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    Tempodribbling für Kinder

    Mit der „Tempodribbling-Autobahn“ trainieren Kinder kontrolliertes Beschleunigen und sicheres Abbremsen am Ball. Die Übung ist schnell aufgebaut, ideal für Anfänger und leicht für verschiedene Altersgruppen anpassbar.

    Tobias Brenner
    4. Dez. 2025
    Aktualisiert: 12. Jan. 2026
    4 Min.

    Übungsname: Tempodribbling-Autobahn

    Ziel der Übung: Kinder sollen Tempodribbling lernen, also den Ball mit vielen sauberen Kontakten kontrolliert beschleunigen und wieder abbremsen. Im Fokus stehen Kinderfußball Dribbling, Dribbling Technik, Kopf hoch beim Laufen und ein sicheres Ballgefühl bei höherem Tempo. Du trainierst damit außerdem Koordination und Mut, in freie Räume zu dribbeln – genau das, was im Spiel oft den Unterschied macht.

    Organisation & Material

    Benötigte Materialien

    • 12–20 Hütchen (je nach Feldgröße)
    • Pro Kind 1 Ball (optimal), mindestens 1 Ball pro 2 Kinder
    • 1–2 Leibchenfarben (für Varianten)
    • Optional: 2 kleine Tore oder Stangentore

    Spieleranzahl

    • Minimum: 4
    • Maximum: 12 (bei mehr Kindern mehrere „Autobahnen“ aufbauen)

    Dauer

    • 15 Minuten (inkl. kurzer Erklär- und Trinkpause)

    Feldaufbau

    • Baue 2–3 parallele „Autobahnen“: je 12–18 m lang und 2–3 m breit.
    • Markiere in jeder Bahn drei Zonen:
      • Startzone (2 m)
      • Sprintzone (6–10 m)
      • Bremszone (2–3 m)
    • Am Ende jeder Bahn eine Wendemarkierung (Hütchen).

    Schritt-für-Schritt Anleitung

    1. Erklären & vormachen (kurz): Zeig den Kindern: in der Startzone kontrolliert losdribbeln, in der Sprintzone Tempo aufnehmen, in der Bremszone den Ball „einsammeln“ und stoppen.
    2. Startposition: Je Bahn 2–4 Kinder mit Ball hinter der Startlinie. Abstand halten (2–3 m), damit niemand auffährt.
    3. Startzone – Kontrolle: Kind dribbelt locker an, kleine Kontakte (Ball nah am Fuß), Kopf zwischendurch hoch: „Siehst du die freie Autobahn vor dir?“
    4. Sprintzone – Tempo: Auf Kommando („Grün!“) oder beim Überqueren der Linie: Tempowechsel. Jetzt darf der Ball etwas weiter vorgelegt werden, aber weiterhin kontrolliert.
    5. Bremszone – Ball sichern: Auf Kommando („Rot!“) oder an der Markierung: Tempo reduzieren, wieder viele kleine Kontakte, am Ende Stopp (Sohle oder Innenseite).
    6. Wende: Am Endhütchen eine enge Drehung (z. B. mit der Sohle) und zurück in der gleichen Bahn dribbeln.
    7. Wiederholen: 4–6 Durchgänge pro Kind, kurze Pausen einbauen.
    8. Wettbewerb (optional): Wer schafft es, die Sprintzone maximal schnell zu dribbeln, ohne den Ball zu verlieren oder die Bahn zu verlassen?

    Variationen für verschiedene Altersgruppen

    Für Bambini (U6/U7)

    • Bahn breiter (3–4 m), kürzer (8–12 m)
    • Fokus: Ball am Fuß halten statt Maximalspeed
    • Spielidee: Ampelspiel („Grün = schneller, Gelb = langsam, Rot = Stopp“)

    Für F-Jugend (U8/U9)

    • Sprintzone verlängern, klare Technikziele:
      • Außenrist zum Vorlegen bei Tempo
      • Innenseite zum Bremsen und Kontrollieren
    • Zusatzaufgabe: In der Bremszone Richtungswechsel (links/rechts) vor dem Stopp

    Für E-Jugend (U10/U11)

    • „Gegnerdruck light“: In der Sprintzone läuft ein passiver Schatten-Verteidiger nebenher
    • Abschluss einbauen: Nach dem Tempodribbling direkt Torschuss aus der Bewegung (perfekte Anschlussübung). Siehe: Torschuss aus der Bewegung

    Coaching-Tipps (damit Tempodribbling wirklich funktioniert)

    • Kopf hoch: Kinder neigen beim schnellen Dribbling zum „Ball-Anstarren“. Erinnere sie: „Kurzer Blick hoch – wo ist Platz?“
    • Kontaktzahl steuern:
      • Start/Bremszone: viele kleine Kontakte
      • Sprintzone: Ball leicht vorlegen, aber nicht „wegschießen“
    • Saubere Körperhaltung: Leicht nach vorne geneigt, Arme aktiv für Balance.
    • Beidfüßigkeit fördern: Lass jeden Durchgang abwechselnd mit rechts/links starten.
    • Fehler zulassen: Tempodribbling ist mutig. Wenn ein Kind den Ball verliert, gilt: sofort neu starten, keine langen Pausen.
    • Motivation & Umgang mit Frust: Gerade bei Wettkämpfen verlieren manche Kinder schnell die Geduld. Hilfreich ist ein kurzer Team-Reminder zu fairer Sprache und Lernhaltung – passend dazu: Umgang mit Niederlagen im Kinderfußball

    Typische Fehlerbilder und schnelle Korrekturen

    • Ball zu weit vorgelegt: „Mach den nächsten Kontakt früher – stell dir vor, der Ball ist an einer Schnur.“
    • Zu eng, kein Tempo möglich: „In der Sprintzone darf der Ball einen Schritt vor – aber bleib in deiner Spur.“
    • Bahn wird verlassen: Bahn etwas breiter machen oder Tempo erst steigern, wenn die Kontrolle sicher ist.

    Praxis-Tipp für Trainer und Eltern

    Wenn Eltern am Rand zu stark „schneller!“ rufen, verlieren Kinder oft die Technik. Eine klare Rollenverteilung hilft: Trainer coacht, Eltern unterstützen ruhig. Mehr dazu: Die Rolle der Eltern am Spielfeldrand

    Fazit

    Tempodribbling ist im Kinderfußball eine Schlüsseltechnik: Kinder lernen, Tempo und Kontrolle zu verbinden und nach einem Antritt handlungsfähig zu bleiben. Mit der „Tempodribbling-Autobahn“ bekommst du eine einfache Beginner-Übung, die du schnell aufbauen, leicht variieren und ideal mit einem Abschluss kombinieren kannst.

    Häufig gestellte Fragen

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