Torwarttraining

    Torwarttraining für Kinder: Wann es sinnvoll wird, wie es altersgerecht aussieht und was Trainer und Eltern beachten sollten (U8–U13)

    Bis einschließlich E-Jugend sollten Kinder die Torwartposition kennenlernen, aber nicht fest darauf spezialisiert werden. Ab der D-Jugend kann ein regelmäßiges technisch-taktisches Torwarttraining beginnen, während Feldspielerfahrungen weiterhin dazugehören.

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    24. Aug. 2026
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    Aktualisiert: 24. Aug. 2026
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    11 Min. Lesezeit

    Samstagmorgen, kurz vor dem Anpfiff: Ein Kind zieht begeistert die Torwarthandschuhe an, ein anderes schaut erschrocken zur Trainerbank. Wer muss heute ins Tor? Gerade bei U8 bis U11 sorgt diese Frage schnell für Diskussionen. Dabei ist die fachliche Linie klarer, als viele Eltern und Trainer vermuten: Frühes Ausprobieren ist sinnvoll, frühe Spezialisierung dagegen nicht.

    Die kurze Antwort: Ab wann Torwarttraining für Kinder sinnvoll ist

    Bis einschließlich E-Jugend braucht es kein spezielles Torwarttraining. Statt einen festen Torhüter auszubilden, sollten alle Kinder die Position kennenlernen und während der Saison ins Tor wechseln.

    Der DFB-Trainingsservice formuliert für die E-Jugend ausdrücklich: „Es findet kein spezielles Torwarttraining statt.“ Die Kinder sollen die Position selbst erleben, die Aufgaben eines Torhüters kennenlernen und Erfahrungen mit Basistechniken sammeln. Fangen, Werfen oder eine einfache Fußabwehr sind damit kein exklusives Programm für den späteren Torwart. Sie gehören zur vielseitigen Ausbildung aller Spieler.

    Mit dem Eintritt in die D-Jugend und das sogenannte goldene Lernalter verändert sich die Ausrichtung. Nun kann eine technisch-taktische Torhüterausbildung beginnen. Der DFB-Trainingsservice empfiehlt ab diesem Zeitpunkt ein regelmäßiges Torwarttraining mindestens einmal pro Woche, möglichst vor dem gemeinsamen Feldspielertraining.

    Warum diese Reihenfolge? Kinder profitieren zunächst von möglichst vielen Bewegungs- und Spielerfahrungen. Wer dribbelt, passt, verteidigt und verschiedene Positionen ausprobiert, entwickelt ein breiteres Verständnis für das Spiel. Eine frühe Festlegung kann diese Entwicklung unnötig verengen.

    Kurz gesagt: Vielseitigkeit vor Spezialisierung.

    Was die Spielform vorgibt: Torwart oder Minitor

    Ob überhaupt ein Torhüter benötigt wird, hängt von der jeweiligen Spielform ab. Im deutschen Kinderfußball gelten seit der Saison 2024/2025 für U6 bis U11 verbindliche neue Spielformen. Dadurch stehen Kinder in dieser Altersspanne je nach Format unterschiedlich oft im Tor.

    Der DFB sieht unter anderem folgende Varianten vor:

    • Beim Fünf-gegen-Fünf auf vier Minitore gibt es keinen Torwart.
    • Beim Fünf-gegen-Fünf auf zwei Kleinfeldtore spielen vier Feldspieler und ein Torwart.
    • In der E-Jugend im Sieben-gegen-Sieben stehen sechs Feldspieler und ein Torwart auf dem Platz.

    Eine Torwartrolle entsteht also erst dann, wenn auf Kleinfeldtore gespielt wird. Beim Spiel auf vier Minitore verteidigen alle Kinder gemeinsam, ohne dass eines von ihnen dauerhaft vor einem Tor bleibt.

    Für den Trainingsalltag bedeutet das: Orientiere Dich an den Spielformen, die am Wochenende tatsächlich gespielt werden. Ein Team, das häufig auf Minitore antritt, benötigt keine isolierte Torwartgruppe. Steht ein Sieben-gegen-Sieben an, sollten mehrere Kinder mit den Grundaufgaben im Tor vertraut sein.

    Achtung bei regionalen Unterschieden: Die konkrete Umsetzung kann zwischen den DFB-Landesverbänden abweichen. Prüfe deshalb die Ausschreibung und Spielordnung Deines zuständigen Verbands. Für Vereine in Österreich und der Schweiz gelten die Vorgaben des ÖFB beziehungsweise des zuständigen Schweizer Verbands; die DFB-Empfehlungen lassen sich dort nicht automatisch als Regelwerk übertragen.

    Rotationsprinzip: Warum jedes Kind ins Tor sollte

    Bis etwa 9 Jahre werden die Positionen üblicherweise durchgewechselt. Das gilt auch für das Tor. Rotation heißt allerdings nicht, unmittelbar vor dem Anpfiff irgendein Kind auszuwählen und ihm kommentarlos die Handschuhe zu geben.

    Besser funktioniert ein transparenter Plan:

    • Lege die Torwartrotation für mehrere Spieltage fest.
    • Kündige dem Kind seinen Einsatz vorher an.
    • Plane überschaubare Einsatzzeiten statt einer kompletten Saison im Tor.
    • Sorge dafür, dass jedes Kind danach wieder im Feld spielt.
    • Vermittle die Torwartposition als aktive und mutige Aufgabe, niemals als Strafe.

    Was passiert, wenn ein Kind unbedingt immer ins Tor will? Der Wunsch darf ernst genommen werden. Trotzdem sollte es in F- und E-Jugend regelmäßig im Feld spielen. So entwickelt es Ballgefühl, Passspiel, Orientierung und ein besseres Verständnis für die Aktionen seiner Mitspieler.

    Und wenn ein Kind nie ins Tor möchte? Zwang erzeugt selten gute Lernerfahrungen. Hilfreicher sind kurze, angekündigte Einsätze, einfache Aufgaben und ein geschützter Trainingsrahmen. Vielleicht beginnt das Kind zunächst bei einem Fangspiel, bevor es in einem Spiel auf Kleinfeldtore eingesetzt wird. Sicherheit wächst schrittweise.

    Ein klassischer Trainerfehler ist es, den körperlich größten oder fußballerisch unsichersten Spieler dauerhaft ins Tor zu stellen. Das Kind merkt schnell, wenn die Position als Abstellgleis gedacht ist. Genau das sollte Kinderfußball verhindern.

    Altersgerechte Schwerpunkte von U8 bis U13

    Torwarttraining für Kinder muss zum Entwicklungsstand passen. Die folgenden Altersstufen geben eine Orientierung, ohne daraus eine frühe Spezialisierung abzuleiten.

    6 bis 8 Jahre: bewegen, fangen und werfen

    In diesem Alter stehen Beweglichkeit und Koordination im Vordergrund. Fang- und Wurfformen dürfen spielerisch vorkommen, richten sich aber an die gesamte Mannschaft. Ein isoliertes Techniktraining für einen festen Torwart ist nicht vorgesehen.

    Die Kinder sollen unterschiedliche Flugbahnen erleben, Bälle mit beiden Händen aufnehmen und Freude an der Bewegung entwickeln. Lange Erklärungen oder starre Wiederholungsserien funktionieren meist schlechter als kleine Spiele.

    8 bis 10 Jahre: Grundtechniken kennenlernen

    Nun können Kinder Grundtechniken bewusster wahrnehmen. Dazu zählen das richtige Fangen mit einem sicheren Griff und erste Erfahrungen im Stellungsspiel. Der Sicherheitsgriff beschreibt eine stabile Handhaltung, mit der der Ball kontrolliert gefangen und vor dem Körper gesichert wird.

    Diese Inhalte bleiben Teil einer vielseitigen Ausbildung. Sie werden nicht ausschließlich mit einem ausgewählten Torwart trainiert. Gerade in der E-Jugend gilt weiterhin die DFB-Einordnung, dass kein spezielles Torwarttraining stattfinden soll.

    10 bis 12 Jahre: Fallen, reagieren und Situationen lesen

    In dieser Phase können Fallschule, Reaktionsfähigkeit und erste taktische Elemente stärker berücksichtigt werden. Fallschule bedeutet, kontrolliert und möglichst sicher zum Boden zu gehen. Sie muss auf einem geeigneten Untergrund und mit dosierter Belastung stattfinden. Der Beitrag zur Sturzprophylaxe und zum sicheren Fallen ab U8 ordnet die Sicherheitsaspekte genauer ein.

    Auch Reize zur Reaktionsfähigkeit passen nun besser zum Entwicklungsstand. Entscheidend bleibt die Qualität: wenige saubere Aktionen sind sinnvoller als viele unkontrollierte Sprünge.

    Ab D-Jugend: strukturiertes Torwarttraining

    Mit dem goldenen Lernalter kann ein regelmäßiger Ausbildungsblock beginnen. Empfehlenswert ist laut DFB-Trainingsservice mindestens eine Einheit pro Woche, angesetzt vor dem Feldspielertraining.

    Das hat einen praktischen Vorteil: Der Torhüter arbeitet konzentriert an einem Schwerpunkt und nimmt anschließend am Mannschaftstraining teil. So gehen Feldspielerfähigkeiten nicht verloren.

    Die drei Inhaltsbereiche im Torwarttraining

    Ab der D-Jugend gliedert sich die Ausbildung laut DFB-Trainingsservice in drei Bereiche.

    Defensivtechniken

    Dazu gehören:

    • Ballbereitschaftsstellung: eine aktive Ausgangsposition, aus der das Kind schnell reagieren kann
    • Fangen: den Ball kontrollieren und sicher festhalten
    • Fußabwehr: flache oder nahe Bälle mit Fuß beziehungsweise Bein abwehren

    Offensivtechniken

    Ein moderner Torwart eröffnet Angriffe. Deshalb umfasst die Ausbildung:

    • Rollen
    • Würfe
    • Pässe
    • Abschläge

    Gerade Pässe verdienen viel Trainingszeit. Ein Torhüter erhält häufig Rückpässe und muss unter Druck eine Lösung finden.

    Taktische Inhalte

    Zu den ersten taktischen Themen zählen das Stellungsspiel im 1-gegen-1 und das Winkelverhalten. Beim Winkelverkürzen bewegt sich der Torhüter kontrolliert auf den Angreifer zu, damit weniger freie Torfläche bleibt. Verwandte Prinzipien zu Abstand und Timing findest Du auch beim Verteidigen im 1-gegen-1.

    Eine Torwart-Einheit beginnt mit dem Aufwärmen samt Fußtechniken. Danach folgt ein Schwerpunkt vom Einfachen zum Schweren. Den Abschluss bilden Wettspiele. Diese Reihenfolge schafft klare Lernschritte, ohne Kinder mit mehreren Technikthemen gleichzeitig zu überladen.

    Der Torwart bleibt Feldspieler

    Auch nach Beginn der Spezialisierung sollte der Torwart laut DFB-Trainingsservice häufig im Feld spielen. Der Grund ist direkt sichtbar: Er benötigt Feldspielertechniken für Rückpässe, Spieleröffnungen und Situationen außerhalb des Tores.

    Fußtechnik ist Pflichtteil der Torwartausbildung. Sie darf nicht als Nebenprogramm behandelt werden. Ein Kind, das ausschließlich auf der Linie trainiert, ist auf viele reale Spielsituationen schlecht vorbereitet.

    Hat ein Verein nur einen Trainer, braucht es keine künstliche Trennung über die gesamte Trainingszeit. Ab der D-Jugend kann der Torhüter vor dem Mannschaftstraining einen klar begrenzten Schwerpunkt bearbeiten. Während der gemeinsamen Einheit wird er anschließend in Passformen, Spielformen und Feldspieleraufgaben eingebunden. In F- und E-Jugend ist eine eigene Torwartgruppe gar nicht nötig: Fang-, Wurf- und Fußtechniken lassen sich mit allen Kindern aufgreifen.

    Ausrüstung und Sicherheit: Was Kinder wirklich brauchen

    Torwarthandschuhe sind kein Startsignal für eine Spezialisierung. Sie können sinnvoll sein, wenn ein Kind auf ein Kleinfeldtor geht und Bälle fängt. Beim Spiel auf vier Minitore ohne Torwart werden sie nicht benötigt.

    Bei Kinderhandschuhen zählt vor allem die Passform. Sie dürfen die Hände nicht so stark einschränken, dass Greifen und Werfen kaum möglich sind. Ein teures Modell ersetzt weder Fangtechnik noch regelmäßige Feldspielerfahrungen.

    Beim Fallen entscheidet der Untergrund über die Belastung. Keine Fallschule auf hartem Boden. Auf einem ungeeigneten Hallenboden oder einer harten Fläche sollten keine wiederholten seitlichen Landungen trainiert werden. Bewegungen werden langsam angebahnt und erst danach dynamischer ausgeführt.

    Vor torwartspezifischen Aktionen braucht der Körper ein angemessenes Aufwärmen. Dazu gehören allgemeine Bewegung, Fußarbeit und eine schrittweise Vorbereitung auf Fang- oder Bodenaktionen. Aus dem Stand ohne Vorbereitung mehrfach in die Ecke zu springen, ist kein altersgerechter Einstieg.

    Häufige Fehler im Kinder-Torwarttraining

    Vier Fehler tauchen besonders häufig auf:

    • Zu frühe Spezialisierung: Ein Kind wird schon in der F- oder E-Jugend zum festen Torwart erklärt.
    • Tor als Strafposition: Schwächere oder weniger laufstarke Kinder werden dauerhaft zwischen die Pfosten gestellt.
    • Erwachsenentraining in Kindergröße: Harte Schüsse, lange Serien und komplizierte Abläufe werden unverändert übernommen.
    • Lange Wartezeiten: Der Torwart steht minutenlang ohne Ballkontakt im Tor, während die Feldspieler eine Übung ausführen.

    Das funktioniert in der Praxis schlechter als kurze, aktive Lernphasen mit vielen passenden Entscheidungen. Muss ein Kind lange warten, sollte die Organisationsform verändert oder der Torwart sinnvoll in den Ablauf eingebunden werden.

    Nein. Mehr Schüsse bedeuten nicht automatisch besseres Training.

    Passende Übungen aus dem Bestand

    Dieser Guide beantwortet vor allem die Fragen ab wann, wie oft und warum Torwarttraining für Kinder sinnvoll ist. Konkrete Praxisformen sollten anschließend passend zum Alter ausgewählt werden.

    Für Kinder von 10 bis 12 Jahren können altersgerechte Reaktionsaufgaben die koordinative und torwartspezifische Entwicklung ergänzen. Der Beitrag Torwart-Reaktion: schnelle Reflexe trainieren hilft bei der Einordnung dieses Schwerpunkts.

    Fangtechnik und Ballsicherung passen ab 8 bis 10 Jahren als Grunderfahrung für alle Kinder. Torhüter-Basisübungen sind ab der D-Jugend für das regelmäßige Spezialtraining geeignet. Übungen zum Stellungsspiel und Winkelverhalten sollten erst dann folgen, wenn Ausgangsstellung und einfache Bewegungsabläufe verstanden sind. Reaktionsspiele in der Halle können zwischen U8 und U13 genutzt werden, müssen aber an Alter, Untergrund und Leistungsstand angepasst sein.

    Fazit: Erst ausprobieren, dann ausbilden

    Bis einschließlich E-Jugend sollten alle Kinder die Torwartposition erleben, ohne dauerhaft darauf festgelegt zu werden. Plane eine faire Rotation, vermittle einfache Basistechniken an die gesamte Mannschaft und richte Dich nach der tatsächlich gespielten Wettbewerbsform.

    Ab der D-Jugend beginnt das strukturierte Torwarttraining: mindestens einmal pro Woche, möglichst vor dem Feldspielertraining und mit einem klaren Schwerpunkt. Defensivtechniken, Spieleröffnung und taktisches Verhalten bauen aufeinander auf. Gleichzeitig bleibt der Torwart regelmäßig Feldspieler.

    Unterm Strich: U8 bis U11 bedeutet kennenlernen und wechseln. Ab der D-Jugend darf gezielt ausgebildet werden.

    Häufig gestellte Fragen

    Spielerische Fang-, Wurf- und Koordinationsformen sind bereits zwischen 6 und 8 Jahren möglich, sollten aber mit allen Kindern durchgeführt werden. Bis einschließlich E-Jugend empfiehlt der DFB kein spezielles Torwarttraining. Eine strukturierte technisch-taktische Torhüterausbildung beginnt ab der D-Jugend im sogenannten goldenen Lernalter.

    Torwarthandschuhe können bei Einsätzen auf Kleinfeldtore sinnvoll sein, sind aber keine Voraussetzung für die Rotation im Tor. Beim Fünf-gegen-Fünf auf vier Minitore gibt es keinen Torwart. Bei Kinderhandschuhen sollte die Passform so gewählt werden, dass das Kind noch sicher greifen, fangen und werfen kann.

    Bis einschließlich E-Jugend ist keine eigene Torwarttrainingseinheit vorgesehen. Fang-, Wurf- und Fußtechniken können in das Mannschaftstraining für alle Kinder einfließen. Ab der D-Jugend empfiehlt der DFB-Trainingsservice mindestens einmal pro Woche ein regelmäßiges Torwarttraining, möglichst vor dem Feldspielertraining.

    Der Wunsch sollte ernst genommen werden, eine dauerhafte Festlegung ist in F- und E-Jugend jedoch nicht sinnvoll. Dein Kind sollte weiterhin häufig im Feld spielen und dort Dribbling, Passen, Verteidigen und Orientierung erleben. Plane feste Torwartphasen, ohne die anderen Positionen aus dem Ausbildungsplan zu streichen.

    Bis etwa 9 Jahre werden die Positionen üblicherweise durchgewechselt. Auch in der E-Jugend steht das Kennenlernen der Torwartaufgaben vor einer Spezialisierung. Mit dem Übergang in die D-Jugend kann sich eine festere Zuordnung entwickeln, weil ab diesem Zeitpunkt das regelmäßige technisch-taktische Torwarttraining beginnt.

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