zeichen (Pfiff oder Handzeichen).
    • Das Team mit Anstoß spielt den Ball an – danach darf ganz normal weitergespielt werden.

    Merke: Ein Tor direkt aus dem Anstoß ist nach den offiziellen Regeln möglich, wenn der Ball korrekt ins gegnerische Tor geschossen wird. Im Kinderfußball wird das selten versucht und ist nicht überall erlaubt: In Kärnten etwa zählt in U9/U10 kein Tor direkt aus dem Anstoß.

    Anstoß-Regeln im Detail: Die häufigsten Fragen

    Darf der Anstoß nach hinten gespielt werden?

    Ja. Regel 8 der IFAB-Spielregeln schreibt keine Richtung vor: Der Ball ist im Spiel, sobald er mit dem Fuß gespielt wurde und sich eindeutig bewegt. Viele Teams spielen den Anstoß deshalb direkt zurück in die eigene Hälfte. Wichtig ist nur, dass beim Anstoß alle Spieler außer dem ausführenden Kind in ihrer eigenen Spielfeldhälfte stehen.

    Wer hat nach einem Tor Anstoß?

    Immer die Mannschaft, die das Tor kassiert hat. Zur zweiten Halbzeit stößt das Team an, das vor dem Spiel entschieden hat, auf welches Tor es in der ersten Halbzeit spielt. Auch eine Verlängerung beginnt mit einem Anstoß.

    Was passiert, wenn beim Anstoß etwas schiefgeht?

    • Doppelberührung: Spielt das ausführende Kind den Ball ein zweites Mal, bevor ein anderer Spieler ihn berührt hat, gibt es indirekten Freistoß für den Gegner – bei einem Handspiel direkten Freistoß.
    • Ball geht direkt ins eigene Tor: Das zählt nicht als Eigentor, der Gegner bekommt einen Eckstoß.
    • Alle anderen Fehler, etwa ein Kind in der gegnerischen Hälfte oder ein Gegner, der zu früh in den Mittelkreis läuft: Der Anstoß wird wiederholt.

    Anstoß im Kinderfußball: nicht überall gleich

    In den Kinderfußball-Spielformen gibt es teils eigene Regeln. In den Festivalformen des DFB (2 gegen 2 bis 5 gegen 5) gibt es gar keinen Anstoß: Nach einem Gegentor wird von der Grundlinie eingedribbelt oder eingepasst, die andere Mannschaft zieht sich aus der Schusszone bzw. hinter die Mittellinie zurück. Die Landesverbände setzen das unterschiedlich um (Stand Saison 2026/27):

    VerbandSpielbeginnNach einem Tor
    Hamburg (HFV), G bis EFair-Play-Anstoß: Pass zum Gegner und zurück, wer beginnt, entscheidet Schere-Stein-Papierauf Minitore: Eindribbeln von der eigenen Grundlinie; auf 5-m-Tore: Anstoß
    Hessen (HFV), G und F (Spielfeste 3 gegen 3, 4 gegen 4)Anstoß als Dribbling oder Pass von der eigenen GrundlinieDribbling oder Pass von der Grundlinie, Torschützenteam hinter der Mittellinie
    Bayern (BFV), Minifußball G bis E„Rücken an Rücken“ in der Mitte, Ballbesitz ab Torlinie oder Einwerfen von der Seitekein Anstoß: Losdribbeln oder Einkick aus dem eigenen Torraum
    Sachsen (SFV), F und Eohne Torwart von der Grundlinie, mit Torwart an der Mittelliniewie Spielbeginn
    Niedersachsen (NFV), G bis EFair-Play-Anstoß empfohlen (Rahmenrichtlinien)verbindlich ist die Kreisausschreibung
    Berlin (Liga-E), Bremen (E), Rheinland (E5/E7)AnstoßAnstoß wie auf dem Großfeld

    Ab der D-Jugend gilt fast überall der normale Anstoß nach Regel 8. Frag vor dem ersten Spieltag kurz nach, wie es in eurem Verband läuft.

    Was ist die Seitenwahl?

    Bei der Seitenwahl wird vor dem Spiel entschieden, welches Team auf welches Tor spielt. Das passiert meist durch einen Münzwurf.

    Typischer Ablauf:

    • Kapitäne (oder ein Kind pro Team) kommen zum Schiedsrichter.
    • Münzwurf: Kopf oder Zahl.
    • Der Gewinner entscheidet:
      • Seite wählen (welches Tor in Halbzeit 1), oder
      • Anstoß wählen.
    • Das andere Team bekommt die jeweils andere Option.

    Zur 2. Halbzeit werden die Seiten gewechselt – das sorgt für Fairness (z. B. bei Wind, Sonne oder unebenem Platz).

    Beispiele aus dem Kinderfußball

    Wie sieht das in der Praxis aus – gerade bei Bambini, F- oder E-Jugend?

    • Bambini-Spieltag: Oft gibt es keinen „klassischen“ Kapitän. Der Trainer schickt ein Kind zur Seitenwahl. Wichtig ist, dass es spielerisch bleibt: kurze Erklärung, keine lange Wartezeit.
    • F-Jugend im Festival: Einen Anstoß gibt es hier meist nicht. Nach einem Tor dribbelt das andere Team von der Grundlinie ein, während sich die Torschützen zurückziehen. Als Trainer solltest du darauf achten, dass die Kinder nicht direkt in den Gegner „reinlaufen“.
    • E-Jugend im 7 gegen 7 mit Schiedsrichter: Hier wird der Anstoß meist schon regelgetreu durchgeführt. Eine kurze Erinnerung wie „Erst auf den Pfiff!“ hilft vielen Kindern.

    Du willst dein Kind auf den ersten Spieltag vorbereiten? Dann hilft dir die Eltern-Checkliste: Das erste Fußballspiel mit typischen Abläufen und kleinen Praxis-Tipps.

    Verwandte Begriffe (und warum sie dazu passen)

    Typische Fehler – und wie du sie schnell löst

    • Kinder laufen zu früh los: Klare Ansage: „Warten bis zum Pfiff.“
    • Ball liegt nicht auf dem Mittelpunkt: Kurz korrigieren, dann starten.
    • Gegner steht zu nah: Freundlich erinnern, Abstand herstellen – gerade im Kinderfußball zählt der Lerneffekt.

    Weitere Regeln im Kinderfußball

    Häufig gestellte Fragen

    Ja. Nach den offiziellen Fußballregeln ist ein Tor direkt aus dem Anstoß möglich, wenn der Ball korrekt vom Mittelpunkt gespielt wird und ins gegnerische Tor geht; ins eigene Tor ergibt es Eckstoß. Im Kinderfußball wird das selten bewusst versucht, und einzelne Verbände schließen es aus, etwa Kärnten in U9/U10.

    Der Seitenwechsel sorgt für Fairness. Faktoren wie Sonne, Wind oder ein unebener Platz können Vorteile bringen. Durch den Wechsel hat jedes Team diese Bedingungen jeweils einmal.

    Das Team, das den Münzwurf gewinnt, darf wählen: entweder die Platzseite für die 1. Halbzeit oder den Anstoß. Das andere Team bekommt automatisch die verbleibende Option.

    Ja. Die IFAB-Spielregeln schreiben für den Anstoß keine Richtung vor. Der Ball ist im Spiel, sobald er mit dem Fuß gespielt wurde und sich eindeutig bewegt. Ein Pass direkt zurück in die eigene Hälfte ist also erlaubt, solange beim Anstoß alle anderen Spieler in ihrer eigenen Hälfte stehen.

    Nach einem Tor stößt immer die Mannschaft an, die das Tor kassiert hat. So steht es in Regel 8 der IFAB-Spielregeln. In den Festivalformen des Kinderfußballs gibt es nach einem Tor dagegen keinen Anstoß: Das Team, das das Tor kassiert hat, dribbelt oder passt von der eigenen Grundlinie ein, die Torschützen ziehen sich zurück.

    Ähnliche Begriffe im Lexikon

    anstoß fußball regeln
    seitenwahl fußball
    anstoß kinderfußball
    spielbeginn fußball
    spielfortsetzung regeln