Ausrüstung

    Stollenschuhe vs. Nocken: Was ist besser?

    Stollen und Nocken sind nicht „besser oder schlechter“, sondern für unterschiedliche Plätze gemacht. Für Kinder sind Nockenschuhe (FG/AG) meist die sichere Allround-Lösung, während Stollen (SG) nur bei sehr weichem Boden sinnvoll sind – wenn erlaubt.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 24. Okt. 2026 · 5 Min.
    KI-generiertes Symbolbild

    Stollenschuhe sind Fußballschuhe mit wenigen, längeren und meist austauschbaren Schraubstollen (SG), während Nockenschuhe fest in die Sohle eingearbeitete, kürzere Nocken haben (FG/AG, als Multinocken TF). Was „besser“ ist, hängt vor allem vom Untergrund, vom Wetter und von den Ausrüstungsregeln im Kinderfußball ab.

    Merke: Für die meisten Kinder sind Nockenschuhe die passende Wahl. In Österreich (U6 bis U12) und in der Schweiz (ab der D-Jugend) schreiben die Verbände feste Nocken bzw. ein Verbot von Stollenschuhen sogar vor, in Berlin gilt an Kinderfußball-Spieltagen 2026/27 „nur Multinoppen“.

    Stollenschuhe vs. Nocken: Wo liegt der Unterschied?

    Im Alltag werden die Begriffe oft durcheinandergeworfen. Gemeint sind aber unterschiedliche Sohlen-Konzepte. Die Zuordnung zum Untergrund folgt dem DFB-Portal fussball.de:

    SohleAufbauUntergrund
    SG (Soft Ground)wenige, längere Schraubstollen, oft aus Metall, wechselbarnasser, tiefer Naturrasen
    FG (Firm Ground)feste Kunststoff-NockenNaturrasen
    AG (Artificial Ground)feste, meist kürzere NockenKunstrasen
    TF (Turf)sehr viele kleine Multinockenharte Böden wie Hartplatz und Rote Asche
    IN/IC (Indoor/Court)flache, glatte GummisohleHalle
    Abb. 1 · Sohlen im Vergleich: SG-Stollen (wenige, länger, oft wechselbar), FG/AG-Nocken (mehr, kürzer, fest), TF-Tausendfüßler (viele kleine Noppen) und IN/IC-Hallensohle (glatt)
    Abb. 1 · Sohlen im Vergleich: SG-Stollen (wenige, länger, oft wechselbar), FG/AG-Nocken (mehr, kürzer, fest), TF-Tausendfüßler (viele kleine Noppen) und IN/IC-Hallensohle (glatt)

    Und wie sicher ist welche Sohle? Hier ist die Studienlage dünn und nicht auf Kinder zugeschnitten. Eine Übersichtsarbeit (Silva und Kollegen, 2017) fand keinen klaren Konsens, sah aber Multinocken-Sohlen (TF) als eher schützend. Eine kinderspezifische Untersuchung zum Verletzungsrisiko je Sohlentyp gibt es nicht. Belegt ist dafür, was die Verbände vorschreiben.

    Was ist im Kinderfußball meistens besser?

    Für die meisten Kinder in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind Nockenschuhe (FG/AG) die praktischere und regelsichere Wahl.

    Vorteile von Nocken (FG/AG)

    • Allround-tauglich: Funktioniert auf den meisten Naturrasenplätzen (trocken bis leicht feucht) und je nach Modell auch auf Kunstrasen.
    • Gleichmäßiger Halt: Die Nocken sind zahlreicher und verteilen den Druck; viele Kinder fühlen sich damit beim Rennen und Abbremsen sicherer.
    • Regelsicher: Wo Verbände die Sohle vorgeben, sind feste Nocken immer zugelassen.

    Wann Stollen sinnvoll sein können (SG)

    Stollenschuhe können helfen, wenn der Platz sehr weich, tief oder matschig ist – typischer „Herbstplatz“. Dann rutschen Kinder mit FG-Nocken manchmal weg. Aber: Im Kinderfußball sind Schraubstollen vielerorts nicht erlaubt.

    Was die Verbände vorschreiben (Saison 2026/27)

    • Regel 4 der Fußballregeln: Schuhe sind Pflicht, eine Vorgabe zu Nocken oder Stollen gibt es nicht. Laut DFB-Erläuterungen dürfen Schuhe andere nur nicht gefährden.
    • Österreich (ÖFB), U6 bis U12: Die Stollen müssen fester Bestandteil der Sohle sein, nicht auswechselbar und aus Gummi, Plastik oder ähnlich weichem Material, also keine Schraubstollen.
    • Schweiz (SFV), D-7, D-9 und C bis A: Stollenschuhe sind verboten. Der Begriff ist nicht definiert, gemeint sind nach Schweizer Sprachgebrauch vermutlich Schraubstollen.
    • Berlin: An Kinderfußball-Spieltagen (G bis E) sind 2026/27 nur Schuhe mit Multinoppen erlaubt.
    • Kreis Südbrandenburg: Bei F-Junioren und jünger sind Schraubstollen verboten.

    Prüfe deshalb vor dem Kauf die Durchführungsbestimmungen deines Verbands bzw. Kreises und die Turnierausschreibung.

    Praxisbeispiele aus dem Kinderfußball

    • U8/U9 auf Naturrasen (Frühjahr): FG-Nocken bieten genug Grip, ohne dass dein Kind „einsinkt“.
    • U11-Spiel nach starkem Regen: Wenn der Rasen richtig weich ist, können SG-Stollen mehr Halt geben – falls Verband und Platz sie zulassen.
    • Training auf Kunstrasen: AG- oder TF-Sohlen sind meist die bessere Wahl. Die gesetzliche Unfallversicherung VBG und der DFB nennen für Kunstrasen Nocken- bzw. Noppenschuhe als geeignet; nur bei sand- oder gummiverfülltem Kunstrasen kommen auch Stollen infrage. Was Kunstrasen sonst für Kinder bedeutet, erklärt Kunstrasen: Verletzungsgefahr, Hitze und Granulat.
    • Hallentraining im Winter: In der Halle sind Stollen und Nocken tabu. Mehrere Verbände schreiben für Hallenturniere ausdrücklich Schuhe ohne Stollen vor, etwa Bayern (Sportschuhe mit abriebfester Sohle) oder Hamburg (nicht färbende Sohle ohne Noppen oder Stollen).

    Du willst beim Kauf nichts vergessen? Nutze unseren Kaufratgeber für Kinder-Fußballschuhe und ergänze ihn mit der Checkliste: Die erste Fußballausrüstung für Kinder.

    Worauf solltest du beim Kauf achten?

    • Untergrund im Verein: Trainiert ihr überwiegend auf Natur- oder Kunstrasen, auf Asche oder in der Halle?
    • Regeln im Verband: Sind Schraubstollen in eurer Altersklasse überhaupt erlaubt?
    • Passform vor Sohle: Zu kleine Schuhe sind ein größerer Fehler als „nicht perfekte“ Nocken.
    • Wechsel der Jahreszeit: Ein zweites Paar (z. B. FG + TF oder FG + Hallenschuh) ist meist sinnvoller als ein SG-Paar.

    Für den Spieltag hilft dir außerdem die Packliste für den Spieltag – dort kannst du auch ein zweites Schuhpaar einplanen. Damit die Schuhe lange halten, lohnt der Blick in Fußballschuhe reinigen und pflegen.

    Verwandte Begriffe (kurz erklärt)

    • FG (Firm Ground): Nocken für trockenen bis leicht feuchten Naturrasen.
    • AG (Artificial Ground): Nocken speziell für Kunstrasen.
    • SG (Soft Ground): Schraubstollen für weichen, nassen Boden.
    • TF (Turf): Viele kleine Multinocken für Hartplätze und Asche.
    • IN/IC: Hallensohle für Indoor.
    • Pflichtausrüstung: Was neben den Schuhen Pflicht ist, steht in Fußball-Ausrüstung: Pflicht oder erlaubt?

    Häufig gestellte Fragen

    Das regelt dein Verband, die Fußballregeln selbst schreiben keine Sohle vor. Der ÖFB verlangt im Kinderfußball (U6 bis U12) feste, nicht auswechselbare Stollen aus weichem Material, der SFV verbietet Stollenschuhe ab der D-Jugend, und in Berlin sind an Kinderfußball-Spieltagen nur Multinoppen erlaubt. Wer unsicher ist, kauft Nockenschuhe (FG/AG).

    Nocken. VBG und DFB nennen für Kunstrasen Nocken- bzw. Noppenschuhe als geeignet, also AG-Sohlen oder Multinocken (TF). Stollen kommen nur bei sand- oder gummiverfülltem Kunstrasen infrage und auch nur, wenn Platzbetreiber und Verband sie zulassen.

    Häufig ja: Ein Paar FG/AG für draußen und ein Paar Hallenschuhe (IN/IC) decken die meisten Trainings- und Spielsituationen ab. Ein SG-Paar ist nur bei sehr weichen Plätzen und passender Regelung sinnvoll.

    Ähnliche Begriffe im Lexikon

    Stollenschuhe vs Nocken
    Fußballschuhe Kinder
    FG AG SG Unterschiede
    Nockenschuhe Kinderfußball
    Fußballschuhe Untergrund