Sprungkraft verbessern: 7 Plyometrie-Übungen (U16/U17)
Mit 7 einfachen Plyometrie-Stationen verbesserst du Sprungkraft und Explosivität in der U16/U17 sicher und strukturiert. Inklusive Aufbau, Variationen und Coaching-Cues für saubere Landungen.
Sprungkraft ist im modernen Jugendfußball ein echter Leistungstreiber: Kopfballduelle, Antritt nach dem ersten Kontakt, Richtungswechsel und der „zweite Ball“ profitieren von explosiven Beinen. Damit Plyometrie (Sprung- und Schnellkrafttraining mit kurzen Bodenkontaktzeiten) in der U16/U17 sicher wirkt, gilt: Qualität vor Quantität. Bist du bereit, lieber 5 perfekte Sprünge zu coachen als 30 schlampige?
Übungsname & Ziel
Übungsname: Sprungkraft verbessern – 7 Plyometrie-Stationen (U16/U17 Beginner)
Ziel:
- Explosivkraft in Sprung und Abdruck verbessern
- Reaktivkraft (kurzer Bodenkontakt) schulen
- Stabilität in Knie/Hüfte/Knöchel für saubere Landungen entwickeln
- Übertrag auf fußballtypische Aktionen (Duelle, Sprints, Abschlüsse)
Tipp zur Einordnung: Wenn du zusätzlich die Schussleistung steigern willst, kombiniere die Einheit später mit unserem Beitrag zur Schusskraft steigern: 7 Übungen ohne Geräte (U12–U17).
Material, Spieleranzahl, Dauer
Material:
- 8–12 Markierungshütchen
- 4–8 flache Markierungsscheiben (oder Linien auf dem Platz)
- 1–2 kleine Kästen/Step-Boxen (ca. 20–40 cm) oder niedrige Bank (optional)
- 1 Koordinationsleiter (optional)
Spieleranzahl: min. 2, ideal 8–16 (Stationstraining)
Dauer: 20–25 Minuten (als Athletikblock im Training)
- 5 Min Erklären/Einrichten
- 12–16 Min Stationen
- 3–4 Min kurze Pausen/Wechsel
Aufbau
Richte 7 Stationen im Abstand von 5–8 m ein. Pro Station arbeiten 1–3 Spieler, die übrigen stehen an (kurze Wartezeiten sind okay – Plyometrie braucht Pausen).
Belastungssteuerung (Beginner):
- 2 Runden
- pro Station 5–8 Wiederholungen (oder 10–15 Sekunden)
- Pause zwischen Wiederholungen: 10–20 Sekunden
- Pause beim Stationswechsel: 30–45 Sekunden
Schritt-für-Schritt Anleitung (7 Stationen)
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Station 1: Sprung-Landung (Stick Landing)
- Spieler springt beidbeinig vorwärts über eine Linie.
- Landung: Knie leicht gebeugt, Hüfte stabil, Oberkörper ruhig.
- 2 Sekunden „einfrieren“ (Kontrolle).
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Station 2: Skater Jumps (seitliche Sprünge)
- Seitlich von Bein zu Bein springen.
- Freies Bein bleibt in der Luft, Landung stabil.
- Fokus: Knie zeigt nach vorne, nicht nach innen kollabieren.
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Station 3: Hocksprünge (Squat Jumps)
- Start in halber Kniebeuge.
- Explosiv nach oben springen, weich landen, direkt neu ausrichten.
- Kein „zweites Nachfedern“ – eine saubere Landung.
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Station 4: Linien-Hops (schnelle kleine Sprünge)
- Beidbeinig schnell über eine Linie hin und her.
- Ziel: kurzer Bodenkontakt, leise Landung.
- 10–15 Sekunden, dann Pause.
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Station 5: Box Step-Off + Vertikalsprung (optional Box)
- Von der Box/Bank kontrolliert heruntersteigen (kein Springen!).
- Nach dem Bodenkontakt sofort vertikal abspringen.
- Beginner: niedrige Höhe, perfekte Technik.
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Station 6: Einbeinige Vorwärts-Hops (rechts/links)
- 3–5 kleine Sprünge auf einem Bein nach vorn.
- Danach Beinwechsel.
- Fokus: Stabiler Fußaufsatz, Hüfte bleibt „gerade“.
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Station 7: Leiter/Markierungen – Quick Feet + Sprung
- 4–6 schnelle Kontakte durch Leiter/Markierungen.
- Direkt danach 1 maximaler Sprung (vertikal oder vorwärts).
- Übertrag: schnelle Füße → explosiver Abdruck.
Variationen für verschiedene Altersgruppen
Für U14/U15 (leichter)
- Weniger einbeinige Sprünge, mehr Stick Landings
- Station 5 ohne Box (nur Landung + Sprung aus dem Stand)
- Wiederholungen reduzieren: 4–6 pro Station
Für U18/Leistungsorientiert (schwerer)
- 3 Runden statt 2
- Station 4 als reaktive Hops (noch kürzere Kontakte)
- Station 6 mit Richtungswechsel (z. B. 2 vor, 1 zurück)
Für gemischte Leistungsstände in der U16/U17
- Zwei Schwierigkeitsstufen pro Station markieren (z. B. kurze vs. lange Sprungdistanz)
- Stärkere Spieler bekommen „Qualitätsaufgabe“: gleicher Sprung, aber leiser und stabiler landen
Coaching-Tipps (damit Plyometrie wirklich wirkt)
- Technik vor Höhe/Weite: Ein sauberer Sprung bringt mehr als ein weiter Sprung mit instabiler Landung.
- Knie-Hüfte-Fuß in Linie: Achte darauf, dass das Knie bei der Landung nicht nach innen fällt.
- Leise Landung: „Leise“ ist ein super Coaching-Cue für kontrollierte Kräfteaufnahme.
- Pausen sind Training: Plyometrie ist kein Konditionszirkel. Gib bewusst Zeit für Erholung.
Wenn du die Einheit in ein komplettes Trainingsdesign einbetten willst, kombiniere sie mit einer fußballspezifischen Abschlussform wie Torschuss aus der Bewegung. Und für jüngere Teams, die Athletik spielerischer brauchen, passt als Alternative Athletik ohne Laufen: 8 Spiele (U7–U13).
Häufige Fehler (und schnelle Korrekturen)
- Zu viele Wiederholungen: Reduziere Umfang, erhöhe Qualität.
- „Plumpsen“ bei der Landung: Distanz/Höhe verringern, erst Landekontrolle.
- Müde Beine im Technikteil: Plyometrie früh im Training platzieren (nach kurzem Warm-up).
FAQ
Wie oft pro Woche ist Plyometrie für U16/U17 sinnvoll?
1–2 Einheiten pro Woche reichen für Beginner meist aus. Wichtig ist mindestens 48 Stunden Abstand zu sehr intensiven Beinbelastungen (z. B. schweres Krafttraining oder Spiel mit hoher Minutenlast).
Braucht dein Team dafür ein Fitnessstudio oder Geräte?
Nein. Viele Übungen funktionieren mit Linien, Hütchen und Markierungen. Eine niedrige Box ist optional, aber nicht zwingend.
Woran erkennst du, dass die Intensität zu hoch ist?
Wenn Landungen laut werden, Knie nach innen kippen oder die Sprunghöhe stark abfällt, ist die Qualität weg. Dann: Pause verlängern, Wiederholungen reduzieren oder auf beidbeinige Varianten zurückgehen.